Schlagwort-Archiv: Nordengland

England-Urlaub 2009: Sheffield / Konzert: Slow Club

Nach drei essenslastigen Tagen in York bin ich noch kurz nach Sheffield gereist (ja, die Stadt mit dem dämlichen Gleislayout), um dort am letzten Abend Slow Club in concert zu erleben.

Die Stadt hat mir erstaunlich gut gefallen, denn erstens war unglaublich viel los, da gerade die Studenten für das neue Semester einfielen und zweitens hat die ehemalige Arbeiterstadt (Stahlindustrie) den Absprung ins neue Jahrtausend geschafft und hat sich architektonisch und kulturell herausgeputzt. Am ersten Tag war ich im Weston Park Museum (Spezialausstellung zu Insekten, Infos zur Stadtgeschichte) und im Showroom Cinema (Fish Tank: sehenswert) und vor meiner Abreise habe ich die interessanten Gebäude inkl. den Winter Garden besucht:

Urban Waterfall Crossing the Street City Hall Reflected Ferris Wheel through a Needles Eye Steel Balls Reflections Metal at Millenium Galleries

Am Abend stand dann das lang ersehnte Konzert im Plug an und es war einfach nur fantastisch! Es war das beste Konzert des Urlaubs und somit ein würdiger Abschluss. Slow Club haben (wie üblich) den ersten Song Wild Blue Milk mitten im Publikum gesungen und sind dann auf die Bühne geklettert. Als Ausgleich haben sie die Zugabe Christmas TV draußen gespielt, damit eine Raucherpause einlegt werden kann. Bei Let’s Fall Back in Love haben sie einige Freunde und Fans auf die Bühne gebeten und hatten richtig Spaß. Charles und Rebecca haben jeweils einen Song alleine gespielt und ihren Vätern gewidment, die beide am Abend anwesend waren. Genug der Vorrede, hier ein paar Fotos und die Setlist:

Slow Club Konzert 23. Sep 2009 The Plug Sheffield Slow Club Konzert 23. Sep 2009 The Plug Sheffield Slow Club Konzert 23. Sep 2009 The Plug Sheffield Slow Club Konzert 23. Sep 2009 The Plug Sheffield

Konzert: Mando Diao im Club Academy Manchester am 17.09.09

Den Club Academy in Manchester habe ich exakt 367 Tage vorher schon mal besucht (Wave Pictures und Jeffrey Lewis), aber da war es lange nicht so voll und ausgelassen wie bei Mando Diao. Die zwei Vorbands (The Hedon Revolution und Sharks) heizten schon mal ordentlich ein und während der Pause wurde die Setlists auf die Bühne geklebt (und fotografiert). Es gab es sofort Diskussionen, welche Songs sie spielen und welche denn nun nicht. Wie zu erwarten, machte das aktuelle Album gut die Hälfte der Songs aus (7 von 13) und meinen Favoriten Down in the Past haben sie sträflicherweise ausgelassen.

Doch diese Gedanken waren egal, als nach und nach die fünf Bandmitglieder plus zwei Backgroundsängerinnen auf die Bühne kamen und ein wenig zurückhaltend loslegten. Sie ließen sich aber schnell vom begeisterten und textsicheren Publikum anstecken und sowohl auf als auch vor der Bühne floss der Schweiß in Strömen. Es war ziemlich hampelig und manchmal erdrückend, aber ich habe trotzdem einige brauchbare Fotos machen können:

Mando Diao Konzert 17. Sep 2009 Club Academy Manchester Mando Diao Konzert 17. Sep 2009 Club Academy Manchester Mando Diao Konzert 17. Sep 2009 Club Academy Manchester Mando Diao Konzert 17. Sep 2009 Club Academy Manchester Mando Diao Konzert 17. Sep 2009 Club Academy Manchester Mando Diao Konzert 17. Sep 2009 Club Academy Manchester

Ok, das Letzte ist nicht so gut, aber Keyboarder Mats Björke war hinter den Boxen kaum ordentlich abzulichten. Das dritte Foto könnt ihr aus einer leicht anderen Perspektive und eine Zehntelsekunde früher abgedrückt auch hier ansehen. (Der zugehörige Bericht ist in Schwedisch.) Natürlich wurde auch fleißig per Handy gefilmt und hier gibt es einen gut einminütigen Ausschnitt aus Ochrasy, das Björn und Gustav alleine vortrugen:

Der Vollständigkeit halber noch die Setlist:

Englisches Gleislayout am Beispiel Sheffield

Während meines Englandurlaubs habe ich einige Bahnkilometer zurückgelegt und kann sagen, dass die britische Bahn besser als ihr Ruf ist. Es ist zwar chaotisch, da es an die zwanzig verschiedene Anbieter gibt, aber wenn man sich darauf einstellt, dann ist es halb so wild. Die Buchung der Tickets hatte ich schon vorher erledigt (siehe England-Seite), aber darum soll es jetzt nicht gehen, sondern um das Fahren selber.

Die Züge sind oft sehr kurz, nur zwei oder drei Wagen lang (engl: Coaches) und deswegen halten die auf Untergleisabschnitten wie z.B. 1A. Kennt man ja auch hierzulande und das sollte nicht für Verwirrung sorgen. Dass die Bezeichnungen in Steigen (= platform) und nicht in Gleisen (= tracks) erfolgt, kann zu Ungenauigkeiten führen, aber anscheinend ist den Engländern das egal[1]. In Sheffield war ich vor die Herausforderung gestellt worden, das Gleis 2C zu suchen und natürlich auch zu finden. Es bot sich mir folgendes Bild, das von oben und mit krakeliger Hand gemalt etwa so ausgesehen hat:

Sheffield-Gleise-1

Der rote Punkt bin ich bzw. war ich bzw. soll mich darstellen. Ich hatte extra einen jungen Mann gefragt, wo ich hin muss und der zeigte ganz ans Ende des Bahnsteigs, hinter Gleis 2B. Klingt logisch, oder? Es war schon dunkel, was mich aber nicht daran hinderte, zu bemerken, dass an dieser Stelle weder Anzeigentafel noch Zug zu finden waren. An 2A, 2B, 3A und 3B war dies ganz anders und so begann ich mich ein wenig zu wundern. Als die Zeit zur Abfahrt des Zuges gekommen war und offenbar niemand anders mit mir von Sheffield in den schönen Peak District reisen wollte, habe ich einige offiziell aussehende Menschen (= mit Uniform) gefragt, wo denn bitte Gleis 2C bzw. der Zug nach Manchester zu finden sei. Die meinten, auf der anderen Seite auf der anderen Seite stünde einer. Verstanden? Ein weiteres Bild wird Aufklärung verschaffen:

England-Urlaub 2009: Blackpool

Nach dem landschaftlich reizenden Peak District ging es in die Glitzermetropole Blackpool! Im September gibt es dort die Illuminations und freitags ein Feuerwerk. Es war einfach herrlich und auch wenn ich über zwei Pfund an die Spielautoamten verloren habe (siehe Reisetagebuch), war es ein aufregender und sehr fotointensiver Besuch. Im flickr-Album tummeln sich entsprechend auch 99 Fotos…

Den Blackpool Tower habe ich von innen und außen festgehalten, bei Wolken und Sonne, bei Ebbe und Flut, bei Tag und bei Nacht, aber der ist auch ein wunderbares Motiv. Und deswegen gibt es ohne Umschweife einige Bilder:

Blackpool Tower x2 Blackpool Tower Circus Blackpool Beach Sunset from Central Pier Blackpool Fireworks World's Largest Mirrorball TARDIS

Viel mehr Feuerwerk, Strand, Tower, Doctor Who, Promenade, Central Pier etc. gibt es im flickr-Album. Doch nun zu einem viel wichtigeren Thema: In Blackpool und auch vorher in Manchester hatte ich wieder einige Aufgaben zu erledigen:

  • endgueltig: “In der Portland Street in Manchester lauf die 150m der Great City Games.”
    Jawollja, erledigt wie die Fotos unten “beweisen”.
  • cimddwc: “Mach irgendwas Besonderes mit der schwarzen Billiardkugel.”
    Naja, so etwas richtig Besonderes habe ich nicht gemacht, außer ein verwackeltes Foto zu schießen, kurz bevor die weiße Kugel angreift (siehe unten).
  • beety: Fotografiere den Blackpool Tower von einer zweistöckigen Straßenbahn aus und umgekehrt.”
    Ebenfalls mit Bravour erledigt, wie die Bilder unten zeigen sollten (auch wenn man die Straßenbahn vom Tower aus schlecht erkennen kann – bei Bedarf nachfragen).
  • LemonHead: “Putze die Schuhe der Statue von Stan “Morty” Mortenson hinter der Haupttribüne der Bloomfield Road.”
    Nachdem ich den armen Kerl endlich gefunden hatte, habe ich das Großereignis fotografisch festgehalten und gleichzeitig die Operation Weltherrschaft in Gang gesetzt.

England-Urlaub 2009: Peak District

Nach dem urbanen Ungetüm von Birmingham und der vielen Rumlauferei, war Abwechlsung nötig in Form von Natur und Radwandern. Beides im Paket bekommt man bei Peak Tours und so habe ich eine 3-Tages-Tour gebucht und mich mit Fahrrad, Ausrüstung, Karten, Wegbeschreibungen und B&Bs versorgen lassen. Falls Ihr mit dem Gedanken spielt, in der Gegend einen Aktivurlaub zu machen, kann ich das Angebot von Steve Coackley nur empfehlen[1].

Meine Tour führte mich am ersten Tag von Hathersage rund um drei Wasserreservoire (Ladybower, Derwent, Howden):


Größere Kartenansicht

So, das müsste genau eine Marathonstrecke sein (26 Meilen, 42 Kilometer), auch wenn Google was von 59 km sagt (weil oben der Bogen nicht ganz geschlossen ist, sondern die Streckenführung 2x hin und zurück über einen Damm läuft). Die passenden Bilder dazu gibt es natürlich auch:

Derwent Reservoir (wide angle) Sun coming through over Ladybower Reservoir See, this is why you visit the Peak District

Am nächsten Morgen bin ich nicht sofort los, sondern habe erst noch eine der vier Höhlen besucht und zwar die Treak Cliff Cavern, die teilweise natürlich und teilweise durch Menschenhand entstanden ist und zwar durch den Abbau von Blue John, ein bestimmtes Fluorit, das es nur im Peak District gibt:

Blue John Vein

  1. Es gibt Touren zum Wandern und/oder Radfahren in verschiedenen Schwierigkeitsgraden von zwei bis sieben Tage Dauer. Steve ist total nett und verfasst sehr gute Beschreibungen und Tipps. []

England-Urlaub 2009: Newcastle

Mit dem Zug ging es von Edinburgh über die Grenze nach England und nach nur anderthalb Stunden war ich in Newcastle upon Tyne, der Stadt der vielen Brücken. Diese habe ich mir gleich am Abend als Fotomotiv ausgesucht und zumindest fünf davon in bunter Beleuchtung auf den Chip gebannt:

Newcastle Bridges at Night (Metro, High Level, Swing, Tyne, Millenium) Newcastle Bridges at Night (Tyne, Millenium) Gateshead Millenium Bridge at Night

Im ersten Bild sind mehr oder weniger deutlich fünf Brücken zu erkennen (Metro, High Level, Swing, Tyne, Millenium), im zweiten dann nur noch zwei und im letzten gibt es die neueste (Millenium) in ganzer Größe. Dazu muss man sagen, dass Newcastle sich nur auf der Seite des Flusses befindet, auf dem die Fotos entstanden. Auf der anderen Seite ist Gateshead. Die beiden Städte sind eng verknüpft und den Touristen wird das als NewcastleGateshead angekündigt (ja, mit großem G). Wenn man es genau nimmt, sind das zwei der fünf boroughs im County Tyne and Wear, die ein großes Knäuel von Bebauung ausmachen[1]. Und damit diese Ausführungen auch einen Sinn haben, gibt es gleich noch Fotos aus South Tyneside und North Tyneside, die man mit einer Fährfahrt verbinden kann, da das Metro-Tagesticket auch dafür gilt.

Arbeia Roman Fort Ferry over the River Tyne Tynemouth Priory

In beiden Tynesides gibt es römische Siedlungen, die für den Besucher aufbereitet sind. Das eine ist kostenlos (Arbeia im Süden), das andere nicht (Segedunum im Norden). Glücklicherweise fanden an diesem Wochenende die Heritage Open Days statt und ich kam umsonst rein. Ebenfalls kostenlos war (in Newcaslte selber) der Castle Keep, von dem man einen fantastischen Rundblick über die Stadt hat:

Castle Keep Panorama

York: The Most Haunted City in England

Eine Stadtführung der anderen Art sind sogenannte Ghost Walks/Tours, die es in vielen Städten in ganz England und Schottland gibt. Ich bin damit zum ersten Mal vor sieben Jahren in Edinburgh in Berührung gekommen und seitdem großer Fan.

Die Städte überschlagen sich mit Superlativen und York ist “officially the most haunted city in England”, aber warum das so ist, konnte ich nicht herausfinden, ob da z.B. die Anzahl der Geister, Bevölkerungsdichte im Vergleich zur Geistdichte, die Häufigkeit der Heimsuchungen oder die Berühmtheit der Verstorbenen zur Bestimmung herangezogen wird. Ist auch nicht so wichtig, denn es kommt auf die zugehörigen Stadtführungen an. York ist mit sechs Anbietern sehr gut ausgestattet und übertrifft damit sogar Edinburgh, wo es “nur” vier gibt und erst Recht Liverpool und Chester mit je einem einzigen.

Foto von karlequin
Foto: karlequin

Letztes Jahr habe ich zwei Touren mitgemacht (Ghost Trail of York und York Ghost Hunt), die beide empfehlenswert sind. Die Geschichten überschneiden sich, denn die berühmtesten Geister möchten von jedem entsprechend gewürdigt werden. Der Unterschied besteht hauptsächlich in der Präsentation, in der Anzahl der Geisterführer, wie sie sprechen, gekleidet sind, welche Tricks und Gimmicks sie anwenden und wie furchteinflößend es insgesamt ist. Kriterien, die man nicht beeinflussen kann, sind die anderen Teilnehmer der Tour. Wenn ein paar aufgedrehte Kinder mit Taschenlampen dabei sind, kann das den Genuss erheblich schmälern. Überhaupt ist das Zulassen von Kindern ein Indikator, dass es eher eine milde Form der Schreckerfahrung wird und ich würde andere vorziehen. Wie in Großbritannien üblich wird auf Behinderte Rücksicht genommen und so sind rollstuhlfahrende und blinde Teilnehmer keine Seltenheit, ansonsten wird extra darauf hingewiesen, ob die Tour für bestimmte Gruppen nicht geeignet ist.

Reiseführer der anderen Art: Lonely Planet Guide

Heute gibt es einen Tipp, der nicht nur für England-Reisen wertvoll ist, sondern für einen Großteil der Welt – den Teil, den die Lonely Planet Travel Guides abdecken. Seit den Siebzigern machen diese bunten Taschenbücher sich beliebt bei Reisenden, die wenig Geld ausgeben, aber viel erleben wollen. Seit einigen Jahren gibt es auch deutsche Ausgaben, allerdings längst nicht so viele wie auf englisch (Liste deutsch, englisch). Es gibt auch Sprachführer, Karten, Wanderführer etc. Wer selber schon mal danach gereist ist, wird mir sicher zustimmen.

Lonely Planet Guides: England und Edinburgh

Das hört sich jetzt wie ein bezahlter Beitrag an, aber ich bekomme nichts dafür, sondern möchte einfach nur von meinen guten Erfahrungen berichten. Bisher habe ich vier LPGs verwendet und werde weiterhin für jedes Reiseziel zuerst dazu greifen. Der Name ist treffend gewählt (vom Ehepaar Wheeler, die nach Australien auswanderten und denen heute noch der Verlag gehört (Geschichte)) und sicherlich einer der Gründe, warum die kompakten Bändchen so beliebt sind. Bzw. “Bändchen” stimmt nicht immer, denn mein Canada-Führer hat über 900 Seiten (deutsche Ausgabe über 1000). Doch dünnes Papier, recht kleine Schrift und gute Platzausnutzung in zwei Spalten halten Größe und Gewicht im angenehmen Bereich.

Das alleine würde natürlich keinen guten Reiseführer ausmachen. Jeder Band wird von mehreren Autoren geschrieben, die sich jeweils in dem Gebiet sehr gut auskennen und viele Tipps geben, die man in anderen Büchern nicht findet. Auch die angeblichen Insider-Tipps eines deutschen Anbieters können da nicht mithalten und ich habe so schon einige tolle Entdeckungen gemacht wie z.B. die Ghost-Touren im Edinburgh-Führer.

Foto-Projekt 52 (2009) #31: Glücksmomente

Projekt 52 (2009)Heute ist Fototag und deswegen gibt es nach den bunten Bildern vom Morgen noch einen Beitrag zum Projekt 52[1]. Das Thema lautete Glücksmomente und wie in der Woche davor mache ich einen Ausflug nach Großbritannien. Doch während ich bei “Himmlisch” ein schottisches Motiv gezeigt habe, gibt es an dieser Stelle eine abgespeckte Version des englischen Frühstücks (full breakfast). Abgespeckt vor allem deshalb, weil es rein vegetarisch ist:

31 Glücksmomente

Das Bild wurde aufgenommen mit einer Belichtungszeit von 1/8 Sekunde, Blende f/6.7, Brennweite 20 mm und ISO-Empfindlichkeit 1600. Aufgrund der hohen ISO-Zahl ist es auch so grobkörnig und da ich nicht viel Zeit hatte, blieb es bei diesem einen Versuch mit nicht optimalem Fokus.

Und warum so ein seltsames Motiv zum Thema Glücksmomente? Richtig, weil ich nächsten Monat in England (und Edinburgh) Urlaub machen werde. Dort werde ich hoffentlich genau so ein Frühstück (in der vollen Variante) im Original genießen können und ich freue mich jetzt schon sehr darauf. Genauso wie auf Quaker Oats, von denen ich je nach Gepäcksituation eine Packung mit nach Deutschland retten werde.

  1. Für Uneingeweihte: Es handelt sich hier um ein Fotografieprojekt, wo jede Woche ein vorgegebenes Thema bearbeitet wird. Mehr dazu unter obigem Link. []