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Albumkritik: Glasvegas – Glasvegas

Nach über einem Jahr warten erscheint endlich das selbstbetitelte Debütalbum der Schotten Glasvegas. Wobei diese Zeitspanne willkührlich gewählt ist, denn vor gut einem Jahr entdeckte ich selber die Band und heute ist das Erscheinungsdatum des Albums in Deutschland. In Großbritannien erschien das Album letzten September und wer hier schon länger liest, wird mitbekommen haben[1], dass ich mir das Album damals besorgt habe und auch auf einem Konzert war (während meines England-Urlaubs).

Wie man aus diesen Zeilen herauslesen kann, haben die Glaswegians mich voll und ganz überzeugt mit ihrem ungewöhnlichen (Wall of Sound) Sound, den herzzerreißenden Texten und dem herrlichen schottischen Akzent. Sie wurden (in Großbritannien) ziemlich gehypt und haben entsprechend gegensätzliche Reaktionen hervorgerufen und wurden entweder als Retter der Musikwelt bezeichnet oder als total überschätzte Schmalspur-JAMC. Man möge sich selber ein Urteil bilden und dazu dient hoffentlich u.a. diese Albumkritik.

Zur Musik selber werde ich nicht bei jedem Song was schreiben, da es schon alles sehr ähnlich klingt nach Wall of Sound bzw. Surf Noise Pop oder wie auch immer die schlauen Herren der Musikpresse das nennen. Jedenfalls sehr charakteristisch und süchtig machend. Deshalb am besten die Last.fm-Albumseite aufrufen und die Songs nebenher laufen lassen.

  1. Flowers And Football Tops 4/5 Punkte Text Video Anhören
    Gleich zu Beginn wird klar, dass keine typischen Themen abgehandelt werden, denn hier wird der Mord an einem Teenager aus Sicht der Eltern geschildert. Und das Ausklingen mit You Are My Sunshine bricht einfach das Herz. Wem nicht, der braucht gar nicht weiterlesen. Wird die dritte Single werden, die im Februar erscheint.

Musik des Jahres 2008 (in unaufdringlicher Blog-Paraden-Form)

Noch einmal werde ich musikalische Favoriten des Jahres präsentieren[1] und diesmal in einfacher Form, denn cimddwc möchte für die Statistik (=Blog-Parade) wissen, was mein Song, Album und Konzert des Jahres war.

Erstaunlicherweise stammen die Interpreten in allen drei Kategorien aus Großbritannien. Ich höre natürlich nicht nur Musik von der Insel, denn in meinen Top 10 fänden sich Künstler aus allen Ecken des Erdballs, aber es ist nur die Nummer 1 gefragt! Trotzdem schummele ich ein wenig und teile das auf in zwei Listen, da die erste etwas langweilig (und vorhersehbar) ist. Wie das nachher in der Auswertung berücksichtigt wird, das überlasse ich dem weisen Ausrichter der Blog-Parade.

Song des Jahres: Glasvegas – Daddy’s Gone
Schon seit genau einem Jahr kenne und liebe ich diesen Song und auch nach ca. Millionen Mal Hören finde ich ihn immer noch fantastisch. Der schottische Akzent, die Dramatik und gleichzeitige Schlichtheit von Inhalt und Umsetzung, die wuchtigen Gitarrenwände, …
2007er Video2008er Video – Anhören bei Hype Machine oder Last.fm.

Album des Jahres: Glasvegas – Glasvegas
Gilt das überhaupt, wenn das Album hierzulande erst diesen Monat erscheint? Egal, hier zählt die UK-Veröffentlichung im September. Einfach genial. Obwohl es gerade mal zehn Songs enthält (von denen die Hälfte vorher als Demoversionen verfügbar war), führt es doch geradewegs in die Abhängigkeit. Viel verglichen mit The Jesus and Mary Chain, The Raveonettes und My Bloody Valentine, doch dieser Shoegaze meets Surfpop-Stil ist einfach einzigartig und anders.

Meine zehn Alben des Jahres 2008

Eine unglaublich lange Zeit hat es gedauert, bis die folgende Liste der zehn Alben endlich stand, die für mich die besten des Jahres 2008 sind: (alphabetisch nach Künstler sortiert)
Meine 10 Alben des Jahres 2008

Erstaunlicherweise sind nur Bands aus Großbritannien vertreten. Klingt komisch, ist aber so. Da dieser Tage solcherlei Listen gehäuft auftreten (Beitrag mit Links in Vorbereitung), werde ich zu den zehn Alben nur einige wenige Worte verlieren und Anspieltipps geben. In Klammern das Veröffentlichungsdatum und ein Link zum englischen Wikipedia-Eintrag (wo sich meist Links zu Albumkritiken finden).

  • The Fratellis – Here We Stand (6. Juni W)
    Gute Laune wird verbreitet, wenn catchige Melodien mit Gitarren vorgetragen werden. Die drei schottischen “Brüder” sind mir erst durch dieses, ihr zweites Album aufgefallen und es hat sich gelohnt. Meine Albumkritik
    komplett anhörenAnspieltipps: My Friend John, Shameless, Mistress Mabel
  • Frightened Rabbit – The Midnight Organ Fight (15. April W)
    Auf meinen Radar gelangt durch die Nennung von Snow Patrol als Referenz (die nicht ganz stimmt), habe ich mir dieses verängstige Häschen mal genauer angesehen. Das Album bietet findigen Gitarrenpop vom Feinsten mit schönen Melodien und hintergründigen Texten. Die eingängige Stimme des Sängers hebt die Band endgültig heraus.
    Anspieltipps: The Modern Leper, Head Rolls Off – als kostenloser Download
  • Glasvegas – Glasvegas (8. September W)
    Damit wäre das Glasgower Trio komplett und wer hier schon länger liest, wird die Band erwartet haben. Diese wuchtigen Gitarrenwände in Verbindung mit persönlichen Texten (vorgetragen mit schottischem Akzent) machen süchtig und wenn das Album endlich auch physisch in Deutschland zu bekommen ist (VÖ: 30.01.09), nicht nur bei iTunes, werden hoffentlich viele Hörer der Musik verfallen.
    komplett anhörenAnspieltipps: Geraldine, Go Square Go, Daddy’s Gone

Bilder aus England #2: York

Wird langsam Zeit, dass ich Bilder und Geschichten aus meinem England-Urlaub präsentiere, denn immerhin bin ich schon vier Wochen wieder zurück. Deswegen stürzen wir uns gleich auf York, diese unglaublich kompakte, herrlich mittelalterliche Stadt. Mir hat es dort so gut gefallen, dass ich nicht nur die geplanten zwei, sondern ganze vier Tage geblieben bin[1].

Die Verlängerung brachte den unglaublichen Vorteil, dass das Wetter noch besser war (nicht nur bewölkt, sondern sogar sonnig) und ich auch zwei Ghost Walks mitmachen konnte. Die ersten beiden Abende war ich nämlich wieder auf Konzerttour. Wir sehen hier die Sänger von Glasvegas (James Allan, Konzert am 16. Sep in York) und der Rascals (Miles Kane, Konzert am 17. Sep in Liverpool):

Glasvegas-Konzert in YorkRascals-Konzert in Liverpool

Ja, das Rascals-Konzert war in Liverpool und deswegen war ich erst um vier Uhr morgens wieder zurück in der Herberge. Aber da dies aber keine normale touristische AKtivität ist, wenden wir uns schnell von der Musik ab und dem beschaulichen Städtchen zu. Natürlich fangen wir da mit dem Münster an (Bilder sind mit meinem lokalen flickr-Album verlinkt):

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Dass das Münster (engl. Minster) Münster genannt wird und nicht Kathedrale oder Dom oder Kirche oder Ähnliches hat übrigens historische Gründe (s. Wikipedia Münster, Minster). Bei der Führung wurde gesagt, dass diesen Titel nur Kirchen tragen dürfen, die aus der Anglo-Saxon-Zeit stammen (410-1066).

Foto-Projekt 52 Woche #31: Wertvoll

Projekt 52Überraschung! Ein weiterer Beitrag für das Projekt 52[1]! Jedoch wird es für das Thema Wertvoll ausnahmsweise kein Foto geben (ist keine zwingende Vorgabe), sondern ein gescanntes Blatt Papier. Das mag etwas hergeholt klingen, doch ein Blick auf das Papier bringt Klarheit:

31_wertvoll

Wer hier öfter mal vorbeischaut, wird wissen, dass ich Fan der Band Glasvegas bin[2] und im September in York auf einem Konzert war. Dort war ich in der allerersten Reihe und konnte nach dem Konzert eine Setlist ergattern. Man sieht (hoffentlich) an den Taperändern und an den Fußspuren, dass es sich um ein Original handelt.

Für das Projekt war der Scan ist ein anspruchsloser Ausweg, doch erstens wollte ich nicht ein klischeehaftes Wertvoll-Bild machen und zweitens ist das wertvoll für mich und zwar sowohl das Papier selber (als Souvenir) und auch das, woran es mich erinnert (das Konzert).

  1. Für Uneingeweihte: Es handelt sich hier um ein Fotografieprojekt, wo jede Woche ein vorgegebenes Thema bearbeitet wird. Mehr dazu unter obigem Link. []
  2. Für mehr Beiträge zum Thema Glasvegas den Tag-Link unter der Überschrift anklicken. []

So richtig nah dran!

Wer meine Abenteuer in England verfolgt und auch sonst diesen Blog, weiss, dass ich letzte Woche bei einem Glasvegas-Konzert in York war. Meine eigene (Handy-)Kamera habe ich vergessen, aber ein paar Maedels, die ich dort getroffen habe, haben mir ihre Fotos geschickt. Das folgende Foto gewinnt keine Preise, aber es zeigt, dass wir ganz, ganz, ganz vorne gestanden haben…

Glasvegas-Konzert in York

2 York

Die Stadt mit dem beruehmten York Minster (je nach Quelle die groesste gothische Kathedrale in Nordeuropa – andere meinen das waere der Koelner Dom) und weiteren schnuckeligen uralten Gebaueden und Gassen. Ein grosser Kontrast zum sich im Umbruch befindlichen Liverpool.

1. Tag – 16. September – Wunde Fuesse

Nach der ereignislosen Zugfahrt sofort ins Touristenbuero und einen zweitaegigen Yorkpass besorgt (£ 32), der kostenlosen Eintritt in alle Attraktionen bietet. Lohnt sich, denn viele Museen und z.B. das Muenster kosten zwischen £ 5 und 15. Und dann flott zur Jugendherberge und moeglichst viel gesehen, denn die meisten Museen machen um 17h zu.

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Natuerlich musste das Muenster als erstes besichtigt werden und es ist wirklich beeindruckend gross. Leider ist das beruehmte Ostfenster (eines der groessten und aeltesten) gerade fuer fuenf Jahre verdunkelt worden. Eine weitere schmerzhafte Erfahrung war das Platzen einer Ballenblase[1] und ueberhaupt faellt mir das Laufen mittlerweile sehr schwer. Danach zur Tour “Snickelways” mit einem Gothic-Fuehrer, der uns (mir und einem aelteren Herren) die kleinen Gassen und Hinterhoefe der Stadt zeigte – eine zweistuendige fantastische Einfuehrung in die Stadt.

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Danach noch schnell zum Treasurer’s House, wo ich leider die letzte Tour verpasst habe, aber einen Gutschein fuer den naechsten Tag erhalten habe (wichtig, da der Pass nur einmal Eintritt gewaehrt). Das Haus ist beeindruckend und wurde vom Besitzer komplett mit Moebeln an den National Trust uebergeben. In jedem Raum ist ein Experte, den man fragen kann und die erzaehlen interessante Geschichten, z.B. der Enkel des Chauffers des Besitzers.

Podcast-Tipp: Music Weekly

Heute gibt es eine ungewöhnliche Empfehlung, die ein bisschen auch persönlich motiviert ist. Es handelt sich um den Podcast Music Weekly des britischen Guardian Music Blog. Der Podcast dauert eine halbe bis dreiviertel Stunde und es wird neue Musik vorgestellt, die manchmal noch als Indie bezeichnet werden kann, oft aber Richtung Mainstream tendiert. Dazwischen gibt es Berichte über Festivals (im UK). Wie der Name vermuten lässt, gibt es jede Woche eine neue Episode und neben Interviews mit Gästen werden Singles vorgestellt, die in dieser Woche erscheinen.

Dass ich jetzt gerade diesen Podcast empfehle, liegt daran, dass in der heutigen Episode und in der vor zwei Wochen insgesamt drei Bands und Künstler zu Gast waren, die ich in wenigen Tagen live sehen werde: The Wave Pictures + Jeffrey Lewis und Glasvegas.

Viel Spaß beim Anhören!

Glasvegas-Shopping

Heute morgen war ich im Glasvegas-Kaufrausch, denn die Tickets für die Tour im September gingen um 10 Uhr in den Verkauf und die Single Daddy’s Gone ist endlich im Vorverkauf erhältlich (VÖ: 25. August 2008).

Da musste ich natürlich beide Male zuschlagen und obwohl ich nun 14 £ (= 18 €) ärmer bin, freue ich mir ein Loch in’n Bauch und kann meinen Urlaub im September kaum erwarten! Habe ich mich im März noch geärgert, dass während meiner Urlaubszeit überhaupt nix los ist, muss ich jetzt genau auswählen und genau planen, wann ich wo sein will. Am 16. September z.B. wenn das Glasvegas-Konzert in York stattfindet, hätte ich ebenfalls Shearwater in Manchester oder die Beggars in Liverpool besuchen können. Doch Glasvegas ist natürlich mein Favorit.

Wer sich die Band mal genauer anhören möchte (und meine Begeisterung verstehen), sollte man auf der offiziellen Seite, beim YouTube-Channel oder auf der MySpace-Seite vorbei schauen (oder meine Beiträge, u.a. mit Playliste).