Tag-Archiv für 'Deutschland'

Auswertung der Umfrage zum Bezahlfernsehen und ein paar Zahlen zur Digitalisierung

Vor zwei Wochen fragte ich, für welche Arten von Fernsehen ihr bezahlen würdet und nach 43 abgegebenen Stimmen sieht die Verteilung so aus:

Mit 18 Stimmen (42%) stimmten fast die Hälfte für “gar nichts” und das überrascht mich nicht wirklich. Sascha hat gestern einen Erklärungsversuch geschrieben, in dem er dem Fernsehen keine große Zukunft vorhersagt und die Gründe nennt. Als Hauptgrund wird das Internet genannt, wobei ich den Prozentsatz der Fernsehverzichter in der Gesamtbevölkerung nicht so hoch einschätzen würde.

Analoges Fernsehen (Satellit und Kabel) erzielten jeweils zwei Stimmen (je 5%), was bei geringen Unterhalts- und Anschaffungskosten seltsam erscheinen könnte, aber es ist ein Auslaufmodell und es werden wenige Programme angeboten. Die neue Variante des digitalen Fernsehens gibt es in drei Ausführungen, d.h. ebenfalls Satellit und Kabel und zusätzlich noch Antenne[1]. Letzteres bietet eher wenig Programme, aber die geringen Anschaffungs- und wegfallenden Unterhaltskosten, ließen immerhin 9% das Überallfernsehen wählen. Mehr Angebot, aber auch mehr Kosten verursacht Kabel, das 12% der Abstimmer wählen würden. Die größte Gruppe der Bezahlfernseher würde digitalen Satellit wählen (28%), wo es nach hohen Anschaffungskosten keine laufenden Kosten und ein sehr großes Programmangebot gibt.

Zum Thema digitales Fernsehen und ob sich das in HD lohnt, hat sich auch Hombertho Gedanken gemacht. Zur Sprache kam dort das Angebot HD+, bei dem man einige Privatsender gegen Gebühr in HD-Auflösung schauen kann.

Urlaubsvorlieben nach hölzerner Art

Achtung! Stöckchen-Content! Rüdiger hat letzte Woche Fragen zu seinen Urlaubsvorlieben beantwortet und sowohl die Fragen als auch seine Antworten fand ich sehr interessant und habe deshalb gebeten, dass er mir das Stöckchen zuwirft. Momentan bin ich in den Vorbereitungen für meinen diesjährigen Urlaub (im UK), also passt es doppelt gut. Da sind wir also und fangen auch gleich an.

Lieber Heimat- oder Auslandsurlaub?

So wie ich Urlaub definiere, muss es schon Ausland sein. Wenn ich Urlaub nehme im Sinne von keine Arbeit haben und fahre nicht weg oder besuche Freunde/Familie, dann sind das ein paar freie Tage, aber kein Urlaub. Außerdem gehört es dazu, dass man in unbekanntes Gebiet fährt und eine fremde Sprache (= Englisch) spricht.

Ans Meer oder lieber in die Berge?

Sowohl als auch bzw. weder noch. Die Frage impliziert eine Auswahl zwischen “faul am Strand sonnen” und “aktiv durchs Gebirge kraxeln”. Beides ist nicht so mein Fall, wie die folgenden Fragen zeigen werden. Wenn man unter Berge auch schöne Landschaften einordnen kann, dann nehme ich das, denn z.B. der Lake District oder die schottischen Highlands sind hervorragende Urlaubsziele.

Auch mal Städtereise buchen?

Äh, “auch mal”? Das ist für mich ein Hauptbestandteil, wie meine Reiseberichte aus Kanada (2007) und England (2008) zeigen. Urlaub ist für mich neue Orte entdecken und es gibt mehr als genug fantastische Städte, die es wert sind, bereist zu werden. Das betrifft sowohl architektonische Meisterwerke als auch Museen.

Welche Länder würdest du gerne mal bereisen?

Blick über den Tellerrand vom 20. June 2009

  • Zypries wird “Internetpolitikerin des Jahres”, Tauss wechselt zu Piraten? (20. June 2009)

    Das ist die Frau, die uns die Vorratsdatenspeicherung eingebrockt hat, die eine Verschärfung des Urheberrechts fordert, die nicht wusste, was Browser sind , und die in der Zensur-Debatte als erste die Forderung erhoben hat, dass auch zufällige Besucher auf den Stoppseiten an die Strafverfolger weitergeleitet werden sollten.

  • Behind the music: Can artists stop people from covering their songs? (19. June 2009)

    This leads us to the question: does an artist have any legal rights to prevent someone else releasing a cover of their original before it’s even out? As a songwriter, I’ve always been under the impression that the composer (or their publisher) of a song has to grant the first mechanical licence to sell the song. Once the song is released, anyone can do a cover of it and sell it without asking permission.

  • Das Gesetz für Netzsperren ist beschlossen:

    Meine Unabhängigkeitserklärung des Internets von der deutschen Politik (19. June 2009)
    Und hier nun der Fehler: Diese 500.000 Leute sind Teilnehmer im Netz. Die neuen Produzenten von Tweets, Postings und Content im Netz. Mit einem anderen Wort: Multiplikatoren. Und Sie wollen nicht wirklich 500.000 Multiplikatoren gegen sich haben, die Postings und Texte schreiben, die von 43,5 Millionen Menschen gelesen werden, oder? Haben sie aber, von jetzt auf ewig. Zum Vergleich: Die alteingesessene FAZ hat eine Auflage von 360.915 Exemplaren.
    Diese 500.000 genannten Menschen haben Sie sich heute zum Feind gemacht. 500.000 Multiplikatoren im Netz, die twittern, bloggen und sich vernetzen. Und ich verrate Ihnen noch ein Geheimnis: Wir werden nicht weniger. Surprise!

In tiefer Trauer: Artikel 5 GG

Wir trauern um Artikel 5 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland 'Eine Zensur findet nicht statt.'

via cimddwcDownloadlink

Blick über den Tellerrand vom 6. June 2009

  • Dieter Wiefelspütz macht klar, dass es um Zensur geht (6. June 2009)

    Auf deutsch: Wir sollen auch umstrittene Inhalte im Netz nicht mehr zur Kenntnis nehmen dürfen, weil unsere geliebte Bundesregierung besser weiss, was ihre Bürger lesen und worüber sie sich eine eigene Meinung bilden dürfen.

  • Innenminister greifen durch (6. June 2009)

    Die deutschen Innenminister fordern ein schnelles Verbot von Hausaufgaben. Auf ihrer Frühjahrstagung waren sie sich einig, dass Hausaufgaben Jugendliche frustrieren. “Frust ist ein wesentlicher Grund dafür, dass junge Menschen Amok laufen”, erklärten die Politiker. “Fast alle Amokläufer haben sich mit Hausaufgaben beschäftigt, bevor sie sich zu ihren gefährlichen Aktionen hinreißen ließen.”

  • Die unerträgliche Seichtigkeit der deutschen Internet-Debatte (30. May 2009)

    Kinderpornographie, herkömmliche Pornographie, Computerspiele, Filesharing, usw.: Das alles wird in einem ZEIT-Artikel in einen Topf geworfen und sogenannten “Cyberpropheten” mit anarchistischem Anspruch als ihre Welt, die sie um jeden Preis verteidigen, angedichtet. Ein exemplarischer Artikel für eine vor Seichtheit und Demagogie triefende Debatte in Deutschland, welche in nächster Zeit wohl noch stark zunehmen wird.

Blick über den Tellerrand vom 16. May 2009

  • Netzsperren: Der Kampf spitzt sich zu (16. May 2009)
    Es ist einiges passiert in den letzten Tagen. Mal der Reihe nach:
  • Freunde der Kinderporno-Sperren schlagen zurück (15. May 2009)

    Einerseits sollen irgendwie durch eine unabhängige Instanz die geheimen Sperrlisten kontrolliert werden. Andererseits gibt man sich nicht mit den DNS-Sperren zufrieden und fordert gleich mehr Eingriffe in die Internetinfrastruktur. Ersteres klingt wie Kosmetik, da bin ich auf eine saubere rechtsstaatliche Lösung mal gespannt. Zweiteres dürfte bei vielen die Alarmglocken läuten lassen, denn das weckt sofort die Befürchtungen, dass man hier doch mit chinesischen Methoden eine Zensurinfrastruktur schaffen möchte.

  • Unwissenheit ist kein Segen (13. May 2009)

    Ich glaube es liegt in der Natur des Menschen sich bevormunden zu lassen. Denn wie könnte man sich sonst erklären, dass es möglich ist ohne Grund und ohne nachvollziehbare Beweise auf seine Wirksamkeit Dinge zu verbieten oder zu zensieren. Durch Unwissenheit kann vieles über unsere Köpfe hinweg entschieden werden. Jüngste Beispiele sind das Verbot von transgenen Pflanzen, Paintball und die Zensur von Internetseiten mit illegaler Pornografie.
    [...]
    Was denkt ihr bei dem Wort Dihydrogeniumoxid? Klingt schlimm oder? Das ist Wasser. Transgene Pflanzen sind an einem Genabschnitt veränderte Pflanzen, mehr nicht. Es ist ja teilweise schon soweit gekommen, dass die Leute mit dem Begriff Gen etwas Negatives verbinden. Wenn ihr eure Gene loswerden wollt, dann tötet euch lieber schnell!

  • Durchs wilde Sauerland (13. May 2009)

    Wer ein halbes Stündchen Zeit und Muße hat, sollte mal das hier lesen. Einen Beitrag des Deutschlandfunks zu den Hintergründen der “Sauerland-Terrorzelle”. Danach wird man denken, das Terroristischste im Sauerland seien die alljährlichen Karl-May-Festspiele in Elspe.

“Project Kangaroo” in Deutschland: Video-on-Demand-Service von BBC, Channel 4 und ITV

Aussie Icons
Creative Commons License photo credit: Kaptain Kobold
Des Einen Leid ist des Anderen Freud: Der geplante Video-on-Demand-Service Kangaroo sollte Inhalte der drei größten britischen Sender BBC, Channel 4 und ITV zeigen. Doch vor zwei Monaten kam das Aus im UK, denn das britische Kartellamt befürchtete eine Monopolstellung. Bis zu diesem Zeitpunkt waren aber schon so viel Zeit und Geld in das Projekt geflossen, dass man sich nach anderen Möglichkeiten umsah.

Der Blick fiel auf den größten Fernsehmarkt in Europa: Deutschland. Hierzulande haben britische Serien seither einen schweren Stand, denn die Konkurrenz aus den USA ist übermächtig und an diesem Umstand wollten die Sender von der Insel schon lange etwas ändern und sahen im Project Kangaroo ihre Chance. Der genaue Starttermin steht noch nicht fest, aber “Oberkänguruh” Geschäftsführer Ashley Highfield rechnet fest damit, dass der momentan laufende Testbetrieb innerhalb der nächsten Monate für alle deutschen Internetnutzer zugänglich sein wird. Schon vorher können die bisher nicht abspielbaren Videos von BBCs iPlayer, Channel 4s 4oD und dem ITV Player wiedergegeben werden. Das Design ist noch nicht endgültig, aber es sollen Elemente aus allen drei Playern integriert werden:

Diese Nachricht verzückt mich natürlich ungemein, denn wie regelmäßige Leser mitbekommen haben sollten, bin ich großer Fan britischer Serien. Momentan decke ich meinen Bedarf durch DVDs, doch in den nächsten drei Monaten darf ich ja nicht und ich hoffe sehr, dass die schnell in die Puschen kommen und den Service ebenso wie Videoload zumindest teilweise umsonst anbieten. Besonders freuen würde ich mich über FM, eine neue Comedy-Serie, die zur Zeit auf ITV läuft und sich um Radio-DJs dreht und in der echte Bands auftreten (bisher: Guillemots, The Wombats, Ladyhawke, The Subways, Sway, The Charlatans – anzusehen auf der MySpace-Seite).

Da heißt es Daumen drücken und alle weiteren Entwicklungen auf dieser Seite verfolgen.

Hörschaden dank moderner Bauordnungen

Wie langjährige Leser vielleicht mitbekommen haben, bin ich kein großer Freund von Rauchmeldern, da ich während meines Auslandsjahrs in Schottland ständig von falschen Alarmen geweckt wurde (Beitrag mit mehr Infos). Deswegen war ich auch nicht allzu glücklich, dass in meiner jetztigen Wohnstätte Rauchmelder installiert wurden, wozu man sich auch noch anderthalb Jahre hätte Zeit lassen können:

Landesbauordnung Mecklenburg-Vorpommern, §48 Abs. 4:
In Wohnungen müssen Schlafräume und Kinderzimmer sowie Flure, über die Rettungswege von Aufenthaltsräumen führen, jeweils mindestens einen Rauchwarnmelder haben. Die Rauchwarnmelder müssen so eingebaut oder angebracht und betrieben werden, dass Brandrauch frühzeitig erkannt und gemeldet wird. Bestehende Wohnungen sind bis zum 31. Dezember 2009 durch den Besitzer entsprechend auszustatten[1]. Quelle

Jedenfalls ging heute das Ding einfach so los und bescherte mir einen schweren Hörschaden[2]. Das Problem war nämlich, dass der Alarm aus einem sekundenlangem sehr hohen Piepston besteht. Der ist unglaublich nervig! Der in Schottland variiert eher wie ein Martinshorn und ist mehrere Minuten im Zimmer aushaltbar. Doch solche Schludrigkeiten werden in Deutschland bekanntlich nicht gerne gesehen und deswegen hat der hiesige Alarmton eher nervenzerstörende Wirkung und garantiert, dass auch Menschen mit nur noch 5% Hörvermögen nicht an einer Rauchvergiftung sterben können.

Mich hat das Ding jedenfalls ganz schön Nerven gekostet, denn es dauerte eine ganze Zeit, bis ich ein wackliges Arrangement aus Tisch und Klappstuhl gebastelt hatte, welches mir erlaubte, den Rauchmelder von der hohen Decke zu holen. Nachdem ich dann mit zittrigen Fingern den 9V-Block entfernt hatte, war es endlich wieder still.

Die Deutschen und ihr Brot

Durch Sebastians Liebeserklärung an das Brot, das gebackene bin ich wieder an mein Auslandsjahr in Schottland erinnert worden, wo ich unter großem Brotentzug litt. Es ist nämlich eine typisch deutsche Geschichte[1], das Brot und die Lust auf Brot. Wo sonst isst man zweimal am Tag dieses fantastische Erzeugnis? Klar, es gibt Müsli und Cerealien in Deutschland und es gibt brotähnliche Dinge in anderen Ländern, aber so etwas, das Sebastian in Worte gefasst hat, das gibt es nur hierzulande.

verschiedenen BrotsortenWoran liegt es? Laut Wikipedia gibt es über 600 Sorten Brot im deutschen Sprachraum und mein Brotbackbuch spricht sogar von ca. 1500, wenn man Brötchen mitzählt. Ich wette, dass es in keinem anderen Land auch nur einen Bruchteil so viele verschiedene Arten gibt. Und dementsprechend gibt es auch weniger Angebote für “aufs Brot”. Das geht von süßen Sachen (die keineswegs bäh sind) über Wurst und Käse hin zu verschiedenen Salaten. Diese Auswahl findet man nicht im Ausland und man sucht vergeblich nach so etwas wie Leberwurst. Mit Ausnahme von Erdnussbutter kommt hierzulande so ziemlich alles aufs Brot, auch Eier etc. die dafür gar nicht vorgesehen waren.

Bevor ich jetzt zu sehr abschweife, schwenke ich schnell wieder zurück zum Brot selber. In meinem Auslandsjahr in Schottland habe ich sehr schnell gemerkt, wie sehr Grundnahrungsmittel Brot für mich ist. Als ich nach über zwei Monaten zum ersten Mal wieder nach Deutschland gereist bin (zu Weihnachten), wollte ich sofort nach der Ankunft einfach nur Brot haben, ganz viel Brot. Man glaubt gar nicht, wie sehr man eine so simple Sache vermissen kann.




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