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Liukad #11: Girokonto und Kreditkarte

Heute sprechen wir mal über Geld! Ja, macht man nicht, aber es ist vielleicht interessant zu wissen, dass EC-Karten eine deutsche Erfindung sind und im UK im letzten Monat ein schneller Kontowechselservice eingeführt wurde.

Eine meiner ersten Aufgaben letzes Jahr war der Eröffnen eines Bankkontos. Das Gehalt muss ja irgendwohin überwiesen werden und die Ausgaben müssen von irgendwoher getätigt werden. Das Problem ist, wenn man ein Konto eröffnen will, braucht man einen Adressnachweis (Stromrechnung o.Ä.) und wenn man sich auf eine Wohnung bewirbt, muss man ein Bankkonto angeben. Klingt kompliziert, ist es auch.

Die Lösung ist ein sogenannter passport account, wo man “nur” einen Identitätsnachweis benötigt. Meine Recherche hatte ergeben, dass nur eine Bank einen solchen kostenlos anbietet. Somit war die Entscheidung, welche Bank ich denn nehme, schon gemacht. Die Eröffnung ging relativ schnell vonstatten und ich bekam dazu eine debit card, eine Mischung aus EC- und Kreditkarte. Die Gemeinsamkeit mit der EC-Karte ist, dass das Geld sofort vom Konto abgezogen wird. Aber wie eine echte Kreditkarte gibt es eine zwölfstellige Nummer, die zum Bezahlen im Internet genutzt werden kann.

Da mit dieser Karte der alltägliche Zahlungsverkehr abgedeckt ist, haben Kreditkarten eine völlig andere Bedeutung und das spiegelt sich in den verschiedenen Arten wieder. Wer einen Eindruck bekommen will, schaue sich hier um. Man kann z.B. Punkte sammeln (cashback), Schulden übertragen lassen (balance transfer) oder größere Anschaffungen bezahlen (purchase).

Weg mit dem ganzen Zeug!

Reduce Reuse RecycleIn den letzten drei Jahren bin ich dreimal über große Distanzen umgezogen, nachdem ich 10 Jahre mehr oder weniger am selben Ort gelebt hatte. Das hat ein langsames Ausmisten ins Rollen gebracht und mittlerweile bin ich soweit, dass ich das gründlich und bis auf das letztmögliche unnütze Teil reduzieren möchte.

Das Thema verfolge ich immer mal wieder durch Ideen vom Blog Unclutterer. Angeregt, das endlich zuende zu bringen wurde ich durch zwei Beiträge bei netzwertig über digitalen Minimalismus. Hier in Edinburgh wird einem das recyclen zum Glück relativ leicht gemacht und so hoffe ich, dass ich meinen Kram relativ schnell und vor allem sinnvoll abgeben kann.

Das Entledigen auf britische Art ist natürlich für Leser aus Deutschland nur bedingt interessant, aber ich möchte auch rekapitulieren, was ich bereits so alles losgeworden bin, sei es durch Verkaufen, Verschenken, Wegwerfen oder was auch immer. Was ich so von anderen Bloggern mitbekommen habe, ist das Thema – zumindest im kleinen Rahmen – immer wieder Thema, z.B. bei David und Adastra. Und Hauke hat gar 100 Bücher und Wii-Zubehör verkauft, nachdem er einen Artikel von mir zum Medienverkauf gelesen hatte.

Durch den Medienverkauf und Spenden an Bibliotheken und Charity Shops bin ich ca. 800 Bücher, CDs und DVDs losgeworden. Ich besitze noch eine Handvoll Bücher, von denen einige nur dank Sprachbarrieren noch Platz wegnehmen. Das wäre ein Teil meines Projektes, diese loszuwerden. Von meiner riesigen CD-Sammlung ist nur noch ein kleiner Haufen übrig geblieben mit persönlich wichtigen CDs, die z.B. signiert sind und/oder von Bands, die ich live gesehen habe. Einzig meine DVD-Sammlung ist recht umfangreich, aber das liegt daran, dass ich aus den Themenbereichen Doctor Who, John Cusack und Peter Weir nicht nur behalte, sondern auch kaufe. Eine Schwäche darf man sich ja leisten.

Liukad #5: Schnee

Ja, auch hier schneit es manchmal und die letzten Tage sogar ein paar Zentimeter, die sogar noch bleiben sollen. So sah es gestern morgen beim Blick aus dem Fenster aus:

Es schneit tatsächlich auuch in Schottland

Schneeflöckchen, Weißröckchen, wwwmmmmbbmmbwbwwwbbb

Am Dienstag gab es die erste Ladung und durch ungünstige Umstände (Schneefall mittags, Sonne nachmittags, Frost nach Einbruch der Dunkelheit) war der Heimweg eine große Rutschpartie. Mich hat es zweimal mit dem Rad hingelegt, da meine schicken blauen Rennradreifen kein Profil haben. Mein Steißbein tut jetzt noch weh und ich bin den Rest des Weges (inkl. Umweg, da an der Landstraße kein Gehweg ist) nach Hause gelaufen.

Doch das soll nicht Thema sein. Das Problem war, dass trotz Priorität 1 der fraglichen Straßen noch nicht gestreut war, obwohl einige Stunden seit Schneefall vergangen waren. Laut dem Plan der Stadtverwaltung werden diese Straßen vorsorglich und als erstes bei Schnee und Eis gestreut. Pustekuchen! Selbst am nächsten und übernächsten Tag waren noch Eisreste zu sehen[1].

Es schneit doch öfters.

Im Dezember war es nur ein bisschen Puderzucker

Hier wird einfach anders kalkuliert und das Chaos bei den seltenen Wintereinbrüchen in Kauf genommen. Wie Konstantin schon schrieb (Bericht aus London), gibt es wesentlich weniger Räumfahrzeuge und kaum Winterreifen. Ich habe das Thema mal auf Arbeit angesprochen und keiner wusste, dass die sich schon ab 7°C lohnen und nicht nur bei Schnee sinnvoll sind. Kann das evtl. mit Versicherungen zusammenhängen? Ich meine, dass in Deutschland ein Anreiz besteht, mit Winterreifen zu fahren.

Leben im UK als Deutscher (Liukad) #3: Sahne

Willkommen zum dritten Teil meiner kleinen Serie, wo es diesmal um die angekündigte Sahne gehen soll. Wie auch bei der Milch gibt es hier fetthaltige Unterschiede. Wie ich gerade bei Wikipedia gelernt habe “ist [Sahne] physikalisch gesehen eine Emulsion von Milchfett in Wasser, die daraus durch Emulsionsumkehr hergestellte Butter eine Emulsion von Wasser in Milchfett.”

Muss man nicht unbedingt wissen, denn es reicht, dass es in Deutschland süße und saure Sahne gibt. Grob gesagt. Bei der sauren kann man noch Schmand und Crème fraîche hinzuzählen, aber meine Geschichte handelt von Schlagsahne. Ich stand im Supermarkt und brauchte für einen Nachtisch (für geladene Gäste!) Schlagsahne, d.h. whipping cream, die aber nicht aufzufinden war. Es gab nur single, double und clotted cream. Da mir die double cream als viel zu dick und schwer in Erinnerung war, habe ich single cream genommen, was ein fataler Fehler war.

Crème chantilly

Nach mehreren Minuten vergeblichen Rührens habe ich parallel auf dem Handy im Internet nach Erklärungen gesucht und herausgefunden, dass die 18% Fett nicht ausreichen, denn damit die Sahne steif wird, benötigt es mindestens 30%. Wieder was gelernt! Die single cream wird hier so wie sie ist über den Kuchen oder die Erdbeeren gegossen. Mir kommt das nicht sehr appetitlich vor, aber ist sicherlich nur Gewöhnungssache.

Umgekehrt rümpfen die Briten sicherlich die Nase über die deutsche Kaffeesahne mit 10%. Diese wird zwar immer seltener benutzt, aber meine Großeltern können sich kaum etwas anderes in den Kaffee vorstellen. Hierzulande ist das wiederum die half cream (12%, laut Wikipedia “uncommon, some cocktails”). Für den deutschen Kaffee wird vielleicht noch Kondensmilch akzeptiert, welche normalerweise 10% Fettgehalt hat.

EP von Spring Offensive als kostenloser Download

Hätte ich meinen Urlaub ein bisschen günstiger geplant, wäre ich nicht letzte Woche, sondern diesen Freitag in Oxford gewesen und könnte die famosen Spring Offensive live sehen. Da es außerdem nicht geklappt hat, dass sie den tiefsten Süden auf ihrer Deutschlandtour besuchen, muss ich auf dieses Erlebnis noch weiter warten.

Spring Offensive

Der eine oder andere von Euch wird da mehr Glück haben, denn sie kommen im Oktober vielleicht in die Nähe:

Oct 14: Berlin, White Trash/ The Diamond Lounge (Death By Pop)
Oct 15: Hamburg, Molotow
Oct 16: Köln, Aetherblissement
Oct 17: Siegen, Vortex
Oct 18: Mainz, Schon Schön,
Oct 19: Frankfurt, I.V.I
Oct 20: Oberhausen , Druckluft
Oct 23: ‘SECRET SHOW’ in der Nähe von Kassel – email niklas(at)elias-booking.de für Info…
Oct 24: Heidelberg, Häll
Oct 25: München, Kranhalle/Feierwerk
Oct 26: Bern, Piazza
Oct 27: Luzern, Treibhaus
Oct 28: Basel, Kuppel

Um einzuschätzen, ob das was für Euch wäre, könnt Ihr eine EP mit vier wunderbaren Songs hier herunterladen (mit links auf den Link klicken und Speicherort wählen). Natürlich ist auch mein Favorit A Stutter and a Start dabei, das im April ein One-Shot-Video spendiert bekam:

Also, auf keinen Fall entgehen lassen!

warum werden im deutschen (free) tv praktisch nur amerikanische serien gezeigt und keine/kaum britische(n)?

im rahmen meiner aktion on tour hat julia den vorschlag gemacht, ich sollte mal spekulieren wieso im deutschen fernsehen amerikanische serien einen viel höheren anteil haben als britische. ich denke über den ziemlich hohen anteil amerikanischer serien im deutschen fernsehen, und das auf sehr guten sendeplätzen, beispiele hierfür muss ich wohl nicht machen. bei britische serien sieht das um einiges schlechter aus, wenn es eine serie überhaupt ins free-tv schafft, dann meist auf schlechten sendeplätzen und/oder bei sendern mit geringerer zuschauerfrequenz, “life on mars” habe ich glaube ich nachts um 11 auf einem dritten, “jekyll” nachts um 10 auf arte gesehen, um nur mal zwei beispiele zu nennen – gleichzeitig kommen “house m.d.”, “the simpsons” und “c.s.i.” um 8 oder 9 uhr abends.

Bald kein internationaler Amazon-Versand mehr

Die Ländersperren im Internet nehmen immer mehr überhand und nach einigen Jahren des ungehinderten Genusses, beginnen nun die Eingrenzungen. Während man bei den einschlägigen Videoportalen öfter mit der folgenden herzinfarktauslösenden Nachricht begrüßt wird

Dieses Video enthält Content von XYZ. Dieser Partner hat das Video in deinem Land aus urheberrechtlichen Gründen gesperrt.

könnte es bald bei internationalen Shops genauso aussehen. Der Grund bei Amazon ist, dass die einzelnen Ländershops für sich getrennt Gewinn erwirtschaften müssen und wenn Leute so wie ich, immer die günstigeren Versionen im Ausland kaufen, dann schmälert sich deren Überlebenswahrscheinlichkeit. Es ist aber auch so, dass bei Amazon UK z.B. die DVD-Boxen ungleich billiger sind, wenn sie denn überhaupt hierzulande verfügbar sind. Nehmen wir ein aktuelles Beispiel mit Deutschland (oben) und Großbritannien (unten) im Vergleich:

Doctor Who-DVD-Boxen

Wenn ich im UK bestelle, kostet mich das umgerechnet um die 70 Euro (inkl. Versand) und aus Deutschland wären es 30 Euro mehr. Das wäre ich ehrlich gesagt, nicht bereit mehr zu zahlen. Sollte sich diese Meldung von Amazon bewahrheiten, dann haben sie mich als Kunden definitiv verloren. Die Machbarkeit des Systems beweisen sie jedenfalls eindrucksvoll mit ihren MP3-Shops, der im Ausland mit einer deutschen Kreditkarte nicht nutzbar sind, auch wenn man eine falsche Lieferadresse angibt.

In diesem Sinne wünsche ich ein frohes Osterfest und schlagt zu, solange es noch geht!

Auswertung der Umfrage zum Bezahlfernsehen und ein paar Zahlen zur Digitalisierung

Vor zwei Wochen fragte ich, für welche Arten von Fernsehen ihr bezahlen würdet und nach 43 abgegebenen Stimmen sieht die Verteilung so aus:

[polldaddy poll=2295756]

Mit 18 Stimmen (42%) stimmten fast die Hälfte für “gar nichts” und das überrascht mich nicht wirklich. Sascha hat gestern einen Erklärungsversuch geschrieben, in dem er dem Fernsehen keine große Zukunft vorhersagt und die Gründe nennt. Als Hauptgrund wird das Internet genannt, wobei ich den Prozentsatz der Fernsehverzichter in der Gesamtbevölkerung nicht so hoch einschätzen würde.

Analoges Fernsehen (Satellit und Kabel) erzielten jeweils zwei Stimmen (je 5%), was bei geringen Unterhalts- und Anschaffungskosten seltsam erscheinen könnte, aber es ist ein Auslaufmodell und es werden wenige Programme angeboten. Die neue Variante des digitalen Fernsehens gibt es in drei Ausführungen, d.h. ebenfalls Satellit und Kabel und zusätzlich noch Antenne[1]. Letzteres bietet eher wenig Programme, aber die geringen Anschaffungs- und wegfallenden Unterhaltskosten, ließen immerhin 9% das Überallfernsehen wählen. Mehr Angebot, aber auch mehr Kosten verursacht Kabel, das 12% der Abstimmer wählen würden. Die größte Gruppe der Bezahlfernseher würde digitalen Satellit wählen (28%), wo es nach hohen Anschaffungskosten keine laufenden Kosten und ein sehr großes Programmangebot gibt.

Zum Thema digitales Fernsehen und ob sich das in HD lohnt, hat sich auch Hombertho Gedanken gemacht. Zur Sprache kam dort das Angebot HD+, bei dem man einige Privatsender gegen Gebühr in HD-Auflösung schauen kann.

Urlaubsvorlieben nach hölzerner Art

Achtung! Stöckchen-Content! Rüdiger hat letzte Woche Fragen zu seinen Urlaubsvorlieben beantwortet und sowohl die Fragen als auch seine Antworten fand ich sehr interessant und habe deshalb gebeten, dass er mir das Stöckchen zuwirft. Momentan bin ich in den Vorbereitungen für meinen diesjährigen Urlaub (im UK), also passt es doppelt gut. Da sind wir also und fangen auch gleich an.

Lieber Heimat- oder Auslandsurlaub?

So wie ich Urlaub definiere, muss es schon Ausland sein. Wenn ich Urlaub nehme im Sinne von keine Arbeit haben und fahre nicht weg oder besuche Freunde/Familie, dann sind das ein paar freie Tage, aber kein Urlaub. Außerdem gehört es dazu, dass man in unbekanntes Gebiet fährt und eine fremde Sprache (= Englisch) spricht.

Ans Meer oder lieber in die Berge?

Sowohl als auch bzw. weder noch. Die Frage impliziert eine Auswahl zwischen “faul am Strand sonnen” und “aktiv durchs Gebirge kraxeln”. Beides ist nicht so mein Fall, wie die folgenden Fragen zeigen werden. Wenn man unter Berge auch schöne Landschaften einordnen kann, dann nehme ich das, denn z.B. der Lake District oder die schottischen Highlands sind hervorragende Urlaubsziele.

Auch mal Städtereise buchen?

Äh, “auch mal”? Das ist für mich ein Hauptbestandteil, wie meine Reiseberichte aus Kanada (2007) und England (2008) zeigen. Urlaub ist für mich neue Orte entdecken und es gibt mehr als genug fantastische Städte, die es wert sind, bereist zu werden. Das betrifft sowohl architektonische Meisterwerke als auch Museen.

Welche Länder würdest du gerne mal bereisen?