Tag Archive for 'Albumkritik'

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Song des Tages: Spring Offensive – The First of Many Dreams about Monsters [kostenloser Download]

Spring Offensive: The First of Many Dreams about MonstersDas hier wird jetzt episch! Im wahrsten Sinne des Wortes und in mehreren Sinnen gleichzeitig! Von der Band Spring Offensive hatte ich neulich berichtet (Albumkritik) und heute veröffentlichen sie ihre neue Megasingle The First of Many Dreams about Monsters. Das Ding ist über 13 Minuten lang und beschäftigt sich mit den fünf Abschnitten des Todes (laut Elisabeth Kübler-Ross) und ist entsprechend vielseitig. Und das Beste: es ist kostenlos und mit Begleitmaterial zur Erklärung.

Inhalt: Die Ablehnungsphase ist noch ziemlich ruhig und mit trockenen Drums unterlegt. Der Zorn ist entsprechend etwas heftiger und es wird eine umfassende Soundwand aufgebaut. Die einzelnen Abschnitte sind mit Interviews verbunden und so sind es verschiedene Songs und doch auch wieder nicht. Ich habe den Song jetzt mindestens ein Dutzend Mal gehört und ich kann ihn immer noch nicht genau einschätzen. Die Intensität lässt mich jedoch immer wieder zurückkehren. Dazu kommt die interessante Idee, sowohl der Art der Veröffentlichung als auch des Themas, das vollkommen theoretisch ist, wie die Band betont.

Ihr könnt das Monsterding in einer 28-MB-Zip-Datei runterladen, die neben dem Song einen handgeschriebenen Zettel und schön gestaltete Lyrics enthält. Zur Einschätzung, ob sich das lohnt (ja, natürlich!) könnt Ihr hier per Widget vorhören:

The First of Many Dreams About Monsters by springoffensive

Na, was meint Ihr?

Albumkritik: Stornoway – Beachcomber’s Windowsill

Stornoway - Beachcomber's WindowsillImmer wenn man denkt, man sei plötzlich von einer Band verzaubert, so liegt bei genauerer Betrachtung doch meistens eine lange, vorsichtige Heranführung vor, bis es “klick” macht. Im vorliegenden Fall von Stornoway geht mein Erstkontakt über ein Jahr zurück, als der Pop Cop das wunderbare Zorbing vorstellte (und extra für sie eine Ausnahme machte, da sie nicht schottisch sind). Zum Jahreswechsel dann hagelte es Referenzen (sie waren unter den 15 Ausgewählten der BBC Sound of Music 2010, in der ersten Folge der I Predict a Riot-Reihe des taz-Musikblogs, Bands mit Verbindungen nach Schottland beim Pop Cop (Stornoway ist die Haupstadt der Isle of Lewis)).

Eingeordnet wurde die Band eher selten, aber es drängten sich bald Vergleiche mit den Fleet Foxes auf, der aber nur auf den ersten Blick bzw. Hörer gerechtfertigt ist. Da passt schon eher “schöne[r] Mittelweg aus Arcade Fire und Mumford & Sons” (Christian Ihle), denn sie zeigen einerseits die leichte Verträumtheit der Montrealer und andererseits die Harmoniegesänge und akustischen Spielereien der Londoner.

Stornoway (Band)

So war also der Grundstein gelegt und sobald dann später eine Band erwähnt wurde, in der zwei Brüderpaare spielen und die sich nach einem Ort auf der Wetterkarte benannt hat, klingelte es bei mir. Außerdem wurde natürlich immer erwähnt, dass sie eigentlich aus Oxford stammen und nicht von den äußeren Hebriden. Im Mai erschien dann endlich das Album Beachcomber’s Windowsill und bis dahin war ich soweit begeistert von den vorab veröffentlichten Singles Zorbing und I Saw You Blink, dass ich praktisch noch am Veröffentlichungstag bei eMusic zugeschlagen habe. Seitdem ist es eines meiner meistgehörten Alben dieses Jahr.

Albumkritik: Spring Offensive – Pull Us Apart

Spring Offensive - Pull Us ApartSucht man nach Infos über Spring Offensive trifft man auf Kriegsgeschichten und Games Conventions. Ist in diesem Zusammenhang alles unwichtig, denn wir haben es hier mit einer fünfköpfigen Band aus Oxford zu tun, die laut ihrem MySpace-Profil Konkret/2-step machen. Sagt erstmal überhaupt nichts aus. Hören wir also mal bei Spotify in ihr Debutalbum Pull Us Apart rein. Das ist mit sieben Songs zwischen drei und fünf Minuten Länge relativ knapp bemessen, aber es kommt ja auf Qualität und nicht auf Quantität an.

Der Einstieg Found Myself Smiling ist ziemlich gespenstisch intensiv, man wird sofort in den Bann gezogen. Bei Abacus Rex klingen glasklare Gitarren an und es werden fast schon jazzig verspielte Bassjammereien eingeworfen. Danach wird es gefällig mit Every Coin und so langsam bekommt man ein Gefühl für den Sound der Band. Eine lockerleichte Brücke macht die Sache besonders angenehm.

Die Abwechslung geht weiter, mit dem leichten Akustikstück The Cable Routine, das wunderbar zurückgenommen zeigt, dass die Jungs Ahnung von Melodien haben. Es wird stringenter und Everything Other Than This wirkt wie eine Mischung aus den vorherigen Songs, wobei mit militärischen Drums und Harmoniegesängen eine eigene Note verliehen wird. Diese Richtung wird mit Slow Division weitergeführt, das leise anfängt und Schicht für Schicht aufgebaut wird, bis es am Ende krachend einstürzt. Das zerbrechliche Ende bildet Little Evening, das nach einer desillusionierten Abrechnung klingt.

Albumkritik: CHA-CHA – We Are…

CHA-CHA - We Are...Um Missverständnissen vorzubeugen nennen CHA-CHA ihr Album gleich We Are… und der Hörer weiß Bescheid. Die aktuelle Single The Fellowship hatte ich neulich vorgestellt und die ist ungewöhnlich chillig für das Album, fast schon Ska-ig. Die eingängigen Melodien haben aber alle zehn Songs gemeinsam und deswegen bin ich für meinen Teil begeistert.

Gleich der Opender (und erste Single) Phonographic Love zeigt, dass sie es Ernst meinen und was auf dem (musikalischen) Kasten haben. Da wird auf der Gitarre geschrammelt, der Bass bearbeitet und eine Tröte eingestreut. Diverse elektronische Gimmicks tauchen immer mal wieder auf, natürlich gekonnt integriert und nur beim genauen Hinhören auffallend. Die frische Gitarre und die selbstsichere Stimme sind die prägenden Elemente, die eine tanzbaren Sommerstimmung verbreiten.

Auch zurückgenommen akustisch können sie und bei Let You Down wird es kuschelig. Danach folgt das Bass- und Tamburinlastige Seventies Casualty, das wie eine Mischung aus U2 und Kooks klingt – im positiven Sinne – und einer meiner Favoriten des Album ist. Einen kleinen Ausflug ins Shoegaze machen die drei Jungs bei Second Chances, das aber durch den aufmüpfigen Refrain zeigt, dass Schubladen eine doofe Idee sind. Ebenfalls erwähnenswert ist der Abschlusssong Windows, das wieder in Richtung Reggae-Ska driftet und sogar eine nach Steeldrum klingende Gitarre zu bieten hat.

Ein Album, das sehr viel Spaß macht, viele tolle Melodien bietet und die gesamte Bandbreite des Indiepops auslotet. Wertung: 4 von 5 Punkten

Anspieltipps: The Fellowship, Seventies Casualty, Windows

Albumkritik: Fertig, Los! – Pläne für die Zukunft

Fertig, Los! - Pläne für die ZukunftDie Gelegenheit zur Erweiterung meines musikalischen Horizonts, nutze ich ja gerne und oft, auch wenn ich meistens in meinen bestehenden Geschmäckern bestätigt werde. Hier habe ich die Gelegenheit, eine deutschsprachige Popgruppe kennenzulernen, die hauptsächlich auf eine jugendliche Zielgruppe ausgerichtet ist. Dabei sind Fertig, Los! gar nicht so jung (zwischen 23 und 27) und Pläne für die Zukunft ist bereits ihr zweites Album. Das ist seit letzten Freitag erhältlich und ich habe dank Sonic Grape eine signierte CD vorliegen, die in den letzten Tagen so einige Runden in meinem CD-Player gedreht hat. Die vorab ausgekoppelte Single Wenn du mich brauchst hatte ich schon vorgestellt und die ist ein guter Indikator für das Album.

Die Texte stammen entweder komplett oder in Mitarbeit von Sänger Philipp Leu und so ist sowohl für Konsistenz als auch für Abwechslung gesorgt. Manchmal klingt das nach beleidigtem Kind (bei Komm schon), mal halbherzig aufrüttelnd (bei Ein neuer Gott und Die Anderen), dann wieder blitzt Humor auf (bei Wenn du mich brauchst) und dazwischen wird es beunruhigend aufrichtig wie in Augen zu:

Wir reden über den Tag
Ich sag’ ihr, dass ich sie mag
Eine Behauptung, die mich deprimiert
Und dann küss’ ich sie
Und ich wünschte, das wärst du
Und wenn ich mit ihr schlafe, mach’ ich die Augen zu

Dieser Song sticht auch sonst heraus und ist mir gleich beim ersten Durchlauf aufgefallen. Würde sich gut als Single eignen, weil Text und Melodie aufhorchen lassen.

Fertig, Los!

Albumkritik: Rade Horses – Goodbye Falkenburg

Race Horses - Goodbye FalkenbergHeute endlich erscheint das famose Debutalbum Goodbye Falkenburg der Race Horses auch in Deutschland und zu dieser Gelegenheit gibt es ein paar Worte dazu. Ich habe es schon vor einigen Tagen bei eMusic erstanden, da es in Großbritannien im Januar erschienen ist[1]. Wie das himmelschreiend bunte Cover und der seltsame Titel schon andeuten, haben wir es hier mit ein paar Scherzkeksen zu tun. Zumindest nehmen sich die vier Waliser selber nicht allzu ernst und sowas kann im Musikbusiness nie schaden.

Den Anfang macht Man In My Mind, das es schon letztes Jahr auf einer gleichnamigen EP zu bewundern gab und perfekt als Einstieg geeignet ist. Es ist schön fluffig und fröhlich und das Glockenspiel (?) deutet an, dass Experimente zu erwarten sind. Danach folgt der Übersong Cake, der mich bei HeyTube auf die Band aufmerksam machte. Pony ist ziemlich funky und irgendwie retro, was von Isle of Ewe mit seinen Ententröten noch weiter getrieben wird. Da kommt ein wenige Familienurlaubsstimmung auf. Klingt komisch, ist aber so.

Nach diesem noch konventionell zu nennenden Viererpack tauchen wir ins Walisische ab und auch wenn Google in Cacen Mamgu katalanisch erkannt haben will, so ist das doch die Sprache mit den vielen Cs und Ys. Der Granny Cake führt weiter in die Vergangenheit mit Instrumenten und Tierstimmen, die stark an die Sgt. Pepper-Phase der Beatles erinnern. In Glo Ac Oren (Kohle und Orange) wird das Tempo merklich zurückgenommen und man kann sich ganz an den Achlauten und gerollten Rs erfreuen.

Albumkritik: The Indelicates – Songs For Swinging Lovers

Indelicates - Songs for Swinging LoversGestern war es endlich soweit, dass Simon und Julia Indelicate ihr zweites Album veröffentlichten, das den von Frank Sinatra geklauten Titel Songs for Swinging Lovers hat. Wie die Indiestreber berichteten wird es das Album in mehreren Versionen geben, gestern erschien die digitale Version für einen selbst festzulegenden Preis. Wer also möchte, kann beim Label 13 Songs kostenlos bekommen[1].

Doch genug der Vorrede, es kommt ja darauf an, ob es sich lohnt, das Album zu kaufen. Ich habe einfach blind zugegriffen, da ich den Vorgänger American Demo so toll fand, der vor genau zwei Jahren erschien und es sogar in meine Jahrzehntbestenliste schaffte.

Die Songtitel sind wesentlich kürzer und knackiger, was mit dem Eröffnungssong Europe beginnt (dem Gegenstück zu America sozusagen). Der haut kräftig rein mit überschäumenden Gitarren und man sieht Julia förmlich vor sich, wie sie sich wie eine Opernsängerin in Pose wirft. Danach wird das Tempo ein wenig zurückgefahren und Simon kommt zu Wort. Ich habe das Gefühl, dass sie wesentlich selbstsicherer geworden sind und sich auf ihre Stärken konzentrieren, d.h. interessante Texte, quirligen Gesang und eine ganze Bandbreite von Geschwindigkeiten auffahren. Auch verschiedene Instrumente werden ausprobiert, neben den immer mehr oder weniger im Vordergrund stehenden Gitarre und Klavier. Die Trompete in Flesh finde ich nicht sehr sympathisch, aber das ist meinem grundsätzlichen Unwohlsein bei diesem kratzigen Blasinstrument geschuldet.

Albumkritik: Gloria Cycles – Campsite Discotheque

Gloria Cycles: Campsite DiscothequeHeute morgen habe ich zum ersten Mal von den Gloria Cycles und ihrem Album Campsite Discotheque gehört (bei MusicFansMic) und ich war sofort begeistert. Den ganzen Tag habe ich das Albumg gehört (Spotify-Link) und hab immer noch nicht genug.

Wir haben es hier mit geradlinigem Indiepop aus Brighton zu tun, dessen Melodien sofort ins Ohr gehen. Es macht richtig Spaß, der klassischen Viererbesetzung (Gesang/Gitarre, Vox/Bass, Gitarre/Gesang, Schlagzeug) zuzuhören und die leicht heisere Stimme von Kenny MCracken gefällt mir außerordentlich gut. Bei einigen Songs wird er abgelöst oder harmonisch unterstützt von Jen Dalby, was für eine angenehme Abwechslung sorgt.

Das Tempo wechselt von knapp flott bis hin zu knackig nach vorne und immer sind da diese kugeligen Melodien und kecken Texte. Meine Favoriten sind Chancer (herrlich gerolltes R) und No Zeroes, von denen ich mir vorstellen könnte, dass sie in meiner Jahresbestenliste auftauchen. Mal sehen, ob die Songs komplex genug sind, um einige Dutzend Rotationen zu überleben. Es gibt jedenfalls viel zu entdecken, wie z.B. Religious, dessen Titel etwas irreführend ist, denn es handelt sich hier um ein Liebeslied (das bei der britischen Romcom My Last Five Girlfriends zum Einsatz kommt).

Bin mal gespannt, ob das Album die Zeit übersteht, oder ob sich meine Begeisterung bald wieder legt, aber für den Moment habe ich eine fantastische Untermalung zum Frühling gefunden. Hier ein kleiner Vorgeschmack, der zeigt, dass die Vier nicht nur musikalisch, sondern auch filmisch talentiert sind:

eingebunden mit Embedded Video

YouTube DirektRiskierer

Albumkritik: My Glorious – Home is Where the Heart Breaks

My Glorious - Home is Where the Heart BreaksLetzte Woche erschien das Debutalbum Home is Where the Heart Breaks von My Glorious, einer Wiener Band mit britischem Sänger. Mit Letzterem ist schon mal die erste Hürde meiner Zuneigung genommen, denn der Akzent muss stimmen. Doch wie sieht es mit dem Rest aus? Wir hören mal rein.

Der Einstieg Love Extenders beginnt mit Gitarrengeschrammel, feschen Drums und einer angenehme Stimme und schon ist man in der kuscheligsten 90er-Stimmung. In den nächsten Songs kommen verstärkt weitere Instrumente in den Vordergrund und es klingt ein bisschen “moderner”, wenn auch immer gemütlich verwurzelt im letzten äh vorletzten Jahrzehnt. Nach zwei politisch-idealistischen Songs geht es in die Richtung, die der Albumtitel vorgibt, Herzschmerz. Diese und persönliche Themen durchziehen das ganze Album. Textlich nicht alltäglich, aber musikalisch auf den ersten Blick schon. Es braucht einige Durchläufe, die verschiedenen Melodien zu entdecken. Vor einigen Jahren wäre das genau meine Musik gewesen, aber in der Zwischenzeit habe ich mich bewusst davon entfernt. Doch damit tut man bzw. tue ich den vier Jungs unrecht, denn es gibt viele Schichten aufzudecken.

Nach dem ersten Hören habe ich jedem Song durchschnittliche drei Punkte gegeben und keine besonderen Höhepunkte ausmachen können. Mittlerweile jedoch haben es mir das ausschweifende Under the Water, das ruhige Horse und das schmissige Atmosphere angetan.

Fazit: Insgesamt ein vielversprechendes Debut, dem mir noch der letzte Kick fehlt. Doch wenn ich z.B. die ersten beiden Alben von Bon Jovi damit vergleiche, dann haben My Glorious eine große Karriere vor sich. Der Infozettel spricht von “Foo Fighters meets Coldplay”, so dass man sich die Richtung ungefähr vorstellen kann, aber da geht noch mehr! Wertung: 3,5 von 5 Punkten

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49 SunsSinnlose und amateurhafte Gedanken hauptsächlich rund um Musik und Fotografieren, ab und zu was über Bücher, Filme + TV, Persönliches, WordPress, Internet und ganz selten auch was zu Politik und Wissenschaft. Das Ganze zu digitalem Papier gebracht von juliaL49.

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