Weg mit dem ganzen Zeug: Bücher nur noch elektronisch oder ausgeliehen

Meine Reise hin zu weniger Zeug[1] geht in die nächste Runde. Mein Plan für Februar ist, keine zwingend notwendigen physischen Dinge zu kaufen. Im Januar hat das noch nicht so geklappt und deswegen versuche ich es erneut. Doch das soll hier nicht das Thema sein, denn mindestens ebenso wichtig ist die Dezimierung vorhandener Bestände.

Anfang des Monats habe ich tatsächlich auch meine Lieblingsbücher an einen Massenankaufsservice geschickt. Noch vor einigen Monaten wäre dies unvorstellbar gewesen, doch mittlerweile will ich einfach alles loswerden, was nur irgendwie geht. Die elektronische Version enthält genau dieselben Buchstaben und in diesem Format nehmen sie wesentlich weniger Platz weg.

Das einzige Problem dabei ist, dass nicht alle Bücher auch elektronisch verfügbar sind. Wenn man nur nach Lesestoff sucht, ist man digital im Vorteil, da es z.B. gemeinfreie (=alte) Werke kostenlos gibt. Aber wenn es ein bestimmter Titel sein soll, ist man darauf angewiesen, dass der Verlag bzw. Autor die Rechte erteilt hat.

Da kommt meine wiederentdeckte Leidenschaft für die Leihbücherei ins Spiel. Einen Ausweis kann man bequem online bestellen und der ermöglicht es, in allen Filialen der Stadtbücherei auszuleihen. Und da die Stadt mit der Zeit geht, gibt es auch eine App (z.B. zum Reservieren und Verlängern) und man hat Zugang zu mehreren Online-Bibliotheken. Letzteres wollte ich eigentlich schon lange ausprobieren, aber bisher war keines der gesuchten Bücher verfügbar.

Noch schnell vorbestellen: EP von Rachel Sermanni & Album von Beerjacket

Um das heutige Burns Supper angemessen zu feiern, braucht es natürlich einen (vegetarischen) Haggis, doch da diese Tierchen sehr selten sind, tut es auch feine schottische Musik. Am Montag erscheinen zwei Veröffentlichungen, die Freunden bezaubernder Folkmusik sicherlich das Herz höher schlagen lassen. Eine gute Gelegenheit also, gedanklich einen Ausflug nach Schottland zu machen. Beide Künstler verfolge ich schon lange, habe ich live gesehen und kann ich nur ausdrücklich empfehlen.

Rachel Sermanni – Everything Changes EP

Die EP lief über Pledgemusic und ich hatte ein bisschen Bedenken, dass das klappt, denn auf der Seite ist von 50% die Rede. Am Mittwoch jedoch kam die E-Mail, dass das Ziel erreicht wurde. Am Donnerstag gab es dann ein neues Video, das Rachel unterwegs auf Straße und Bühne zeigt:

Wer nun überzeugt ist, kann auf der Pledge-Seite zugreifen, z.B. in Form einer signierte CD, Zugang zu einem Webstream-Konzert, handgemachtem Siebdruck oder gar einem Hauskonzert. Wer es eher digital mag, kann vorbestellen bei Amazon oder iTunes. Wenn das wieder mal wegen Ländergrenzen nicht klappt, gibt es auch die CD bei Amazon oder hier.

Stichwort Kaufen und Geld. Rachel hat keinen festen Job und von der Musik kann sie nicht leben. Dazu und wie sich dennoch über Wasser hält, gibt es einen sehr interessanten Artikel beim Pop Cop mit dem Titel I don’t know why I judge you but I do: A hypocrite’s guide to Rachel Sermanni and RBS.

Mein Leben in 15 Songs

Es ist nun schon genau einen Monat her, dass Heiko mich mit einem Stöckchen beworfen hat, in dem nach den 25 (oder 15 oder wieviel auch immer) entscheidenden Songs in meinem Leben gefragt wird. Wären Stöckchen nicht so eine Seltenheit geworden und ich so wahnsinnig beschäftigt, hätte das natürlich nicht so lange gedauert. Über die Songs habe ich öfter nachgedacht und mental schon eine kleine Vorauswahl getroffen und deswegen sollte der Beitrag hoffentlich flüssig aus den Fingern fliegen…

  1. David Hasselhoff – Looking for Freedom Ja, so ist es. Langjährige Leser dieses Blogs kennen dieses peinliche Detail meines Lebens schon. Ich habe die Single (in Vinyl) zu meinem 9. Geburtstag bekommen und war auch später auf einem Konzert. Ebenfalls mein erstes. So kann es gehen. Es bleibt nur zu hoffen, dass dieser Abstecher in den Schmalz keine langfristen Schäden hinterlassen hat.
  2. The Beatles – Ob-la-di Ob-la-da Alles wird gut! Retterin in der Not war meine Musiklehrerin, die uns in der 6. Klasse einige Lieder dieser tollen Band vorspielte. Mein Vater hatte natürlich alle Platten und ich habe sofort das rote und blaue Album auf Kassetten überspielt. Ob-la-di Ob-la-da war lange mein Lieblingslied und wird leider oft als sinnloser Paul-Song verdammt. Aber selbst die Lückenfüller sind bei einer solch großartigen Band natürlich weltklasse und von da an war mein Musikgeschmack auf dem richtigen Weg.
  3. Mr Big – To Be With You Zumindest theoretisch auf dem richtigen Weg, denn im leben eines Fast-Teenagers lauern vielel Stolpersteine. Diesen hier habe ich im Breuninger Land in Ludwigsburg aufgesammelt, wo ich mir die Single (ebenfalls in Vinyl) als erste vom eigenen Taschengeld gekauft habe.

Musik des Jahres 2013 (Blog-Parade von cimddwc)

Wie schon in den vergangenen Jahren, beginnt das Bloggerjahr mit einem Rückblick auf die Musik des vergangenen Jahres in Form der Blog-Parade von cimddwc, wo nach meinem Song, Album und Konzert des Jahres gefragt wird.

Das Jahr war geprägt von sehr wenig Musik. Ich höre kaum noch Musik (zumindest im Vergleich zu den vorherigen Jahren), weder auf Arbeit noch in der Freizeit. Fast die einzige Gelegenheit bieten Intervalltrainingseinheiten[1] und da habe ich fast immer auf dieselben Alben zurückgegriffen und zwar von Künstlern, die mir vorher schon bekannt waren. Mal sehen, wie sehr sich das auf meine Auswahl auswirkt.

Song des Jahres 2013: Stornoway – The Great Procrastinator

Der Song hat mich zum ersten Mal im Februar beeindruckt bei einem Liveauftritt einen Monat vor Erscheinen des Zweitwerks Tales from Terra Firma. Beim zweiten Konzert im November habe ich dann lauthals mitgesungen, wie auch die meisten anderen Besucher, denn der Song scheint sehr beliebt zu sein. Besonders die Zeilen I am a scientist with far too many metaphors / And far too little data to conclude in time haben es mir angetan. Den Hinweis auf die vielen Metaphern beziehe ich gerne auf den November Song, der vor Vergleichen nur so strotzt (und “far too many simlies” doof klingt) vom selben Album.

Album des Jahres: Frankie & The Heartstings – The Days Run Away

Mince Pies & Mistletoe (Weihnachtscompilation)

It’s just that time of year… Schon in Weihnachtsstimmung? Schon genug von den vielen Mince Pies? Letzteres ist in Deutschland leider unwahrscheinlich und wer die Gelegenheit hat, sollte die unbedingt mal probieren, am besten warm (immerhin hat Aldi die besten).

Für die Verpflegung ist also gesorgt und es fehlt noch die musikalische Untermalung. Ein Laufkollege ist musikalisch sehr aktiv und Blogger und dazu gehört auch das Zusammenstellen von Compilations mit eher unbekannten, oft unsignierten Künstlern. Natürlich aus Schottland.

Die über 70-minütige Compilation Mince Pies & Mistletoe versetzt einen mit 17 Stücken in Weihnachtsstimmung im positiven Sinne, denn es geht sehr entspannt zu. Dargeboten werden Klassiker alt und neu mit ein bisschen (zu viel) Elektronik (für meinen Geschmack), einer ordentlichen Portion Akustik und angenehmem Rock zur Abrundung. Wer Last Christmas bisher vermieden hat, wird leider nicht drumrum kommen, aber hier wird es in nicht-schmalziger Variante dargeboten. Und zum Abschluss kommt Malcom sogar selbst zu Wort. Aber das habe ich Euch nicht verraten. Bitteschön:

(sollte das Soundcloud-Widget nicht erscheinen, bitte hier entlang)

Doctor Who für Anfänger: die klassische Serie (Version 2013)

meine DW-DVD-RegaleNach einem Einblick in die aktuelle Serie von Doctor Who geht es nun in die ersten 26 Staffeln. Die sogenannte classic series lief von 1963 bis 1989 und der 50. Geburtstag ist eine gute Gelegenheit mal in die Vergangenheit zu blicken bzw. sich ausführlicher damit zu beschäftigen.

Die Auswahl ist groß bei sieben Doktoren und 150 Geschichten und es ist sicherlich für jeden etwas dabei! Wie bei meinem Beitrag vor vier Jahren weise ich darauf hin, dass die Folgen besser als ihr Ruf sind, aber wer auf CGI-Effekte hofft, wird bei einem Budget von anfangs £2000 pro Folge[1] derbe enttäuscht werden.

Andererseits hat das alles seinen Charme und wer sich auf die tollen Geschichten einlässt, der wird belohnt werden. Besonders angetan werden Fans von Theaterproduktionen sein, denn anfangs wurde praktisch live gedreht und kleinere Patzer waren kein Grund für einen neuen Take. Doch auch Doctor Who ging mit der Zeit und es wurde nicht nur Farbe eingeführt, sondern auch so einige neue Tricktechniken ausprobiert, die mal mehr, mal weniger gut funktionierten.

Wie bei der 2005-er Serie gibt es verschiedene Ansätze, sich mit der Serie zu befassen. Was ich hier allerdings nicht empfehlen würde ist das sture chronologische Anschauen, denn das zehrt evtl. an den Nerven und ist eher was für eingefleischte Fans.

Doctor Who für Anfänger: die neue Serie (Version 2013)

Mit dem 50. Jubiläum ist die Gelegenheit günstig bei Doctor Who einzusteigen und da nun auch in Deutschland der Bekanntheitsgrad wächst, stellt sich der eine oder die andere hoffentlich die Frage, wo man denn bei über 700 Folgen anfangen soll[1].

Ich habe schon einmal zwei Beiträge dazu verfasst (neue Serie, klassische Serie). Die dort genannten weiterführenden Links sind größtenteils noch aktuell, also immer schön klicken. In den vier Jahren seitdem habe ich allerdings endlich fast alle Geschichten aus den ersten 26 Staffeln gesehen (= bessere Empfehlungen) und es gibt eine komplette neue Regeneration der aktuellen Serie (= der elfte Doktor). Zeit also für eine Neuauflage.

Der riesige Umfang wird oft als Hinderniss zum Einstieg genannt und dass man als Komplettist an der Serie verzweifeln wird. Der Umkehrschluss ist jedoch, dass man Jahre oder gar Jahrzehnte mit der Serie verbringen kann, ohne dass das Material ausgeht. Ich bin jetzt ungefähr sechs Jahre dabei und habe noch nicht alle (klassischen) Folgen gesehen. Die Hörspiele habe ich zum großen Teil abgedeckt, aber es erscheinen jeden Monat eine Handvoll neue. Das bezieht sich auf die ersten acht Doktoren, wo es darüber hinaus Comics, Bücher und Hörbücher gibt, die sowohl neue Geschichten erzählen als auch die TV-Episoden dramatisieren. Wer sich nur auf die neue Serie konzentrieren möchte, hat Bücher, Hörbücher und Comics zur Auswahl – je nach Interesse wird jeder bedient. Auch Figurensammler kommen bei Doctor Who auf ihre Kosten. Oder man belässt es bei den Fernsehfolgen und belastet sich nicht mit dem Rest.

Ein Rant gegen Spoiler Oder: Ein Pladoyer für Ignoranz

In diesen Minuten wird An Adventure in Time and Space ausgestrahlt, das die Entstehungsgeschichte von Doctor Who vor 50 Jahren erzählt. Das Jubiläum der ersten Folge ist am Samstag und (gefühlt) die ganze Welt wartet gespannt auf das Special The Day of the Doctor. Soweit ich das mitbekommen habe, strahlt die BBC andauernd an allen möglichen und unmöglichen Stellen in anderen Sendungen Trailer und Hinweise aus. Ich freue mich natürlich auch, vor allem weil es so viel neues und interessantes Material in vielen weiteren Medien gibt. Allerdings habe ich auch “Angst” vor Spoilern, denn ich finde, dass je weniger man weiß, umso mehr Spaß hat man. Dazu meine Theorie zu den verschiedenen Stufen des Erfreuens an einer guten Serie (oder Film):

0. Absolutes Unwissen
Theoretisch wird jede Folge so strukturiert und erzählt, dass der Zuschauer kein Vorwissen haben muss. Bzw. es ist ein Merkmal guter Erzählkunst, dass man sofort einsteigen kann. Die besten Effekte werden erzielt, wenn der Zuschauer völlig ahnungslos ist, d.h. die Spannungskurve ist darauf ausgelegt, dass in den richtigen Momenten starke Emotionen hervorgerufen werden.

Mein Beispiel dazu ist Dalek, die sechste Folge aus der ersten Staffel der neuen Serie. Ich wusste davor nichts von dem titelgebenden Monster und der Eindruck war umso überzeugender und weitreichender.

1. Inhaltliche Bekanntheit
Man hat die Folge schon einmal gesehen und kann sich bei der erneuten Sichtung auf die Hinweise zur späteren Handlung konzentrieren. Man entdeckt Dinge im Hintergrund und einige Beziehungsdynamiken ergeben mehr Sinn. Außerdem versteht man hoffentllich endlich alles genauer, wenn es beim ersten Mal Anschauen etwas kompliziert war.

Mein erster Crosslauf und erstes Clubrennen

Gestern gab es gleich eine doppelte Premiere, da ich mein erstes Cross Country-Rennen als Clubmitglied gelaufen bin. Es handelte sich um das Braid Hills Cross Country Race, das vom Laufclub der Uni Edinburgh veranstaltet wurde und viele Läufer aus dem ganzen Land anzog[1]. Die meisten kamen mit ihrem Uniclub und ich habe den Altersdurchschnitt stark hochgetrieben. Es war aber nicht zwingend, dass man Student ist oder dass man einem Club angehört. Letzteres ist normalerweise beim Cross Country üblich (s.u.). Es waren neben den ganzen Unis auch einige lokale Clubs vertreten.

Die Rennstrecke auf einem Wanderweg rund um einen Golfplatz.
Die Rennstrecke auf einem Wanderweg rund um einen Golfplatz.

Wie es genau gelaufen ist, erzähle ich auch noch, aber fangen wir von vorne an. Letzte Woche bin ich einem Laufclub beigetreten und das war eher Zufall. Bzw. das Beitreten war geplant, nicht aber der Club, bei dem ich gelandet bin. Ich hatte einige Clubs im Visier, die ich durch Internetrecherche gefunden hatte. Im Oktober kam ich beim Parkrun mit zwei Frauen ins Gespräch, die dem Ferranti Amateur Athletics Club angehören. Von dem hatte noch gar nicht gehört, denn es gibt keine Webseite. Aber die beiden empfahlen mir eine Clubkameradin, die in der Nähe meiner Arbeitsstätte arbeitet und öfter in der Mittagspause in den Pentlands laufen geht. Dies und das Willkommenheißen einiger anderer per E-Mail gefiel mir ganz gut und ich bin beigetreten. So habe ich gleich beim jährlichen Handicap-Rennen mitgemacht, wo ich Zweite wurde[2].