Bemerkungen zu und Zitate aus “The Ancestor’s Tale”

Um welches Buch geht es?

Über Ostern hatte ich das Vergnügen ein weiteres Buch von Richard Dawkins zu lesen. Der Untertitel von The Ancestor’s Tale[*] (dt: Gipfel des Unwahrscheinlichen. Wunder der Evolution[*]) Geschichten vom Ursprung des Lebens: Eine Zeitreise auf Darwins Spuren[*][1] lautet “A Pilgrimage to the Dawn of Evolution”. Und das Buch hält Wort. Der Titel und der Aufbau leitet sich von den Canterbury Tales ab[2].

Das Buch kann man wohl in die Rubrik “Populärwissenschaft” einordnen, das teilweise vor komplizierten Sachverhalten und Fachausdrücken nicht zurückschreckt und wohl auch an manchen Stellen langatmig genannt werden könnte. Ich finde es durchgehend fesselnd und man merkt gar nicht, dass man eigentlich Systematik lernt. Damit ist es sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber man sollte beachten, dass noch viel mehr Themen als nur Evolution behandelt werden bzw. auf viele Details aufmerksam gemacht wird, die einen in Staunen versetzen. Als Argument gegen das Buch generell das “falsche Deutsch” anzuführen (so gesehen in einer Amazon-Rezension), geht allerdings eindeutig zu weit: da kann der Autor nun wirklich nichts dafür. Viele hatten wahrscheinlich nicht das Glück Biologie und speziell Evolution auf so unterhaltsame Weise beigebracht zu bekommen und haben hier die Gelegenheit das nachzuholen. Ich dagegen hatte im Biologie-Leistungskurs (wo Evolution und Systematik Thema war) einen sehr guten Lehrer, der selber mit Spaß an der Sache dabei war. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum mir das Buch so gut gefallen hat. Und einer der Gründe für die Wahl meines Studienfachs Biomathematik, wo Evolution mit ihren Abstammungsbäumen und der zugrunde liegenden Mathematik und Genetik ein großes Themengebiet ist.

Frühstückspause passend zur Jahreszeit

Frühstückspause
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[Wer es nicht erkannt hat: das ist Kaffee in einer sehr großen Tasse mit einem Stück Schokolade.]
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[Wer es immer noch nicht erkannt hat: sowohl die Tasse als auch die Schokolade sind mit einem Weihnachtsmann-Motiv bedruckt.]
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[Und es ist schon nach halb zehn, ich weiß...]

Fallbeispiel “Wegeunfall und Versicherungsschutz”

Da ich letze Woche in einen Wegeunfall (Unfall auf dem Weg zur Arbeit) verwickelt war, habe ich mich da ein wenig schlau gemacht. Das gilt als Arbeitsunfall nach SGB VII.§8(2).

Im Sozialgesetzbuch findet man zwar die Ausnahmen, die gelten, wenn man nicht den “unmittelbaren Weg” zur Arbeit nimmt, aber die Formulierungen sind etwas hölzern. Besser ist der Beitrag Ab wann ist ein Unfall ein “Wegeunfall” beim MDR und der Eintrag “Arbeitsunfall/Wegeunfall” im Lexikon von anwalt.de (Weg von Zweitwohnung, Umwege wegen Fahrgemeinschaft, Fahrt zur Kindertagesstätte/Tagesmutter, Ausweichen wegen besonderer Verkehrssituationen).

Bei der Behandlung von Zwischenaufenthalten[1] und Unterbrechungen sind mir einige Gedanken gekommen. Es gilt jeweils, dass der Versicherungsschutz nur auf dem eigentlichen Weg besteht und nur komplett vor und nach der Unterbrechung/dem Zwischenaufenthalt, wenn der Weg weniger als zwei Stunden unterbrochen wurde. Klingt logisch und ist wohl auch die praktischste Lösung.

Sehen wir uns aber nun mal einen konstruierten Fall an. Gehe ich auf dem Weg zur Arbeit zum Bäcker (der auf dem direkten Weg liegt), so erlischt der Versicherungsschutz beim Betreten des Ladens und lebt wieder auf, wenn ich den Weg fortsetze. Ok, soweit eindeutig geregelt. Jetzt verändern wir die Situation dahingehend, dass ich mit jemand anders zusammen den Weg mache und dieser geht zum Bäcker während ich draußen (auf dem Weg) warte. Und da passiert es: ein Fahrzeug fährt mich an/ein Gegenstand fällt auf mich/ein Hund fällt mich an/… Bin ich dann versichert? Einerseits ja, weil immer noch auf dem Arbeitsweg bin, andererseits nein, weil ich ja eigentlich unterwegs sein sollte. Sind sicher schon Jura-Hausarbeiten drüber geschrieben worden. Aber würde mich mal interessieren wo da die Grenze liegt.

Mächtige Tabaklobby

Da wundert man sich wochen- und monatelang warum den ausgerechnet Niedersachsen bzgl. des Rauchverbots eine Extratour will und nun erfahren wir, dass einige Parteiveranstaltungen von der Tabaklobby gesponsert wurden (siehe Artikel im Handelsblatt vom Sonntag). Ein Nichtraucherverband hat jetzt sogar Strafantrag gegen Ministerpräsident Wulff gestellt (siehe Artikel im Handelsblatt von gestern). Auf der Suche nach Informationen zu dem Fall bin ich neben dem Special beim Handelsblatt auch auf einen Blog zum Thema Rauchfreie Zukunft gestoßen: Nikotinnachrichten (wird übrigens von eben jenem Nichtraucherverband “Pro Rauchfrei” gesponsert). Da gab es gestern eine recht ausführliche Sammlung von Nachrichten zum Thema “Wulff unter Verdacht der Käuflichkeit” – wirklich lesenswert!

Die ganze Diskussion erinnert mich auch wieder an das Buch Runaway Jury von John Grisham (dt: Das Urteil). Im Buch geht es um einen Prozess gegen die Tabakindustrie, wie es im Klappentext heißt:

Die ganze Welt wartet auf das Urteil von zwölf Geschworenen in einer kleinen Stadt in Mississippi: Die Witwe eines Rauchers, der an Lungenkrebs gestorben ist, klagt auf Schadenersatz. Für die mächtigen Tabakkonzerne geht es um Milliarden.

Wurde natürlich auch verfilmt und da wurde plötzlich aus dem Tabakkonzern ein Waffenhersteller! Begründet wurde das u.a. damit, dass “kurz” zuvor (d.h. vier Jahre vorher) mit The Insider ein Film über die Tabakindustrie in die Kinos kam. Ob da nicht noch mehr dahintersteckt? Ich bin ja davon überzeugt, dass wir in Deutschland nie ein ordentliches Rauchverbot bekommen werden, weil die Tabaklobby einfach zu mächtig ist. Dabei sind die allermeisten wirklich dafür und ich kann aus Erfahrung berichten, wie schön es ist, in einem Pub zu sein, der nicht völlig verräuchert ist (in Kanada ist das Rauchverbot schon durch). Und die Umfrage bei den Glühweinjunkies förderte zutage, dass dies sowohl für Raucher als auch für Nichtraucher gilt!!

Der Mann im Mond

Mal wieder ein Radio-inspirierter Beitrag. Gestern abend gab es bei NDR 2 Lieder zum Thema “Sonne, Mond und Sterne”. Das hat mich auf die Idee gebracht, Lieder mit “Moon” im Titel in meiner Sammlung zu suchen. Erst aus dem Gedächtnis (da habe ich es auf 10 gebracht) und nun auch per Suche in meiner Bibliothek. Es stellt sich heraus, dass ich 40 Lieder mit diesem Kriterium in meiner Sammlung habe. Allerdings sind einige Coverversionen dabei.

Zuerst einmal die zehn, die mir spontan (innerhalb von fünf Minuten) eingefallen sind:

  • To The Moon And Back – Savage Garden
  • Clouds Across The Moon – The Rah Band
  • Mr Moonlight – The Beatles
  • Mr Moon – Mando Diao
  • Moondance – Van Morrison
  • Moonlight Shadow – Mike Oldfield
  • Moonshadow – Cat Stevens
  • Blue Moon – Elvis Presley (und andere)
  • Blue Moon Of Kentucky – Elvis Presley (und andere)
  • Bad Moon Rising – CCR/John Fogerty

Daneben sind mir noch die deutschen Vertreter Junimond von Rio Reiser und Vollmond von Grönemeyer eingefallen. In meiner Sammlung befinden sich aber noch etliche, die mir hätten einfallens sollen/können:

  • Dancing In The Moonlight – Toploader
  • Man On The Moon – R.E.M.
  • First Girl On The Moon – Roxette
  • Walking On The Moon – Sting
  • Blue Moon Revisited – The Cowboy Junkies
  • Black Moon Day – Dakota Moon
  • Sisters Of The Moon – Fleetwood Mac
  • Howling At The Moon – The Ramones

Tatort: Die Anwältin

Einer der letzten Ehrlicher-Fälle (zwei kommen dieses Jahr noch, dann ist Schluss) und war sogar wie der letzte (Schlaflos in Weimar) auch ganz gut. Ganz besonders, weil diesmal ja alle des einen oder anderen Verbrechens schuldig waren!

  • Mörder/Körperverletzer (die titelgebende Anwältin und ihr Mann),
  • Wirtschaftkriminalisten (wieder die Anwältin, das Opfer, der Banker),
  • Einbrecher/Dieb (der Handwerker Mühl)
  • Helferinnen (Frau des Handwerkers, Putzfrau),
  • Geldkurier (Mutti des Bankers – herrlich) und
  • Schwarzarbeiter/Schwarzarbeitgeber (entlassender Handwerker/Ehrlichers Friederike!!!)

Da kann man sich die Raterei sparen, weil man ja sowieso den richtigen trifft, irgendwie jedenfalls.

Gar nicht gefallen hat mir der fliederfarbene Kaschmirpulli mit V-Ausschnitt, den der Dr Bischoff (der Banker) ab der zweiten Hälfte trägt. Ganz schrecklich. Und dass die Anwältin im Krankenhaus ihren ehemaligen Professor mit “Herr Professor” anspricht. Hach ja, mach ich auch immer so!

Und irgendwie habe ich das mit dem Telefon (Basisstation/Anrufbeantworter) nicht so ganz mitgekriegt. Also die Anwältin hat die Basisstation mitgenommen, weil der Banker auf den AB gesprochen hat?!? (Kurzer Einschub? Wer ist einerseits so genial und verdient sich mehrere Millionen mit einem Netz von Scheinfirmen und ist dann andererseits so völlig hirnfrei und quatscht sein Geständnis auf einen AB?) Ok, gekoppelte Telefon-AB-Geräte gibt es, das ist nicht das Problem. Aber der Walter sprach immer davon, dass sie den AB wiederherstellen wollen/können/müssen. Woher hatte die Polizei denn nun den AB bzw. die Basisstation, wenn die Anwältin die doch mitgenommen hatte? Große Verwirrung. Und was hatte Walter bei der Besprechung mit dem Wirtschaftsdezernat zu suchen? Der ist doch Kriminaltechniker oder? Warum ist der dann für hübsche Grafiken zuständig?!?

Alle guten Dinge sind drei: Polizeiruf 110

Die gestrige Wiederholung des Schweriner Polizeiruf 110 (Vorwärts wie rückwärts) habe ich nun schon zum Dritten Mal gesehen. Und trotz später Stunde durchgehalten, weil ich das Ende nicht mehr wusste. Eigentlich erstaundlich, aber das Ende war denn auch ein wenig flach und seltsam unkompliziert nach all den Palindromen. Und man wusste ja eh, dass der nach einer Viertelstunde auftauchende Trainer mit Tätowierungen nicht der Täter sein kann.

Das mit dem Indianer war etwas überzogen (treffende Kommentare bei Stralau zur Erstausstrahlung), aber da Henry Hübchen ja mal den Vater aller Klischeeindianer (Karl May) selber gespielt hat, passte das dann doch wieder.

Wer von Palindromen nicht genug kriegen kann, sollte mal bei der Liste auf palidrom.de vorbeischauen. Die drei im Film vorkommenden Palindrome sind auch aufgelistet. Und auch die einzigen, die mir auf Anhieb einfallen würden:

Ein Neger mit Gazelle zagt im Regen nie.
Leg in eine so helle Hose nie ‘n Igel!

Vorfreude auf neue Musik

Gestern abend habe ich nur recht kurz nach dem Tatort[1] bei Soundcheck Neue Musik bei NDR 2 für zwanzig Minuten reingehört und gleich drei sehr positive Überraschungen erlebt. Abgesehen davon, dass es diesmal tatsächlich neue Musik war, gibt es neue Veröffentlichungen von drei meiner Lieblinge:

  • Rob Thomas – Little Wonders (VÖ 23. April) vom Soundtrack Meet the Robinsons, einem Disney-Film (uargh!). Der Song klingt sofort nach Matchbox 20, wenn auch etwas weichgespülter. Die Band soll dieses Jahr ja wieder ein Album rausbringen. Dann mal her damit!
  • Maroon 5 – Makes Me Wonder (VÖ 4. Mai) vom lang, lang ersehnten zweiten Album It Won’t Be Soon Before Long. Der Song ist ganz gut, reißt einen aber nicht vom Hocker wie damals Harder To Breathe – obwohl das schon schwer zu toppen ist.
  • Bon Jovi – (You Want To) Make A Memory (VÖ 1. Juni) vom im Juni erscheinenden Album Lost Highway. Meine All Time Favourite Band! Auch dieser Song klingt etwas lahmer als gewohnt. Ist allerdings eine gute Abwechslung, da die letzten drei regulären Alben jeweils mit einem Kracher als erste Single eingeleitet wurden, gefolgt von einem eher schnulzigen Song. Diesmal eine gute Alternative!

Ich werde jedenfalls demnächst wieder mal bei meinem Lieblings-Online-Kaufhaus vorbeischauen, um mich einzudecken. Und die neue Bon Jovi Single kann man auf der offiziellen Seite in voller Länge anhören. Klingt eigentlich ziemlich gut. Vielversprechend.

Greifswald: dynamisch und zukunftsicher laut Zukunftsatlas

Diese Woche wurde der Zukunftsatlas 2007 veröffentlicht, eine gemeinsame Studie vom Handelsblatt und dem Beratungsunternehmen Prognos. Greifswald hat die Spitzenposition in einer bestimmten Rangliste erhalten, wie man es in der gestrigen OZ (Ostseezeitung) schwarz auf weiß im Artikel Greifswald hat Zukunft lesen konnte (Lokalteil)[1]:

Als schnellster Aufsteiger unter allen 439 deutschen Kommunen macht Greifswald von sich reden. In nur drei Jahren kletterte die Hansestadt im bundesweiten Ranking um 224 Plätze auf Rang 101.

Der Rang an sich ist noch verbesserungswürdig, aber was nicht ist, kann ja noch werden…

Am Tag vorher sprang es uns von der Titelseite entgegen, dass Greifswald Aufsteiger Nummer 1 ist und im Wirtschaftsteil gab es sogar eine große Grafik mit Angaben über die Zukunftschancen und -risiken der einzelnen Regionen. In der Einleitung des Artikels hieß es

Namhafte Forschungseinrichtungen, erfolgreiche Firmen und viele junge Leute machen Greifswald zur dynamischsten Region Deutschlands.

Und woher kommen die ganzen jungen Leute? Einen großen Anteil trägt natürlich die Uni bei (“Greifswald ist eine Universität mit Stadt und nicht eine Stadt mit Universität”) und als Studienanfänger könnte man es schlechter treffen als die älteste schwedische Uni. Neben der schönen Umgebung (“Wohnen wo Andere Urlaub machen”) gibt es eine überschaubare und leicht beradelbare Stadt mit ausreichend (jaha!) Freizeit- und Unterhaltungsangeboten. Die Uni ist zwar nicht mehr sooo klein (fast 11.000 Studenten), aber trotzdem noch familiär, auch in den bevölkerungsreichen Studiengängen. Wer will schon nach München (Nummer 1 in punkto Zukunftssicherheit), wenn es da doch so viel teurer und unüberschaubarer ist?!? Nicht umsonst bekommt jeder Ersti (vor allem ZVS-Opfer) den Spruch zu hören “Wer in Greifswald studiert, weint zweimal: einmal, bevor er kommt und einmal, wenn er geht”. Also warum sich das unnötige Weinen am Anfang nicht ersparen und gleich herkommen? Ich bin übrigens komplett drum herum gekommen, weil ich freiwillig hergekommen und immer noch hier bin…