1 Toronto

Fakten über die Stadt

Quelle: Wikipedia-Artikel über Toronto

  • 2,5 Mio Einwohner und damit größte Stadt Kanadas,
  • Hauptstadt der Provinz Ontario, nicht jedoch von Kanada,
  • wird im Süden durch den Ontario-See begrenzt,
  • Name wurde vom indianischen Tarantua abgeleitet, was soviel wie Treffpunkt bedeutet,
  • es herrscht ein eher moderates Klima,
  • eine der Hauptsehenswürdigkeiten ist der CN Tower, das höchste freistehende Gebäude.

Meine Ankunft

Planmäßige Ankunft am Pearson-Flughafen war 19h05, wir haben es sogar eine halbe Stunde eher geschafft. Von dort fährt der Airport Express Shuttle, der mir die fast 27km bis zur Jugendherberge zum allergrößten Teil abgenommen hat. Von der Busstation sind es nur ein paar Minuten Fußweg zur HI Toronto.

Und da sitze ich nun und versuche, mit der englischen Tastatur klar zukommen. Vor allem die nicht vorhandenen Umlaute bereiten mir Schwierigkeiten. Aber ich blicke auf mehrere hell erleuchtete Hochhäuser und auch in der Herberge selber ist es angenehm. Ist voll ausgebucht heute. Und dadurch, dass ich per Internet gebucht hatte, bekam ich zwei Dollar Rabatt pro Nacht und noch 15 Minuten Internet umsonst.

Nun habe ich fast drei Tage Zeit, die Stadt zu erforschen. Am dritten Tag nachmittags werde ich mich dann nach Niagara Falls aufmachen.

Erster Tag

Nach einem Frühstück aus Pancakes mit Ahornsirup und scheußlichem Kaffee habe ich mich zum St. Lawrence Market aufgemacht. Dort habe ich mich mit frischem Obst eingedeckt. Und in einem Supermarkt habe ich mir 500g geschnittenes Brot für CAD 2,99 geleistet. Dann habe ich mich an der Harbour Front rum getrieben, wo ich eigentlich die Fähre zu den Inseln nehmen wollte. Aber ich hatte gerade eine verpasst und die fahren nur stündlich.

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Um Gebrauch von meinem Toronto City Pass zu machen, bin ich durch die Stadt geschlendert (bei Temperaturen nur knapp unter Null) und dann schließlich bei der AGO gelandet (Art Gallery of Ontario). Allerdings wird dort gerade umgebaut und die haben erst ab mittags auf. So habe ich mich eine Dreiviertelstunde mit dem Wachmann unterhalten und währenddessen Mittag gemacht. Die AGO selber besteht zurzeit hauptsächlich aus den Skulpturen von Henry Moore und einer Sonderausstellung für die man extra zahlen muss. Die Ausstellungen Kanadischer und Europäischer Malerei und Inuit-Kunst sind stark reduziert. Aber ich habe eine Führung mitgemacht, die war sehr aufschlußreich und spannend.

Danach hat es mich ins Eaton Centre verschlagen, dem größten Einkaufszentrum, das einen ganzen Block einnimmt und auf drei Etagen über 300 Geschäften Platz bietet. Dort kann man wirklich viel Zeit verbringen, es ist mollig warm und für den kleineren oder größeren Hunger gibt es einen Food Court.

Auf dem Rückweg zur Herberge habe ich mich in einen Drug Mart getraut, um mich mit Handcreme und Lippenbalsam einzudecken. Die hatte ich natürlich vergessen und durch den Flug und das kalte Wetter sind meine Lippen und Hände ganz schön rauh. Außerdem habe ich meinen Kamm vergessen – bin gespannt, ob zwei Wochen Kämmen mit den Fingern einen bleibenden negativen Eindruck bei meinen Haaren hinterlassen werden.

Eigentlich wollte ich heute noch auf den CN Tower und den Sonnenuntergang dort abwarten. Aber so schön der Tag anfing, so bewölkt endet er. Die anderen Attraktionen des City Pass haben leider nicht so lange auf. Deshalb bleibt es bei einem weiteren Spaziergang durch diese wirklich schöne Stadt.

Zweiter Tag

Der zweite Tag fing mit sehr viel Laufen an. Ich bin von der Herberge aus durch das Univiertel (The Annex) nach Bloor-Yorkville gelaufen. Das Univiertel ist wirklich beeindruckend. Einmal die Unigebäude groß und imposant und dann die ganzen kleinen Häschen, in denen z.B. die Studentenverbindungen untergebracht sind. Sieht aus wie im Film. Kommt mir aber vielleicht auch deshalb so vor, weil sehr viele Filme in Toronto gedreht werden.

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Die Strecke ist nicht übermäßig lang, aber da ich am Tag vorher schon viel gelaufen war, begann ich meine Füße zu spüren. Der lange Weg lohnte sich allerdings: Casa Loma ist spektakulär. Es wurde erbaut von Sir Henry Pellat, einem der interessantesten Charaktere des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts und einer der bekanntesten Söhne der Stadt. Er machte viel Geld mit Spekulationen und durch das erste Elektrizätswerk. Außerdem baute er das Wasserkraftwerk an den Niagarafällen. Der Bau des Hauses wurde kurz vor dem ersten Weltkrieg begonnen und kostete insgesamt 3,5 Mio Dollar – nach heutigen Maßstäben sind das 20 Mio Dollar. Das Haus wurde mit allen neuesten Errungenschaften ausgestattet, z.B. dem ersten privaten Aufzug (seine Frau saß im Rollstuhl) und Wassertemperaturreglern für die Dusche. Später musste er das Haus aus finanziellen Gründen verkaufen. Das Interieur wurde sogar versteigert, allerdings weit unter Wert. Auch im Casa Loma wurden Szenen für einige Filme gedreht, u.a. für Cocktail, Chicago und X-Men.

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Danach habe ich mich zum Royal Ontario Museum (ROM) aufgemacht. Wie im AGO war auch hier nicht die komplette Sammlung zu sehen, da am Wochenende eine neue Ausstellung eröffnet wird und die liegt auf dem Weg zum römischen und ägyptischen Teil, die deshalb geschlossen sind. Aber das Museum ist auch so groß und umfangreich genug. Ich hatte das Glück bei gleich zwei Verschiedenen Führungen mitmachen zu können, einmal eine allgemeine, die die Highlights vorführt und eine durch die Ausstellung der First Peoples (Aboriginals und Inuit). Danach habe ich mir noch die asiatischen Teile angesehen (japanisch, chinesisch, koranisch), inkl. einem kompletten Grab aus China.

Nach dieser vielen Lauferei habe ich mir eine Fahrt mit der Subway gegönnt und ein wenig Pause gemacht. Und dann ging es auf zum CN Tower. Ich musste zum Glück nicht lange warten, weil ich einerseits einen City Pass habe, so dass ich nicht für Tickets anstehen musste und andererseits nicht so viel los ist, dass es lange Schlangen vor den Aufzügen gibt. Auf knapp 350m Höhe gibt es ein Restaurant und einen Glasboden, so dass man direkt nach unten sehen kann. Das eigentliche Highlight ist aber der Sky Pod. Normalerweise kosten die extra 100m Höhe unverschämte 9 Dollar, aber das ist im City Pass mit eingeschlossen. Vom Sky Pod aus, kann man an klaren Tagen die Niagara Fälle und sogar bis Buffalo, NY sehen. Ich war früh genug da, um noch alles bei Tageslicht zu sehen. Der Sonnenuntergang kam auch bald und der war wirklich spektakulär. Auch die hell erleuchtete Stadt ist ein toller Anblick. Ich habe sehr viele Fotos gemacht.

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Eigentlich sollte das noch nicht der Abschluss dieses anstrengenden Tages gewesen sein, denn Donnerstags steht im Programm der Herberge ein Pub Crawl an. Aber es gab nicht genug Interessenten, so fand er nicht statt. Naja, bin eigentlich auch viel zu müde und fußkrank, um noch auf den Putz zu hauen.

Dritter Tag

Den Vormittag verbringe ich noch in Toronto. Der City Pass würde mir kostenlosen Zutritt zum Zoo (einer der besten in Nordamerika) und dem Ontario Science Center verschaffen, aber die liegen beide etwas außerhalb und ich habe den Stadtteil Old York noch gar nicht so richtig untersucht.

Als erstes geht es nochmal auf den St. Lawrence Market, mit dem North und South Market, die jeweils ein Gebäude einnehmen und der St. Lawrence Hall mit einem hohen Glockenturm. Danach geht es zu Toronto’s First Post Office, wo man sich selber einen Brief schicken kann, der mit „York-Toronto 1833“ gestempelt ist. Und zum Abschluss geht es zum Distillery Historic District, ein charmanter alter Distrikt mit Kopfsteinpflaster und alten Gebäuden, in dem auch wieder viele Filme gedreht wurden.

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Nach dem Mittag geht es dann mit dem Greyhound weiter nach Niagara Falls.