4 Ottawa

Fakten über die Stadt

Quelle: Wikipedia-Artikel über Ottawa

  • Hauptstadt und viertgrößte Stadt Kanadas,
  • ca. 860.000 Einwohner, der Großraum Ottawa-Gatineau hat ca. 1,15 Mio Einwohner,
  • für die Hälfte der Einwohner ist englisch die Muttersprache, für ein Drittel ist dies französisch,
  • ist damit die einzige zweisprachige Stadt in der Region,
  • wurde 1857 von Queen Victoria als Hauptstadt gewählt.

Unterkunft

Die Jugendherberge in Ottawa ist etwas ganz Besonderes, da sie in einem alten Gefängnis untergebracht ist und die Räme Zellen sind. Ich habe das Jail Package gebucht, das einen Haunted Walk beinhaltet. Heute abend geht es los.

Außerdem bekomme ich 15% Rabatt, da ich in Toronto auch in einem offiziellen HI war. Und auch in Montreal und Quebec City werde ich diesen Rabatt wieder bekommen. Ist echt etwas wert.

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Die Tour durch das Gefängnis war sehr interessant und hat fast eine Stunde gedauert. Wir durften auch in Teile des Gebädes, in das die Gäste normalerweise nicht dürfen. Auch in den berüchtigten achten Stock, wo die Zellen noch in ihrem urspünglichen Zustand belassen wurden. Am Anfang wurden dort auch Gäste untergebracht, aber die haben es selten die ganze Nacht ausgehalten, weil der Geist eines unschuldig Gehängten dort umherspukt…

Erster Tag

Die Nacht verlief ereignislos, keine Geister sind aufgetaucht, nur Menschen, die nicht gelernt haben, dass man beim Laufen die Füße heben sollte.

Das Wetter (Regen und Nebel) ist zum Verzweifeln, aber Ottawa bietet einige der besten Museen in Kanada, also doch nicht Verzweifeln!

Ich beginne mit der Royal Canadian Mint (Münzprägerei). In der werden allerdings nur Sammler- und Gedenkmünzen geprägt, da die Kapazitäten nicht ausreichen. Die Münzen für den täglichen Geldverkehr werden in Winnipeg hergestellt. Die Tour war sehr interessant: man kann direkt bei allen Schritten zur Herstellung der Münzen zuschauen, angefangen vom Goldbarren bis hin zur fertig geprägten Münze.

Direkt daneben liegt die National Art Gallery. Allein das Gebäude ist schon einen Besuch wert. Es wurde vom Architekten Moshe Safdie geplant. Die Austellungen sind wirklich umfangreich und reichen über mehrere Epochen. Auch einige Schwergewichte hat die Gallerie zu bieten, z.B. Chagall, Picasso, Dali, Monet und Bilder der Group of Seven.

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Nach nur drei Stunden habe ich die Gallerie durch und mache mich auf über den Ottawa River auf die Quebecer Seite nach Gatineau (Hull). Die Lage ist der beiden Städte ist etwa vergleichbar mit Mainz und Wiesbaden bzw. Mannheim und Ludwigshafen. Auf dem Weg über die Brücke hat man einen guten Blick auf den Parliament Hill, der aber heute fast vollständig in Nebel getaucht ist. Und auch das Canadian Museum of Civilisation (CMC) kann man fast nicht erkennen.

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Das ist meine nächste Station. Auch hier verbringe ich fast drei Stunden. Es wären noch mehr geworden, wenn das Museum nicht geschlossen hätte. Die Sammlung zu 1000 Jahren kanadischer Geschichte und die Aboriginal-Ausstellung sind wirklich sehr ausführlich informativ und komplett zweisprachig. Alle Tafeln, Hinweise, Videos, Audiobeiträge, Durchsagen etc. sind in französisch und englisch. In der Kanada-Abteilung gibt es sogar „bewohnte“ Häuser, d.h. Angestellte in zeitgemäßen Kostümen verwickeln den Besucher in Gespräche.

Zweiter Tag

Das Wetter ist wesentlich besser, es gibt nur wenige Wolken, aber es weht ein eisiger Wind, so dass sich die realen 6 Grad eher wie Minusgrade anfühlen. Und ich habe auch noch das Glück fast eine halbe Stunde umsonst in der Gegend rumzulaufen. Das ist einerseits kalt und andererseits auch eine Probe für meine Füße. Aber wie kam’s? Ich wollte mir das Laurier House ansehen, in dem zwei kanadische Premierminister gewohnt haben. Aber das macht erst im April wieder unter der Woche auf!

Also habe ich mich zum Museum of Nature aufgemacht. Das Museum ist super aufgemacht und trotz Umbauten[1] sehr weitläufig. Die Themen sind für alle Alterstufen geeignet, d.h. auch für Kinder. Ich habe seit langen nicht mehr so viele Kinder auf einen Haufen gesehen! So stelle ich mir ein Museum vor, es gibt viele Ausstellungsstücke (Fossilien und Modelle) und fast jede Station ist interaktiv, d.h. mit einem Touchscreen ausgestattet. Dort kann man noch mehr Informationen abrufen oder auch ein Quiz machen. Vorbildlich auch die Vogelabteilung, wo Tipps zum Vögelbeobachten gegeben werden. Wieder habe ich mich über drei Stunden im Museum aufgehalten.

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Dann bin ich durch die halbe Stadt gelaufen, um zum Museum of War zu kommen. Eigentlich wollte ich das nicht ansehen, aber mein Museumspass gilt auch dafür und draußen ist es trotz der Sonne sehr kalt. Das Kriegsmuseum hat neben temporären Austellungen(momentan „Canada under attack“ über die deutschen U-Boot-Angriffe 1942-44 und eine über die Friedensmission in Afghanistan) die komplette kanadische Kriegsgeschichte unter einem Dach. Angefangen mit den Kriegen der Ureinwohner untereinander, die (versuchten) Eroberungen Kanadas durch die Franzosen, Briten und Amerikaner, bis hin zu den Einsätzen kanadischer Soldaten anderswo in der Welt (Burenkrieg in Südafrika, die beiden Weltkriege, Koreakrieg etc). Zum Glück haben die Museen am Donnerstag bis 8 bzw. 9 Uhr auf, sonst hätte ich dieses unerwartet interessante Museum auch wieder früher verlassen müssen.

Dritter Tag

Leider ist das Wetter nicht wie erwartet schön sonnig, sondern recht bewölkt. Trotzdem wage ich mich auf den Peace Tower des Parliaments (nachdem ich durch den Sicherheitscheck durchgekommen bin) und genieße eine wirklich herrliche Aussicht. Viel mehr Rumlaufen kann und will ich nicht, weil der kalte Wind wieder alles zunichte macht. Deshalb fahre ich schon früher mit dem Bus nach Montreal.

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  1. Langsam habe ich das Gefühl, dass kanadische Museen nie vollständig geöffnet sind. Bisher habe ich noch keins gesehen. []