2 Niagara Falls

Niagara Falls bezeichnet sowohl die Niagarafälle selber, als auch die beiden Städte auf kanadischer und amerikanischer Seite. Wer den Osten Kanadas besucht, sollte sich dieses Naturwunder nicht entgehen lassen.

Vom Busbahnhof zu meinem Hostel ist es ein halbstündiger Fußmarsch, den ich auf mich nehme, da ich nicht weiß, dass eine Busfahrkarte nur 25 Cent kostet. Aber der Weg durch die Kleinstadt ist ein Erlebnis. Genau so stellt man sich eine nordamerikanische Kleinstadt im Winter vor. Kleine Häuschen mit Einfahrt, in der ein Kombi oder ein SUV parkt (es gibt auch japanische Kleinwagen, aber das verschweigen wir den Vorurteilen zuliebe). Die Gehwege sind teilweise nicht geräumt, so dass ich auf der Straße laufen muss. Aber das ist egal, da nur alle paar Minuten ein Auto vorbeikommt. Ganz anders als in Toronto, wo die Stadt Schneeschaufler und Salzstreuer hat, die alles freiräumen. Fußgänger erkennt man denn auch an den Salzrändern an den Hosenbeinen. Doch die Szenerie ädert sich schlagartig, sobald man in den Touristendistrikt kommt. Der ist eine Mischung aus Las Vegas, Disneyland und dem Wiener Prater.

Und dann bin ich auch schon da. Ich habe das Glück in dem Hostel, das am nächsten an den Fällen ist zu übernachten. Von da sind es nur wenige Minuten zu Fuß zu den Fällen.

Und was für ein Naturschauspiel einem geboten wird! Ab Januar/Februar bis in den April hinein ist der Fluss zugefroren. Und das bei einem der schnellstfließenden Flüsse der Welt! Sehr beeindruckend.

Es gibt zwei Wasserfälle. Einmal die schmaleren und nicht ganz so hohen American Falls, die man am besten von der kanadischen Seite aus beobachten kann. Und dann die hufeisenförmigen Horseshoe Falls, die man gerecht in der Mitte geteilt hat. Auch die kann man besser von der kanadischen Seite aus beobachten.

[thumb:1274:i][thumb:1276:i][thumb:1278:i]

Am Abend werden die Fälle mit bunten Lichtern beleuchtet. Ein einmaliges Schauspiel. Tagsüber gibt es nicht allzu viel zu sehen, da es Wintersaison ist. Die berühmten Bootstouren Maid of the Mist finden nicht statt, da der Fluss zugefroren ist. Und auch die Journey Behind the Falls, kann man nur zum Teil machen, da auch die Fälle halb gefroren sind.

Als Ausgleich wollte ich den Sonnenaufgang beobachten, doch der fand nicht wirklich statt, da es ein sehr bewölkter Tag ist. Und ab und zu gibt es Nieselregen. Aus diesem Grund spare ich mir auch den kostspieligen Trip auf einen der beiden Aussichtstürme.

[thumb:1280:i][thumb:1282:i][thumb:1284:i]

Aber einen Lichtblick gibt es. Ich hatte aus Versehen zwei Nächte gebucht, was mir nicht aufgefallen war, da der Preis auch so immer noch unter denen für reguläre Hotels liegt. So habe ich einen Teil des Geldes wiederbekommen.

Und nach weniger als 24 Stunden in dem kleinen Städtchen verlasse ich es auch wieder in Richtung Kingston.