5 Montreal

Fakten über die Stadt

Quelle: Wikipedia-Artikel über Montreal

  • ca. 1,9 Mio Einwohner und zweitgrößte Stadt Kanadas,
  • Ballungsgebiet hat ca. 3,7 Mio Einwohner und damit gilt Montreal als zweitgrößte französischsprachige Stadt der Welt,
  • Anteil der englischsprachigen Einwohner liegt bei etwa 20%,
  • Name leitet sich vom Mont-Royal („königlicher Berg“) ab, einem 233m hohen Berg im Zentrum der Stadt,
  • war eine Zeitlang Hauptstadt des Pelzhandels, da von 1783 bis 1821 die North West Company ihren Hauptsitz dort hatte,
  • Austragungsort der olypmischen Sommerspiele 1976.

Erster Eindruck

Die Stadt ist komplett französisch. Schon auf dem Weg im Bus habe ich kein Englisch mehr gehört. Aber in der Metro stand neben mir ein Pärchen, die ständig von einer Sprache in die andere wechselte. Dagegen sind alle Schilder und Hinweistafeln nur in französisch. Meine japanische Zimmergenossin war etwas besorgt. Aber auch ich habe so getan, als ob ich das „Escalier sont ferme pour l’hiver“ (Die Treppe ist für den Winter geschlossen) nicht verstanden habe und bin trotzdem hochgegangen. Hoch auf den Mont Royal, der der Stadt den Namen gegeben hat. Man hat wirklich eine gute Aussicht von da oben. Da lohnt sich der Aufstieg über Schnee und Eis. Wenn dieser kalte Wind nur nicht die ganze Zeit wehen würde, der macht einem den Enthusiasmus zunichte.

Panorama Montreal

Ansonsten fiel mir noch auf, dass es kaum Fußgängerampeln gibt. Fußgänger reagieren einfach auch auf die Ampeln für Autofahrer, die in Augenhöhe auf der anderen Seite der Kreuzung stehen. Aber meistens gehen sie, wenn es gerade frei ist…

Ach dann war da noch das McCord-Museum, angeblich das beste historische Museum der Stadt, mit der größten Sammlung, von der aber immer nur ein Teil ausgestellt wird. War ok, aber für den Eintrittspreis hätte ich mir mehr erhofft.

Zweiter Tag[1]

St Patrick’s Day! Angefangen hat er schon sehr früh, da eine meiner Zimmergenossinnen im Casino war und um drei Uhr mit einem Riesenkrach und eingeschaltetem Licht wiederkam. Und um fünf Uhr ging es wieder viel Tütengekruschtel los, weil eine Andere zum Bus musste. Tja, die Schattenseiten der billigen Hostelunterkunft…

Aber der Tag hielt noch weitere Überraschungen bereit. Es hatte angefangen zu schneien und schon als es hell war, waren ca. 20cm Schnee gefallen. Und es hörte auch bis nach dem Mittag nicht auf zu schneien. War sehr interessant durch die nur halb geräumten, menschenleeren Straßen am Samstag morgen zu laufen. Und kalt! Deshalb habe ich erstmal einen Frühstücksstop in einem Bistro eingelegt.

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Danach ging es zur Chapelle Notre-Dame-de-Bon-Secours, eine der ältesten Kirchen in Montreal und eine alte Schifferkapelle. Es gibt ein sehr ausführliches Museum zur Geschichte der Gründerin Marguerite Bourgeoys und vom Turm einen herrlichen Ausblick über das verschneite Montreal, z.B. über den Bonsecour Market. Früher ein richtiger Markt, heute ein Meer von Souvenirshops.

Und weiter zum nächsten Museum auf dem Pointe-a-Calliere, der Wiege Montreals, im wahrsten Sinne des Wortes. Das Museum steht auf Pfeilern, um Platz für die ausgegrabenen Friedhofs- und Mauerreste zu machen. Sehr interessant. Und neben der permanenten Ausstellung und einer Multimedia-Show mit Tour gab es auch eine temporäre Ausstellung über die Irokesen als Maisbauern.

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Heute abend geht auf zum Feiern des St. Patrick’s Day. Mal sehen, ob ich morgen dann die berühte Parade mitmachen kann. Und es war tatsächlich nicht einfach! Nach der ersten Station mit einigen Bier, Sambuko und Irish Coffee (und Irish Dance und Irish Stew) ging es auf in einen echten Quebequios Club Les Deux Parriots mit Livemusik. Super Abend, der um drei Uhr endete.

Dritter Tag

Die Herberge veranstaltete eine St. Patrick’s Day-Aktion, bei der erst kurz die Geschichte erzählt wird (Kurzversion: ohne St. Patrick wäre in Irland niemand christlich, also katholisch), dann gemeinsam die Parade besucht wird und abschließend gemeinsam der Pub Piss (= Betrinken) gemacht wird. Es war sehr schön und sehr kalt und es gab sehr viele Menschen in grün.

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Gegen Ende hat dann ein ganz Schlauer die Notausgangstür geöffnet und der Feueralarm ging los. Keiner hat reagiert. Aber als wir dann gingen, standen vor der Tür drei Feuerwehrwagen und ein energischer Feuerwehrmann wollte wissen, was denn da los sei. Da gab es wohl noch größeren Ärger…

Den Abend beschließe ich im Kino. Eigentlich wollte ich früh ins Bett. Wie kam’s? Meine gerade angekommene einzige Zimmergenossin war unterwegs, als ihr Wecker losging. Und der hörte nicht auf. Und sie kam nicht zurück. Nach zwei Stunden habe ich einen Rappel gekriegt und bin um 22h ins Kino gegangen. Es gab Blood Diamond, den ich auf Empfehlung doch noch angesehen habe, obwohl ich das eigentlich nicht vorhatte. Aber das Kino fand ich eigenartig. Wieder waren alle Hinweise in französisch (der Hauptfilm wurde mit „Programme principale“ eingeleitet), aber die meisten Filme waren amerikanische im Original. Ausländische Filme werden in der englischen Version gezeigt (Life of the others) und französische (La vie en rose) mit englischen Untertiteln. Sehr komisch.

Früh am nächsten Morgen ging wieder der Wecker meiner werten Zimmergenossin los. Sie stand aber nicht auf. Also bin ich aufgestanden. Dann beschließt sie doch aufzustehen und rennt noch vor mir ins Bad. Danke! Dann musste ich auf eines der Badezimmer auf dem Gang ausweichen und habe natürlich prompt dort meine Zahnpasta vergessen. Was ich aber erst am Abend in Quebec City gemerkt habe. Wirklich ein großes Dankeschön an diese Zimmergenossin!

  1. Viele der folgenden Bezeichnungen sollten französische Accents haben, aber die finde ich auf der englischen Tastatur nicht. Das muss warten, bis ich wieder komfortabel vor einer deutschen Tastatur sitze. []