2 York

Die Stadt mit dem beruehmten York Minster (je nach Quelle die groesste gothische Kathedrale in Nordeuropa – andere meinen das waere der Koelner Dom) und weiteren schnuckeligen uralten Gebaueden und Gassen. Ein grosser Kontrast zum sich im Umbruch befindlichen Liverpool.

1. Tag – 16. September – Wunde Fuesse

Nach der ereignislosen Zugfahrt sofort ins Touristenbuero und einen zweitaegigen Yorkpass besorgt (£ 32), der kostenlosen Eintritt in alle Attraktionen bietet. Lohnt sich, denn viele Museen und z.B. das Muenster kosten zwischen £ 5 und 15. Und dann flott zur Jugendherberge und moeglichst viel gesehen, denn die meisten Museen machen um 17h zu.

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Natuerlich musste das Muenster als erstes besichtigt werden und es ist wirklich beeindruckend gross. Leider ist das beruehmte Ostfenster (eines der groessten und aeltesten) gerade fuer fuenf Jahre verdunkelt worden. Eine weitere schmerzhafte Erfahrung war das Platzen einer Ballenblase[1] und ueberhaupt faellt mir das Laufen mittlerweile sehr schwer. Danach zur Tour „Snickelways“ mit einem Gothic-Fuehrer, der uns (mir und einem aelteren Herren) die kleinen Gassen und Hinterhoefe der Stadt zeigte – eine zweistuendige fantastische Einfuehrung in die Stadt.

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Danach noch schnell zum Treasurer’s House, wo ich leider die letzte Tour verpasst habe, aber einen Gutschein fuer den naechsten Tag erhalten habe (wichtig, da der Pass nur einmal Eintritt gewaehrt). Das Haus ist beeindruckend und wurde vom Besitzer komplett mit Moebeln an den National Trust uebergeben. In jedem Raum ist ein Experte, den man fragen kann und die erzaehlen interessante Geschichten, z.B. der Enkel des Chauffers des Besitzers.

Nachdem alle Besucher dort um fuenf Uhr rausgescheucht wurden, blieb nur noch der Clifford’s Tower, denn der ist bis 18h geoeffnet. Und nachdem ich die steilen Stufen bis dort oben geschafft hatte, bot sich auch ein toller Blick ueber York. Leider ist das Wetter nicht optimal (voll bewoelkt), aber fuer so eine mittelalterliche Stadt ist das vielleicht das beste Wetter.

Glasvegas-Konzert

Nach einem indischen Essen (Empfehlung vom Snickelways-Guide) schnell zuruek zur Herberge und dann ins Junction, das nur 10 Minuten entfernt ist. Dort jedoch war nicht viel los und es stellte sich heraus, dass das Konzert verlegt worden war wegen groesserer Nachfrage (Album ist auf Platz 2 der UK-Charts eingestiegen). Ich war jedoch nicht die Einzige, die dies nicht wusste und so bin ich mit drei Maedels zum Fibbers gelatscht. Meine Fuesse machten fast nicht mehr mit und es war auch schon weit nach Beginn des Konzerts.

Als wird dann endlich ankamen, war aber doch noch nicht Beginn, sondern nur Einlass. Die Vorband Thomas Tantrum begann erst eine knappe Stunde spaeter. Die waren richtig gut und ich konnte den seltsamen Kleidungsstil der Saengerin aus naechster Naehe bewundern. Nach dem Set habe ich mir die Setlist geschnappt (ja, ich stand direkt vor der Buehne) und habe sie einem Maedel gegeben, die anscheinend ein grosser Fan ist.

Dann wurde umgebaut und u.a. die Kisten mit den ganzen Pedalen aufgebaut, denn die beiden Gitarristen benoetigen 7 bzw. 10 Verzerrer um die Glasvegas-Soundwalls zu kreiieren. Und dann ging es endlich los! So genial! Ich stand keinen Meter entfernt von Saenger James Allan und konnte sogar seine Zahnfuellungen sehen. Die Stimmung war super und als beim letzten Song „Daddy’s Gone“ die Zuschauer einen Vers alleine sangen, das war gaensehautig. Diesmal habe ich die ergatterte Setlist behalten…

Nun die schlechte Nachricht: In meiner Eile zum Konzert zu kommen, habe ich mein Handy vergessen und konnte keine Fotos machen! Man stelle sich das mal vor, denn das war sicherlich eines der letzten kleinen Konzerte von Glasvegas, wo man so nah ran konnte. Ich habe meine E-Mail-Adresse den drei Maedels gegeben und hoffe instaendig, dass sie mir ein paar Fotos schicken. Andererseits konnte ich so das Konzert ganz in Ruhe geniessen, denn der Typ neben mir mit der grossen DSLR hat die meiste Zeit entweder durch den Sucher oder auf das Display seiner Kamera gestarrt.

Der Heimweg war ziemlich schmerzvoll, da meine Fuesse mittlerweile nicht mehr zu gebrauchen sind und anstatt 15 Minuten habe ich mehr als doppelt so lange gebraucht. Doch das war es mehr als wert!

2. Tag – 17. September – Passausnutzung

Da es in York so viel zu sehen gibt und ich kaum laufen kann, habe ich beschlossen, zwei Tage laenger zu bleiben und Hadrian’s Wall ausfallen zu lassen. Die Herberge dort ist nur zu Fuss zu erreichen und auch sonst kann man dort nur wandern. Immerhin kann ich so auch einen Ghost Walk in York machen, denn in meinem urspruenglicher Plan war das wegen den Konzerten nicht moeglich.

Es war zwar knapp, aber ich habe genug interessante Museen (Undercroft, Yorkshire, York Castle, Jorvik) gesehen, damit sich der Pass gelohnt hat. Zeitlich waere noch mehr drin gewesen, aber meine Fuesse wollten einfach nicht mehr.

Rascals-Konzert

Die lange Zugfahrt von und nach Liverpool hat sich voll gelohnt, denn das Konzert war fantastisch. Fast war ich versucht zu sagen, beiden Vorbands, Sound of Guns (Garage Rock) und Twisted Wheel (Punk) waren besser als der Hauptact, aber die Rascals waren unglaublich gut drauf. Leider hat es ziemlich spaet angefangen und so habe ich von den 14 Songs (laut Setlist – ich stand wieder ganz vorne) nur 12 mitbekommen. Sehr schade ist vor allem, dass ich den letzten Song „Instant Karma“ verpasst habe…

Die Rueckreise war relativ anstrengend, da der erste Teil ein Schienenersatzverkehr war, wo ich erst mal den Bus suchen musste. Der war dann so schnell, dass ich eine ganze Stunde in Manchester auf den Zug nach York warten musste. Um vier Uhr bin ich dann endlich ins Bett gefallen.

3. Tag – 18. September – Umsonst-Attraktionen

Nachdem ich gestern den Pass ausgenutzt hatte, waren heute die freien Attraktionen angesagt. Doch erst ging es noch auf den Minster Tower (nicht im York Pass enthalten), denn endlich schien die Sonne richtig. Von dort oben hat man einen wahnsinnig tollen Blick und die 275 engen, hohen Stufen lohnen sich. Leider wurde ich dann rausgeworfen, da man immer nur gruppenweise hoch darf (Einbahnstrasse).

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Nach einem Rundtrip ueber die roemisch-mittelalterliche Stadtmauer ging es in die Art Gallery, wo gerade die Ausstellung One Thousand Words laeuft. Dort kann man auf einer Schiefertafel Geschichten zu den Bildern erfinden (was vorher oder nachher geschah). Dann ging es zu einer weiteren Tour von Freiwilligen, die diese umsonst anbieten. Meinen Fuesse haben die zweieinhalb Stunden nicht gefallen, aber der Rest von mir hat es sehr genossen. Am Abend habe ich dann endlich den Ghost Trail of York machen koennen und der Fuehrer war fantastisch. Eine grandiose Stimme, mit der er unheimliche Geschichten zum Besten gegeben hat. Leider wurde niemand zwischendurch erschreckt.

4. Tag – 19. September – Schuhwerk-Entscheidungen

Schon bei der Ghost Tour hatte ich ein anderes Paar Schuhe ausprobiert (welche die eher zum Wandern geeignet sind) und entweder gewoehnen sich meine Fuesse an die Strapazen oder es liegt tatsaechlich an den Schuhen: meinen Fuessen geht es (ein kleines bisschen) besser.

Die freien Attraktionen waren noch nicht komplett abgearbeitet, denn es fehlte noch das National Railway Museum, wo man viele alte Zuege bestaunen kann und man zuschauen kann, wie der Flying Scotsman wieder auf Vordermann gebracht wird.

Nach einem staerkenden Fish & Chips zum „Mittag“ habe ich eine kleine Shoppingtour veranstaltet (Doctor Who-Magazine) und den Abend mit der York Ghost Hunt beschlossen. Die war richtig gut mit einem sehr furchteinfloessenden Guide, der auch mal Blut hat fliessen lassen…

Am nächsten Morgen ging es dann weiter nach Carlisle und nicht wie geplant zum Hadrianswall.

Foto-Album bei flickr

  1. Ja, mit B, denn es handelt sich hier um eine Blase mitten auf (unter?) meinem Fussballen. []

2 Gedanken zu „2 York“

  1. Danke 🙂 Meinen Fuessen geht es nach einem Schuhwerkwechsel erstaunlich gut und ich komme gerade von einer hervorragenden Ghost Hunt (mit viiieeeel Blut).

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