Heute gibt es einen etwas ungewöhnlichen Test, denn (wie so manch anderer Blogger) wurde ich vom U_mag/uMag gefragt, ob ich es rezensieren möchte. Öfter mal was Neues und die Seite sagte mir zu und so habe ich eine alte (November 2009) und die erste neue Ausgabe (Februar 2010) zugeschickt bekommen.
Noch bevor ich letzte Woche die neue Ausgabe erhalten habe, las ich die erste vernichtende Kritik und war doppelt gespannt, wie mein Eindruck sein würde. Was ich von dem Artikel mitgenommen habe, ist, dass eine sog. “Kreativagentur” das Magazin neu gestaltet hat. Wir werden sehen, was das für Auswirkungen hat. Erst einmal ein visueller Vergleich:

Links die alte Version, rechts die neue. Wie man vielleicht erkennen kann, ist das Magazin kleiner in Höhe und Breite, aber gewachsen in der Dicke. Letzteres täuscht jedoch, da beide Ausgaben 82 Seiten beinhalten. Der Grund für die Dickenerhöhung macht sich beim Aufschlagen bemerkbar, denn aus den vormals gewohnt dünnen, glatten, weißen Hochglanzseiten sind dicke, aufgeraute Umweltpapierseiten geworden. Ist erstmal ungewohnt, aber das weckt Assoziationen zu der Art Bücher, die ich gerne lese und von daher zähle ich das als Pluspunkt.
Ich habe beide Ausgaben komplett durchgelesen, was ich bei Magazinen fast immer mache und die vergleichsweise kurzen, aber zahlreichen Interviews (fast immer jeweils eine Doppelseite) sind knackig und für den webverwöhnten und aufmerkskamkeitsgeschädigten Mitzwanziger bis Mitdreißiger von heute genau das Richtige. Die Aufteilung hat sich geändert insofern, dass vorher die Themen durcheinander waren (Literatur folgt Musik folgt Film folgt Musik folgt Film folgt Literatur und dazwischen noch Kunst). Jetzt ist alles schön getrennt, was man altmodisch nennen mag, ich aber bevorzuge. Allerdings sind durch die Trennung die hübschen Indikatoren in der Ecke unnötig geworden, was schade ist, denn die fand ich sympathisch.

Ich habe die beiden Bücher vor anderthalb Jahren verschlungen, deswegen wird die Inhaltsangabe etwas unsicher, aber auf jeden Fall ist sie ungewöhnlich. Flatland wurde von Abbott im Jahr 1884 mit dem Untertitel A Romance of Many Dimensions veröffentlicht und scheint mit gerade einmal 95 Seiten (Digireads-Ausgabe von 2005) leicht verdaulich. Wie der Name schon andeutet, ist es jedoch etwas komplizierter, denn der Erzähler A Square berichtet von seiner Heimat Flatland und wie die Bewohner (geometrische Figuren wie Fünfecke, Kreise, Linien etc.) leben und zurecht kommen. Er erzählt von der Beschaffenheit der Häuser, den Gesetzen, der Klassenhierarchie (je mehr Ecken und je regelmäßiger, desto besser) und dass Frauen Linien sind. Es beginnt damit, dass er einen seltsamen Traum von Lineland hat und wenig später von einer Kugel besucht wird, die ihn die unglaubliche dreidimensionale Welt von Spaceland entführt. Seine Erfahrungen soll A Square nutzen, um die Regierung vom Evangelium der dritten Dimension zu überzeugen.
Zu Weihnachten habe ich ein bezauberndes Buch geschenkt bekommen, das ich Euch ans Herz legen möchte. Ich kann es aus mehreren Gründen empfehlen, sowohl vom Inhalt und dem Schreibstil her als auch als idealer Einstieg für das Lesen von englischsprachigen Büchern.


