Kategorie-Archiv: Reise

Craigmillar Castle

Edinburgh hat nicht nur das eine Castle (benannt nach der Stadt), sondern insgesamt drei. Da ich letzte Woche Besuch aus Deutschland hatte, habe ich die Gelegenheit wahrgenommen, um ein weiteres zu besuchen und zwar Craigmillar Castle. Laut Beschreibung eines der am besten erhaltenen Burgen/Schlösser[1].

Ich kann das Castle von meinem Wohnzimmerfenster aus sehen (d.h. jetzt gerade!) und es war schon länger auf meiner Liste zu besuchender Attraktionen. Und es hat sich gelohnt! Das Wetter war ausgezeichnet[2], preislich ist es mit einem Drittel des berühmteren Vertreters bezahlbar und mit seinen vielen Zimmern, Treppen und Ecken macht es sehr viel Spaß zu entdecken.

Die Wiesen rund um das Castle sind sehr gut für Picknicks geeignet und der Innenhof kann auch für Hochzeiten angemietet werden. Es waren jedenfalls schick dekorierte Stühle und Tische aufgestellt, ein Schild mit “wedding in progress” und eine per Luxuswagen angekommene Braut, die wahrscheinlich auf ihren Stöckelschuhen Probleme mit dem Rasen bekam…

Caigmillar Castle

Caigmillar Castle

Caigmillar Castle
Hier kann man im Hintergrund meine Wohnung sehen, wenn man ganz genau hinguckt: ein paar Häuser rechts von dem rechten einzelnen Baum vor dem Hügel in der Mitte.

sunset view from my living room
Der Blick aus der Gegenrichtung sieht am Abend oft so aus.

Diese und einige weitere Bilder gibt es bei flickr in größer zu begutachten.

  1. Im Deutschen gibt es unterschiedliche Bezeichnungen für diese alten Gemäuer. Ich würde Craigmillar eher als eine Burg bezeichnen. []
  2. Bei einer anschließenden Besteigung von Arthur’s Seat habe ich mir einen schmerzhaften Sonnenbrand zugezogen. []

Gestrandet in Glasgow

Gestern Abend war ich auf einem Konzert der Wave Pictures (mein mittlerweile drittes) und es war sehr spaßig. Sänger David sah ein bisschen blass und aufgedunsen aus und ich hoffe nicht, dass die Flasche Jack Daniels, an der er nebenher genippt hat, ein böses Zeichen ist. Allerdings waren alle drei in guter Stimmung und besonders David hat viele Soli gespielt.

Darum soll es hier aber überhaupt nicht gehen, wie die Überschrift verraten haben wird. Das Konzert endete nach drei Zugaben (insgesamt 18 plus zwei Vorbands) um halb zwölf. Das war perfekt, denn um Mitternacht und fuhr der vorletzte Zug. Ich kam überpünktlich am Bahnhof an und habe mich erstmal nicht gewundert, dass kein Gleis für den abfahrenden Zug angegeben wurde. Es gab nur zwei ankommende Züge aus Edinburgh um 0:01 und 0:26.

Erst sehr langsam dämmerte es mir, dass keiner mehr zurück fuhr. Ich hatte die Zeiten zweimal geprüft, aber irgendwie muss ich einen Knick in der Optik gehabt haben.

Jedenfalls habe beim Warten in der Taxischlange nach Hostels und Hotels gesucht und mehrere angerufen. Samstags in Glasgow ist aber ohne Reservierung nichts zu machen. Schlussendlich habe ich was gefunden, was wenige Gehminuten entfernt war und preislich verschmerzbar.

Frühstück

Hmm, lecker und reichhaltig

Das Zimmer war kurzfristig aufgrund eines Notfalls frei geworden und ich konnte zugreifen. Ich habe sogar ein Ladegerät ausleihen können, das einem Mitarbeiter gehört, so dass ich nicht völlig informations- und weckerlos die Nacht überstehen musste.

Immerhin hat man mir mein Frühstück schon in einer braunen Papiertüte ausgehändigt. Das besteht aus einer Mini-Cornflakes-Packung[1], einer Mini-Milchflasche (250ml!!) und einem Orangensaft.

England 2011 (5): Cotswolds

Die beliebte Wandergegend westlich von London ist ein beliebtes Ausflugsziel für die Bewohner ebenjener Großstadt. Und auch für viele andere Wander- und Radelfreunde. Hierzulande ruft der Name immer etwas gemischte Reaktionen hervor, was ich nicht verstehen kann und außerdem kommt es ja auf den Inhalt und nicht auf den Namen an.

Den Inhalt muss man entsprechend selber gesehen haben und das habe ich vom Sattel aus getan. Falls Ihr mal in der Gegend seid, leiht Euch ein Rad von Hartwell’s, denn die sind sehr nett, statten einen mit Karte, Satteltasche, Helm, Flickzeug und einen ordentlichen Rad aus. Preislich ist es sehr günstig, also muss nur noch das Wetter mitspielen. Ich hatte weder Glück noch Pech. Es war angenehm zum Radeln (eher wolkig, ein bisschen Sonne, viel Wind zwischendurch), aber zum Fotografieren eher mau. Ein paar Fotos habe ich natürlich trotzdem gemacht.

So sieht es aus, wenn man vom gemütlichen Dachgeschoss der Jugendherberge den morgendlichen Verkehr beobachtet:
Stow-on-the-Wold

Viel Gras, Mauern, Bäume etc. Kennt man zwar, aber es ist irgendwie anders in England. Oder?!
Cotswolds

Häuser in Great Barrington. Eigentlich uninteressant, aber ich habe mal ein Experiment mit verschiedenen Brennweiten bei gleichem Bildausschnitt gemacht. Mehr dazu bei flickr.
Great Barrington

England 2011 (4): Stratford-Upon-Avon

Nach einer kleinen Pause geht es weiter mit meinem Bericht vom England-Urlaub. Die zweite Woche begann mit der Stadt, die ganz im Zeichen ihres berühmtesten Sohnes steht, wie ich schon vor Ort schrieb.

Die meisten meiner Fotos handeln denn auch im weitesten Sinne davon, was einerseits daran liegt, dass diese alten Häuschen wirklich schicke Motive abgeben und andererseits die sonstigen Bilder nicht so geworden sind, wie ich die haben wollte. Eine Ausnahme für die erste Kategorie ist das weniger als spärlich beleuchtete Hexenmuseum:

Stratford-Upon-Avon

Für die erste Kategorie gibt es z.B. dieses Gebäude, das heute noch eine Schule ist und die Shakespeare angeblich besucht hat:

Stratford-Upon-Avon

Das ist ein Zimmer im New Place, dem damals zweitgrößten Haus der Stadt. Das konnte er sich aber wohl nicht (nur) wegen seines Theatererfolgs leisten, sondern wegen Landbesitz und vielleicht auch Geldleihens. Weiß man ja alles nicht so genau.

Stratford-Upon-Avon

Und so sieht sein Grab in der Holy Trinity Church aus:

Stratford-Upon-Avon

Auch das hat eher weniger mit seinem Schaffen, sondern mehr mit seinem Wohlstand zu tun. Er hat Geld gespendet, dass er in der Kirche begraben wird, weil er nicht wie damals üblich alle paar Jahrzehnte umgegraben werden wollte. Und wir haben davon eines der drei “Portraits” von ihm: die Büste, die von seinen Verwandten angefertigt wurde und ihm deshalb ähnlich sehen sollte.

Natürlich habe ich auch live erlebt, was der Barde so verbrochen hat. Meine Wahl fiel auf A Midsummer Night’s Dream und es hat sich absolut gelohnt!

England 2011 (3): Warwick

Im beschaulichen Warwick war ich nur einen Tag und zwar hauptsächlich, um Britain’s Ultimate Castle zu besuchen, wie es so schön heißt. Das Gelände ist wirklich beeindruckend groß:

Warwick Castle
Warwick Castle
Warwick Castle

Aber auch das Innere hat mit vielen Wachsstatuen und unterschiedlich aufbereiteten Epochen seinen Reiz:

Warwick Castle
Warwick Castle
Warwick Castle

Den ganzen Tag über gibt es Shows und neben der Ghost Tour am Tag war die Vogelschau am spektakulärsten:

Warwick Castle
Warwick Castle

Das Städtchen selber habe ich am verbleibenden Spätnachmittag und nächsten Morgen untersucht:

Warwick
Warwick

Falls Ihr mal in die Gegend kommt müsst Ihr unbedingt am Markt Fish & Chips essen und zwar im Pot & Fin (rechts):

Warwick

Alle 22 Bilder dieses Albums könnt Ihr ab hier anschauen.

England 2011 (2): Nottingham

Mein wahnsinnig interessanter Reise-Foto-Bericht geht in die nächste Runde mit dem erstaunlich hässlichen Nottingham. Wie ich im zugehörigen Eintrag schrieb

Die Stadt ist übrigens eine seltsame Mischung aus alt und neu, es stehen Fachwerkhäuser neben hässlichen Betonblöcken neben Glassfassaden. Und unglaublich viele Ladenlokale, Wohnungen und Häuser stehen leer. Stellenweise wirkt es wie eine Geisterstadt. So richtig touristisch ist es nicht, was natürlich gut ist, aber auch zeigt, dass erstaunlich wenig los ist.

Das mit dem alt und neu sieht man z.B. hier:

Nottingham
[eines der drei Häuser aus dem Mittelalter]

Nottingham

Eigentlich hatte ich einen viel längeren Aufenthalt in der Stadt geplant, weil ich dachte, es gäbe so viel zu sehen. Doch neben dem Schloss mit seinen (zugegeben) tollen Sandtunneln und den Galleries of Justice gibt es eigentlich kaum etwas von Interesse. Außer natürlich man fährt etwas außerhalb, um diesen Gesellen aufzuspüren:

Nottingham
[zwei Japaner und ein Bogenschütze]

Nottingham
[besagte Tunnel]

Nottingham
[ein Richter aus Conneticut]

Als Ausgleich für diesen enttäuschenden Bericht gibt es ein Bild von mir im Stock:

Nottingham

Highlight des Besuch war natürlich das Dry the River-Konzert, aber auch das wird gesondert abgehandelt. Wer die obigen Bilder und einige weitere größer und mit schwarzem Hintergrund betrachten möchte, der schaut hier vorbei.

England 2011 (1): Cambridge

Es ist nun genau drei Wochen her, dass ich im schönen England gelandet bin und zum ersten Mal durch das beschauliche Cambridge geschlendert bin. Bevor meine Erinnerung verblasst, hier meine Eindrücke in fotografischer und schriftlicher Form. Die Bilder sind hoffentlich nicht (nur) die typischen Touristenaufnahmen und das zugehörige flickr-Album mit 30 Bildern ist einen Blick wert. Als Gedächtnisstütze verwende ich meinen während des Urlaubs verfassten Reisebericht.

Am ersten Abend habe ich über die unglaublich typischen englischen Häuserreihen gestaunt. Die dazu passenden Bilder haben es nicht in die Auswahl geschafft und deswegen gibt es hier ein paar Eindrücke vom Punting (nein, ganz ohne diese Punter):

Cambridge
[das arme Mädel musste Dutzende Polster auslegen und währenddessen über die Boote balancieren]

Cambridge
[Nick der Punter und im Hintergrund die Mathematical Bridge]

Cambridge
[es war relativ windig]

Neben den urenglischen Reihenhäusern und beeindruckenen Sandsteinbauten der Colleges gab es vor allem viele Fahrräder. Und sonstige Sportler.

Cambridge

Cambridge

Cambridge

So, und weil Ihr bis hierhin durchgehalten habt, gibt es doch noch ein paar typische Bilder (King’s und St John’s College):

Cambridge

Cambridge

Diese Bilder in groß und weitere gibt es hier.

Am zweiten Abend war ich auf einem Konzert, aber das wird gesondert abgehandelt.

Viel Landschaft auf die angenehme Tour: Urlaub mit dem Fahrrad

Neben Musik und Kultur interessiert mich ebenso die englische Landschaft, die sowohl als Abwechslung dient als auch als Fotomotiv. Der Nachteil ist, dass man nicht wie in einer kompakten Stadt alles zu Fuß erledigen kann. Da bietet sich als Alternative das Fahrrad an, mit dem man bequem größere Strecken zurücklegen kann und nebenbei noch den Blick genießen[1].

Vor zwei Jahren war ich im Peak District unterwegs und habe dort eine Drei-Tages-Tour gemacht. Das hat super geklappt und kann ich nur empfehlen (z.B. die High Peak Highlights von Peak Tours). Dabei wird das Fahrrad und Kartenmaterial gestellt und das Gepäck vom Veranstalter von Ort zu Ort transportiert. Je nach Budget bucht man eine Tour mit Herbergsunterkunft oder Bed & Breakfasts. Ich hatte das Glück, dass Steve Coackley mir trotz der gebuchten Hostel-Variante jeweils ein B&B spendiert hat. Und auch den Aufpreis für Einzelreisende musste ich nicht zahlen! Falls Ihr also mit dem Gedanken spielt, eine Rad- und/oder Wandertour im Peak District zu unternehmen, schaut bei Peak Tours vorbei.

Causeway House, Castleton

Dieses Jahr wollte ich etwas Ähnliches buchen in den Cotswolds. Leider war mir das zu teuer, denn als Einzelreisende hätte ich das Anderthalbfache vom normalen Preis gezahlt. So werde ich mich selber in der Jugendherberge einquartieren und ein Rad mieten. Laut Webseite bekommt man auch Empfehlungen und Kartenmaterial für eigene Touren. Das sollte also bestens klappen, solange das Wetter mitspielt.

Shakespeare und die englische Sprache

Nach dem musikalischen Auftakt meines Englandurlaubs steht zwischendurch auch mal Kultur auf dem Programm. Wenn ich schon in der Gegend bin, dann darf Stratford-Upon-Avon, der Geburtsort und lange Zeit Wirkungsstätte von Shakespeare nicht fehlen.

Über den Mann selber weiß man erstaunlich wenig und es gibt sogar das hartnäckige Gerücht, er habe überhaupt nicht existiert. Soweit ich das mitbekommen habe, kochte vor kurzem in England die Diskussion wieder hoch, weil es eine Dokumentation zum Thema gab. Auch die mediale Aufmerksamkeit seines “Konkurrenten” Christopher Marlowe steht aktuell wieder im Rampenlicht. Zum Thema habe ich vor Jahren mal einen längeren Beitrag in einem Buch über Verschwörungstheorien gelesen und es kam natürlich raus, nix Genaues weiß man nicht und es könnte so oder so gewesen sein [1]. Wer der Sache ernsthafter und mit Humor begegnen möchte, dem empfehle ich Shakespeare von Bill Bryson [Partnerlink], der u.a. darauf eingeht.

Viel wichtiger ist jedoch, was die Werke der englischen Sprache bedeuten. Laut Bryson finden sich darin Grundlagen für etwa 10% der im Oxford Dictionary of Quotations berühmten Zitate. Viele Ausdrücke und Wörter weiß man als Laie und Ausländer nicht auf den Ursprung zurückzuführen. Und wer liest schon alle Stücke im Original? Wer sich mit Bryson dem Thema Sprache nähern möchte, der sollte Mother Tongue [Partnerlink] lesen, wo Shakespeare immerhin zwölf Einträge im Index beanspruchen kann. In meinen Englisch-Lern-Beiträgen tauchte der alte Bill auch schon häufiger auf. Weitere interessante Beispiele findet man im Blog Separated by a Common Language