Kategorie-Archiv: Sprache

Seltsames aus dem deutschen Sprachschatz

Englisch Lernen mit TV-Serien #51: I haven’t got a scooby

Eine weitere exzellente britische Serie ging vor knapp zwei Wochen zuende, weshalb die fünfte und letzte Folge noch bis heute um Mitternacht im iPlayer zu sehen ist. Da Euch das aber wahrscheinlich sowieso nicht möglich ist, vertröste ich Euch damit, dass es eine zweite Staffel geben wird. Momentan gibt es noch kein DVD-Erscheinungsdatum, aber ich erzähle ich trotzdem was zur Serie nachdem das eigentliche Thema abgehandelt wurde.

Line of Duty

Line of Duty: Korruption im Parkhaus?

Der heutige Ausdruck stammt aus der dritten Folge und um nicht zu viel zu verraten, ist das Beispiel knuffig kurz:

MORTON
What’s going on with Kate?

GATES
Ain’t got a scooby.

Line of Duty: Scooby

Line of Duty: DCI Gates ist ratlos

Wie schon die Bildunterschrift verrät, heißt I aint’t/haven’t got a scooby soviel wie Ich hab keine Ahnung. Mit diesem Beispiel betreten wir das minenbehaftete Land des Cockney Rhyming Slang, wo Wörter durch ihre reimenden Vertreter ersetzt werden. Bekanntestes Beispiel ist wahrscheinlich Apples and Pears, das für Stairs steht. Unser Beispiel Scooby ist ein Fall wo das zweite Wort weggelassen wird und man zwei Schritte zurückgehen muss, in dem Fall zu Scooby Doo und dann zu clue, d.h. Hinweis, Anhaltspunkt. Einfach, oder?

Der Unterschied von scheinbar und anscheinend

In den letzten Monaten ist mir aufgefallen, dass sehr häufig die genau falsche Bedeutung der beiden Wörter scheinbar und anscheinend verwendet wird. Das kommt vor online wie offline, beruflich wie privat, mündlich wie schriftlich. Deshalb an dieser Stelle ein Aufruf und ein Hinweis, wie es richtig ist.

scheinbar – nicht wirklich gegeben

Diese Variante wird meistens verwendet, aber vom Sprecher/Schreiber genau anders gemeint. Wenn zum Beispiel ein Großkonzern seine Kunden über Lieferschwierigkeiten informiert und schreibt

Die Probleme sind scheinbar behoben

sollten sich die Kunden große Sorgen machen, denn es hat sich herausgestellt, dass die ursprüngliche Lösung nicht erfolgreich war. Die erste Definition und Synomyme im Duden lauten

aufgrund einer Täuschung wirklich, als Tatsache erscheinend, aber in Wahrheit nicht wirklich gegeben

angeblich, nicht in Wirklichkeit, nur zum Schein, vermeintlich, virtuell, vorgeblich, vorgetäuscht; (veraltet) speziös; (Rechtssprache) putativ

anscheinend – offenbar

Dieses Adjektiv ist in den meisten Fällen gemeint, wird aber nicht verwendet. Wenn es in unserem Beispiel heißt

Die Probleme sind anscheinend behoben.

können die Kunden sich freudig darauf einstellen, bald wieder Strom/Schuhe/Sexspielzeuge/whatever zu erhalten. Auch hier die Definition und Synonyme aus dem Duden:

wie es scheint; dem Augenschein, Anschein nach; offenbar

dem/allem Anschein nach, dem/allem Vernehmen nach, es ist denkbar/möglich, es kann sein, es sieht so aus, möglicherweise, offenbar, offensichtlich, vermutlich, wahrscheinlich, wie behauptet/gesagt/vorgegeben wird, wie es aussieht/scheint, wie man hört, wohl; (gehoben) augenscheinlich, dem Augenschein nach, mutmaßlich; (landschaftlich, besonders süddeutsch und schweizerisch) scheints

Englisch lernen mit TV-Serien #49: crisper

Oje, es ist tatsächlich schon einige Monate her, dass ich Euch neuen Vokabeln versorgt habe. Aber der Englisch-Blog aka Markus fragt jeden Tag bei Twitter und deswegen berichte ich heute von einer meiner Antworten.

Die zugehörige Serie ist die einzige aus den USA, die ich diese Saison verfolge, da ich im September spontan beschlossen hatte, “meine” vier Serien nicht mehr zu gucken. Eigentlich wollte ich es dabei belassen…

Aber natürlich ist auf Ini Verlass, dass er mir doch wieder eine schmackhaft macht. Es handelt sich um Homeland (mehr dazu unten) und zwar die Folge Clean Skin. CIA-Agentin Carrie ist spitze außer beim Hausfrauen-Dasein und so spielt sich folgender Dialog beim Überwachen ab:

VIRGIL
Got any tomatoes?

CARRIE
In the crisper.

VIRGIL
Any from this century?

CARRIE
Uh, in the cupboard, there might be a jar of something.

Homeland: Crisper

Wo bewahrt man Tomaten auf? Richtig, an einem trockenen Ort bei Zimmertemperatur fern von anderem Gemüse oder Obst, da die doofen Dinger Ethen (=Reifegas) ausdünsten. Aber Carrie weiß das anscheinend[1] nicht und so lagert sie ihre Tomaten im Gemüsefach des Kühlschranks. Da kann man sie auch viel leichter aus den Augen verlieren. Der Begriff ist entweder so offensichtlich oder obskur, dass er nur in einer Diskussion bei LEO zu finden war. Aber man weiß nie, wann man das mal anwenden kann! Ansonsten einfach vegetable cooler sagen.

Song des Tages: Athlete – Black Swan Song

Was hat Shakespeare mit diesem Song zu tun? Nun, der gute Mann kennt den natürlich nicht und auch vom folgenden Video hat er nie erfahren. Aber für ein paar Sekunden nach der Zwei-Minuten-Marke sehen wir Mercutio. Also zumindest den Mercutio, der eben im Pfarrheim in Allensbach vor knackigen 22 Zuschauern melodramatisch gestorben ist. Tut er auch im Video, denn im Programmheft steht bei Tom McCarron neben beeindruckend vielen Theaterengagements und einigen Filmen auch, dass er den “Dying Soldier in Athlete’s music video Black Swan Song” spielte.

Da der Song überraschend gut ist, dürft Ihr jetzt auch mal einen Blick werfen und während Ihr zuhört, erzähle ich noch was vom Stück:

Die acht Schauspieler der New Triad Company jedenfalls verstehen was von ihrem Job und mir hat es sehr gut gefallen. Ganz knapp würde ich Juliet (Rosie Holt) am beeindruckensten bezeichnen, aber es waren wirklich alle in Höchstform. Die Größe des Publikums eher nicht, da wohl kaum Werbung gemacht wurde und es eben auf englisch aufgeführt wurde. Was ich mitbekommen habe, haben die anderen Zuschauer kaum etwas verstanden. Eine Frau erzählte, dass sie nochmal am Nachmittag ihr Englisch aufgefrischt hatte und sie sich über die Schreibweise von “late” und “idea” wunderte. Im Vergleich dazu habe ich fast alles verstanden, nachdem ich das Stück in der Schule gelesen, zwei Filmadaptionen gesehen und knapp zehn Jahre Training durch englische Filme und Bücher hinter mir habe…

Shakespeare und die englische Sprache

Nach dem musikalischen Auftakt meines Englandurlaubs steht zwischendurch auch mal Kultur auf dem Programm. Wenn ich schon in der Gegend bin, dann darf Stratford-Upon-Avon, der Geburtsort und lange Zeit Wirkungsstätte von Shakespeare nicht fehlen.

Über den Mann selber weiß man erstaunlich wenig und es gibt sogar das hartnäckige Gerücht, er habe überhaupt nicht existiert. Soweit ich das mitbekommen habe, kochte vor kurzem in England die Diskussion wieder hoch, weil es eine Dokumentation zum Thema gab. Auch die mediale Aufmerksamkeit seines “Konkurrenten” Christopher Marlowe steht aktuell wieder im Rampenlicht. Zum Thema habe ich vor Jahren mal einen längeren Beitrag in einem Buch über Verschwörungstheorien gelesen und es kam natürlich raus, nix Genaues weiß man nicht und es könnte so oder so gewesen sein [1]. Wer der Sache ernsthafter und mit Humor begegnen möchte, dem empfehle ich Shakespeare von Bill Bryson [Partnerlink], der u.a. darauf eingeht.

Viel wichtiger ist jedoch, was die Werke der englischen Sprache bedeuten. Laut Bryson finden sich darin Grundlagen für etwa 10% der im Oxford Dictionary of Quotations berühmten Zitate. Viele Ausdrücke und Wörter weiß man als Laie und Ausländer nicht auf den Ursprung zurückzuführen. Und wer liest schon alle Stücke im Original? Wer sich mit Bryson dem Thema Sprache nähern möchte, der sollte Mother Tongue [Partnerlink] lesen, wo Shakespeare immerhin zwölf Einträge im Index beanspruchen kann. In meinen Englisch-Lern-Beiträgen tauchte der alte Bill auch schon häufiger auf. Weitere interessante Beispiele findet man im Blog Separated by a Common Language

Englisch lernen mit TV-Serien #48: Wotcher

Heute wird es mal wieder umgangssprachlich und wir treffen auf alte Bekannte – seriell wie vokabulär. Und auf einen aktuellen Hype springen wir auch noch auf.

Die Serie zum Beispiel ist Luther, deren zweite Staffel gerade lief. Dazu mehr am Ende. Wir stürzen uns in die vierte Folge und zwar mitten in eine Konfrontaion:

FRANK
Wotcher.

LUTHER
Frank, what are you doing here?

FRANK
Waiting for you. What are you doing here? What’s in the boot, John?

LUTHER
None of your business what’s in my boot.

FRANK [POINTING A GUN]
Open it.

LUTHER
So what are you saying, I open the boot or you shoot me?

FRANK
Don’t make me answer that.

LUTHER
Frank, you really want to do this?

Luther: Wotcher (1)

Hier heißt boot soviel wie Kofferraum, aber das wissen wir ja seit der letzten Folge dieser Beitragsserie.

Spannend, wie das ausgehen wird! Aber dass der Hauptcharakter das überlebt, ist klar. Deswegen kann er später folgendes sagen:

LUTHER
Wotcher. I’m John. Do you want to play a game?

Luther: Wotcher (2)

Kann man aus diesen Beispielen ablesen, was dieses seltsame Wort bedeuten könnte? Man könnte von einem Jugendgruß ausgehen und laut Urban Dictionary kennen die meisten (Amerikaner) diesen Begriff nur aus Harry Potter. Es ist allerdings nicht eine Abkürzung von “What are you up to” (1. und 2. Erkärung), sondern vielmehr von “What cheer?” aus dem 15. Jahrhundert (3. und 6. Erklärung). Letzteres wird auch im Phrasefinder erklärt. Dort gibt es auch weitere Beispiele (mit Shakespeare natürlich), Herleitungen (u.a. von Chaucer) und Entwicklungen (z.B. bei Wodehouse).

Linktipp: Against Dubbing

Bekannterweise bin ich großer Verfechter von Originalsprachenglisch bei Filmen und Serien und vielen Menschen geht es ähnlich. Aber es gibt auch noch viel zu viele, denen gar nicht bewusst ist, wie toll und einfach das Schauen der Lieblingsfilme und -serien im Orignal ist. Eine “Bewegung”, die diese Idee in die Welt tragen möchte und Unterstützer sucht, ist Against Dubbing, das es nun als Blog gibt und wo man unterschreiben kann und mithelfen, dass Originalsprachenkinos selbstverständlicher werden uvm.

Against Dubbing

Natürlich bin ich auch aktiv mit von der Partie, denn Initiatorin Ute hat mich gefragt, ob ich einige meiner Englisch-Lernen-Beiträge dort veröffentlichen möchte. Das tue ich gerne und nutze so gleich die Gelegenheit meine Lieblingsserien bekannter zu machen.

Eine weitere, entfernt verwandte Sache in diesem Zusammenhang ist Audio-Navigation. Bei deutschen DVDs bin ich nicht auf dem neuesten Stand (letzte vor mindestens drei Jahren gekauft), aber gibt es das, dass man bei entsprechender Voraussetzung die DVD per Sprache steuern kann? Bei britischen DVDs ist mir das schon häufiger begegnet und es ist auch üblich, dass Audiodeskriptionen von Serien und Filmen verfügbar gemacht werden.

Ende des Exkurses und zurück zur Originalsprache! Wer die Sache unterstützen möchte, unterschreibe hier und lese fleißig mit!

Englisch lernen mit TV-Serien #47: the other day vs. every other day

Manchmal sind es nur kleine Wörter oder Buchstaben, die die Bedeutung eines Satzes gehörig verändern. Und heute wird es um ein solches Beispiel gehen. Das Besondere daran ist, dass man die einzelnen Bestandteile schon sehr früh in seiner Englisch-Karriere kennenlernt, aber die unterschiedliche Bedeutung evtl. sehr viel später oder überhaupt nicht.

Das Beispiel stammt aus der Serie Men of a Certain Age und der Folge Back in the Shit (man beachte die Schreibweise bei tv.com!).

Zur Serie: drei um-die-Fünfziger- ein Familienvater, der bei seinem Vater im Autohaus verkauft, ein frisch geschiedener Glücksspielabhängiger mit eigenem Spaßladen, ein arbeitsloser Schauspieler mit halb so alter Freundin – und ihre Probleme. Ich habe mich durch die erste Staffel geschleppt und bin unentschlossen. Einzig die Tatsache, dass Ini begeistert ist, lässt mich darüber nachdenken. Und Scott Bakula, aber das ist eine andere Geschichte.

Zuerst begleiten wir Terry wie er eine Abreibung von seinem “Boss” bekommt, weil er seinen Job als Hausmeister nicht ordentlich gemacht hat:

BOSS (?)
So I don’t know where the hell you are, and neither does anyone else, and meanwhile the whole building is going to hell. What did I tell you about the clean-out? I had calls from six different tenants talking about their toilets backing up into their showers.

TERRY
And I told Elissa to pour drano down that thing every other day. I mean, my God, you ask somebody to do something for you –

BOSS
That is not her responsibility.

Big Finish Summer Sale 2011

Doctor Who-Fans aufgepasst! Wie die meisten von Euch hoffentlich wissen, besteht Doctor Who nicht nur aus der Fernsehserie, sondern hat sich in den letzten Jahrzehnten auch in anderen Medien erfolgreich ausgebreitet. Vor etwa anderthalb Jahren habe ich mit den Hörspielen von Big Finish angefangen und die sind nicht nur fantastisch, sondern auch zahlreich. Wer denen einmal verfallen ist, der hört nicht mehr auf, wie andere “Leidensgenossen” sicherlich bestätigen können.

Einziger Wermutstropfen ist der relativ hohe Preis mit £ 14,99 pro Doppel-CD bzw. £ 12,99 pro Download für einzelne, aktuelle Geschichten der Hauptreihe. Günstiger ist es im Abo, für ältere Folgen und bei besonderen Gelegenheiten. Wie auch schon im letzten Jahr gibt es den ganzen Juni über bzw. an bestimmten Tagen eine Art Sommerschlussverkauf.

Big Finish: Summer Sale 2011

Einfach aufs Banner klicken, um zur Übersichtsseite zu gelangen. Um es noch schmackhafter zu machen, hier noch ein paar weitere Details aus dem zugehörigen Newsartikel:

The complete Sarah Jane Smith for just £25!
The first three series of Gallifrey for only £60!
All of Sapphire & Steel for a snip at £90!
The full cast Dark Shadows: Season One for £20!
Six seasons of Bernice Summerfield for a mere £95!
The complete Cyberman and Cyberman 2 for an amazing £40!
All six Robin Hood CDs for a minimal £15!

Dalek Empire!
Doctor Who Unbound!
Excelis!
Iris Wildthyme!

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