Kategorie-Archiv: Alltag

Weg mit dem ganzen Zeug: Bücher nur noch elektronisch oder ausgeliehen

Meine Reise hin zu weniger Zeug[1] geht in die nächste Runde. Mein Plan für Februar ist, keine zwingend notwendigen physischen Dinge zu kaufen. Im Januar hat das noch nicht so geklappt und deswegen versuche ich es erneut. Doch das soll hier nicht das Thema sein, denn mindestens ebenso wichtig ist die Dezimierung vorhandener Bestände.

Anfang des Monats habe ich tatsächlich auch meine Lieblingsbücher an einen Massenankaufsservice geschickt. Noch vor einigen Monaten wäre dies unvorstellbar gewesen, doch mittlerweile will ich einfach alles loswerden, was nur irgendwie geht. Die elektronische Version enthält genau dieselben Buchstaben und in diesem Format nehmen sie wesentlich weniger Platz weg.

Das einzige Problem dabei ist, dass nicht alle Bücher auch elektronisch verfügbar sind. Wenn man nur nach Lesestoff sucht, ist man digital im Vorteil, da es z.B. gemeinfreie (=alte) Werke kostenlos gibt. Aber wenn es ein bestimmter Titel sein soll, ist man darauf angewiesen, dass der Verlag bzw. Autor die Rechte erteilt hat.

Da kommt meine wiederentdeckte Leidenschaft für die Leihbücherei ins Spiel. Einen Ausweis kann man bequem online bestellen und der ermöglicht es, in allen Filialen der Stadtbücherei auszuleihen. Und da die Stadt mit der Zeit geht, gibt es auch eine App (z.B. zum Reservieren und Verlängern) und man hat Zugang zu mehreren Online-Bibliotheken. Letzteres wollte ich eigentlich schon lange ausprobieren, aber bisher war keines der gesuchten Bücher verfügbar.

Liukad #11: Girokonto und Kreditkarte

Heute sprechen wir mal über Geld! Ja, macht man nicht, aber es ist vielleicht interessant zu wissen, dass EC-Karten eine deutsche Erfindung sind und im UK im letzten Monat ein schneller Kontowechselservice eingeführt wurde.

Eine meiner ersten Aufgaben letzes Jahr war der Eröffnen eines Bankkontos. Das Gehalt muss ja irgendwohin überwiesen werden und die Ausgaben müssen von irgendwoher getätigt werden. Das Problem ist, wenn man ein Konto eröffnen will, braucht man einen Adressnachweis (Stromrechnung o.Ä.) und wenn man sich auf eine Wohnung bewirbt, muss man ein Bankkonto angeben. Klingt kompliziert, ist es auch.

Die Lösung ist ein sogenannter passport account, wo man „nur“ einen Identitätsnachweis benötigt. Meine Recherche hatte ergeben, dass nur eine Bank einen solchen kostenlos anbietet. Somit war die Entscheidung, welche Bank ich denn nehme, schon gemacht. Die Eröffnung ging relativ schnell vonstatten und ich bekam dazu eine debit card, eine Mischung aus EC- und Kreditkarte. Die Gemeinsamkeit mit der EC-Karte ist, dass das Geld sofort vom Konto abgezogen wird. Aber wie eine echte Kreditkarte gibt es eine zwölfstellige Nummer, die zum Bezahlen im Internet genutzt werden kann.

Da mit dieser Karte der alltägliche Zahlungsverkehr abgedeckt ist, haben Kreditkarten eine völlig andere Bedeutung und das spiegelt sich in den verschiedenen Arten wieder. Wer einen Eindruck bekommen will, schaue sich hier um. Man kann z.B. Punkte sammeln (cashback), Schulden übertragen lassen (balance transfer) oder größere Anschaffungen bezahlen (purchase).

Massenverkauf von Büchern, CDs, und DVDs (3): Anbieter

Vor gut 16 Monaten schrieb ich „Die Tipps und Hinweise dazu gibt es im nächsten Beitrag.“. Nun, dieser nächste Beitrag kommt nun endlich mit etwas Verspätung, da anscheinend doch Interesse besteht, wie ich die einzelnen Massenkauf-Anbieter einschätze. Eine Warnung vorweg: Anfang des Jahres habe ich meinen letzten Verkauf (in Deutschland) getätigt und es hat sich seitdem viel verändert. Sowohl was die Auswahl der Anbieter angeht (werzahltmehr ist übersichtlicher und bietet nun csv-Export des Massenvergleichs an, verkaufsfuchs ist neu dabei) und die Anbieter selber. Meine Erfahrungen können Einzelfälle sein, aber das ist ja der Sinn von solchen Berichten. Wer ähnliche oder gegenteilige Erlebnisse mit den einzelnen Anbietern hatte, darf gerne kommentieren!

Leser Andreas empfahl buecherverkauf als Anlaufstelle, wobei die die Anbieter getestet haben und keinen Vergleich anstellen. So eine Übersicht mit Vorteilen und Features hatte ich eigentlich auch geplant, doch diese riesige Aufgabe ist der Hauptgrund, warum das bisher noch nicht geschehen ist. Ich bin mit der Rangliste dort nicht ganz einverstanden. Der Testsieger momox war mit der schnellste und bequemste, aber die Preise waren meist unter Durchschnitt. Von den anderen kenne ich nur Rebuy und Amazon, was wahrscheinlich daran liegt, dass der Markt so umkämpft ist und sich schnell viel ändert. Die Mindestankaufspreise und Zahlungsweisen (Überweisung, Paypal) gebe ich nicht an, da sich öfter ändert und ich zu faul bin, die aktuellen Fakten nachzugucken. Um es kurz zu machen, hier meine alphabetische Übersicht der Anbieter, die ich „getestet“ habe:

Liukad #10: Käsekuchen

Ja, es geht schon wieder um Milchprodukte, aber die haben es auch in sich! Am Wochenende wollte ich Käsekuchen backen und bin dabei auf einige Hindernisse gestoßen. Außerdem wurde ich wieder daran erinnert, dass Käsekuchen hierzulande etwas völlig anderes ist.

Zunächst einmal mein Problem. Ich wollte einen Kirsch-Käsekuchen backen, wobei die Dekoration unwichtig ist, sondern eher die Zutaten. Der Name kommt vom Quark, klingt logisch, oder? Bei Wikipedia heißt es

Der Käsekuchen oder Quarkkuchen […] ist ein Backerzeugnis, das zu Hauptteilen aus Quark oder einem anderen ungesalzenen Frischkäse, Eiern, Milch und Zucker gebacken wird.

Nun, gucken wir uns also mal den Eintrag zu Quark an, aber um es relevant zu gestalten, in der englischsprachigen Wikipedia:

Dictionaries usually translate it as curd cheese or cottage cheese, although most commercial varieties of cottage cheese are made with rennet, whereas traditional quark is not. […]

[…] Because mainstream popularity of quark desserts is limited to mainly the German-speaking and central European countries, confusion might arise when talking about quark with people unfamiliar with cuisine from this area.

So, da haben wir den Salat! Bzw. Quark. Ich habe den nämlich nicht bekommen, aber da das auch andere im Ausland lebende betrifft, habe ich herausgefunden, dass man auch Sahne mit Frischkäse mischen kann. Das habe ich dann mal ausprobiert. Aber es war wohl ein wenig zu viel single cream, denn der Teig war viel zu füssig. Auch nach doppelter Backzeit sah das Teil noch ein wenig bröckelig aus:

Weg mit dem ganzen Zeug: Papierkram

Weiter geht es mit dem Ausmisten. Diese Runde ist keinem bestimmten Ereignis geschuldet, sondern vielmehr eine Sammlung von Aktionen über mehrere Jahre hinweg. Vieles wird bekannt und offensichtlich erscheinen, aber je öfter man etwas liest, desto wahrscheinlicher wird es irgendwann mal durchgeführt. Einfach machen!

Mein Leben ist zunehmend digital und das spiegelt sich in meinem Verbrauch und der Ansammlung von Papier wieder. Doch auch wenn weniger Material ankommt, heißt das ja nicht, dass das bestehende nicht weiter reduziert werden kann. Hier also eine kleine Übersicht, was mir an papierlichen Dingen einfällt, die weg können:

Mein aktueller Bestand an Papierkram
Mein aktueller Bestand an Papierkram. Die Ordner unten rechts sind mit dem Logo der Heriot-Watt University versehen, d.h. über 10 Jahre alt.

Rechnungen
Alles, was älter als zwei Jahre ist, kann grundsätzlich weg. Die Garantie ist abgelaufen und bei Internetbestellungen existiert (hoffentlich) noch eine E-Mail-Bestätigung, die zur Datierung reicht. Jüngere Rechnungen von Dingen, die gar nicht mehr in meinem Besitz sind, können natürlich auch weg. Außerdem habe ich beschlossen, dass Kleinkramrechnungen wie von DVDs und Elektronik unter einem bestimmten Wert sicher nie relevant sein werden.

offizielle Dokumente
Auszüge von längst geschlossenen Konten, alte Miet- und Versicherungsverträge, Ummeldebescheide, Zollbenachrichtigungen, etc kann alles weg. Das ist nicht mehr relevant und wird es auch nie wieder werden. Aus Nostalgie daran festzuhalten oder weil man „mal was nachgucken“ könnte, ist im Zeitalter von Internet nicht nötig. Angefangen den Bereich auszumisten habe ich vor über drei Jahren und alles fein säuberlich in kleinste Stücke zerrissen. Das hat mehrere Tage gedauert und mir Muskelkater in den Fingern und Unterarmen beschert.

Weg mit dem ganzen Zeug: Kleider- und Küchenschrank

Mein Ausmistevorhaben geht gut voran und ich habe in den letzten zwei Wochen so einiges Zeug loswerden können. Der Plan war, dass Kleidung, Schuhe, Geschirr und Küchenhelfer einer genauen Prüfung unterzogen wurden. Oder naja, Plan ist übertrieben, denn das waren die offensichtlichen Bereiche.

Bei der Kleidung habe ich schon in den letzten Jahren ganz, ganz vorsichtig kleine Schritte gemacht. Seit gut einem Jahr kaufe ich keine Band-T-Shirts mehr, obwohl ich bei ca. zwei Dutzend Konzerten war und keine lustigen T-Shirts mehr, d.h. Kaufstopp bei Qwertee, Ript, RedBubble, Spreadshirt und wie sie alle heißen. Ein halbes Dutzend davon habe ich sogar auf eBay verkauft. Der Gewinn war marginal, aber ich habe sie nicht mehr.

Der große Schritt war eine ehrliche Bestandsaufnahme, was tatsächlich gebraucht wird. Die vielen Stücke, die noch gut sind, aber doch nie angezogen werden, sind für mich wertlos. All die schicken Sachen, die mal für eine besondere Gelegenheit gekauft wurden und höchstens dreimal getragen wurden; all die in einer Laune gekauften Dinge, die nicht wirklich zu meinem Stil und Tagesablauf passen. Der entscheidende Gedanke ist, dass das Zeug entweder bei mir ewig ungenutzt im Schrank hängen wird oder dass es die Chance auf ein neues Zuhause bekommen kann, wo es mehr geliebt wird. Nach mehreren Runden des Gedankenanfreundens habe ich einen großen Stapel zusammenbekommen.

Weg mit dem ganzen Zeug!

Reduce Reuse RecycleIn den letzten drei Jahren bin ich dreimal über große Distanzen umgezogen, nachdem ich 10 Jahre mehr oder weniger am selben Ort gelebt hatte. Das hat ein langsames Ausmisten ins Rollen gebracht und mittlerweile bin ich soweit, dass ich das gründlich und bis auf das letztmögliche unnütze Teil reduzieren möchte.

Das Thema verfolge ich immer mal wieder durch Ideen vom Blog Unclutterer. Angeregt, das endlich zuende zu bringen wurde ich durch zwei Beiträge bei netzwertig über digitalen Minimalismus. Hier in Edinburgh wird einem das recyclen zum Glück relativ leicht gemacht und so hoffe ich, dass ich meinen Kram relativ schnell und vor allem sinnvoll abgeben kann.

Das Entledigen auf britische Art ist natürlich für Leser aus Deutschland nur bedingt interessant, aber ich möchte auch rekapitulieren, was ich bereits so alles losgeworden bin, sei es durch Verkaufen, Verschenken, Wegwerfen oder was auch immer. Was ich so von anderen Bloggern mitbekommen habe, ist das Thema – zumindest im kleinen Rahmen – immer wieder Thema, z.B. bei David und Adastra. Und Hauke hat gar 100 Bücher und Wii-Zubehör verkauft, nachdem er einen Artikel von mir zum Medienverkauf gelesen hatte.

Durch den Medienverkauf und Spenden an Bibliotheken und Charity Shops bin ich ca. 800 Bücher, CDs und DVDs losgeworden. Ich besitze noch eine Handvoll Bücher, von denen einige nur dank Sprachbarrieren noch Platz wegnehmen. Das wäre ein Teil meines Projektes, diese loszuwerden. Von meiner riesigen CD-Sammlung ist nur noch ein kleiner Haufen übrig geblieben mit persönlich wichtigen CDs, die z.B. signiert sind und/oder von Bands, die ich live gesehen habe. Einzig meine DVD-Sammlung ist recht umfangreich, aber das liegt daran, dass ich aus den Themenbereichen Doctor Who, John Cusack und Peter Weir nicht nur behalte, sondern auch kaufe. Eine Schwäche darf man sich ja leisten.

Liukad #8: Running for Charity

Dieses urbritische Thema wollte ich schon sehr lange behandeln und da es diese Woche persönlich aktuell geworden ist, ergreife ich die Gelegenheit. Doch fangen wir von vorne an.

Wer sich einmal auf die Insel verirrt hat und sich die Läden genauer angesehen hat, dem wird aufgefallen sein, dass es sehr viele sogenannte Charity Shops gibt. Auch in Büchern, Filmen und Serien wird oft auf „Oxfam Shops“ hingewiesen. Diese Läden basieren darauf, dass man ihnen Kleidung, Bücher, Krimskrams, und was nicht alles spendet, das sie dann verkaufen. Es sind vor allem Krebs- bzw- Krankheits-Forschungs-Wohltätigkeitsorganisationen, aber auch Organisationen für Obdachlose, christliche Vereine und das besagte Oxfam sind dabei. Und dass Recycling hierzulande erst langsam in Schwung kam, ist (angeblich) auf diese Charity Shops zurückzuführen.

Im gleichen Tätigkeitsbereich gibt es jedes Jahr die Aktionen Children in Need (November) und Red Nose Day (März), wo während eines Telethons[1] und mit Spezialangeboten in Supermärkten und mehr oder weniger verrückten Aktionen von Schulklassen, Privatpersonen, Bürogemeinschaften und überhaupt dem ganzen Land Geld gesammelt wird. Es ist üblich, dass es einen Kuchenverkauf gibt und die Bereitschaft zu spenden ist sehr weit verbreitet und selbstverständlich. In Deutschland werden jährlich um die 3 Milliarden Euro gespendet, während es hierzulande um die 10 Milliarden Pfund sind. Das ist beachtlich, wenn man die geringere Bevölkerung und den höheren Wert der Währung bedenkt (Quellen: UK, D).

Liukad #7: Council Tax und das Steuerjahr

In deutschen Landen haben die ersten Fleißigen schon ihre Steuererklärung abgegeben, doch hier im UK hat das alles noch Zeit. Ende Januar war kurz die Aufregung bei den Prokrastinierern groß, denn die Deadline für die Online-Abgabe für das Jahr 2011/2012 lief ab (Quelle) und danach muss man Strafe zahlen (gleicher Link, etwas weiter unten).

Doch warum so spät, wird der verwirrte Deutsche fragen. Nun das Steuerjahr geht vom 6. April bis 5. April. Warum das so krumm ist, hängt mit dem Kalenderwechsel im 18. Jahrhundert zusammen (Quelle). Die Briten sind ja gerne traditionell.

Neben der Einkommensteuer gilt dieses Datum auch für den sogenannten Council Tax, den jeder je nach Wert des Wohnraumes bezahlen muss. Das wird dann für lokale Dinge wie Schulen, Bibliotheken und Abfallentsorgung verwendet. Dazu kommen (Ab-)Wasserkosten. In Deutschland ist das für eine Mietwohnung meistens in den Nebenkosten enthalten. Meistens, weil z.B. in meinem vorherigen Wohnort Allensbach jeder Zugezogene seine Müllbeutel inkl. Rechnung beim Rathaus abholen muss und ab dem zweiten Jahr zugeschickt bekommt. Das nur am Rande.

Hier muss man sich bei Einzug für den Council Tax anmelden und je nach Wert des Hauses wird man in ein „Band“ eingeteilt, der einem bestimmten Betrag Steuer entspricht. Klingt bescheuert und willkührlich, aber die haben sich sicher was dabei gedacht. Bei Mehrfamilienhäusern gilt das Band pro Wohnung. Dabei wird immer davon ausgegangen, dass zwei oder mehr Personen dort wohnen. Wer alleine wohnt („when there are fewer than two residents“), bekommt 25% Rabatt, worüber ich sehr dankbar bin.