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Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

Das schottische Unabhängigkeitsreferendum aus Sicht eines betroffenen Außenseiters

In gut einem Monat, Donnerstag der 18. September, ist ein wichtiger Tag für Schottland und damit auch für mich. Dann wird zur Abstimmung gebeten und gefragt wird

Should Scotland be an independent country?

Seit etwa einem Jahr geht es mehr oder weniger heiß zur Sache und der Endspurt ist deutlich. Mittlerweile hat man sich immerhin darauf einigen können, wie die Frage formuliert sein soll. Es gab Varianten mit “Do you think…” und ganz am Anfang noch eine weitere Möglichkeit (devo-max). Jetzt ist es also ganz einfach und solange man sich bis zum 2.09 registriert, kann man sein Kreuzchen bei Yes oder No machen.

Ich bin auch wahlberechtigt, wie alle EU- und einige Commonwealth-Bürger. Die Registrierung ist schon lange abgeschlossen und ich weiß auch schon, wie ich abstimmen werde. Doch fangen wir von vorne an.

Als unbedarfter Festivalbesucher in Edinburgh könnte man den Eindruck bekommen, dass die Sache klar entschieden ist, denn auf zahlreichen Autos, Verkehrschildern, Bushäuschen und sonstigen öffentlichen Flächen sieht man die Yes-Aufkleber. Auch in vielen Fenstern (Wohnungen wie Geschäften) hängen Flaggen bzw. Plakate wie dieses:

Essenstauschauktion

Am Sonntag war ich bei einem etwas seltsamen und fantastischen Event, das sowohl ein Rückfall in längst vergangene Zeiten als auch sehr modern ist. Das Ergebnis war der folgende Haufen Köstlichkeiten:

Mein Tausch-Errungenschaften
dicke Bohnen, schottisches Relish, Mehlbeeren-Apfel-Marmelade, Bananen-Walnuss-Dattel-Feigen-Laib, Holunder-Cordial, Zucchini-Ananas-Marmelade, Auberginen-Chutney, Fudge-Brownies (in Packpapier), schwedischer Zimtkuchen, scharfe Kartoffelecken plus (nicht im Bild) Hecken-Marmelade

Das Ganze lief zum dritten Mal unter dem Motto “Barter Me This” und wurde von Sally (Twitter, Facebook) organisiert. Die Idee ist, dass jeder etwas Selbstgemachtes mitbringt und es wird erst wie bei einer stillen Auktion geboten und dann getauscht. Es gibt eine bestimmte Anzahl Essenstauscher-Plätze, aber man kann auch Fähigkeiten tauschen.

Beim letzten Mal war ich als Zuschauer dabei, um zu gucken, wie das funktionert. Ich habe durch impromptu Tipps sogar ein Bündel Kräuter und einen Cupcake eintauschen können. Doch für das Juli-Event war ich richtig mit dabei und habe zweierlei Brownies und Müsliriegel-Rohmasse mitgebracht:

meine Angebote
Müsliriegel-Rohmasse (links in der Ecke), Erdnussbutter-Brownies, Frischkäse-Schoko-Brownies mit Kirschen

Lauf-Apps im Vergleich: Runtastic vs Strava

Als Läufer braucht man heutzutage keine teuren GPS-Uhren mehr, um statistische Aufzeichnungen über seine Trainingseinheiten zu bekommen, denn dank Dutzenden Lauf-Apps reicht ein Smartphone. Als ich vor über vier Jahren mit dem Laufen anfing, ging es auch erst mal ohne, aber sobald ich entdeckt hatte, wie viel Motivation das bedeutet, bin ich selten ohne los.

In der Zwischenzeit habe ich so einige Lauf-Apps ausprobiert (siehe mein Beitrag Vergleich von Trainingsapps: CardioTrainer, runtastic (Pro) und RunKeeper (Pro) von Anfang 2011) und weiß, was nützlich und essentiell ist. Würde ich nur die Apps vergleichen, ginge Runtastic als eindeutiger Sieger hervor. Doch es ist auch entscheidend, wie die Daten aufbereitet werden auf der zugehörigen Webseite und da sieht es wieder ganz anders aus, denn beide Anbieter haben ihre Alleinstellungsmerkmale. Momentan nutze ich deshalb beide, aber jeder hat andere Prioritäten und vielleicht kann ich mit diesem Vergleich jemandem etwas Arbeit abnehmen. Oder zum Wechsel bewegen. Oder einem App-Neuling entscheidende Hinweise geben, so dass eine spätere Migration nicht nötig ist. Man darf gespannt sein! Eigene Erfahrungen oder Fragen bitte in die Kommentare.

Im folgenden Vergleich gehe ich auf die Vor- und Nachteile der Apps und Webseiten ein. Dieser Beitrag geht auf die mobile Variante unterwegs (= Apps) ein, der nächste auf die Gelegenheit zur genaueren Analyse (= Webseiten). Ich nutze beide Anbieter in Englisch. Runtastic bietet sowohl auf der Webseite als auch in der App (Oberfläche, Sprachansagen) deutsch an.

Test-Bericht: Video-Training mit der Pink University

Ich habe mal wieder getestet und erneut ging es um ein Online-Lernportal mit Videotrainings (oder Video-Trainings). Pink University klingt interessant und erstmal komisch, aber PINK steht angeblich für Professionalität, Innovation, Neugier und Kompetenz. Schauen wir mal, ob das Versprechen eingelöst wird!

Startseite Pink University
Überblick auf der Startseite

Die Seite ist angenehm übersichtlich, die Navigation ist einfach und die Themeneinteilung einigermaßen logisch. Die Suche liefert Ergebnisse nach kompletten Trainings und Videos (getrennt), so das man hoffentlich genau das Richtige findet. Mir stand ein Testzugang zur Verfügung, wo ich alles ausprobieren konnte, was ich auch ausführlich getan habe.

Übersicht über berufliche Trainings
Man lernt nie aus, also immer rein ins Vergnügen.
Screenshot Mitarbeitergesprächstraining
Besser vorbereitet für das nächste Mal…

Wie man in den Screenshots sehen kann (Klick für größere Version), wird der eigene Fortschritt angezeigt, sowohl in der Kursübersicht als auch im Kurs selber. Laut den FAQs kann man da nicht schummeln und es wird wirklich nur angezeigt, was man gesehen hat.

Die weiteren Features sind relativ einfach gehalten, d.h. man kann die Lautstärke ändern, auf Vollbild schalten (hilfreich bei körperlichen Übungen), Notizen machen und – soweit vorhanden – das Lernmaterial herunterladen (PDFs, Excel-Tabellen, etc je nach Bedarf). Etwas nervig ist, dass beim Speichern der Notizen das Video wieder von vorne anfängt.

Leider kann man die Geschwindigkeit nicht verändern, aber das ist hoffentlich nicht nötig (mehr dazu siehe unten). Ebenso fehlt eine Downloadmöglichkeit, was besonders für unterwegs praktisch wäre. Aber da es keine App gibt (im Gegensatz zu Coursera oder Lecturio), ist das nicht dringend nötig. Ich finde es jedenfalls angenehm, wenn man ortsunabhängig auf dem Smartphone Videos gucken kann. Die Seite funktioniert wunderbar in der mobilen Ansicht, aber eine spezialisiert App wäre noch besser.

A nightly ride through East Lothian

PLEASE NOTE: this blog post was first published on Sunday as Eine nächtliche Radtour durch East Lothian. Since the majority of people who might find this interesting speak only little German, here is the translated version. Enjoy!

Last weekend was the first time I cycled over 100 km and in the night of Friday-Saturday I surpassed even that and rode almost 120 km.

It was the shortest night of the year and just like last year I took part in the Festival of Cycling’s Night Ride which was about 101 km. And add to that the 9 km I live from the start/end point, we get to those grand 120 km.

There were 80 participants and we left at 11pm in several groups (photo from before we left including a recumbent tandem). I joined the same leaders as last year as we rode at a comfortable speed and I met some lovely people – this is why it is called the “extra value group”. The route was a secret this year, we only knew that we would stop in Dunbar for a meal.

After about 20 km we turned off the “main” road and went along unlit rat run routes. It is not completely dark during this time of year, at least not if the sky is clear and it wasn’t completely covered. It was very interesting and big fun – I can really recommend doing that! This is a part of the route:

Eine nächtliche Radtour durch East Lothian

Letztes Wochenende bin ich zum ersten Mal über 100 km geradelt und in der Nacht von Freitag auf Samstag habe ich das noch einmal getoppt und bin knapp 120 km durch die Landschaft getingelt.

In der kürzesten Nacht bin ich wie schon im letzten Jahr im Rahmen des Festival of Cycling ca. 101 km geradelt und da ich ca 9 km vom Treffpunkt entfernt wohne, kommen wir auf die stolze Summe von knapp 120 km.

Es gab 80 Teilnehmer und wir sind in mehreren Gruppen um 23 Uhr los (Bild von vor der Abfahrt inklusive einem Liegetandem). Ich habe mich denselben Führern wie vor einem Jahr angeschlossen, weil wir ein angenehmes Tempo eingeschlagen hatten und noch angenehmere Gesellschaft geboten wurde – das nennt sich “extra value group”. Die Strecke war diesmal geheim, nur der nächtliche Stop in Dunbar war vorher bekannt.

Wir sind nach ca 20 km von der “Haupt”straße abgebogen und dann über unbeleuchtete Schleichwege geradelt. Es wird zu dieser Jahreszeit nicht komplett dunkel, zumindest wenn es nicht bewölkt ist und das war es nur leicht. Es war sehr interessant und hat großen Spaß gemacht – ich kann das nur empfehlen! Hier ein Ausschnitt der Strecke:

Route des Night Ride 2014
Einmal durch die Wallachei und zurück (Klick für größere Version)

In Dunbar wurden wir vom örtlichen Radverein mit heißen Getränken, leckeren Suppen und fantastischem Brot von der Dunbar Bakery versorgt.

Edinburgh-St Andrews Lepra Ride ODER: 103 km sind keine 68 Meilen

Nein, das sind ziemlich exakt 64 Meilen, und die bin ich gestern offiziell geradelt:

meine Urkunde
Offiziell sind es tatsächlich 68 Meilen

Mit der Anreise zum Treffpunkt waren es aber sogar 70 Meilen (und nach Hause musste ich ja auch noch) und von daher nehme ich diese Urkunde dankend an.

Warum glaube ich, dass es nur 103 km sind? Meine GPS-Uhr hat das so aufgezeichnet und die Route, die ich daraus erstellt habe, scheint korrekt dem Straßenverlauf zu folgen[1]. Außerdem hatte ich auf mapmyride mehrere gefunden, die ebenfalls 103-104 km lang sind (z.B. diese hier).

Auf dem Weg zum Treffpunkt regnete es, aber bis zum Start gegen 8:45 (= 9 Uhr) hatte es aufgehört und den größten Teil der Reise konnte ich im kurzärmeligen Trikot genießen. Das war bei manchen Steigungen sogar schon fast zu viel Stoff. Aber wenn man dann oben angekommen ist, hat man eine gute Aussicht und kann den Abhang hinunterbrausen.

Loch Leven und Straße
Blick auf Loch Leven (rechts) und endlich erstmal bergab führende Strecke

Ich bin bis zum Mittagsstop in Kinross mit den schnelleren Mitgliedern der 20 Milers geradelt, aber die kannten den Weg ebenso wenig wie ich. Wir haben dann versucht, andere Radler immer im Blick zu behalten. Von da an, war es zwar ausgeschildert, ich habe eins übersehen (wurde aber sofort von einem erfahrenen Teilnehmer auf den richten Weg gelenkt), aber vier weitere sind mehrere Meilen in die falsche Richtung geradelt.

Mein dritter Halbmarathon: nass, niggle-frei und “nackt”

Gestern war es also soweit, dass ich meinen zweiten Edinburgh Half Marathon (und dritten überhaupt) gelaufen bin. Es lief insgesamt sehr gut trotz schlechter Vorzeichen und widerlichen Umständen. Diesmal war ich auch nicht alleine, sondern hatte Besuch aus Irland. Doch kommen wir zur Überschrift.

NASS
Die ganze Woche hatte ich die Wettervorhersage mit Schrecken verfolgt, denn nach mehreren warmen Wochenenden sollte es wieder kälter und vor allem regnerischer werden. Je nach Wetterdienst/-app und Tageszeit schwankte die Regenwahrscheinlichkeit zwischen 20% und 80%. Auch am Morgen selber herrschte keine Übereinstimmung so haben wir vorsichtshalber Mülltüten mitgenommen. Die waren dann auch bitter nötig, denn eine Viertelstunde vor dem Start fing es an zu schütten. Es war relativ kühl und ich war sehr froh darüber, meine Armschoner angezogen zu haben. Der Regen hielt sich bis ungefähr eine halbe Stunde nach dem Start, was ich aber erst gar nicht mitbekommen habe, so konzentriert bin ich den ganzen Pfützen ausgewichen, um nicht komplett durchnässte Schuhe zu bekommen.

NIGGLE-FREI
Außerdem habe ich mich sehr auf meine Geschwindigkeit und Körpersignale konzentriert. Die letzten zwei Wochen lief nicht alles optimal bzw. es mehrten sich die Anzeichen, dass meine anvisierte Zeit von 1:45 unerreichbar bleiben würde. Das fing damit an, dass mein Gewicht plötzlich in die falsche Richtung wanderte und ich knapp vier Kilo mehr hatte als beim Great Scottish Run im Oktober. Das hat keinen großen, aber merklichen Einfluss und die Psychologie sollte man nicht vernachlässigen.

5 Bücher für 2014

Ein weiteres Stöckchen in diesem altmodischen Jahr und wieder kommt es von bullion. Es geht um die fünf Bücher, die ich in diesem Jahr unbedingt lesen möchte. Also, lieber bullion, der copy&paste-Master Dan Brown steht bei mir nicht auf der Liste, aber ich laufe trotzdem gerne ab und zu zur Rosslyn Chapel auf einem schönen Pfad entlang des River North Esk. Ok, Scherz beiseite, was steht denn nun bei mir auf der Liste?

  • Tim Noakes - The Lore of RunningTim Noakes – The Lore of Running
    Das ist ein dicker Brocken von 930 Seiten, den ich vor einigen Tagen angefangen habe und wie der Titel schon vermuten lässt, geht es ums Laufen. Die erste Auflage stammt aus den Achzigern und die mittlerweile vierte Ausgabe ist auf einem relativ aktuellen Stand. Das Buch wurde mir mehrfach persönlich und in diversen Publikationen als das Buch übers Laufen empfohlen, so habe ich es also mal ausgeliehen.
    Es geht sehr in die Tiefe, z.B. im ersten Teil “Physiologie und Biochemie” über Muskelaufbau, Sauserstofftransport etc. Die weiteren Bereiche sind Training, Wettkämpfe und Gesundheit. Bisher ist es sehr trocken-spezifisch-wissenschaftlich und der Stil von Noakes teilweise verwirrend, da er dieselben Argumente so oft anders formuliert, dass es sich für mich teilweise wie das genaue Gegenteil liest. Ich hoffe mal, dass es in den weiteren Abschnitten interessanter wird. Jedenfalls ist es nicht als Bettlektüre gedacht, sondern eher zum intensiven Studium. (bei Interesse: mein Amazon-Link)