Doctor Who für Anfänger: die neue Serie (Version 2013)

Mit dem 50. Jubiläum ist die Gelegenheit günstig bei Doctor Who einzusteigen und da nun auch in Deutschland der Bekanntheitsgrad wächst, stellt sich der eine oder die andere hoffentlich die Frage, wo man denn bei über 700 Folgen anfangen soll[1].

Ich habe schon einmal zwei Beiträge dazu verfasst (neue Serie, klassische Serie). Die dort genannten weiterführenden Links sind größtenteils noch aktuell, also immer schön klicken. In den vier Jahren seitdem habe ich allerdings endlich fast alle Geschichten aus den ersten 26 Staffeln gesehen (= bessere Empfehlungen) und es gibt eine komplette neue Regeneration der aktuellen Serie (= der elfte Doktor). Zeit also für eine Neuauflage.

Der riesige Umfang wird oft als Hinderniss zum Einstieg genannt und dass man als Komplettist an der Serie verzweifeln wird. Der Umkehrschluss ist jedoch, dass man Jahre oder gar Jahrzehnte mit der Serie verbringen kann, ohne dass das Material ausgeht. Ich bin jetzt ungefähr sechs Jahre dabei und habe noch nicht alle (klassischen) Folgen gesehen. Die Hörspiele habe ich zum großen Teil abgedeckt, aber es erscheinen jeden Monat eine Handvoll neue. Das bezieht sich auf die ersten acht Doktoren, wo es darüber hinaus Comics, Bücher und Hörbücher gibt, die sowohl neue Geschichten erzählen als auch die TV-Episoden dramatisieren. Wer sich nur auf die neue Serie konzentrieren möchte, hat Bücher, Hörbücher und Comics zur Auswahl – je nach Interesse wird jeder bedient. Auch Figurensammler kommen bei Doctor Who auf ihre Kosten. Oder man belässt es bei den Fernsehfolgen und belastet sich nicht mit dem Rest.

Wer einfach nur mal reinschnuppern möchte, dem empfehle ich eine der folgenden Strategien:

  • Run!Die ersten drei Folgen mit dem neunten Doktor: Rose, The End of the World, The Unquiet Dead. Die erste Folge ist darauf ausgelegt, den Zuschauer abzuholen und zu entführen, d.h. es wird absolut kein Vorwissen verlangt. Dann geht es in die Zukunft und die SFX werden ausgepackt. Die Trilogie komplett macht eine Reise in die Vergangenheit zu Charles Dickens. Immer dabei sind packendes Drama und menschliche Geschichten.
    Wer sonst keine britische Serien schaut, wird den Stil vielleicht gewöhnungsbedürftig finden, aber nach weiteren drei Folgen, d.h. spätestens ab Dalek sollte es kein Zurück mehr geben. Belohnt wird man erst mit einem Gastauftritt von Simon Pegg und dann mit den drei wohl besten Folgen der ersten Staffel.
  • Schnee!Je eine (Doppel-)Folge aus den drei Staffeln des zehnten Doktors: The Girl in the Fireplace, Human Nature/The Family of Blood, Midnight. Mein Lieblingscompanion Donna ist außer einer kurzen Szene nicht mal in diesen Folgen vertreten. Die Auswahl ist schwierig, da es viele gute Beispiele gibt und diese hier jeweils eine Besonderheit zeigen. Aber Doctor Who ist eben (fast) immer besonders, da das Format so offen ist und man nie weiß, was als nächstes auf dem Plan steht. Sozusagen die Pralinenschachtel der Fernsehgeschichte.
  • Frisch!Die ersten drei Folgen mit dem elften Doktor: The Eleventh Hour, The Beast Below, Victory of the Daleks. Das komplett ausgewechselte Team (Doktor, Companion, Produzent/Hauptautor) bietet wie die Vorgängertruppe eine Einführung für alle Neulinge, eine Visite in die Zukunft und eine Reise in die Vergangenheit. Auch hier wird ein guter Überblick gegeben, was zu erwarten ist bzw. man erahnt, wie groß die Bandbreite sein wird. Wessen Interesse geweckt ist, der wird danach von den Weeping Angels heimgesucht und die sollte man nun wirklich nicht verpassen.
  • doctorwho-eventuallyJe eine Folge aus den drei Staffeln des elften Doktors: Vincent and the Doctor, The Girl Who Waited, Dinosaurs on a Spaceship, The Crimson Horror. Ja, das sind vier Folgen, weil die letzte Staffel in zwei Hälften geteilt war und jede Hälfte hier einen Platz verdient hat. Diese Auswahl bietet Gefühle, Humor, Action und Drama. Und die beiden Folgen von Neil Gaiman gibt es als Belohnung obendrauf, wenn man weitergucken will (The Doctor’s Wife, Nightmare in Silver).

Was denken bestehende Fans von meiner Auswahl? Gibt es andere oder gar bessere Vorschläge?

Die Folgen sind bei Watchever verfügbar und wahrscheinlich bei iTunes und anderen Video(streaming)diensten. Wer gleich die ersten vier Staffeln auf DVD kaufen möchte, kann für knackige £35 zugreifen. Danach wurde in HD gedreht und wer etwas mehr Geld übrig hat, kann sich die kompletten Staffeln 1-7 auf BluRay holen. Da die Box erst diesen Monat erschienen ist, schlägt sie noch mit £167,25 zu Buche. Im BBC-Shop ist es etwas billiger. Aber bis Weihnachten 2014 sollten sich Preis und Fantum soweit angenähert haben…

Wer viel Zeit hat, kann ja schon mal Florians langen Jubiläumsbeitrag lesen, wo er für jeden Doktor eine treffende Beschreibung und Geschichte ausgesucht hat. Ich gehe rückwärts und werde erst im zweiten Teil die ersten 26 Staffeln behandeln.

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  1. Keine Panik, in der klassischen Serie hatte jede der 150 Geschichten 1-12 Folgen. []
Dieser Beitrag ist Teil 3 von 4 der Beitragsserie Doctor Who für Anfänger

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

5 Gedanken zu „Doctor Who für Anfänger: die neue Serie (Version 2013)“

  1. Oh, danke für diese EInführung für Unwissende. Die 4er Staffel DVD-Box hatte ich auch schon im Auge. Ganz besonders toll wäre aber die Blu-ray Box. Hmm, mal sehen ob der Preis noch fällt. Bei Ausschnitten auf YouTube habe ich immer so einen gräßlichen Videolook festgestellt – besitzt den die Serie tatsächlich, oder lag es an den falsch eingestellten Clips?

  2. Videolook? Schwer zu sagen, ohne dass ich genau weiss, was du meinst – welche Folgen und wie definierst du Videolook?
    Wie gesagt, die ersten vier Staffeln wurden nicht in HD gedreht, d.h. fuer die BluRays sind die hochskaliert. Ich habe ein Gespraech dazu mitgehoert, wo einer erklaert hat, dass es keine 1080er-Qualitaet ist, sondern 720. Da ich keinen BluRay-Player habe, kenne ich mich da nicht aus.

  3. Die Clips, die ich gesehen hatte, haben vom Look her eher an auf Video produzierte Soap Operas erinnert, als an klassischen Film. So etwas würde mich doch immens stören. 720p steht für die kleine HD-Auflösung (1280×720) und ist immer noch recht sehenswert, sagt aber nichts über den Look an sich aus.

  4. Ich glaube bullion meint weniger den Stil als die Qualität, oder? Und dass Blink teilweise im Videostil geschnitten ist, liegt an der Geschichte 😉

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