Mein erster Crosslauf und erstes Clubrennen

Gestern gab es gleich eine doppelte Premiere, da ich mein erstes Cross Country-Rennen als Clubmitglied gelaufen bin. Es handelte sich um das Braid Hills Cross Country Race, das vom Laufclub der Uni Edinburgh veranstaltet wurde und viele Läufer aus dem ganzen Land anzog[1]. Die meisten kamen mit ihrem Uniclub und ich habe den Altersdurchschnitt stark hochgetrieben. Es war aber nicht zwingend, dass man Student ist oder dass man einem Club angehört. Letzteres ist normalerweise beim Cross Country üblich (s.u.). Es waren neben den ganzen Unis auch einige lokale Clubs vertreten.

Die Rennstrecke auf einem Wanderweg rund um einen Golfplatz.
Die Rennstrecke auf einem Wanderweg rund um einen Golfplatz.

Wie es genau gelaufen ist, erzähle ich auch noch, aber fangen wir von vorne an. Letzte Woche bin ich einem Laufclub beigetreten und das war eher Zufall. Bzw. das Beitreten war geplant, nicht aber der Club, bei dem ich gelandet bin. Ich hatte einige Clubs im Visier, die ich durch Internetrecherche gefunden hatte. Im Oktober kam ich beim Parkrun mit zwei Frauen ins Gespräch, die dem Ferranti Amateur Athletics Club angehören. Von dem hatte noch gar nicht gehört, denn es gibt keine Webseite. Aber die beiden empfahlen mir eine Clubkameradin, die in der Nähe meiner Arbeitsstätte arbeitet und öfter in der Mittagspause in den Pentlands laufen geht. Dies und das Willkommenheißen einiger anderer per E-Mail gefiel mir ganz gut und ich bin beigetreten. So habe ich gleich beim jährlichen Handicap-Rennen mitgemacht, wo ich Zweite wurde[2].

Wenn man einem Club beitreten möchte, der bei Cross Country-Rennen teilnimmt, muss man auch Mitglied bei Scottish Athetics sein. Das hat versicherungstechnische und organisatorische Gründe, soweit ich weiß. Dank der Clubmitgliedschaft muss man normalerweise kein Startgeld zahlen und man bekommt Rabatte in Spezialgeschäften und bei Physiotherapeuten etc. Die Saison geht von Oktober bis März und fast jedes Wochenende ist irgendwo in der Wallachei ein Rennen. Das nächste Woche muss ich leider überspringen, da ich in London bin.

Nun zum eigentlichen Rennen gestern. Es war überraschend warm, so dass auch ich die traditionelle Kleidung aus Weste und Shorts trug. Bzw. Dreiviertelhose, denn Shorts besitze ich gar nicht. Aber die meisten Briten natürlich schon, wie die Bilder vom letzten Jahr zeigen, wo es einige Grad kälter war. Mit warm meine ich 11°C (plus starker Wind) und ich war froh um die leichte Kleidung. Die Strecke läuft auf einem Wanderweg, der sich erst langsam berauf schlängelt und dann wieder bergab. Der Untergrund besteht aus Erde, Geröll und Fels. Matsch war dieses Jahr kaum vorhanden. Das Problem ist, dass die zweite Hälfte nur Platz für eine Person bietet und so Überholen praktisch unmöglich ist.

Des weiteren ist das Rennen so informell, dass es zwar Marshalls, aber keine Markierungen gibt. Wer die Strecke nicht kennt, weiß nicht, wie weit es noch ist und ob man nun einen Springtangriff starten soll oder lieber noch wartet. Ich war jedenfalls am Ende ziemlich fertig, obwohl es nur ungefähr 4,6 km sind. Aber das Laufen auf natürlichen Wegen macht sehr viel Spaß und meine neuen Trailschuhe (in knalligem Orangerot) haben sich schon bezahlt gemacht.

Evtl. muss ich allerdings vielleicht meine Brille loswerden. Beim Start ist mir aufgefallen, dass ich die einzige mit war bzw. ich habe sonst keine Brillenträgerin gesehen.

  1. Im UK ist Cross Country oft Teil des Sportunterrichts, d.h. die kennen das schon von klein auf. []
  2. Ganz knapp hinter Betty, 69, die mich bei bisher jedem Parkrun geschlagen hat. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

9 Gedanken zu „Mein erster Crosslauf und erstes Clubrennen“

  1. Mal wieder ein Laufpost. Sehr schön. Besonders da ich zurzeit selbst mein Pensum wieder vernachlässige. So querfeldein klingt gut. Sollte man aber wohl die richtigen Schuhe für haben – ich versuche das auch ab und zu mal mit meinen normalen Straßenschuhen und das ist doch nicht so das Wahre.

  2. In diesem Fall waren Straßenschuhe ok und viele haben auch solche getragen. Wenn es eher nasses Gras gibt, sind Cross Country Spikes angesagt, die bis zu 15mm lang sind. Davon halte ich aber noch Abstand und sehe mal, was die kommenden Monate bringen.

  3. Eine Sportbrille waere nur eine weitere sinnlose Investition, denn beim Laufen werde ich selten einen Ball auf die Nase bekommen. Meine Intention hinter dem Absatz war eher die Verwunderung ueber die fehlenden Brillen.

  4. Bei -6 Dioptrien ist die Brille zwingend erforderlich. Aber die letzten paar 1000 Kilometer haben gezeigt, dass selbst staerkster Wind die Brille nicht mal rutschen laesst. Es kam mir halt sehr seltsam vor, dass bei sehr unebenem Grund keiner eine Brille braucht. Das kann ja nicht sein.

  5. Beim Basketball bspw. tragen die meisten Brillenträger gar nichts oder Kontaktlinsen. Ich würde den Ball auch nicht mehr fangen, deshalb lieber die Brille, da ich Linsen nicht so mag

  6. Beim Laufen habe ich keine Probleme mit der Brille, bei anderen Sportarten schon, da rutscht sie gerne mal runter bei nem Zusammenstoß.
    Komisch, das müssen dann wohl viele Kontaktlinsen sein, weil Schottland wird ja nicht das Mekka des Laserns sein, oder?

  7. Nein, gelasert wird nicht so viel, denke ich. Aber ich habe Angebote für ab 450 GBP gesehen (keine Ahnung, welche Konditionen). Alle, die ich bisher gefragt habe, tragen entweder Linsen (nur zum Laufen) oder tragen einfach gar nichts (wenn weitsichtig).

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