Projekt “Halbmarathon in unter 2 Stunden” – Das Rennen

Projekt erfolgreich abgeschlossen! Doch fangen wir von vorne an.

Es ging abenteuerlich los, denn der erste Zug um 8 Uhr (voll mit Läufern auf dem Weg nach Glasgow) wurde wegen Bauarbeiten gestrichen. Wir sind also gesammelt zum nächsten, der um 8:30 fuhr. Der hielt unterwegs immer wieder längere Zeit an, denn die Bauarabeiten waren immer noch nicht abgeschlossen. Mit einer Stunde Verspätung haben wir es dann endlich nach Glasgow geschafft. Die Teilnehmer des 10k-Rennen, das eigentlich eine halbe Stunde vor unserer Ankunft startete, durften trotzdem noch laufen:

Der HM wurde mit 15-minütiger Verspätung gestartet und dann ging es erstmal bergauf…

Saint Vincent Street in Glasgow
Nur nicht verzweifeln, danach geht es auch wieder runter.

Ich bin locker angegangen und war überrascht, dass meine Zwischenzeit unter 5 min/km lag, wo ich doch 5:20 min/h angepeilt hatte. Das ging die ersten Kilometer so, wobei es mir relativ leicht fiel. Das würde sich allerdings noch rächen. Mein GPS-Signal war leider nicht sehr akkkurat, denn es behauptete, ich sei eine neue 5K-PB gelaufen, obwohl ich erst eine Minute später über die 5K-Zeitmatte lief. Ein ähnliches Spiel bei 10K, wo es dann zwei Minuten Unterschied waren. Das hieß natürlich, dass meine Zwischenzeiten um 10-15 Sekunden falsch waren und nicht als Anhaltspunkt dienen durften. Die Schilder jede Meile waren natürlich vollkommen nutzlos.

Zu dem Zeitpunkt war ich aber schon ziemlich an der Grenze und versuchte einfach nur das Tempo so gut als möglich zu halten. Nach der Hälfte fing es an zu nieseln, was sich langsam zu normalem Regen steigerte. Zum Glück hörte es nach ein paar Kilometern wieder auf, aber meine durchnässten Schuhe fühlten sich sehr schwer an.

Nach gut anderthalb Stunden hat mich die 2-Stunden-Pacerin überholt und die Gruppe ist so ganz langsam davongezogen. Die sollten theoretisch 5:41 min/km laufen und mir wurde 5:24 min/km angesagt. Scheiß Technik! Falls Ihr Euch wundert, wie das sein kann, dass ich unter zwei Stunden laufe und von der 2-Stunden-Gruppe überholt wurde: die sind früher gestartet und ich muss die irgendwann mal überholt haben.

Den letzten Kilometer habe ich mich nochmal rangehalten. Die Zuschauer waren echt toll und auf der ganzen Strecke sehr zahlreich und enthusiastisch. Da die Laufnummer auch gut sichtbar den Namen zeigt, bekommt man persönliche Anfeuerungen, wenn man kurz vorm Gehen ist und das motiviert sehr.

Meine Beine (für die Schwaben: meine Füße) haben sich sehr gut gehalten und nicht aufgemuckt. Ich hatte nur ein paar Mal einen Krampf nahe des Schlüsselbeins und ein bisschen Seitenstechen. Die Versorgung mit Wasser und Gelen funktionierte auch ganz gut (je ein Wasser und Gel vor dem Start und nach 6 Meilen).

Wenige Minuten nach dem Zieleinlauf habe ich bereits eine SMS mit meiner Zeit erhalten und so die Bestätigung, dass ich mit 1:55:17 (Tempo 5:28 km/h) mein Ziel tatsächlich erreicht habe. Mein Optimalziel von 1:53 (Tempo 5:21 km/h) habe ich nicht erreicht, aber das kann ja noch kommen.

Nach dem Rennen war ich total fertig und habe außer Wasser und ein paar Kaubonbons, die verteilt wurden, nichts zu mir nehmen können. Das hielt einige Stunden an, was hoffentlich nich bedeutet, dass meine Regeneration nur langsam in Gang kommt. Andererseits ging es mir im Mai ähnlich und ich hatte nicht mal Muskelkater.

Leider habe ich das Gewinnertrio nicht gesehen, obwohl sie auf der anderen Straßenseite an mir vorbeigelaufen sein müssen. Immerhin war ich mehr als halb so schnell wie Haile Gebrselassie und das muss man mir erstmal nachmachen:

Mit der Zeit hat er übrigens den Kursrekord um eine Sekunde unterboten. Hier noch eine Übersicht über das Höhenprofil und meine (falsch gemessenen) Geschwindigkeiten

10km-Zeit 50:15 min (tatsächlich 2 Minuten langsamer

Eine Tabelle meiner Kilometer-Zeiten gibt es diesmal nicht, da die ja eh falsch sind. Das ärgert mich ein bisschen, denn so daneben ist das Signal beim Parkrun nicht und auch beim HM im Mai war es nicht so schlimm. In Glasgow waren es über die gesamte Strecke mehr als 700m zu viel, während es in Edinburgh nur gut 100m waren. Vielleicht ist es Zeit, dass ich in eine GPS-Uhr investiere und mich nicht mehr auf die nicht dafür ausgelegte App verlasse…

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Dieser Beitrag ist Teil 17 von 17 der Beitragsserie Projekt „Halbmarathon in unter 2 Stunden“

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

4 Gedanken zu „Projekt “Halbmarathon in unter 2 Stunden” – Das Rennen“

  1. Erst einmal: Gratuliere! Eine wirklich fantastische Leistung 🙂

    Die falsch gemessene Zeit ist dagegen wirklich ärgerlich. Hatte ich bei meinem bisher einzigen Laufevent auch. Immerhin hast du eine „offizielle“ Zeit – und die ist ja wohl exzellent! Unter 5:30 min/km – und das auf 21 km. Wow!

  2. Ja, das Tempo ist schon gut, so gesehen 🙂 Erstaunlich, wie viel man sich da verbessern kann. Aber es ist noch Luft nach oben und ich bin weiterhin motiviert, so dass es fröhlich ins nächste Rennen gehen kann

  3. Glückwunsch auch von mir, Respekt für die verdammt gute Zeit!
    Die Pace die du auf 21km läufst schaffe ich derzeit nicht auf 10km. Deshalb nicht so ärgern über die eigenen Statistiken, so deutlich unter 2h ist nen Erfolg!

  4. tobi, das kommt ja noch 🙂 Beim EMF nächstes Jahr visiere ich die 1:50 an. Das sollte ich ja anhand meiner 5K-Zeit angeblich sowieso schon schaffen und der Kurs ist da wirklich flach.

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