Liukad #10: Käsekuchen

Ja, es geht schon wieder um Milchprodukte, aber die haben es auch in sich! Am Wochenende wollte ich Käsekuchen backen und bin dabei auf einige Hindernisse gestoßen. Außerdem wurde ich wieder daran erinnert, dass Käsekuchen hierzulande etwas völlig anderes ist.

Zunächst einmal mein Problem. Ich wollte einen Kirsch-Käsekuchen backen, wobei die Dekoration unwichtig ist, sondern eher die Zutaten. Der Name kommt vom Quark, klingt logisch, oder? Bei Wikipedia heißt es

Der Käsekuchen oder Quarkkuchen […] ist ein Backerzeugnis, das zu Hauptteilen aus Quark oder einem anderen ungesalzenen Frischkäse, Eiern, Milch und Zucker gebacken wird.

Nun, gucken wir uns also mal den Eintrag zu Quark an, aber um es relevant zu gestalten, in der englischsprachigen Wikipedia:

Dictionaries usually translate it as curd cheese or cottage cheese, although most commercial varieties of cottage cheese are made with rennet, whereas traditional quark is not. […]

[…] Because mainstream popularity of quark desserts is limited to mainly the German-speaking and central European countries, confusion might arise when talking about quark with people unfamiliar with cuisine from this area.

So, da haben wir den Salat! Bzw. Quark. Ich habe den nämlich nicht bekommen, aber da das auch andere im Ausland lebende betrifft, habe ich herausgefunden, dass man auch Sahne mit Frischkäse mischen kann. Das habe ich dann mal ausprobiert. Aber es war wohl ein wenig zu viel single cream, denn der Teig war viel zu füssig. Auch nach doppelter Backzeit sah das Teil noch ein wenig bröckelig aus:

Da ich aber sowieso geplant hatte, zwei Kuchen zu backen (die Kollegen sind hungrig), habe ich es mit einem veränderten Mischungsverhältnis nochmal probiert und so hat es dann auch funktioniert:

Die Kollegen waren auch ganz angetan, was natürlich immer gut ankommt. Die britische Fraktion begrüßte den Kuchen mehrheitlich mit „oh, it’s a baked cheesecake“, was die Frage aufwirft, was es denn sonst sein sollte. Nun, auch hier hilft wiederum Wikipedia:

In the United Kingdom and Ireland, cheesecake is typically made with a base of crushed, buttered biscuits and often topped with a fruit compote. The most common commercial varieties are black cherry, blackcurrant, strawberry, passionfruit, raspberry, and lemon curd. The usual filling is a mixture of cream cheese, sugar and cream and it is not baked, but refrigerated. Gelatine (sometimes in the form of fruit-flavored dessert jelly) may also be mixed in with the cheese/cream mixture to keep the filling firm.

Genau, mit Früchten und Gelatine. Wobei ich mir das nicht vorstellen kann. Entsprechend habe ich darum gebeten, doch bitte mal ein (selbstgebackenesgemachtes) Exemplar zur Verköstigung zu präsentieren.

Ich dagegen habe Hoffnung, dass es evtl. bald Käsekuchen nach Originalrezept geben wird (komplette Konversation):

Man darf gespannt sein!

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Dieser Beitrag ist Teil 10 von 16 der Beitragsserie Leben im UK als Deutscher (Liukad)

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

4 Gedanken zu „Liukad #10: Käsekuchen“

  1. Die britische Version klingt eigentlich nach den in Deutschland inzwischen auch sehr beliebten Kühlschranktorten – die bekannteste Variante dürfte die Philadelphia-/Frischkäsetorte sein. Hast du sowas wirklich noch nicht gegessen?
    Wir finden die grad im Sommer super & auch von der benötigten Zeit ideal: Bröselboden am Vortag machen, den Belag wenn’s passt zusammenrühren, kühlen & fertig 🙂

    Gelatine braucht man nicht wirklich. Wird der Bequemlichkeit halber aber sowieso gerne überall hinein getan…

    Guten Appetit!

  2. Kuehlschranktorte?! Den Ausdruck kenne ich nicht (wobei jedwedige Beruehrung mit Backerzeugnissen entweder aus aelteren Verwandten oder konditorisch ergeizigen Freunden besteht). Es kann sein, dass ich mal sowas wie Philadelphia-Torte gegessen habe, aber dann ohne dass ich wusste, dass die ungebacken ist. Ich bin kein grosser Fan von Gelatine und wenn es Alternativen gibt (Marmorkuchen!), dann bevorzuge ich die.

  3. Mein Sainsbury’s hat auch Quark. Womit ich Probleme hatte war Kardamom (gehoert in unser altes Familienrezept fuer Bremer Klaben). Das gab’s nur in ganz, nicht gemahlen. Bis ich dann irgendwann einfach online gegangen bin. Bei sowas kaufe ich dann auch Lebensmittel online.

  4. ok, Sainsbury’s wird beim nächsten Mal auch durchsucht 🙂

    Kardamom habe ich noch einen Rest aus Deutschland. Ist zwar mittlerweile über ein Jahr alt und damit für Puristen unbrauchbar, aber man nimmt was man kriegen kann!

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