Weg mit dem ganzen Zeug!

Reduce Reuse RecycleIn den letzten drei Jahren bin ich dreimal über große Distanzen umgezogen, nachdem ich 10 Jahre mehr oder weniger am selben Ort gelebt hatte. Das hat ein langsames Ausmisten ins Rollen gebracht und mittlerweile bin ich soweit, dass ich das gründlich und bis auf das letztmögliche unnütze Teil reduzieren möchte.

Das Thema verfolge ich immer mal wieder durch Ideen vom Blog Unclutterer. Angeregt, das endlich zuende zu bringen wurde ich durch zwei Beiträge bei netzwertig über digitalen Minimalismus. Hier in Edinburgh wird einem das recyclen zum Glück relativ leicht gemacht und so hoffe ich, dass ich meinen Kram relativ schnell und vor allem sinnvoll abgeben kann.

Das Entledigen auf britische Art ist natürlich für Leser aus Deutschland nur bedingt interessant, aber ich möchte auch rekapitulieren, was ich bereits so alles losgeworden bin, sei es durch Verkaufen, Verschenken, Wegwerfen oder was auch immer. Was ich so von anderen Bloggern mitbekommen habe, ist das Thema – zumindest im kleinen Rahmen – immer wieder Thema, z.B. bei David und Adastra. Und Hauke hat gar 100 Bücher und Wii-Zubehör verkauft, nachdem er einen Artikel von mir zum Medienverkauf gelesen hatte.

Durch den Medienverkauf und Spenden an Bibliotheken und Charity Shops bin ich ca. 800 Bücher, CDs und DVDs losgeworden. Ich besitze noch eine Handvoll Bücher, von denen einige nur dank Sprachbarrieren noch Platz wegnehmen. Das wäre ein Teil meines Projektes, diese loszuwerden. Von meiner riesigen CD-Sammlung ist nur noch ein kleiner Haufen übrig geblieben mit persönlich wichtigen CDs, die z.B. signiert sind und/oder von Bands, die ich live gesehen habe. Einzig meine DVD-Sammlung ist recht umfangreich, aber das liegt daran, dass ich aus den Themenbereichen Doctor Who, John Cusack und Peter Weir nicht nur behalte, sondern auch kaufe. Eine Schwäche darf man sich ja leisten.

Too Good To WasteMit der Hilfe einer Brochüre von Changeworks (PDF) hoffe ich, so viel Zeug wie möglich loszuwerden. Leider habe ich eine Menge bereits einfach in den Müll geworfen und das möchte ich soweit wie möglich von nun an vermeiden.

In dieser Broschüre habe ich Polymer Recycling gefunden, die CDs und DVDs recyclen, d.h. die Medien, die Einleger und die Hüllen. Mir geht es um letztere, denn davon habe ich ca. 70 Stück. Nach einer kurzen E-Mail-Anfrage wurde mir die Adresse mitgeteilt, an die ich die Hüllen schicken kann. Das kostet mich also nur das Porto und schon bald gibt es neues Granulat.

Diese Woche habe ich einen Stapel Blöcke und verschiedener Ordnerarten (Zeitschriften, Akten, Heft) zur Arbeit gebracht und mit dem Zettel „Please help yourself“ versehen. Als ich vorhin nach Hause ging, lag noch ein einzelner Pappordner da. Das Zeug hat also hoffentlich ein Zuhause gefunden, wo es auch tatsächlich gebraucht wird.

Als nächstes stehen alte Sportsachen an in Form eines Judoanzugs inkl. Tasche und Inline Skates inkl. Schoner. Den Kimono möchte ich nicht einfach verschenken und habe deshalb bei einem Club angefragt. Anscheinend wird deren E-Mail-Adresse aber nicht benutzt, denn auch nach mehreren Monaten und E-Mails kam keine Antwort. Da muss ich wohl mal anrufen. Die Skates werde ich entweder über Gumtree/Freegle/Freecycle verschenken oder an Oxfam spenden. Da warte ich aber noch ein bisschen ab, bis sich etwas mehr angesammelt hat.

Drückt mir also die Daumen, dass es schnell Fortschritte zu verzeichnen gibt, so dass ich mehr Platz, weniger Ballast und Grund für einen Beitrag habe. Wie steht Ihr zu dem Thema?

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Dieser Beitrag ist Teil 1 von 5 der Beitragsserie Weg mit dem ganzen Zeug

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

11 Gedanken zu „Weg mit dem ganzen Zeug!“

  1. Ich wohne ja in einem Landkreis in dem wirklich alles separat gesammelt wird. Das bedeutet, daß wir auf unserem Wertstoffhof geschätzte 50 verschiedene Sammelboxen / Container haben in denen jegliche Art von nicht mehr benötigten Dingen (ugs. Müll) gesammelt werden. Das bedeutet dann, daß z.B. olle CDs incl. Hülle und Papier von den freundlichen Bewohnern unseres Landkreises brav getrennt auf die CD-Sammelstange, in den Hartplastikcontainer und in die Papierbox gepackt werden. Wenn mich Freunde aus anderen Landkreisen / Bundesländern besuchen und zufällig auf den Wertstoffhof begleiten, dann ruft dieses nur kollektives Kopfschütteln hervor. … Ich hingegen trenne fanatisch was das Zeug hält.

    Was gebrauchte Kleidung und Möbel angeht, durfte ich feststellen,daß selbst die Caritas jetzt sehr picky geworden ist und wirklich nur noch sehr sehr gute Kleidung und Möbel annimmt. Eben Kleidung oder Möbel, die sich verkaufen lassen. Verschenken ist da wohl auch nicht mehr so populär. In Rheinland Pfalz wurde mir von der Caritas einst mitgeteilt, daß sie es lieber hätten wenn ich meine recht neuen Möbel auf den Sperrmüll werfen würde anstatt sie beim 2nd Hand Möbelkaufhaus vorbei zu bringen.

    Prinzipiell sind mir aber Menschen, die sich von nahezu all ihrem Besitz trennen suspekt. Hängt wahrscheinlich damit zusammen, daß ich früher als es mir finanziell schlechter ging, sehr viele LPs verkauft habe hinter denen ich heute wie ein Blödmann hinterher hechele um sie wieder in meiner Sammlung zu haben.

    Aber wenn ich jetzt an meinen Bekanntenkreis denke, dann komme ich mehr und mehr zu der Einsicht, daß das Thema Stoff für mehrere Psychologen bieten würde.

  2. Oh, so ein Wertstoffhof klingt toll! Immerhin hast du dann nur einen Ort wo du hinfahren musst und es braucht keine große Recherchearbeit, wo was hinkommt. Du scheinst dich da allerdings auszukennen und das würde dafür sprechen, dass du öfter Zeug loswirst 🙂 Oder ist das nur für normalen Müll, den du sonst in die Tonne kippen würdest?

    Möbel und Kleidung kannst du hier zum Glück gut loswerden, da es einfach eine solche große Auswahl an Charity Shops gibt. Wenn nicht, gibt es bei Freecycle und Konsorten garantiert einen dankbaren Abnehmer. Möbel habe ich allerdings in Konstanz verschenkt (an Freunde und Kollegen) und Kleidung habe ich einige praktisch unbenutzte Sachen gespendet oder sogar selbst verkauft. Ich kaufe aber auch nur ein paar Stücke pro Jahr, da ist nicht so ein großer Überhang.

    Dass dir digitale Minimalisten suspekt sind, kann ich verstehen, aber ich denke es ist ein Unterschied, ob du noch benutzbare Dinge verkaufen musst, um zu überleben oder ob du überflüssiges Zeug loswirst, das nur noch da ist, weil man es „sicher irgendwann mal brauchen“ kann. LPs, die du gerne immer wieder hören möchtest sind eine andere Kategorie als ein Stapel Papier, der durch mehrere Umzüge geschleppt wird, weil der Bedarf für Schreibutensilien nach dem Studium gegen Null ging.

    Stichwort Psychologen: ich kenne jemanden, dessen Haus so voll ist, dass einige Räume unbenutzbar sind und die Gänge teilweise nur durch Balanceakte begehbar sind. Es ist aber kein Messie, sondern jemand, der bei Schnäppchen mehrfach zugreift und alles im bulk kauft, was mal irgendwann nützlich sein könnte.

  3. Ich weiss leider nicht was die damit anstellen, aber mein lokaler Recycling Centre hat auch Container fuer CDs/DVDs und Buecher. Die werde ich zumindest teilweise dieses Wochenende nutzen. Fuer groessere Sammlungen (ich habe z.B. eine fast komplette Sammlung von James Bond DVDs die ich demnaechst verkaufen will) lohnt sich ja eBay noch, aber fuer ein paar einzelne habe ich keine Lust auf den Aufwand.

    Was „Schnaeppchen“ angeht, sicher nicht so extrem wie Dein Bekannter, aber zumindest fuer ein paar Sachen machen ich das auch. Wenn es BOGOF und aehnliches fuer nicht/wenig verderbliche Sachen (Waschmittel, Shampoo, Klopapier und sowas) gibt, dann kaufe ich das auch oft auf Vorrat. Teilweise sogar fuer laenger haltbare Sachen (z.B meine Lieblingsschokolade), wenn ich mir ziemlich sicher sein kann dass ich das rechtzeitig aufbrauchen werde.

  4. So ein Recycling Centre schickt die CDs & DVDs wahrscheinlich auch an so eine Spezialfirma oder sie haben eigene Möglichkeiten, das zu verarbeiten.

    Bei ebay habe ich auch so einiges verkauft und gerade so Spezialfälle wie Sammlungen lohnen sich. Wie fast jedes Wochenende ist diesmal auch wieder „zero insertion fee“, dann kann man gefahrlos einen guten Preis nennen und einfach warten. Manche Sachen habe ich ein halbes Dutzend Mal inseriert bis sich endlich jemand gefunden hat.

    Klopapier ist hier ja verdammt teuer und da habe ich letztes Mal auch zugefriffen, als es im Angebot war. Oder bin ich einfach zu doof und sollte das nicht im Supermarkt kaufen? In Drogeriegeschäften habe ich es aber mindestens ebenso teuer gesehen.

  5. Keine Ahnung ob das Klopapier hier teuer ist, nach inzwischen ueber 10 Jahren fehlt mir da der Vergleich. Vor allem kaufe ich nur die Supermarkteigenmarken, normalerweise in der Maxipackung (da immer auf „pence per 100 sheet“ oder so achten) und wenn’s gibt halt als BOGOF oder wenigestens „2 for £xy“. Ist zwar manchmal nur Kleinkram, aber das summiert sich ja.

    eBay kommt naechstes Wochenende, hoffentlich ist dann wieder zero insertion fee. Habe da lange nichts verkauft, jetzt wird’s mal wieder Zeit. Gut zu wissen dass das auch billiger geht.

    Ansonsten noch ein Blogtip der mir noch eingefallen ist, dachte das koennte Dich vielleicht interessieren: http://www.becomingminimalist.com/

  6. Meine Güte, du hast ca. 800 Bücher, CDs und DVDs verkauft/verschenkt? Das ist eine ziemlich große Menge muss ich sagen. Ich mein ich verkauf auch alles was ich nicht mehr brauche, meist bei eBay. Aber ganz soviel wie bei dir wars dann bisher nicht, glaub ich 😉

    Anfang kommenden Jahres steht bei mir allerdings auch wieder ein Umzug an, sodass ich mir am besten jetzt schonmal Gedanken mache, was ich mitnehmen werde, und was verkauft und verschenkt wird. So ein Umzug ist ja bekanntlich für sowas immer die beste Zeit.

    Mein Tipp wenns um gebrauchte Bücher geht ist jedernfalls http://www.buecherverkauf.org/ und http://www.werzahltmehr.de/ !

    Hoffe es kommt genug Geld zusammen, dass ich mir Tardis als Einbauschrank leisten kann, das wär geil oder? Plane ich schon Jahre.. 😉

    Liebe Grüße

    Andi

  7. Hallo und willkommen, Andreas 🙂

    Das ganze Zeug hat sich angesammelt, da ich mehrere Jahre jeden Monat 200-300€ für Bücher, CDs und DVDs ausgegeben habe. Da kommt eben einiges zusammen.

    Viel Erfolg bei deinem Umzugsausmisten. Du solltest aber schon gut dabei sein, denn sowas dauert meistens länger als man denkt! Eigentlich wollte ich auch so eine Übersicht mit Eigenschaften und Vorteilen wie bei buecherverkauf.org machen, bin aber nie dazu gekommen…

  8. Hey,

    ganz ehrlich, ich würde mich freuen wenn du mal eine Übersicht erstellst, da du ja erhebliche größere Mengen als ich bereits verkaufst hast, würden mich deine Erfahrungen ganz besonders interessieren 🙂

    Liebe Grüße

  9. Hmm, es ist schon ueber ein Jahr her, dass ich das letzte Mal verkauft habe. Die einzelnen Anbieter aendern staendig ihr Angebot, dh fuegen Features hinzu und buegeln Fehler aus. Deshalb nur ganz kurz: Ich fand Momox sehr knauserig, aber schnell. Cashfix hat oefter gute Gutscheine nimmt fast alles, dh wenn du einfach loswerden willst, ist das eine gute Anlaufstelle. Anstonsten haengt es stark davon ab, was du im verkaufen willst, dh welche Art von Medium, welches Alter, ob Spezialgebiet oder Mainstream. Mittlerweile bieten fast alle an, dass du EANs im bulk abfragen kannst, was die Sache sehr erleichtert. Hast du meinen Beitrag zur Vorbereitung dazu gelesen? http://49suns.de/2012-05-14/massenverkauf-von-buchern-cds-und-dvds-2-vergleich

  10. Ja den habe ich natürlich gelesen, mich würde deine Excel Tabelle mal interessieren, das Bild ist leider nicht lesbar :-/

  11. Das ist Absicht 🙂 Die Infos an sich sind ja wertlos. Da sich aber immerhin mit dir ein interessierter Leser finden wird, werde ich mal etwas zusammenstellen und in den naechsten Tagen veroeffentlichen.

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