Konzert: Glasvegas im Liquid Room in Edinburgh am 28.06.2013

Es ist schon länger her, dass ich einen Konzertbericht geschrieben habe, aber wenn eine meiner alten Lieblingsbands ein tolles Konzert spielt, dann wird es wieder einmal Zeit. Wenn ich sage „Lieblingsbands“, dann ist das ein bisschen übertrieben, denn obwohl ich vor fünf unglaublich begeistert war, so hat sich das Verhältnis mit dem zweiten Album vor zwei Jahren merklich entgeistert.

Als die WhiteTapes am Montag ein neues Video vorstellten und ich entdeckte, dass Glasvegas am Freitag in der Stadt spielen, habe ich einen Konzertbesuch aus Nostalgie beschlossen. Das erste Konzert war vor knapp fünf Jahren in der Woche als sie ihr erstes Album veröffentlichten.

Glasvegas in concert
Here we, here we, here we fucking go!

Ein bisschen von diesem Enthusiasmus war gestern auch zu spüren und der Liquid Room war gut gefüllt. Die Vorband war ok, aber nichts Besonderes, so ignorieren wir die einfach. Nach einer kurzen Umbaupause gingen plötzlich die Lichter an und das Intro von Flowers and Football Tops erklang. Das ging mehrere Minuten so und es kam immer wieder zu „Here we, here we, here we fucking go“-Chören.

Mit einem kurzen Hiya begrüßte Sänger James Allan die Band und los ging es. Zwischendurch war er ein bisschen gesprächiger und bedankte sich z.B. bei Edinburgh für den Support über die Jahre. Zweimal verschenkte er sein halb ausgetrunkenes Bier an zwei leidenschaftliche Fans, die ihrer Euphorie immer wieder durch Tritte an die Barriere Ausdruck verliehen.

Glasvegas in concert
Zur Einnerung, dass es auch einen Bassisten und eine Drummerin gibt (und einen weiteren Gitarristen (nicht abgebildet)).

Den meisten ging es wohl wie mir, denn nach dem Mitsinglevel zu schließen waren es vor allem die älteren Songs, die die Leute angezogen haben. James kündigte einen alten Song an und die Menge gröhlt, was er mit „It could be one of the shite ones!“ beantwortete. War es natürlich nicht, denn It’s My Own Cheating Heart That Makes Me Cry ist fantastisch.

Einige Songs später zog er sein Hemd aus, was ebenfalls begeistert aufgenommen wurde und er mit „This is my favourite part of the show.“ kommentierte. Da blitzte die altbekannte Arroganz durch, aber man kann es ihm verzeihen.

Glasvegas in concert
Der Lieblingsteil der Show vieler (weiblicher) Zuschauer

Eine der Zuschauerinnen forderte anscheinend „she wants to see my nipples“. Er erkundigte sich dann, was denn die Tickets kosteten und nachdem mit £19 ein Konsensus erreicht wurde, meinte er, dass seine Nippel mindestens £25 Wert wären.

Für eine Zugabe ließen sie sich nicht lange bitten und nach einer akustischen Einlange von James gab es dann endlich, endlich Daddy’s Gone. Nach insgesamt 14 Songs war der Spaß dann vorbei und ich kann nur sagen, dass es keinen Grund für meine ursprüngliche niedrige Erwartung gab.

Falls also Glasvegas demnächst nochmal in Deutschland spielen, vor allem in einem kleineren Club, lasst sie Euch nicht entgehen! Mit dem neuen Album im September sollte dies auch wahrscheinlich sein.

Glasvegas setlist
Schwerpunkt alte Songs – sehr gut!

Nach dem Konzert tweeteten sie ein Foto, auf dem man mich sogar sieht (sozusagen):

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

2 Gedanken zu „Konzert: Glasvegas im Liquid Room in Edinburgh am 28.06.2013“

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