Mein erster Halbmarathon – Vorbereitung

Nach Monaten der intensiven Vorbereitung (d.h. 3x Training die Woche nach einem Plan) war es nun heute endlich soweit, dass ich meinen ersten Halbmaraton gelaufen bin. Vor genau einem Jahr, als der hier in Edinburgh stattfand, steckte ich in den Umzugsvorbereitungen. Leichtfertig habe ich damals gesagt, dass ich im nächsten Jahr (also 2013) den (Halb-)Marathon mitlaufe. Und so konnte ich nicht anders…

Im März hatte ich schon einmal berichtet und dass ich darauf hoffte, unter 2 Stunden zu bleiben. Das Minimalziel war die Beendigung des Rennens. Ob es tatsächlich geklappt hat, erfahrt Ihr nach der Werbung, äh, nein, im nächsten Beitrag morgen (hoffentlich).

Erfahrene Läufer schütteln den Kopf über nur 3x Training die Woche, aber für mich was das genau richtig, denn so habe ich den Plan wirklich erfüllen können. Da ich mit dem Rad zur Arbeit fahre, bin ich die restlichen Tage nicht untätig gewesen. Zwei Läufe am Wochenende wären aufgrund meines vollen Terminkalenders häufig nicht möglich gewesen und so war ein flexibler Plan besser für mich geeignet.

Eine weitere neue Erfahrung war die Unterwegsverpflegung, d.h. Wasser und Kohlenhydratgele. Was es nicht alles gibt und worauf man nicht alles achten muss. Mein erster Zweistundenlauf mit Gelen war sehr interessant, da ich mich nach einer Dreiviertelstunde nicht so gut fühlte, aber nach dem ersten Gel ging es dann. Ist natürlich rein psychologisch, aber diesen Aspekt sollte man immer mit im Hinterkopf behalten.

Die letzten beiden Tage vor dem Rennen habe ich mit dem berühmten Carboloading befasst, d.h. dem Auffüllen meiner Glycogenspeicher. Auf meinem Level ist das nicht wirklich nötig, aber ich habe natürlich die Gelegenheit ergriffen, den ganzen Tag leckere Sachen zu essen…

viele leckere Dinge, die vor allem Stärke und Zucker enthalten
viele leckere Dinge, die vor allem Stärke und Zucker enthalten

Kommen wir nun zum eigentlichen Tag selber. Ich habe mir eine Veranstaltung ausgesucht, die in meinem Wohnort stattfindet, dass ich nicht noch zusätzliche logistische Probleme lösen muss. Damit blieb aber die Frage, ob ich mit dem Bus oder dem Rad in die Stadt fahre, beides dauert ca. eine halbe Stunde. Gibt es um diese Uhrzeit Verbindungen? Wo bringe ich meine klobigen Fahrradschlüssel unter? Hat der Bus Verspätung? Habe ich nach dem Rennen noch genug Kraft den Berg nach Hause zu schaffen? Ich habe mich aus Faulheit für das Zweirad entschieden. Klingt komisch, ist aber so.

Startbeginn war 8 Uhr, d.h. ich war gegen 7 Uhr vor Ort. Rechnerisch bedeutete das ein Aufstehen um 5 Uhr. Da die Sonne um diese Zeit sowieso schon in mein Schlafzimmer scheint, war das kein Problem[1]. Das frühe Aufstehen ist nicht nur einem ausgiebigen Frühstück gschuldet (Kohlenhydrate!), sondern auch dem Toilettengang. Das ist weder trivial noch unabgebracht, denn wenn man zwei Stunden lang durch die Gegend rennt, möchte man nicht durch Darmbewegungen gestört werden. Ein früher Start hat den Vorteil, dass die Vortagsmahlzeiten soweit verdaut sind und man nach dem ersten Toilettengang relativ sicher ist. Es gibt zwar entlang der Rennstrecke immer wieder Toilettenhäuschen, aber da verliert man nicht nur Zeit, sondern auch den Glauben an die Menschheit.

Während des Rennes wollte ich eigentlich Musik hören, aber laut den offiziellen Regeln darf man keine Kopfhörer tragen. Das wurde natürlich von sehr vielen Läufern ignoriert, aber ich habe mich daran gehalten. Der größere Nachteil war, dass ich kein Feedback über Zwischenzeiten bekomme, die mir anzeigen, ob ich mein Ziel „unter zwei Stunden“ auch schaffen werde.

Was wirklich absolut gepasst hat, war das Wetter. Es sollte sonnig sein und beim Start etwa 8-9°C, gegen Ende 11-13°C. Wie sich das angefühlt hat, ebenso wie weitere Eindrücke, erfahrt Ihr im eigentlichen Rennbeitrag…

  1. Das Konzept Rolläden für Wohnhäuser ist hier unbekannt. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

5 Gedanken zu „Mein erster Halbmarathon – Vorbereitung“

  1. Respekt, dass du dieses regelmäßige Trainig durchgehalten hast. Wir schmeißen unseren Laufplan nämlich (ebenfalls regelmäßig^^) übern Haufen und kommen somit nicht so richtig vom Fleck.

  2. Oh, das klingt spannend! An einen HM würde ich mich aktuell noch nicht wagen. Du hast auf jeden Fall meinen Respekt und ich freue mich schon auf den Nachbericht.

  3. Moritz, deswegen lieber einen etwas liberaleren Plan, den man dann auch wirklich einhalten kann 🙂

    Bullion, Bericht ist fertig und wird heute nachmittag erscheinen.

  4. Ich glaube noch liberaler als unser Plan es eh schon ist, ist schwer möglich – zumindest kann man es dann nicht mehr „Plan“ nennen. Aber ich seh das so: Ich habe ja noch knappe 60-70 Jahre Zeit, vernünftig mit dem Laufen anzufangen, da krieg ich das schon irgendwann hin 😀

  5. Das klingt so, als ob Ihr das komplizierter macht als noetig. Und wer ist „wir“? Vielleicht ist jeder von Euch besser beraten, alleine zu laufen und ein eigenes Ziel zu verfolgen. Abgesehen davon hilft es am besten, wenn man sich fuer ein Rennen registriert, denn dann hat man ein Datum und die monetaere Motivation, auch tatsaechlich etwas zu tun. Alles andere rechtfertigt keinen Trainingsplan und man sollte einfach laufen gehen, wenn man Lust hat und sich keinerlei Druck aussetzten.

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