Edinburgh International Science Festival: Richard Feynman, Mars One, bunte Ballons uvm

Morgen geht nach zwei Wochen das Science Festival zuende und ich habe natürlich einige Veranstaltungen (kostenlos wie bezahlt) besucht und viel gelernt.

Ein besonderes Ereignis war die Vorführung der Dokumentation The Pleasure of Finding Things Out über den Physiker Richard Feynman von 1981. Bzw. eigentlich ist es mehr ein langes Gespräch über eben jenes Thema. Der Regisseur/Produzent Christopher Sykes redete andschließend mit Robin Ince über den Film. Natürlich gibt es den auch auf YouTube und wer 50 Minuten Zeit hat, sollte sich das ansehen:

Im Laufe des Gesprächs kamen die beiden auch auf andere Sendungen zu sprechen, die Christopher Sykes mit Richard Feynman erstellt hat. Dabei ging es vor allem um die Serie Fun to Imagine, wo der Nobelpreisträger beim Thema Magnete erstmal die grundlegende Frage „Warum?“ bespricht:

Des Weiteren gab es einen Vortrag von Bas Lansdorp über Mars One, seine non-profit Firma, die bis 2023 vier Menschen auf den Mars bringen will. Es ging um die Machbarkeit, die Risiken, die Technologien, die Ernährung, den Zeitplan, Familienplanung, Kolonisation etc. Dabei handelt es sich um eine einfache Fahrt, denn weder existiert die Technologie, um in der dünnen Atmosphäre eine Rakete zu starten, noch würde man es nach der Anpassung an 40% Erdanziehungskraft überleben, wenn plötzlich wieder 1G auf einen einwirken.

Noch in diesem Quartal wird die Auswahl der ersten vier Marsianer anfangen. Bas hofft auf über eine Million Einsendungen, die dann in nationalen Runden auf 200 und schließlich auf 6×4 Kandidaten geschrumpft werden. Diese werden dann von 2015 an Angestellte der Firma sein und jedes Jahr mindestens drei Monate in Isolation trainieren. Außerdem lernen sie die technischen Details und werden medizinisch ausgebildet, damit sie die Reise und das Leben auf dem Mars überleben können. Nach den ersten vier sollen alle zwei Jahre ein weiteres Team auf den Mars fliegen.

In der Fragerunde ging es auch um Terraforming, das jedoch nach heutigem Stand rechtlich nicht möglich ist. Es gibt eine Organisation (sowas wie Earth Council – habe nichts dazu finden können, da Sci-Fi-Serien das unmöglich machen), die es verbietet, dass die Atmosphäre anderer Planeten verändert wird[1].

Nach diesem außerirdischen Zukunftsblick gibt es noch ein paar Bilder von bunten Ballons, die Künstler Jason Hackenwerth im National Museum of Scotland gebastet hat:

Pisces balloon sculpture
Pisces balloon sculpture

Mehr und schöner gibt es das in der Lightbox bei flickr. Das National Museum hat noch mehr Bilder, auch von der Erstellung und Enthüllung.

  1. Wenn diese Organisation in Doctor Who eingebaut würde, würden einige Geschichten anders laufen, insbesondere wenn der Mars involviert ist. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker