Archiv für den Monat: Oktober 2011

Konzert: Young Rebel Set im Kulturladen, Konstanz am 29.10.2011

Vorgestern war es endlich soweit, dass ich nach zwei Monaten erneut Young Rebel Set gesehen habe (nach Rock am See im August). Und es hat sich natürlich gelohnt!

Vor dem Kula bildete sich eine Schlange und schon vor Beginn war der Stehbereich gut gefüllt, was auf gute Stimmung hoffenn ließ.

Vorband war Torpus aus Hamburg, die musikalisch und zahlenmäßig ähnlich aufspielten. Neben zahlreichen Instrumenten(wechseln) mit Gitarren, Ukulelen, Orgel und Trompete gab es auch einge interessante Details zu hören, z.B. dass alkoholisch schwer mit den Engländern mitzuhalten ist und dass sie noch eine Übernachtungsmöglichkeit suchten (wie ich später hörte, hat es wahrscheinlich geklappt!). Hier die Hälfte der Band:

Young Rebel Set Konzert am 29. Oktober Konstanz

Der Hauptact baute zwischendurch selber auf – unbehelligt vom Publikum. Dann wurde es dunkel und der Spaß konnte beginnen. Sänger Matty konnte man aufgrund des mitscheppernden Schlagzeugs schwer verstehen, aber meinem Eindruck nach war er sowieso schon angetrunken und lallte ein bisschen. Die sechs Bandmitglieder waren allesamt recht gut gelaunt und hüpften zwischendruch mal wild durcheinander. Nach 15 Songs und (leider nur) zwei Zugaben war Schluss. Zwischendurch haben sie auch zwei neue Songs gespielt und nach Reaktionen gefragt. Der Unterschied zu den anderen Songs war groß, denn es konnte natürlich keiner mitsingen. Hier ein paar visuelle Eindrücke, angefangen mit einem raren kompletten, Lineup:

Young Rebel Set Konzert am 29. Oktober Konstanz

Young Rebel Set Konzert am 29. Oktober Konstanz

Young Rebel Set Konzert am 29. Oktober Konstanz

Alle Bilder des Abends gibt es bei flicker zu bewundern.

Zum guten Schluss noch die Setlist (abgetippt von der papiernen Version, die ich mir natürlich geschnappt habe):

Beetys Projekt Hörsturz: Runde 56

projekthoersturzNach einem tollen musikalischen Samstag Abend (Bericht mit Fotos folgt), steht nun die aktuelle Runde im Projekt Hörsturz[1] an und was ich so bei den anderen Teilnehmern gelesen habe, wird das nichts im Vergleich zu gestern.

  1. Kettcar – Verraten (von Dr. Borstel)
    Oja, deutsch! Wunderbar! *plonk* *bzzzzzzzzzz* *gnapf* Oh, schon vorbei?! Schade.
    Punkte: 0 von 5
  2. The Lost Lyrics – Frau Brandes (von Michael)
    Oja, deutsch! Wunderbar! Oja, Tuben! Fantastisch! Soll das wieder eine Ohrenbluten-Runde werden?!
    Punkte: 0,5 von 5
  3. Almah – Trace Of Trait (von cimddwc)
    Oja, Metaldrums! Wunderbar! Immerhin besser als die ersten beiden “Songs”. Aber auch hier würde ich panisch nach dem Sendersucher grapschen, wenn es mir unterkommen würde. Und ich noch Radio hören.
    Punkte: 1 von 5
  4. Feist – The Bad In Each Other (von beetFreeQ)
    Hach, geht doch. Immerhin klingt das nach Musik. Aber eher von der verhuschten, knarzigen, zu erarbeitenden Sorte. Kann man mal machen, aber nicht immer.
    Punkte: 2,5 von 5
  5. Nickelback – Bottoms up (von Konzertheld)
    Das ist ein Ironiebeitrag, oder?! Meine Augen tränen und das liegt evtl. nicht nur an den eben geschnittenen Zwiebeln. Naja, es klingt nicht nach den Standard-Weichspülern, sondern eher nach Standard-[wie-auch-immer-das-Genre-heißt]-Kost.
    Punkte: 1, 5 von 5
  6. Sleepytime Gorilla Museum – Formicary (von Kristin)
    Wird sich der angedeutete Aufwärtstrend fortsetzen?! Immwerhin interessant. Aber trotzdem zu guck-mal-wie-cool-experimentell-wir-sind.
    Punkte: 2 von 5
  7. EELS – Spectacular Girl (von Mars)
    Immerhin ein Song, den ich schon kenne. Erinnert mit seinen Glöckchen und Sprüngen an Beautiful Freak (das Album), aber irgendwie nicht wirklich spektakulär.
    Punkte: 3 von 5

Foto-Projekt 52 (2011) #24: Bällebad

Projekt 52 (2011)Das Jahr neigt sich dem Ende und meine Beiträge zum Projekt 52 sind fast bei der Halbzeit angekommen. Alles bestens also. Wenn es um Bällebäder geht, sieht es nach der Verramschung meiner Flummi-Sammlung eher mau aus.

Das dachte sich auch der fünfte Doktor[1] und hat kurzerhand einen Ersatz gesucht, der zumindest ansatzweise wie ein Bällebad aussieht. Er sollte sich allerdings zurückziehen, sobald es wärmer wird (Klick für größere Version in der Lightbox-Ansicht):

24 Bällebad

  1. Für das Projekt 52 kann eine feste Figur verwendet werden. Das dient einerseits als Beweis, dass die Fotos tatsächlich von mir stammen und andererseits soll es die Kreativität fördern. In meinem Fall ist es der Doktor aus Doctor Who, den es in mittlerweile elf Inkarnationen gibt. []

Konnas 52 Songs #14: Sehnsucht

Konnas Projekt 52 SongsWenn beim 52 Songs von Konna[1] aufgerufen wird, zu Sehnsucht einen Song beizusteuern, wird es ob der Fülle kompliziert. Ich habe mir der Einfachheit halber ein Album ausgesucht, das dieses Thema in allen Spektren und Bandbreiten abdeckt. Dabei geht es hauptsächlich in die romantische Ecke, jedoch weniger klassisch aufgearbeitet, sondern eher mit Abgeklärtheit und Erfahrung. Oder auch mal mit Humor. Daneben nehmen vertane Chancen und unerfüllte Lebensträume großen Raum ein. All das in zwei platzsparenden CDs untergebracht bzw. damals auf vier Schallplattenseiten. Die Rede ist von The River, dem wahrscheinlich besten Springsteen-Album, das vor ziemlich genau 31 Jahren veröffentlicht wurde.

Wie schon gesagt, könnte man eigentlich jeden Song unter dem Banner Sehnsucht veröffentlichen. Entschieden habe ich mich für den Titelsong, denn der packt unglaublich viel davon in den Text und die Performance:

Bei Grooveshark gibt es fast das komplette Album zu hören. Oder bei Spotify, so man denn einen Account hat.

  1. Für Uneingeweihte: Ähnlich wie beim Foto-Projekt 52 wird jede Woche ein Thema vorgegeben, zu dem die Teilnehmer einen Song vorstellen. Mehr dazu auf der Projektseite. []

Wohin mit all den Büchern, CDs, DVDs? WEG DAMIT!

Im Laufe eines Lebens sammeln sich tonnenweise Bücher, CDs und DVDs an, die man evtl. irgendwann wieder loswerden möchte. In meinem Fall heißt das nicht nur die mittlerweile peinlich gewordenen Exemplare aus der Jugendzeit, sondern wirklich alle. Ja, so weit wie möglich möchte ich mich von meinen Medien trennen. Ein paar Ausnahmen gibt es natürlich, aber bevor jetzt alle den Kopf schütteln, möchte ich erklären, wie es dazu kam und – in einem Folgeartikel – wie ich es zu schaffen gedenke, alles loszuwerden.

Bücher, CDs, DVDs[Symbolbild mit Büchern, DVDs und CDs - im Regal ist alles in zwei Reihen angeordnet] Im letzten Jahr bin ich nach zehn Jahren (mit Unterbrechung) von meinem Studienort weggezogen und in der Zeit habe ich Umnengen Zeug gekauft. Aus einem Buchladen oder “Elektronikfachmarkt” bin ich selten ohne einen Stapel Beute herausgekommen und meinen Amazonkaufrausch habe ich irgendwann gezwungenermaßen auf eine Bestellung pro Woche reduziert. Das Gute ist, dass ich alles auch jeweils konsumiert habe, d.h. es gab keine ungelesenen, ungehörten, ungeschauten Medien. Naja, die eine oder andere Ausnahme gibt es, aber irgendwie ließ sich das doch alles bewältigen.

Das Besitzen eines Album, eines Romans, einer Serienbox war wichtig für mich, denn das digitale Gegenstück war kein adäquater Ersatz. Außerdem kann man physische Gegenstände besser ausleihen. Diese Einstellung hat sich langsam und schleichend geändert. Vor einigen Jahren habe ich mein erstes Album als Download gekauft, dieses Jahr habe ich das erste Buch als Kindle-Version gekauft und wenn es etwas Vergleichbares wie Netflix in Deutschland geben wird, werde ich das sicher fleißig nutzen.

Albumkritik: The Walkabouts – Travels in the Dustland

The Walkabouts - Travels in the DustlandEin Album, das thematisch wie stimmungstechnisch nach unerträglicher Hitze, gleißender Sonne und zermürbender Trockenheit klingt, hört man am besten bei Temperaturen knapp über Null, während man im Dunkeln durch den Nebel radelt. Oder so ähnlich.

Abgesehen davon ist Travels in the Dustland ein sehr zeitloses Album, denn es klingt nach undefinierbarem Jahrzehnt und als ob es sich nicht darum schert, welches Jahr wir haben. Am ehesten könnte man es noch in den gemütlichen Rock der 70er reinpacken, aber der männliche Gesangspart (Chris Eckman) klingt eher nach einem 80er-Elvis Costello. Und die Country-Anleihen könnte man den American Recordings aus den 90ern zuordnen. Warum das alles in dieses Jahrtausend passt, muss der geneigte Hörer selber herausfinden. Jedenfalls dürften die Walkabouts schon länger aktiv sein, als der durchschnittliche Blogleser atmet oder zumindest lesen kann und so hat diese Zeitreise durchaus ihre Berechtigung.

Wir haben es hier mit einem fast-Fibonacci-Album zu tun, d.h. es ist in vier Teile gegliedert, die 5, 3, 2 und 1 Song beinhalten (es fehlt der letzte, einzelne Song, dann wäre es tatsächlich ein Fibonacci-Album). Um zum Thema zurückzukommen, konzentrieren wir uns auf die Texte. Wie der Titel I. Home & Beyond andeutet, geht es erst um Heimat, Entfliehen und Fremde – alles in Bezug auf die namensgebenden Dustlands. Beim II. Crossing Broken Ground wird lamentiert über den ausbleibenden Regen, brennende Flüsse und die Leere. Ins Gegenteil gekehrt wird diese Stimmung in III. A Lifting, wo wir auf Liebe treffen (tolle Zeile: I’ll be your day of rest // Put on your Sunday best) in Zeiten des Elends. Das hat schon fast Züge von Springsteen. Den Abschluss bildet IV. Dusk, Stones, Silence mit einem leisen, entgleitenden Abschied.

Song des Tages: Athlete – Black Swan Song

Was hat Shakespeare mit diesem Song zu tun? Nun, der gute Mann kennt den natürlich nicht und auch vom folgenden Video hat er nie erfahren. Aber für ein paar Sekunden nach der Zwei-Minuten-Marke sehen wir Mercutio. Also zumindest den Mercutio, der eben im Pfarrheim in Allensbach vor knackigen 22 Zuschauern melodramatisch gestorben ist. Tut er auch im Video, denn im Programmheft steht bei Tom McCarron neben beeindruckend vielen Theaterengagements und einigen Filmen auch, dass er den “Dying Soldier in Athlete’s music video Black Swan Song” spielte.

Da der Song überraschend gut ist, dürft Ihr jetzt auch mal einen Blick werfen und während Ihr zuhört, erzähle ich noch was vom Stück:

Die acht Schauspieler der New Triad Company jedenfalls verstehen was von ihrem Job und mir hat es sehr gut gefallen. Ganz knapp würde ich Juliet (Rosie Holt) am beeindruckensten bezeichnen, aber es waren wirklich alle in Höchstform. Die Größe des Publikums eher nicht, da wohl kaum Werbung gemacht wurde und es eben auf englisch aufgeführt wurde. Was ich mitbekommen habe, haben die anderen Zuschauer kaum etwas verstanden. Eine Frau erzählte, dass sie nochmal am Nachmittag ihr Englisch aufgefrischt hatte und sie sich über die Schreibweise von “late” und “idea” wunderte. Im Vergleich dazu habe ich fast alles verstanden, nachdem ich das Stück in der Schule gelesen, zwei Filmadaptionen gesehen und knapp zehn Jahre Training durch englische Filme und Bücher hinter mir habe…

Blick über den Tellerrand vom 22. October 2011

Frankie & The Heartstrings – The Jesus And Mary Chain Cover für TheMusic.com.au (21. October 2011)

Mixahulababy wird weiter leben (5. October 2011)

Eine kleine Einschränkung gibt es von meinem Rücktritt. Ich habe immer sehr viel Spaß an der Zusammenstellung der wöchentlichen Mixahula-Ausgaben gehabt. Und einige von euch haben (gefühlt) immer auf die sieben neuen Songs gewartet, die ich zusammengestellt habe. Deswegen die (hoffentlich gute) Nachricht: Mixahulababy geht weiter!
Allerdings nicht hier, sondern dort: mixahula.wordpress.com mixahula.nicorola.de/.

Ihr wollt ein Liebeslied, ihr kriegt ein liebes Lied (3. October 2011)

Die zentrale Frage jedoch bleibt: Warum sind heute Musiker mit Texten erfolgreich, die junge Menschen noch vor wenigen Jahren rundheraus als kitschig abgelehnt hätten? Sind die Hörer sensibler geworden oder nur toleranter? Und was hat das alles mit der WM 2006 zu tun?

2012: Wer verdient am Weltuntergang? (3. October 2011)

Der (nicht stattfindende) Weltuntergang im Jahr 2012 ist nicht deswegen ein Dauerthema in den Medien, weil an den Behauptungen irgendetwas wahres dran ist. Er ist deswegen ständig präsent, weil der Weltuntergang Geld und Quote bringt. Diese Kuh wird solange gemolken werden, wie es möglich ist, bis man sich dann im Jahr 2013 dem nächsten Thema zuwenden wird, das profitabel erscheint.

The evolution of Beerjacket (3. October 2011)

Konnas 52 Songs #13: Stadt

Konnas Projekt 52 SongsEs gibt keine Abwechslung von der Abwechslung und so folgt ein Beitrag zum Projekt 52 Songs von Konna[1]. Für das Thema Stadt habe ich eins ausgewählt, das AndiBerlin mal vorstellte und ich im Rahmen meines Orte-Themenradios nochmal auspackte: TempEau – Mädchen aus Greifswald

Wer jetzt schockiert ist, kennt den Text und dem sei gesagt, dass ich keine Nazivergangenheit habe, sondern zehn Jahre in der Hansestadt gewohnt habe. Das rechte Problem ist mir zum Glück nur indirekt begegnet, aber es ist vorhanden. Warum aber eine Band aus Hamburg gerade HGW mit den Glatzköpfen in Verbindung bringt, wo es andere, viel heftigere Brennpunkte gibt, weiß ich nicht. Vielleicht, weil es sich auf Gewalt reimt. Zumindest ungefähr. Hört jedenfalls mal rein und schaut natürlich auch rein, denn dann erfahrt Ihr vielleicht ebenso wie ich, dass der Bassist relativ bekannt ist:

  1. Für Uneingeweihte: Ähnlich wie beim Foto-Projekt 52 wird jede Woche ein Thema vorgegeben, zu dem die Teilnehmer einen Song vorstellen. Mehr dazu auf der Projektseite. []