Hier hätte ein Konzertbericht stehen können

Gestern Abend war ich im verschlafenen Schaffhausen, um mir Sparrow and the Workshop anzusehen. Mit Songs wie diesem kann das nur ein grandioses Konzert gewesen sein:

Zumindest gehe ich davon aus, denn als die drei gegen 23 Uhr loslegten, war ich schon längst wieder daheim. Wie kam es dazu? Laut Last.fm ging es um 20 Uhr los, d.h. für mich, dass gegen 21 Uhr die erste Band spielt und dann spätestens um 22 Uhr die Hauptband. Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Als ich dort pünktlich eintraf (reservierte Karten nur bis eine Stunde nach Beginn gehalten), informierte mich einer aus der Vorband, dass sie jetzt Essen gehen würden und um 21 Uhr Einlass wäre.

Nachdem ich also eine Stunde in Schaffhausen verbracht hatte – sehr interessant, da alle Geschäfte um 19 Uhr schließen und die mittelalterliche Architektur im Dunkeln und ohne Touristen besonders gut zur Geltung kommt – versuchte ich mein Glück erneut. Meine unvorsichtige Frage nach den stage times erbrachte, dass gegen viertel nach zehn die Vorband spielt und gegen elf die Hauptband. Alles kein Problem, wenn man nicht um 22:45 den letzten Zug erwischen muss…

Fazit: Mein tiefster Dank gilt demjeniger, der dafür verantwortlich ist, dass ein Beginn von 20 Uhr kommuniziert wurde!

Moral von der Geschicht: Wir brauchen hierzulande einen flächendeckenden Curfew wie in England, dass alle Konzerte bis 23 Uhr beendet sein müssen!

Ärgernis des Tages: Die gekaufte Bahnfahrkarte war nicht nur Verschwendung, sondern auch unnötig, da ich wie immer nicht kontrolliert worden bin.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

10 Gedanken zu „Hier hätte ein Konzertbericht stehen können“

  1. Ich ärgere mich ja auch immer über die Betriebszeiten öffentlicher Verkehrsmittel. Der letzte Zug von Hamburg nach Hannover fährt um halb zehn. Halb zehn! Der erste am nächsten Tag fährt dann um viertel vor vier. Kann das wirklich die optimale Disposition sein?

  2. Tja, da bin ich froh, dass es in München so viele Konzerte gibt und mein letzter Zug von dort um halb 1 fährt (und das seit 5? Jahren auch wochentags)… 🙂 Aber von anderen Orten wie Nürnberg sieht’s auch nicht so gut aus.

  3. Ich erkundige mich im Zweifelsfall beim Club oder noch besser bei der Band selber (das geht natürlich nicht bei jeder Band). Ich kenne z.B. einen Club, wo es grundsätzlich um neun losgeht, aber wo es von den Bands abhängt, ob um neun die Vorband oder die Hauptband anfängt. Die anderen Clubs, die ich halbwegs regelmäßig besuche (also auch auswärtige Clubs), haben vorhersehbarere Anfangszeiten. Da ich mir für Konzertreisen im Allgemeinen Orte aussuche, die ich sowieso mal ankucken will, übernachte ich ohnehin meist, da kanns also auch gerne spät losgehen.

  4. Muriel, die Großstadt Hamburg?!?

    cimddwc, München geht mit gutem Beispiel voran! Aber um das Trio mit Berlin zu vervollständigen: letzter Zug nach Greifswald um halb sieben…

    muerps, ich hätte auch mal besser angerufen. Letztes Mal habe ich das gemacht und so immerhin einen Ortswechsel erfahren.
    Das Stichwort ist eben „vorhersehbar“ und dem bin ich aufgesessen.
    Hier hatte ich keine Übernachtung geplant, denn bei 40 Minuten Fahrt sollte das nicht nötig sein. Außerdem ist das unter der Woche nicht machbar und gerade weil es hätte klappen sollen, habe ich mich so gefreut!

  5. Zitat von der offiziellen Seite:

    Sparrow and the Workshop are a three-piece based in Glasgow consisting of Belfast-born, Chicago-raised Jill O’Sullivan (vocals, acoustic guitar), Welshman Nick Packer (guitar, bass, basstard) and Scotsman Gregor Donaldson (drums, vocals).

    Und danke 🙂

  6. Ja bitte, aber ich meinte eigentlich das trio der vier großen Städte…

    …“cimddwc, München geht mit gutem Beispiel voran! Aber um das Trio mit Berlin zu vervollständigen: letzter Zug nach Greifswald um halb sieben…“

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