Shakespeare und die englische Sprache

Nach dem musikalischen Auftakt meines Englandurlaubs steht zwischendurch auch mal Kultur auf dem Programm. Wenn ich schon in der Gegend bin, dann darf Stratford-Upon-Avon, der Geburtsort und lange Zeit Wirkungsstätte von Shakespeare nicht fehlen.

Über den Mann selber weiß man erstaunlich wenig und es gibt sogar das hartnäckige Gerücht, er habe überhaupt nicht existiert. Soweit ich das mitbekommen habe, kochte vor kurzem in England die Diskussion wieder hoch, weil es eine Dokumentation zum Thema gab. Auch die mediale Aufmerksamkeit seines „Konkurrenten“ Christopher Marlowe steht aktuell wieder im Rampenlicht. Zum Thema habe ich vor Jahren mal einen längeren Beitrag in einem Buch über Verschwörungstheorien gelesen und es kam natürlich raus, nix Genaues weiß man nicht und es könnte so oder so gewesen sein [1]. Wer der Sache ernsthafter und mit Humor begegnen möchte, dem empfehle ich Shakespeare von Bill Bryson [Partnerlink], der u.a. darauf eingeht.

Viel wichtiger ist jedoch, was die Werke der englischen Sprache bedeuten. Laut Bryson finden sich darin Grundlagen für etwa 10% der im Oxford Dictionary of Quotations berühmten Zitate. Viele Ausdrücke und Wörter weiß man als Laie und Ausländer nicht auf den Ursprung zurückzuführen. Und wer liest schon alle Stücke im Original? Wer sich mit Bryson dem Thema Sprache nähern möchte, der sollte Mother Tongue [Partnerlink] lesen, wo Shakespeare immerhin zwölf Einträge im Index beanspruchen kann. In meinen Englisch-Lern-Beiträgen tauchte der alte Bill auch schon häufiger auf. Weitere interessante Beispiele findet man im Blog Separated by a Common Language

Die Bandbreite des Barden ist ebenfalls erstaunlich, denn er hat so ziemlich alle Genres mal angepackt. Ich werde mir bei dieser Gelegenheit A Midsummer Night’s Dream ansehen, ein Klassiker, von dem man natürlich nicht weiß, wann genau es geschrieben wurde. Das Stück ist mir schon häufiger in Filmen oder Serien untergekommen (z.B. in Dead Poets Society) und da wollte ich mir das doch mal selber ansehen.

Leider gibt es keine (mir) bekannten Schauspieler in der Besetzungsliste. Das ist in England ziemlich häufig anzutreffen, da die meisten Schauspieler von der Bühne kommen und/oder häufig dahin zurückkehren. Andererseits würde es dann nicht so leicht sein, an Karten zu kommen, wie z.B. Adastra von ihrem Tennant-Theaterstück berichten kann.

Ich bin jedenfalls mal gespannt, ob ich die knapp drei Stunden überhaupt irgendwas verstehen werde. Die Produktionsfotos versprechen immerhin einen interessanten Abend.

  1. Andere Beiträge in dem Buch behandelten das Verschwinden von Amelia Earheart und Jimmy Hoffa. Das erwähne ich, weil xkcd zum Thema hatte. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker