Ohne TV und Radio – geht das?

Um die Antwort vorweg zu nehmen: natürlich geht das! Seit über einem Jahr habe ich weder ein TV-Gerät noch einen Radioempfänger und ich habe es keine Sekunde bereut. Nicht mal vermisst. Warum und wieso, möchte ich hier erklären.

Fangen wir von vorne an. Schon seit Jahren habe ich immer weniger Fernsehen geschaut, höchstens mal den Tatort oder während dem Essen nebenbei rumgezappt. Nicht mal mehr die Tagesschau hat mich noch interessiert. Das Radio habe ich nur morgens für ein paar Minuten eingeschaltet, um zwischen den einzelnen Snooze-Intervallen nicht wieder einzuschlafen. Stattdessen habe ich mehr und mehr DVDs geschaut bzw. selbstbestimmt Musik gehört. Es war also keine plötzliche Entscheidung, sondern eine logische Entwicklung. Während der WM habe ich also meinen Fernseher verschenkt (und jemanden sehr glücklich gemacht), meine Anlage kurz darauf verkauft und das letzte verbliebene Radio entsorgt.

Smash TV

Foto von bovinity unter dieser CC-Lizenz

Es mag unglaublich erscheinen, aber im letzten Jahr habe ich nie auch nur das Bedürfnis verspürt, den Fernseher bzw. das Radio einzuschalten – ich habe nicht einen Gedanken daran verschwendet. Wann immer ich Serien (oder seltener: Filme) schauen möchte, wähle ich eine Folge aus und gucke genau diese. Wann immer mir nach Musik ist, öffne ich Spotify oder MediaMonkey oder schließe meine Festplatte an meinen Monitor an (der Audio- und Videodateien abspielen kann) und höre genau das, worauf ich Lust habe.

Jetzt wird der Eine oder Andere einwenden, dass Unterhaltung nicht der einzige Grund für TV und Radio sind, denn da gehören auch noch die Nachrichten hinzu. Das stimmt natürlich, aber diesen Part haben mittlerweile RSS-Feeds und Twitter übernommen. Ich bin der Überzeugung, dass ich dort umfassender, zielgerichteter und früher informiert werde und zwar genau über die Themen, die mich interessieren. Dort kann ich besser steuern, dass mir keine dämlichen C-Promi-Homestories und irrelevanten Nebenschauplätze präsentiert werden. Natürlich kann man das anders sehen und es ist auch nicht optimal, aber in der Informationsflut habe ich (vorerst) mein Plätzchen gefunden und bin glücklich damit.

Der eine Grund, warum ich aufgehört habe ist also, dass ich meine „Befriedigung“ anderswo gefunden habe. Der andere ist, dass mich TV und Radio aktiv dazu getrieben haben, ihnen den Rücken zu kehren. Das Fernsehprogramm ist nach meiner Einschätzung immer unschaubarer geworden – Reality TV, Pseudo-Dokus, Kochshows, viele Wiederholungen, alles in deutsch, etc. Ich könnte natürlich entsprechende Pay-TV-Kanäle mit genau den Inhalten abonnieren, die ich haben möchte. Aber diese schränken mich trotzdem durch Vorgaben von Zeit und Themen ein. Preislich dürfte es sogar günstiger sein, ab und zu DVDs zu kaufen, als all die Gebühren und Pakete zu bezahlen. Außerdem muss ich mich nicht Verträgen, Spezifikationen, Hardware, etc rumärgern.

Ähnlich ging es mir mit dem Radioprogramm. Abgesehen von nerviger Werbung, nicht-witzigen Moderatoren und grenzdebilen Spielchen hat mich die Musikauswahl immer mehr abgeschreckt. Eine Handvoll Songs in Dauerschleife, weichgespült bis zur Unkenntlichkeit. Nein, danke.

Und jetzt kommt mir nicht mit „berieseln“ und „abschalten“ als Argument! Das ist Blödsinn und eine faule Ausrede. Warum soll ich mir denn irgendwelche Hirnamputierte auf Abspecksafari antun, wenn ich ebenso eine tolle Comedyserie ansehen kann?!

Abgesehen davon dürft Ihr mir gerne Eure Ansichten kundtun und Fragen stellen, wie ich diesen oder jenen Nachteil denn auszugleichen gedenke.

PS: Danke an Martin für die Inspiration für diesen Beitrag

Nachtrag: Oben erwähnter Monitor ist ein 24″-LED-Dings, an das mein DVD-Player angeschlossen ist und per HDMI-Kabel mit dem Notebook.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

22 Gedanken zu „Ohne TV und Radio – geht das?“

  1. Zwar habe ich einen Fernseher und auch Radio, doch kann ich ich vieles hier so unterschreiben. Einzig Nachrichten und Verkehrsfunk würde ich früh im Bad vermissen, doch sonst? Läuft auch auf unserem TV (fast) nur DVD und Blu-ray.

  2. Ohne TV und Radio – geht das? Nein 🙂

    Radio: Keine Frage, darauf kann man verzichten. Zwar lasse ich mich morgens lieber vom Radio wecken als von einem Handy oder sowas und ich lasse mir dann im Halbschlaf auch gerne das Wetter vorlesen. Auch die Bundesliga-Konferenz am Samstag im Radio ist toll, aber grundsätzlich kann man drauf verzichten.

    TV: Nein. Das fängt schon damit an, dass ich nicht gerne auf dem Laptop schaue. Da bevorzuge ich immer den großen Fernseher. Und auch bei den Inhalten wird es schwierig. Sport und Unterhaltungsformate geht eigentlich nur gut im TV. Es ist doch sehr mühsam, sich einen Live-Stream für ein Spiel zu suchen. Und bei Filmen und Serien habe ich selten das Gefühl, genau „jetzt“ unbedingt etwas sehen zu müssen. Da möchte ich lieber geführt werden. Bzw. ich nehme es mir auf und schaue es dann, wenn ich Zeit dafür habe. Und komme mir keiner mit „im Original schauen“. Ich hasse das. Liebe verstehe 100% in der Synchronisation, als 80% im Original. Alles andere ist für mich nur Nerd-Geschwätz. Und zu den Nachrichten: Gerade da ist es besser, sich unabhängig zu informieren. Ansonsten findet man nur das, was man sucht. Deshalb: Ohne TV geht nicht!

  3. Interessante Gedanken, für mich als Medienjunkie nur bedingt nachvollziehbar. 😉 Letztendlich dient mir (bis auf einige Sendungen) Radio und neuerdings auch das Fernsehen eher als Hintergrundgeräusch als wirklich als genutztes Medium. Allerdings trenne ich gedanklich Computer u.ä. noch streng von Fernsehen u.ä.
    Wie zeigt sich das: Fernsehen (und Radio) dienen eher der Zerstreuung und Berieselung, ohne dass ich mir vorher groß Gedanken machen möchte, was ich wo herbekomme. Dazu sitze ich schön auf dem Sofa und lasse es mir gut gehen. Der Computer dient der Arbeit, (privaten) Kommunikation, und Organisation. Davor ist es nicht gemütlich, für die Medienkonsumtion ist das Gerät gefühlt nicht geeignet.
    Ein anderer Punkt sind die Informationen, Du sprachst es ja auch an: Das generalistische Informationsangebot in den Medien ist schon anders strukturiert als der Selbstbesorg von Nachrichten via RSS u.ä. Die Gefahr, die ich im letzteren Fall sehe, ist, dass man dann nur die Nachrichten bekommt, die man sich ausgesucht hat und dabei anderes, was einen evtl. auch interessieren könnte, dann aber verpasst. Baut man sich in sein RSS-Portfolie aber ein paar Generalisten mit ein, wird man doch wieder mit Informationen überschwemmt. 😉
    Schätzungsweise 15 bis 20 Mrd. Euro werden in Deutschland jedes Jahr für die Herstellung von Fernseh- und Radioprogrammen ausgegeben, da ist es doch unverantwrtlich, bei dieser Summe, nicht auch ab und an hinzusehen. 😉

  4. Ich habe zwar auch noch einen Fernseher herumstehen und im Auto mein Radio, aber ich würde auch fast problemlos ohne beide auskommen.

    Die zwei einzigen Gründe für mich den Fernseher anzuschalten sind DVDs, die sich darauf einfach schöner schauen als auf meinem kleineren Monitor, und die Tatsache, dass ich morgens zum wach werden ein paar Minuten Frühstücksfernsehen (nur ARD/ZDF) schaue. Wobei es an sich keinen sinnvollen Grund gibt, letzteres wirklich zu tun…

    Mein Autoradio spielt bei mir in Sachen Musik nur meine selbst ausgewählten MP3s ab. Die Musikauswahl der terrestrischen Sender meide ich eh seit Jahren. Nur für den Verkehrsfunk lasse ich mich hin und wieder noch mal vom Radiosender unterbrechen, einfach weil die Netzabdeckung auf dem Weg zur Arbeit nicht so gut ist, um mein Handy vor Staus und Blitzern warnen zu lassen.

    Das einzige, auf das ich derzeit in unserem deutschen Fernseh- und Radioprogramm nicht so ganz verzichten kann, ist also der Verkehrsfunk. In allem anderen geht’s mir genau wie dir! Ich bin heilfroh, dass ich nicht die geringste Ahnung hab, welche Songs grad in den Charts sind, welcher Promi grad mit wem Schluss gemacht hat oder welcher Reality-Trash grad die Schlagzeilen beherrscht.

    Davon ganz abgesehen denke ich aber sowieso, dass die Ära des Fernsehens/Radios kurz vor ihrem Ende steht. In vorsichtig geschätzt 10 Jahren wird sich sowas eh alles nur noch über’s Internet abspielen und jeder schaut/hört das, was er will und kein vom Sender vorgegebenes Programm mehr. Aber wenn man sich da so anschaut, was für Unsinn Youtube mittlerweile überflutet, sind die Nachfolger des TV-Trash ja leider längst in den Startlöchern…

  5. Ich hab auch keinen Fernseher mehr – mangels Interesse. Ich hab irgendwann gemerkt, dass ich den kaum noch nutze. Wenn ich was unbedingt kucken will, kucke ich entweder sowieso im Internet (BBC iPlayer und Co.) oder lasse es mir aufnehmen (deutsche Sender, die ja kaum brauchbare Mediatheken haben – aber die kuck ich sowieso viel seltener als britische Sender). Radio höre ich auch gerne BBC, entweder Radio 1 oder Radio 4. Die sind auch noch so schön werbefrei. Deutsche Radiosender höre ich praktisch nicht, da ich momentan in Sachsen wohne, und Sachsenradio ist einfach das Übelste vom Übelsten. In Brandenburg ist leider ein Sendeturm kaputt, vorher haben die bis weit nach Sachsen reingesendet. Allerdings ist auch berlinbrandenburgisches Radio nicht werbefrei, und das ist für mich ein KO-Kriterium fürs dauerhafte Hören (ich hab zum Bleistift auch schon mal ins viel gelobte FM4 reingehört – haben auch Werbung. Grmpf). Nachrichten kriege ich dann entweder über die Radionachrichten oder über Internetportale von Medien mit. In der Regel grase ich Tagesschau, Süddeutsche, Zeit, BBC und Guardian ab (per RSS-Feed). Das Verfolgen von Nachrichten nur nach Vorlieben birgt leider die Gefahr, dass einem Sachen durch die Lappen gehen, die einen auf den ersten Blick nicht interessieren. Bei den Nachrichtenportalen habe ich zumindest eine gewisse Breite, die abgedeckt wird, und da reicht es mir, die in diesen Fällen glücklicherweise nur marginal vorhandenen Promisternchen-Kategorien zu meiden.

  6. Danke für Eure Kommentare! Und hier kommen die (langen) Antworten 🙂

    bullion, am Stau fahre ich jeden Morgen und Abend mit dem Fahrrad vorbei, hehe. Da brauche ich keine Ansagen. Wobei die meiner Erfahrung nach nicht immer aktuell und verlässlich genug sind – besonders, wenn es darauf ankommt.

    Nummer Neun, da ich keinerlei Sport im TV gucke, fällt das für mich weg bzw. ich habe früher Samstags nicht mal gewagt das Radio anzuschalten wegen der nervigen Bundesligakonferenz 🙂

    Und wer hat denn gesagt, dass ich am Laptop schaue? Ich habe einen Nachtrag hinzugefügt, in dem ich erwähne, dass ich einen 24″-Monitor habe, an den mein DVD-Player und mein Notebook per HDMI-Kabel angeschlossen sind.

    Ich bin ein Synchronisationsfeind, aber das ist ebenfalls Gewöhnungssache und über die letzten zehn Jahre so gewachsen. Für die restlichen 20% Verständnis gibt es Untertitel und dein wachsendes Sprachverständnis 🙂 Wenn du dem einmal verfallen bist, willst du nicht mehr zurück. Und da bietet das sogenannte Free-TV in Deutschland überhaupt nichts, was eine verpasste Chance ist. Durch DVDs sind viele Zuschauer auf den Geschmack gekommen und durch Zweikanalton könnte man da sicherlich Interesse wecken.

    DirkNB, das Hintergrundrauschen habe ich auch eine Weile betrieben. Ich habe es sogar so weit getrieben, dass ich TV, DVD, Musikplayer und Radio gleichzeitig laufen hatte und wahllos den Lautsprecher umgeschaltet habe. Das wurde mir dann aber irgendwann zu unheimlich und zeitfressend. Und dass ich mir aussuche, was ich höre, heißt ja nicht, dass ich darüber nachdenken muss. Ich kann z.B. bei Spotify eine Playliste eines völlig Fremden anklicken und mich berieseln lassen.

    Ein wichtiger Punkt ist tatsächlich die Auswahl der Informationen und dass man die Kanäle breit fächert. Ich denke aber, dass ich da einen guten Kompromiss von unabhängigen Quellen und Informationsfluss gefunden habe bzw. diesen ständig an meine Bedürfnisse anpasse. Dabei kann ich genauso auf die Onlineangebote der „klassischen“ Medien wie Tagesschau und Zeitungen zurückgreifen wie aus dem Internet gewachsene.

    Und was die Summen angeht, die fürs Programm ausgegeben werden: das ist ein anderes Thema über das ich mich gesondert aufregen könnte. Zum Beispiel wären die unnötigen Milliarden für Fußball anderswo sinnvoller angelegt.

    Beety, Verkehrsfunk ist wie gesagt für mich irrelevant. Und du greifst ja auch nur darauf zurück, da die neuen Entwicklungen noch Macken haben. Aber das wird sich noch ändern.

    Ich würde dem Fernsehen noch nicht so bald den Tod voraussagen. Jedenfalls nicht vollständig, denn in angepasster, den neuen Medien parallel gestellter Form, wird es sicherlich noch einige Zeit bestehen.

    PS: Ich merke gerade, dass ich mein Kommentarfeld auch größer ziehen kann. Ist also tatsächlich eine Firefox-Eigenschaft 😉

    muerps, BBC ist wieder eine andere Kategorie! Wobei hier auch ein bisschen der Exotenbonus und „the grass is always greener on the other side“ mitspielen.

    Wie schon angesprochen, nutze ich trotzdem die klassischen Medien und sollte so recht gut informiert werden. Was die Angst des Verpassens betrifft, so lässt mich das mittlerweile kalt. Es ist einfach so, dass es schier unendliche Informationsangebote gibt und auch nur versuchen zu wollen, da den Überblick zu behalten, ist sinnlos. Ich halte es für einen Trugschluss, dass es von Nachteil ist, wenn man Dinge verpasst, die einen doch evtl. vielleicht hätten interessieren können. Was ist denn so schlimm daran? Umgekehrt kann es mir mit dem Radio/TV genauso gehen, wenn ich ausschalte und DIE Nachricht genau zwei Minuten später gesendet wird. Du kannst ja nicht alle Sender gleichzeitig den ganzen Tag laufen lassen, um nur ja nichts zu verpassen. Und meiner Erfahrung nach werden die wirklich wichtigen/interessanten Dinge „im Internet“ sehr schnell nach oben gespült und ich bekomme es dennoch mit. Vielleicht nicht als Erster aber dennoch früher als es im Fernsehen kommt.

  7. Radio habe ich das letzte Mal vor 13 Jahren gehört. Gezwungenermaßen, wenn ich als Zivi, der Essen ausfuhr, einen Kollegen dabei hatte, der ohne Berieselung nicht konnte.

    Beim Fernsehen nähere ich mich auch stetig dem „Wozu eigentlich noch?“ an, aber momentan sieht es dank ZDFkultur & ZDFneo ein bisschen besser aus. Eine Sache hält mich dann doch in der Schar der edelmütigen Gebührenzahler: Fußball. Da bin ich ganz bei Nummer Neun.

  8. tobi, 24″ ist genau richtig 🙂 Nicht zu groß, dass auch schlechtere Qualität noch schaubar ist und dass ich ohne Nackenverrenkungen im selben Zimmer sitzen kann. Und natürlich nicht zu klein, damit auch HD-Qualität gut zur Geltung kommt!
    Meine Eltern haben einen 42″-Fernseher und der macht mich wahnsinnig: bei nicht-HD-Sendungen bekommst du Kopfschmerzen vom schlechten Bild.

    Ini, du bist ja voll Hardcore, ey! ZDFkultur und ZDFneu sind doch Bezahlsender, oder?

  9. Ich selbst habe auch keinen Fernseher, das hat aber „historische Gründe“. Ich gebe aber zu, dass ich gerne mal „fremdkucke“, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt. Warum? Weil ich manche Filme und Serien gerne sehen möchte, ohne in die Videothek zu gehen.

    Radio ist für mich unverzichtbar. Zwar kommt oft „Berieselung“, wie Du schon sagtest, und nach dem 10. Grönemeyer-Naidoo-Gaga-Gedöns schalte ich auch entnervt auf MP3 um. Aber für die Autofahrt genau das Richtige, um gut hin und gut wieder zurück zu kommen. Ich halte Radio für ein Medium, das zur Grundversorgung dient (wie auch ursprünglich vorgesehen) und – wenn es gut gemacht ist! – eine schöne Sache. Radio ist dann gut gemacht, wenn gute Moderatoren mit einer interessanten Musikauswahl zusammen treffen. Ist zwar oft nicht der Fall, aber manchmal gibt es Lichtblicke.

    Thema Nachrichten: die kleinen News-Updates während der Autofahrt sind für mich recht hilfreich, ohne tagsüber Newsseiten wälzen zu müssen (wenn mich ein Thema interessiert, gehe ich online in die Tiefe).

    In Bezug auf Filme und Serien in Originalsprache bin ich ein Muffel: ich kann zwar recht gut englisch, aber wenn das ein einziges Genuschele ist, möglichst noch mit Ami-Akzent, dann verliere ich sofort die Lust. Beim Filmeschauen will ich relaxen, meinen Kopf resetten und mir mit einer Tüte Chips in der Hand keine Gedanken darüber machen, was der Darsteller gerade in seinen Bart genuschelt hat oder wie die ein oder andere Redewendung – wenn es denn eine ist – zu verstehen ist. Das mache ich gerne bei Bedarf und vor allem freiwillig. Synchronisation hat in D eben Tradition, da beißt die Maus keinen Faden ab. Ob man das gut oder schlecht finden mag. Ich gebe zu, dass es schade ist, keine Alternative in Form von Zweikanalton geboten zu bekommen. Denn dann hätte man die Wahl und alle wären glücklich. Und dann würde ich auch vielleicht öfter zum Original-Kanal wechseln.

    Übrigens: soweit ich weiß, sind zdf_neo, zdf.info und zdf|kultur gratis über Satellit empfangbar.

  10. Ich hatte viele Jahre lang zwar einen Fernseher, aber kein funktionierendes Fernsehkabel dafür, das heißt, ich habe den Apparat nur für meine Videospiele und mal DVDs benutzt. Nachdem ich Jahrelang zu viel gesehen hatte, fand ich das auch ganz erholsam und es gab ja auch Internet und dann auch Youtube, Mediatheken, immer mehr und mehr Serien-DVDs (auch von älteren Serien). Ich hab zwar wieder Fernsehempfang, sehe aber meistens nur Frauenfußball oder mal eine Serie. ICh kann gut ohne TV leben. Ohne Radio sowieso. Ich habe eine etwas eigenen Musikggeschmack und finde die 0815 Musik der meisten Radiosender immer nur in Maßen erträglich. Meine News hole ich mir auch aus dem Internet, entweder über Handy oder PC.

  11. Ich kann deinen Artikel zu 100% unterschreiben. Okay. Ich habe noch Fernseher und Radio hier stehen, aber sie werden kaum noch genutzt. Denn ich bestimme auch lieber selbst welche Musik ich höre oder welche Sendung ich schaue. Und es ist dann auch einfach eine richtige Verwendung von Zeit.

    Was Nachrichten angeht. Geht bei mir auch alles über RSS-Feed und die Tagesschau-Homepage. Mittlerweile fühle ich mich durch bestimmte Blogs auch weit besser informiert. Und naja… das TV-Programm ist vergleichbar mit dem aktuellen „Sommer“… ist eben ein schlechter Witz ;).

  12. Fernseher und Radio stehen hier, ja. Letzteres wird allerdings gar nicht mehr genutzt; Musik höre ich nur noch gezielt und ohnehin meist über Laptop oder MP3-Player. Der Fernseher wird in Ausnahmen schon noch gebraucht, für sportliche Randerscheinungen (Snooker) oder auch mal einen Spielfilm auf Arte. Ich mag zwar keine Synchro, aber zum O-Ton-Nazi habe ich es bis jetzt auch noch nicht geschafft (abgesehen von Comedy-Serien). 😉 Primär nutze ich den Fernseher aber wirklich für DVDs. Mit dem Programm kann ich schon lange nichts mehr anfangen, und das gilt nicht nur zu 100% für die Privatsender, sondern mittlerweile auch zu 90% für 3Sat und Arte.

  13. Martin, stört dich beim Fremdgucken nicht die viele Werbung bzw. dass du nicht pausieren kannst?

    Zur Berieselung kann ich nur sagen, dass ich lange ebenso gedacht habe, bis mich Moderatoren, Werbung und vor allem der geschmacklose Einheitsbrei an Musik zu sehr abschreckte. Gerade weil es praktisch unmöglich ist, dass gute Moderatoren und interessante Musikauswahl zusammentreffen.

    Was Filme in O-Ton betrifft, kann ich mich immer nur wieder und wieder wiederholen: es ist Übungssache und wer mit Untertiteln guckt, lernt besonders schnell. Punkt.

    Du hast Recht, ZDFneo ist über Antenne zwischen 19h und 6h zu empfangen. Ansonsten muss man digitales Kabel zahlen.

    Bioschokolade, (hallo!), wir sind uns ja einig 🙂

    Lordy, ich finde den Sommer perfekt mit genau den richtigen Temperaturen und recht viel Sonne – so sollte das jedes Jahr sein!

    Dr Borstel, der Weg zum Nazi ist unaufhaltsam! Abgesehen davon, habe ich mich auch nie mit den Spartensendern anfreunden können. Zu dem Zeitpunkt war ich schon zu sehr daran gewöhnt, auch die Zeit selbst zu bestimmen.

  14. Naja die 3 Euro mehr, die man für digitales Kabel zahlt, sollten schon drin sein. (Besonders wenn man Analogkabel eh über die Mietnebenkosten zahlen muss). Mehr Sender und eine wesentlich bessere Bildqualität.

    Ob man mehr zahlen möchte, ist sicher Geschmackssache. Ich bin total den Pay-TV-Sendern verfallen in HD und mit Digitalrecorder. Da könnte ich sogar auf einigen Sendern auf Originalton umschalten. Ich wüßte nur nicht warum. Dafür kommen noch dieses Jahr Games of Thrones, The Walking Dead 2 und Breaking Bad 4 auf deutsch und in HD.

  15. Also ich spare mir das ganz, da es eben nicht in der Miete enthalten ist.

    Die genannten Serien sind doch alle schon längst gelaufen!

  16. Mordsdiskussion hier…wow!

    Also: im TV läuft Fußball, CSI etc. – darauf möchte ich nicht verzichten.
    Im Radio: läuft Musik – in der Küche, im Auto, überall. Darauf will ich auch nicht verzichten.

    Nur mit DVD und MP3 – nö, nicht meine Welt.

  17. Also Morde gibt es hier nur wenige 🙂

    Aber ich sehe schon, dass es sich oft am Sport entscheidet. Ständige Musik ist kein Argument: das tut sie bei mir auch bzw. ich habe gar nicht genug Zeit, so viel Musik zu hören wie ich Möglichkeiten zur Verfügung habe.

  18. Pingback: Netzfänge – Uwe
  19. Habe seit 10 Jahren keinen Fernseher und ich vermisse dank Internet absolut garnichts.

    Informationen bekommt man auch im Internet und den ganzen Schund von Hartz IV TV, Castingshows etc. muss man auch nicht wirklich mitbekommen.

    Man kann zwar nicht mitreden, wenn sich andere über den aktuellen Casting-Superstar reden, dafür hat man viel mehr Zeit sich um andere Sachen zu kümmern.

    Wenn ich bei einem Gespräch erzähle, dass ich keinen Ferseher habe werd ich meistens erstmal verdutzt angeschaut und oft kommt dann auch die Frage was ich denn mache wenn ich Langeweile habe.

    😉

    Wenn ich irgendwo zu Gast bin und der Ferseher läuft bekomme ich nach ein Paar Minuten meistens schon Kopfschmerzen davon.

  20. Ohen Radio geht auf jeden Fall. Meistens höre ich per PC + Internet Musik. Dann höre ich auch nur die Musik die mich interessiert. Ganz ohne Nachrichten und ohne die nervige Werbung. Es gibt Radio Streams und entsprechende Software, wo 24 Std. lang nur Musik gespielt wird, ohne einmal Werbung oder Nachrichten. Die richtigen Streams für TV zu finden, sind hingegen schwieriger, aber nicht immer unmöglich!

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