World of Music: Bermuda (Beetys Blog-Parade)

Sommerloch und Urlaubszeit. Oder so ähnlich. Jedenfalls schweifen momentan die Gedanken in die Ferne und der Beety verbindet das Ganze mit Musik in einer schicken Blog-Parade. Es soll darum gehen, einen Blick über den eigenen Musikhorizont zu werfen und Künstler vorzustellen, die nicht aus den USA, dem UK oder Deutschland stammen. Wer mitmachen möchte, hat noch bis Freitag Zeit!

In meiner Musiksammlung findet man nur ein paar schwedische Vertreter und dann wird es dünn. Eine Künstlerin fällt allerdings auf, die ich lange Zeit intensiv verfolgt habe. Es handelt sich um Heather Nova aus Bermuda. Einige werden jetzt “Thema verfehlt!” rufen, denn erstens ist sie relativ bekannt, zweitens ist sie erst durch einen Umzug nach London bekannt geworden und drittens ist Bermuda eine Kronkolonie Großbritanniens. Zum ersten Punkt entgegne ich, dass es genug Menschen gibt, die sie leider noch nicht kennen und dass ich nicht jemanden vorstellen wollte, den ich kaum kenne. Den zweiten Punkt halte ich für irrelevant, denn was hat der Wohnort mit der Herkunft zu tun?! Der dritte Punkt ist historisch korrekt, aber für Bermudians hat das kaum Auswirkungen, denn man hat z.B. kein Aufenthalts- oder Arbeitsrecht[1]. Da ist man als EU-Bürger im UK deutlich besser gestellt.

Nun aber endlich zur Musik. Das neueste Album 300 Days at Sea wurde im Mai veröffentlicht und wurde über Pledge Music finanziert. Auf der Seite gibt es einen Song zum anhören. Um den soll es hier aber nicht gehen, sondern um einen alten Song namens Sugar von ihrem 94er-Album Oyster. Der Text ist heftig und auch der Song ist so gar nicht kuschelig, wie man das vielleicht von Ms Frith erwartet. So richtig wütend wird es aber erst gegen Mitte. Überzeugt Euch selbst:

Sie ist übrigens auch sonst künstlerisch tätig (einige der Pledges enthielten Bilder und Zeichnungen), wie z.B. ein Gedichtband zeigt. Davon habe ich eine Ausgabe mit persönlicher Widmung:

Heather Nova: The Sorrowjoy

Und dass Bermuda besser als sein Ruf ist, kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen:

Bermuda
Bermuda
Bermuda

PS: Genauer als “Bermuda” kann ich den Wohnort nicht angeben. Aber da die Insel(gruppe) etwa halb so groß wie Sylt bzw. wie Borkum und Amrum zusammen ist, sollte das ausreichen.

  1. Das sind zumindest meine Informationen. Ich habe das nicht weiter recherchiert und wenn jemand es besser weiß, darf und soll er mich gerne korrigieren. []

Über juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

15 Gedanken zu „World of Music: Bermuda (Beetys Blog-Parade)

  1. Ach die gute Heather Nova. Mir ist sie das erst Mal zusammen mit Escobar in “Someone New” aufgefallen. Den Song mochte ich zu seiner Zeit sehr.
    Sugar ist da noch etwas experimenteller, aber ihre Stimme ist der Hammer.
    Die Info, dass sie von den Bermudas stammt, ist mir völlig neu. :wink:

  2. Ah, fein! Danke für’s Teilnehmen! Ja, du bist damit die Zweite! Ich hab’s selbst noch nicht mal geschafft, meinen Beitrag zu schreiben ;). Hatte mangels Teilnehmern auch schon befürchtet, meine Auswertung flach fallen lassen zu müssen, aber vielleicht verlängere ich die Frist einfach noch etwas und hoffe auf noch ein paar weitere Interessierte!

    Von Heather Nova hab ich auch irgend wo noch ein Album rumliegen. Mittlerweile mag ich sie nicht mehr sooo gern, aber es gab mal eine Zeit, da war ich echter Fan. Ich wusste aber auch nicht, dass sie von den Bermudas stammt! Von daher ist das Thema gut getroffen!

  3. Heather Nova geht bei mir immer. Seit “Oyster” (’94) habe ich kein Album von ihr verpasst. Leider habe ich sie bis jetzt nur einmal live sehen können. Dummer Weise hat sie damals meinen Zuruf aus dem Publikum mich doch bitte zu heiraten, nicht gehört! :)
    Auf dem Live Album “Wonderlust” ist übrigens eine geniale Version von “Sugar” zu hören.

  4. Dany, sie hat mit einigen Künstlern zusammen gearbeitet, z.B. Moby, ATB oder Graeme Revell. Ist etwas außerhalb ihres Genres, aber so zieht sie ihre Kreise.

    Beety, eine Fristverlängerung ist evtl auch wegen des Sommer-/Urlaubslochs gut.

    AndiBerlin, die Sugar-Version von Oyster finde ich am besten, aber die gibt es halt nirgends in Videoform :) Ich habe übrigens alle CDs von ihr außer die nur in Holland erschienene Maxi von “I’m the Girl” (s. http://heathernova-info.com )

  5. Die Heather war vor ein paar Woche noch abends live im Studio bei SWR3, eine ganze Stunde. Hat unplugged gespielt und sehr nett erzählt.

    Aber warum ist Bermudas Ruf denn nicht so gut? Evtl. Steuerparadies oder so was? Denn ansonsten konnte ich nichts Negatives finden.

  6. Naja, was fällt dir denn zu Bermuda ein? Mir käme da sofort “überlaufener, überteuerter Urlaubsort” in den Sinn. Das stimmt zum Teil, denn die Einwohnerzahl verdreifacht sich im Sommer (nur Saisonarbeiter, die Touris kommen noch oben drauf) und es ist extrem teuer (Grundstückpreise, Lebensunterhalt). Ein Steuerparadies ist es nicht mehr so wirklich.
    Aber es ist nicht das typische Karibikinselurlaubsszenario – das einzige Hotel mit mehreren Stockwerken ist eine Ruine (oder mittlerweile schon abgerissen) und die Karibik liegt etwa 1000km südlich.
    Das meinte ich.

    Und SWR3 kann man mittlerweile nicht mehr hören :)

  7. Ja, aber was bleibt noch? RPR1 etwa, der Ludwigshafener Verkaufssender? :-D Oder Rockland, die mittlerweile mit Rock nichts mehr zu tun haben? Nee nee, für den normalen Alltagsgebrauch gibt’s kaum was Besseres als SWR3. Besonders abends kommen da noch recht gute Sendungen.

  8. Um mal richtig vom Thema abzulenken: es geht auch ohne Radio! Ich höre seit über einem Jahr nur Musik, die mir gefällt und das macht unglaublich Spaß :)

  9. Jein, Julia. Ich höre morgens auf dem Weg zur Arbeit immer Radio, besonders wegen der Nachrichten, die sind mir wichtig. Natürlich könnte ich bei Naidoo – Grönemeyer – Lady Gaga in Folge auch brechen, aber oft sind die Beiträge auch informativ und gut. Klar, im Auto habe ich auch einen gut gefüllten USB-Stick, der meist zum einsatz kommt :-)

    Außerdem bin ich ein großer Fan des Mediums “Radio”. Mit allen seinen Facetten. Und aus Tradition :-)

  10. Die schlecht recherchierten, sich oft wiederholenden, den Tatsachen hinterherhängenden “Nachrichten” waren ein weiterer Grund, dem Radio den Rücken zuzukehren. Warum hörst du dann nicht D-Radio oder wie die alle heißen?

    Ich sollte man einen Beitrag dazu schreiben, wie befreiend es ist, kein Radio und TV mehr zu konsumieren :)

Kommentare sind geschlossen.