Englisch lernen mit TV-Serien #48: Wotcher

Heute wird es mal wieder umgangssprachlich und wir treffen auf alte Bekannte – seriell wie vokabulär. Und auf einen aktuellen Hype springen wir auch noch auf.

Die Serie zum Beispiel ist Luther, deren zweite Staffel gerade lief. Dazu mehr am Ende. Wir stürzen uns in die vierte Folge und zwar mitten in eine Konfrontaion:

FRANK
Wotcher.

LUTHER
Frank, what are you doing here?

FRANK
Waiting for you. What are you doing here? What’s in the boot, John?

LUTHER
None of your business what’s in my boot.

FRANK [POINTING A GUN]
Open it.

LUTHER
So what are you saying, I open the boot or you shoot me?

FRANK
Don’t make me answer that.

LUTHER
Frank, you really want to do this?

Luther: Wotcher (1)

Hier heißt boot soviel wie Kofferraum, aber das wissen wir ja seit der letzten Folge dieser Beitragsserie.

Spannend, wie das ausgehen wird! Aber dass der Hauptcharakter das überlebt, ist klar. Deswegen kann er später folgendes sagen:

LUTHER
Wotcher. I’m John. Do you want to play a game?

Luther: Wotcher (2)

Kann man aus diesen Beispielen ablesen, was dieses seltsame Wort bedeuten könnte? Man könnte von einem Jugendgruß ausgehen und laut Urban Dictionary kennen die meisten (Amerikaner) diesen Begriff nur aus Harry Potter. Es ist allerdings nicht eine Abkürzung von „What are you up to“ (1. und 2. Erkärung), sondern vielmehr von „What cheer?“ aus dem 15. Jahrhundert (3. und 6. Erklärung). Letzteres wird auch im Phrasefinder erklärt. Dort gibt es auch weitere Beispiele (mit Shakespeare natürlich), Herleitungen (u.a. von Chaucer) und Entwicklungen (z.B. bei Wodehouse).

Zur Serie: Die erste Staffel hatte ich letztes Jahr vorgestellt und wer die bisher noch nicht gesehen hat, sollte dieses Versäumnis schnellstmöglich nachholen. Die Fortsetzung ist anders, sowohl vom Format (4x 90 Minuten mit je zwei zusammenhängenden Folgen) als auch vom Inhalt. Natürlich ist die dramatische Qualität genauso fanstastisch und die zwei vorgestellten Fälle sind ungewöhnlich genug, alleine dadurch das Anschauen zu rechtfertigen. Wer auf realitätsnahe Darstellung steht, sollte einerseits auf jeden Fall reinschauen (Charakterisierung), andererseits die Serie tunlichst meiden (Polizeiarbeit). Bildet Euch am besten selbst ein Bild!

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Dieser Beitrag ist Teil 20 von 25 der Beitragsserie Englisch lernen mit britischen TV-Serien

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

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