Plume: Android-Twitter-Client mit Filterfunktion

Lange habe ich nach einer Twitter-Anwendung für mein Milestone gesucht, die filtern kann. Kennen und lieben gelernt habe ich diese Funktion beim Tweetdeck-Desktop-Client, wo man bestimmte Nutzer, Hashtags oder Applikationen ausfiltern kann. Seitdem ich hauptsächlich mobil twittere vermisse ich diese Funktion sehr, denn Tweetdeck for Android hat es auch nach knapp einem Jahr nicht geschafft, dieses Feature einzubauen[1].

Da mich die häufigen Meldungen über den aktuellen Aufenthaltsort, Filmgenuss, Lesestand, Workoutablauf usw. nur bedingt interessieren, würde ich das gerne ausblenden. Die Alternative wäre Unfollow, aber nachdem ich testweise alle „Übeltäter“ in einer Liste gesammelt habe, würde danach meine Timeline sehr leer aussehen. Und die restlichen 20% Tweets derjenigen Nutzer sind eben doch relevant.

Also bin ich immer verzweifelter auf die Suche gegangen, bis ich auf diesen Beitrag stieß, wo es eigentlich um Twitter-Trolle und Spam geht. Dort werden einige Anwendungen vorgestellt, die Filterfunktionen haben und für welche Plattformen sie jeweils verfügbar sind. Da ich noch andere Ansprüche an einen Twitter-Client habe, kam nur Plume (ehemals Touiteur) in Frage (offizielle Seite mit QC-Code und Link zum Market).

Die Authentifizierung meines Twitterkontos war ziemlich langwierig und beinahe hätte ich das Ding wieder deinstalliert. Doch innerhalb der ersten Minuten hatte es mich überzeugt, denn die Handhabung ist intuitiv, in vielen Aspekten ähnlich Tweetdeck for Android, wie z.B. die Spaltenaufteilung. Die Möglichkeit der Einfärbung und des Einblendens von Vorschaubildern ist ähnlich wie bei Seesmic und dient der Übersichtlichkeit. Nun aber zum wichtigen Feature, dem Filtern. Man kann Benutzer, Text und Apps stummschalten. Einige übliche Verdächtige wie Gowalla und Foursquare sind schon vorgeschlagen und müssen nur noch angekreuzt werden.

Um einen Eindruck zu gewinnen, hier ein paar Screenshots aus dem Market:

Plume: Timeline mit unterschiedlicher Einfärbung
Plume: Menü und Schreiben

Was mir ebenso wichtig ist, neben den Standardspalten, der Filterfunktion und der Übersichlichkeit, sind zusätzliche Spalten mit Listen oder gespeicherten Suchen, einstellbares Aktualisierungsintervall, einstellbarer Bilderclient, einstellbarer URL-Verkürzer (nur Goo.gl und Bit.ly, aber immerhin), Autocomplete, uvm. Vor allem habe ich das Gefühl, dass die App ständig weiterentwickelt und gepflegt wird, weil eine Firma dahinter steht. Das waren mir dann auch die zwei Euro für die werbefreie Version wert.

Was denkt Ihr? Gibt es Alternativen?

  1. Laut der offiziellen Feedback-Seite war das eine der meistgewünschten Optionen und in einem Kommentar aus dem August 2010 „arbeiten die Entwickler daran“ (finde die Quelle leider nicht mehr). In einem Tweet im Februar hieß es, dass das Feature in einem zukünftigen Update verfügbar sein wird. Bisher ist aber noch nichts in Sicht. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

5 Gedanken zu „Plume: Android-Twitter-Client mit Filterfunktion“

  1. Natürlich nerven mich bestimmte automatisch generierte Einträge auch, ich habe das bei den meisten Diensten auch schnell selbst wieder abgestellt, weil es so aussah, als würde ich selbst nicht twittern, aber der Welt mitteilen, welches Youtube Video ich gerade zu meinen Favoriten hinzugefügt habe. Aber generell überlese ich diese Tweets einfach in der Timeline. Ein Wisch über das Iphone (Tweetdeck) und gut.
    Da muss Dir wohl etwas tierisch auf die Nerven gehen, wenn es dann sogar noch zwei Euro wert ist…

  2. Plume ist auch mein Lieblings Twitter Client auf meinem Android. Mir hat Plume sogar so gut gefallen, das ich mir auch die „Bezahlversion“ gekauft habe.
    Aber ganz ehrlich, das Plume auch filtern kann, wußte ich bis zu Deinem Beitrag nicht! 😳

    Was ich aber vermisse, ist das anwählen mehrerer Twitter User um diese in einem Tweet zu benennen. Also jetzt ohne den Namen manuell einzugeben, sondern einfach durch anwählen des Namens in der Timeline.

  3. Dany, es ist mir in den letzten Wochen verstärkt aufgefallen. Ich lese abends mehrere Hundert Tweets nach und da sieht man schnell, wer mehr hauptsächlich indirekt twittert (= Dienste Updates schreiben lässt). Die Signal-to-Noise-Ratio ist bei manchen etwas niedrig, aber die Signale will ich dann doch nicht verpassen.

    Andi, musst du gleich mal ausprobieren 🙂 Solche Feinheiten mit dem Mehrfachauswählen habe ich bisher nur bei Tweetdeck (Desktop) gesehen. Aber durch die Autovervollständigung müsste das doch relativ fix gehen, oder?

  4. Hab im Moment noch kein Turbo-Phone. Werde aber bald solch eines besitzen. Werde da Plume mal sicher ausprobieren.

    Zum ganzen Twitter-Noise. Es ist auch ganz schwer, die Klappe zu halten. Denn Prinzipiell gibt es immer um in die Welt zu töten.

  5. Gamlor, wie du auf Twitter verraten hast, ist es mittlerweile soweit. Wie gefällt es dir bisher?

    Twitter ist doch dazu da, nicht die Klappe zu halten! Das is das Signal zum Noise, den automatischen Nachrichten von externen Services.

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