Album“kritik“: The Postelles – The Postelles

Wenn sich eine Lieblingsband quasi in Auflösung befindet (und seit exakt einem Jahr nicht mehr bei MySpace eingeloggt hat), muss man sich Ersatz beschaffen und The Postelles ähneln The Redwalls in vielerlei Weise. Beide musizieren fröhlich in der Tradition der frühen Beatles und damit macht man in meinen Ohren nie was verkehrt. Gesanglich sind sie auch sehr ähnlich, mit leicht rauhem Unterton, der eine junge Stimme vor ihrer Zeit gealtert erscheinen lässt. Wenn das selbstbetitelte Debütalbum noch von Alber Hammond, jr prodziert wird, seinerseits Gitarrist von The Strokes[1], muss ich mir das Ding zulegen. In der Praxis war das aber etwas schwerer als gedacht. Dazu gleich mehr.

The Postelles - s/tAufmerksam wurde ich durch eine kostenlose mp3 at 3pm beim Magnet Magazine, die mich sofort überzeugte und los ging die Suche nach dem Longplayer. Der wurde am 7. Juni veröffentlicht und einige Tage später spielten die vier Jungs beim Bonnaroo Festival. Ähnliche Festivals haben sie wohl in den letzten Jahren häufiger besucht und sich so langsam einen Namen erspielt.

Den fraglichen Titel 123 Stop hatte ich sogar seit letztem Jahr in meiner Sammlung, weil er mal irgendwo irgendwann als kostenloser Download angeboten wurde – wo genau, konnte ich nicht mehr nachvollziehen. Wer die Videos bei Nerdcore immer alle bis zum Ende durchguckt, der ist im März mal über die Band gestolpert.

Am Samstag Abend jedenfalls war ich auf der Suche nach dem Album als Download. Laut offizieller Seite ist es bei Amazon.com verfügbar, aber da wurde ich geografisch diskriminiert. Im UK (wo ich es auch nicht hätte kaufen dürfen) und in D sind die Download-Varianten nicht erhältlich[2]. Die CD wollte ich nicht, weil die teurer ist, Platz wegnimmt und nicht sofort da ist. Bei Spotify ist es in Deutschland nicht verfügbar.

Mein letzter Ausweg schien iTunes und ich war schon kurz davor, die 200 MB Festplattenspeicher zu opfern und die Herzinfarktgefahr in Kauf zu nehmen, als ich bei Twitter anfragte, ob es überhaupt im D-Shop erhältlich ist. Das brachte Sascha heldenhaft dazu, das Album zu besorgen und mir zur Verfügung zu stellen – meine ewige Dankbarkeit ist dir gesichtert!

Nach dieser Odyssee bleibt nur zu erwähnen, dass es sich gelohnt hat. Denn nach genau dreieinhalb Jahren ist es Zeit für eine weiteres Redwalls-Album, und auch wenn es nicht aus Chicago, sondern aus New York kommt, so will ich mich nicht beschweren.

Damit Ihr auch wisst, warum ich so begeistert bin, gibt es zwei Videos: einmal 123 Stop mit einer Backstage-Aufnahme von 2008 und dann das offizielle Video zu White Night

Na, was meint Ihr?!

PS: Wer in den Genuss gut des halben Albums kommen möchte, der schaue bei elbo.ws vorbei, wo 6 von 11 Songs verlinkt sind und als Bonus noch ein Buddy Holly-Cover.

PPS: Da das hier mehr ein Erahrungsbericht und Begeisterungssturm als eine Kritik ist, habe ich das in Anführungszeichen gesetzt.

  1. Upsa, der ist genau drei Tage älter als ich. Ein weiterer Pluspunkt! []
  2. Wer jetzt verständnislos den Kopf schüttelt und/oder den Kopf auf die Tischplatte fallen lässt, befindet sich in guter Gesellschaft. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

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