Vanilla/Chocolate Fudge – ein Selbstversuch

Fudge, laut deutscher Wikipedia ein Karamellbonbon, aber im echten Leben so viel mehr dank Dutzender Sorten in den unglaublichsten Geschmacksrichtungen. Für mich gehören zu einem echten UK-Urlaub immer ein bis drölf Barren selbstgemachtes Fudge. Laut der englischen Wikipedia handelt es sich um

Fudge is a type of Western confectionery which is usually very sweet, extremely rich and frequently flavored with cocoa. It is made by mixing sugar, butter, and milk and heating it to the soft-ball stage at 240 °F (116 °C), and then beating the mixture while it cools so that it acquires a smooth, creamy consistency. Chocolate can also be mixed in to make chocolate fudge; many other flavors and ingredients are possible.

Wahrscheinlich werdet Ihr mir jetzt alle sagen, dass Ihr das schon lange wisst, aber so sind wir wenigstens alle etwa auf dem gleichen Stand.

Die Vorgeschichte.
Kommen wir nun zum eigentlichen Thema. Die Indelicates haben vor anderthalb Jahren zu Weihnachten eine Aktion gestartet, bei der man Vanilla Fudge bestellen konnte. Mein Päckchen kam leider nie an… Vorletzte Woche twitterten die beiden, dass sie (bzw. Simon) so viel Fudge übrig haben und es gegen Versand verschenken würden. Da habe ich mich natürlich sofort gemeldet. Letzten Mittwoch kam das Tütchen mit den hellbraunen Würfeln an und es war einfach himmlisch! (leider keine Fotos)

Die Vorbereitung.
Da es in Deutschland keine Fudgeläden gibt, wie z.B. das Fudge House in Edinburgh, musste ich mir für Nachschub selber helfen. Das ist allerdings nicht so einfach!

Die Rezepte meiner Wahl sind Creamy Vanilla Fudge und Easy Chocoloate Fudge. Man braucht viel Zucker/Puderzucker, Milch, Kondensmilch, Butter und Vanillearoma bzw. Schokolade. Das Hauptproblem ist die exakte Temperaturbestimmung, denn bei 116° passiert irgendwas mit dem Zucker, dass die finale Konsistenz beeinflusst. Zur korrekten Fudgeherstellung gehört demnach ein Zuckerthermometer, das ich mir tatsächlich besorgt habe[1].

Das Schokoladenrezept besteht nicht auf der Kristallisation des Puderzuckers und das Resultat ist meines Erachtens auch kein normales Fudge. Das schmälert natürlich nicht den Geschmack, aber ich möchte das ja nicht unter falschem Namen anbieten.

Die Umsetzung.
Nachdem man die seltsamen Bezeichnungen und Größenangaben des Rezeptes interpretiert hat, kann es losgehen. Ebenfalls zu empfehlen ist eine quadratische, kleine Kuchenform mit abnehmbarem Ring. So ein Ding habe ich nicht, was die Ausführung zum Ende hin sehr behinderte.

Die Zutaten waren besorgt und die eigentliche Zubereitung ist schnell und einfach. Man sollte allerdings immer bedenken, dass das Zeug sehr heiß ist und nie übergeschwappte Tropfen mit dem Finger aufnehmen. Danach hat man nämlich einen verbrannten Finger und Fudgespuren an den Wänden, vom hektischen Herumwedeln mit besagtem Finger.

Angeblich soll die Masse nach einigen Minuten Abkühlzeit schneidbar sein. Das Zeug ist aber total zähflüssig und geht nach einiger Zeit wieder in die ursprüngliche Form zurück. Das erschwert auch das Säubern der Backutensilien, die erstmal längere Zeit eingeweicht werden müssen, bevor das karamellisierte Zeug abgeht.

Das Ergebnis.

Vanilla & Chocolate Fudge

Wie man sieht hat das wenig mit den bekannten klar definierten Würfeln bzw. Barren zu tun, die man kennt und liebt. Der Vanilleriegel rechts z.B. hat sich über Nacht gedreht und ist sogar vom Teller „gelaufen“. Aber der Geschmack ist einfach unübertrefflich! Ich habe ein ganzes Röhrchen Vanillaroma genommen und das ist genau die richtige Menge, damit der Karamellgeschmack ergänzt wird. Die Schokovariante hat eher was von einem saftigen Kuchen. Leider ist die Masse sehr dünn, da die Kuchenform zu groß ist. Aber auch hier gilt, dass es fantastisch schmeckt. Leider ist es schwierig zu transportieren bzw. anzubieten.

Hat jemand schon mal selber Fudge gemacht und weiß, wie man die richtige Konsistenz erreicht? Bzw. wird das noch, wenn man länger als einen Tag wartet?

Fazit: Das mache ich auf jeden Fall öfter und hoffentlich wird es jedes Mal ein bisschen einfacher mit der Handhabung. Zum Zuckerthermometer fehlt noch eine entsprechende Form und dann steht meiner kugelrunden Form nichts mehr im Wege!

  1. Ein Bratenthermometer brauchte ich sowieso irgendwann und jetzt habe ich eins, das beides kann. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

3 Gedanken zu „Vanilla/Chocolate Fudge – ein Selbstversuch“

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