Albumkritik: Sir Simon – Goodnight, Dear Mind…

Sir Simon - Goodnight, Dear MindDas Universum kollabiert gerade, denn es gibt an dieser Stelle endlich mal wieder eine Albumkritik und es ist ein Künstler aus Deutschland!

Beim ersten Album war noch die Rede von Sir Simon Battle (in Anspielung auf den Dirigenten Sir Simon Rattle), aber aus welchen Gründen auch immer, veröffentlichte dann Sir Simon das Album Battle. Eben jenes besorgte ich mir damals ™ über meinen eMusic-Account, verlor es aber dann aus den Augen bzw. Ohren. Wird es mir mit dem Nachfolger Goodnight, Dear Mind… genauso gehen? Gefällig ist es in jedem Fall – schnuffelige Musik vorgetragen von einer einschmeichelnden Stimme.

Die Texte fallen sofort auf und schwanken zwischen einfach nur dämlich und genial durchdacht, wie man das eben von deutschen Textern gewohnt ist. Wäre es in deutsch, würde ich mich einfach nur fremdschämen; aber so in angelsächsisch ist es größtenteils bezaubernd.

Die Musik selber ist eher zurückhaltend, wobei mir das Zurückhalten mit den Bläsern an einigen Stellen lieber gewesen wäre. Jedenfalls klingt es nach ordentlichem Singer-Songwriter-spielt-alles-selber-ein. Muss ja nicht stimmen, aber den Eindruck hat man. Die Stimme wird leider selten erhoben und wirkt auf Albumlänge oder spätestens im zweiten Durchgang doch etwas dröge.

Fazit: Ist also eher ein Album für nebenbei Entspannen statt zum konzentrierten Sporttreiben. Erkennt man eigentlich schon am Cover (Oma-Lampenschirm in schummriger Hotellobby), das wie der Vorgänger (Legal Pad auf Red Checkered Tablecloth) eher gediegene Töne vermuten lässt. (Wertung: 3 von 5 Punkten)

Die Webseite trägt noch immer den vollen Titel Sir Simon Battle und dort gibt es Infos zu anstehenden Tourdaten sowie zum käuflichen Erwerb des Albums. Das kann man übrigens jetzt auch über Spotify, wenn man nicht nur streamen will.

Um einen Eindruck zu bekommen, hier ein Session-Video:


Sir Simon – "Exit Sign" Studio Sessions Teil1 von Revolver_Promotion

Über juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker