GSC 2011 – Startnummer 4: Spanien

Spanien (GSC 4)Von den letztjährigen GSC-Teilnehmern ist Markus (fast?) der einzige, der sofort wieder „sein“ Land gewählt hat. Das ist seiner Verbundenheit mit Spanien zu verdanken, wie Ihr unten lesen könnt. Oder vielleicht schon von seinem Blog wisst. Beim vierten Beitrag erfahren wir auch zum ersten Mal ein bisschen mehr Hintergrund zum Künstler.

Hinweis für Nicht-Teilnehmer: Auch Ihr habt am Ende die Möglichkeit, über Eure Favoriten zu abzustimmen!

Mit Bebe geht eine ganz und gar ungewöhnliche und faszinierende Frau für Spanien an den Start (mehr dazu später). Ihr Song «Me fui» aus ihrem auf der Iberischen Halbinsel und in Lateinamerika sehr erfolgreichen Album «Y punto» mag es im GSC schwer haben, weil nicht alle die Sprache sprechen und weil er sich einem beim schnellen Reinhören nicht gleich erschließt. Wer sich aber auf dieses Lied und diese tolle Frau länger als zwei, drei Minuten einlässt, wird beide nicht mehr so schnell vergessen können. Versprochen. Ladies and Gentlemen, Damas y Caballeros, please listen carefully to Spains Song in the fabulous Gedankendeponie Song Contest 2011: Bebe – «Me Fui» (zu deutsch: «Ich ging»):

Wer ist diese außergewöhnliche Frau? Wer steckt hinter dem Künstlernamen? Bebe heißt im Spanischen, wie ihr euch sicher denken konntet, Baby. Als sie selbst ein Baby war, schrieben wir das Jahr 1978. Da kam – so heißt sie mit bürgerlichem Namen – María Nieves Rebolledo Vila in Valencia zu Welt (siehe Wikipedia, ausführlicher im spanischen Artikel).

Einem weltweiten Publikum wurde sie 2005 bekannt, als sie für den großartigen Song Malo, einer Art Hymne gegen die machistische Gewalt gegen Frauen, mit dem Latin Grammy Award in der Kategorie «Bester neuer Künstler» ausgezeichnet wurde. Da war ihr Debutalbum «Pafuera telarañas» gerade mal ein Jahr alt und der Erfolg überraschte nicht nur die Fachwelt sondern die eigenwillige Künstlerin selbst. Doch statt auf den Erfolgszug weiter aufzuspringen, machte sie einfach 5 Jahre Pause. Sie wollte sich nicht verbraten lassen und ging ihren eigenen Weg. Etwa auch als Schauspielerin. Unter anderem spielte sie in Julio Medems Film «Caótica Ana» mit. Ein Film, dessen Bildgewalt sich auch im Trailer spüren lässt, wenn man kein Spanisch kann.

Dann hatte Bebe wieder Lust zur Musik. Legte 2009 ein Album vor, das ihrer außergewöhnlichen Stimme und ihrem sehr selbstbewusst mit weiblicher Sexualität umgehenden Stil gerecht wird. Der von mir vorausgewählte Song «Me Fui» hat sich unter den 10 Kandidaten mit 35 % der Stimmen beeindruckend durchgesetzt. Hört ihn euch an. Wenn’s geht, mindestens zweimal. Und wenn ihr ihn so gut findet wie die Teilnehmer des Spanischen Vorentscheides, dann stimmt bitte für Spanien beim GSC2011.

Wer Spanisch kann, dem empfehle ich dieses Interview auf El País: „Se me sobrevaloró todo“ (unbedingt auch das dortige Video auf der rechten Seite anschauen). Für die, die kein Spanisch können, hab ich mal – das ist ja mein Beruf (ich arbeite als literarischer Übersetzer aus dem Spanischen) – eine kurze Passage übersetzt:

El País fragt: In deinen neuen Songs scheinst du besessen von der Idee, dass man dir die Kleider vom Leib reißt. Sag jetzt nicht, dass sei eine Metapher.

Bebe antwortet: Nein, das ist es nicht. In diesem Album geht’s viel um Sex, Geilheit, Spaß… Ich hab zu lange in einem „Korsett“ gesteckt. Dass man uns die Kleider vom Leib reißt, gefällt mir und allen Frauen.

Bebe hat übrigens im März des vergangenen Jahres selbst ein Baby bekommen. Töchterchen Candela hat Bebe auch zur Mamá gemacht. Mit der Musik wird es weitergehen. Anfang Mai beendet sie eine kleine Konzert-Tournee mit einem Auftritt in Athen und nimmt im Anschluss die Arbeit am neuen Album auf, das laut ihrer Website Ende des Jahres veröffentlicht wird. Wir werden dann wieder Neues hören und sehen von der Frau mit der beeindruckend rauchigen Stimme und der – ich sag mal – körperbetonten Ausstrahlung. 😉

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

6 Gedanken zu „GSC 2011 – Startnummer 4: Spanien“

  1. Nette Rhymthmen, aber gesanglich nicht meine Welt. Da gibt es bessere Musik aus Spanien (vermute ich mal..).

  2. Nicht so eingängig wie der Song aus dem letzten Jahr, dafür aber sehr atmosphärisch irgendwie. 🙂

    Und ich finde es gut, wenn Songs in der Landessprache ausgewählt werden, auch wenn ich selbst das auch nicht gemacht habe. 😉

  3. Auch wenn ich für diesen Song nicht gevotet habe, wäre an dritte Stelle bei meinen Favoriten gewesen… Schade, dass Du auch im Vorentscheid das Video gewechselt hast – ich hätte sie mir gerne noch mal im vergelich angeschaut – ich glaube, das andere Video hat mir besser gefallen. Ich drücke Bebe jedenfalls fest die Daumen – eine tolle, einprägsame Stimme hat sie ja!

  4. Musikalisch spricht mich das nicht an, aber ich mag ihre Klamotten und die Haare (minus den ganzen überflüssigen Schmuck natürlich). 😛

  5. @GZi: Sorry, sehe Deinen Kommentar erst jetzt. Ich habe das Video aus dem Spanischen Vorentscheid ja nicht freiwillig gewechselt, es wurde in der Zwischenzeit bedauerlicherweise gelöscht. Mir gefiel der Liveauftritt von Bebe auch sehr gut (diese unfassbar gute Stimme!), aber die Aufnahme war alternativ leider nirgendwo zu finden.

    Danke für’s Daumendrücken. 😉

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