Englisch Lernen mit TV-Serien #39: urbane

Heute gibt es eine etwas verquere Folge beim Englisch Lernen. Einerseits scheint das zu lernende Wort nicht allzu schwer, ist aber hier etwas komplizierter und andererseits ist die Einordnung unter den amerikanischen Serien formal korrekt, aber es werden die Grenzen verwischt.

Weitere Grenzen, die verwischt werden, sind die in der Serie selber, die sich schlicht Episodes nennt. Sie spielt in der Metaebene und handelt von einem britischen Drehbuchautorenpaar, die eingeladen sind, ihre erfolgreiche Serie über den Teich zu bringen. Wie man im Textbeispiel nachlesen kann, läuft das nicht ganz so wie sie sich das vorgestellt hatten.

Wir springen in Episode Six, in der Drehbuchautorin Bev dem Star der Serie – Matt LeBlanc – klar zu machen versucht, warum die Serie (also die Serie in der Serie) schlecht ist:

MATT
How did this happen, huh? When you did it over there, it was great.

BEV
What… You’re actually asking me that? You might want to call a cleaning company, because there could be a lot of bits about when my head explodes!

MATT
Why?

BEV
Why? Why? The show we did over there was about a witty, urbane headmaster, hopelessly in love with a middle-aged lesbian.
This show is pretty much Joey as a hockey coach exchanging banter with a little hottie we all know he’ll eventually get into the sack.
Not precisely… the same show.

MATT
Yeah? Well, you know… if you didn’t like it that way, you shouldn’t have done it.

BEV
Again… [makes exploding noise]

MATT
What?!

BEV
Shouldn’t have done it? As if we ever had a choice!

Episodes: urbane

Man kann sich denken, dass in diesem Zusammenhang, urbane nicht das offensichtliche urban gemeint ist. Allerdings besteht ein Zusammenhang mit der Stadt, denn es heißt hier soviel wie (welt)gewandt/höflich/kultiviert/weltmännisch (s. LEO). Betont wird es auf der zweiten Silbe und dank dem End-e wie brain – nicht wie der Mythos, der auf der ersten Silbe betont wird und die letzten Buchstaben zu „bn“ zusammenzieht.

Natürlich kommt das Wort aus dem lateinischen und bezieht sich auf die kultivierten Städter (s. dictionary.com).

Nochmal zurück zur Serie, also der Serie, die von der Serie handelt. Matt LeBlanc tritt quasi als er selber auf (quasi!) und Richard Griffiths spielt in der ersten Folge einen Schauspieler, der eine Rolle spielte, die an History Boys erinnert.

Mir gefiel die erste Folge ausgesprochen gut, da sie schön böse war und wunderbar mit den Klischees spielte. Leider ging es danach ein wenig bergab. Nach den kompletten sieben Folgen bin ich noch nicht wirklich überzeugt, aber es war immerhin kurzweilig. Wer hat die Serie ebenfalls gesehen und möchte seine Meinung kundtun? Oder vielleicht eine urbane Anekdote mitteilen?

Autoren wie Steven Moffat und James Moran haben bei Twitter ihre Einschätzung kund getan, dass die Realität ungefähr genauso, wenn nicht sogar noch schlimmer sei:

  1. steven_moffat Ooh, that was all painfully familiar. #episodes from Twitter for iPad
  2. steven_moffat I laughed a lot at #episodes. It might be a specialised market, but dear God, those scenes with the execs aren't even exaggerated. from web
  3. jamesmoran Episodes combines/condenses lots of stuff (it wouldn't ALL happen to one person or team), but none of it is an exaggeration. from TweetDeck
  4. jamesmoran I mean the producer behaviour towards writers, not Joey getting his knob out. Probably. from TweetDeck
  5. jamesmoran For that reason, I found Episodes to be a dark, docu-drama, and not a comedy at all… from TweetDeck
  6. this quote was generated by twtQuote
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Dieser Beitrag ist Teil 12 von 18 der Beitragsserie Englisch lernen mit amerikanischen TV-Serien

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

7 Gedanken zu „Englisch Lernen mit TV-Serien #39: urbane“

  1. Hi! Aha, hast du dir meinen letzten Tipp zu Herzen genommen? Scheint so! Danke dir, natürilch gestehe ich, das ganze als „urban“ wahrgenommen zu haben, so perfekt ist mein Englisch nun wirklich nicht, und wortklauberei betreibe ich nun wirklich nicht, ich verstehe den Kontext, nicht unbedingt jedes einzelen Wort. Wobei es ja wie du schreibst in etwa passt: Wenn ich mir denke, Beverley bezeichnet den Originalcharakter als „städtischen“ Lehrer, dann könnte man daraus schließen, dass Matt eher so der ländliche „Bauernschädel“ sei. 😉 Nur um den Vergleich logisch zu vollenden.

    Ich fand die 7 Folgen kurzweilig und insgesamt mit einer guten Gagdichte, auch wenn die Entwicklung gegen Ende der Staffel recht „billig“ bzw. einfallslos erscheinen kann, durchaus auch erscheint hatte ich schon meinen Spaß, ist aber mehr Potenzial gegeben – deshalb gibt’s auch irgendwann mal eine 2. Staffel.

  2. Hehe, Joey als Bauernschädel passt natürlich sehr gut.

    Die Serie wollte ich allerdings schon sehen, als sie letzen Sommer angekündigt wurde 🙂 Und die ersten beiden Folgen hatte ich im Januar gesehen.

    Abgesehen davon hoffe ich, dass es wie bei so vielen Serien ab der zweiten Staffel so richtig los geht.

  3. @David: Jein, ich guckte es bis kürzlich. 😉 Mir gefiel die Serie weitgehend, der Pilot war lahm, aber wenn du schon 50 % langweilig fandest würde ich dir abraten. 😉

    @Julia: Keine Ahnung, kenne und mag Friends kaum, von daher hab ich ja ihihiergendwie mit meiner Worwahl getroffen. Ich sag nichts dazu, kenn mich mit so kurzen Serien nicht besonders aus, 13 Folgen ist normal mein Minimum. 😉 Aber ich denke Staffel 2 hat gute Chancen gut zu werden.

  4. David, ich gucke das natürlich nicht, sondern habe in den Untertitel-Dateien nach passenden Vokabeln gesucht…

    Wenn du die erste Folge nicht mochtest, dann lass es sein. Die erste und letzte waren nämlich die besten, wobei ich die wirklich gut fand. Allerdings interessiere ich mich ja auch für den Hintergrund, Drehbuchschreiber etc. und werde hier besonders angesprochen.

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