Englisch Lernen mit TV-Serien #38: to be eighty-sixed

Auch im neuen Jahr geht es munter weiter mit dem fleißigen Lernen und diesmal wird es gemütlich. Bzw. eher ungemütlich, aber dazu kommen wir gleich. Der Ausdruck ist etwas seltsam und der Ursprung ist ziemlich obskur, aber genau solche Beispiele sind wunderbar für diese Beitragsserie geeignet.

Wir reisen in den Big Apple und besuchen Captain Tightpants Richard Castle in der Serie Castle, die mehr und mehr meta wird. Hier jedoch geht es um einen gewöhnlichen Kriminalfall, der den Besitzer (Donny) einer Bar betrifft mit dem passenden Episodentitel Last Call. In der fraglichen Szene befragen Castle und Detective Beckett eine Angestellte der Bar:

ANNIE
It was a couple of weeks ago. I was closing up alone. I had just done my cash drop down in the basement safe, and I came up, and some guy was knocking on the door – Pick-up Pete.

CASTLE
„Pick-Up Pete“? Big hit with the ladies?

ANNIE
No. He drives a pick-up.

CASTLE
Ah.

BECKETT
Gun rack?

ANNIE
Yeah. Regular upstate redneck. Anyway, he said that he dropped his wallet in the booth, so I let him in. Next thing you know, he’s got his hands all over me. He’s pushing me against the bar.
All of a sudden, the basement door pops open, and here comes Donny, like Hemingway’s ghost. Guess I missed him down there, but I’m glad he showed up when he did. He grabbed a baseball bat, chased Pete out. He smashed his taillights, put a few dents in the pickup for good measure before the jackass could drive off.
Donny told me to go home and to forget about it. He said that Pete was eighty-sixed for life. That was the last time we talked about it until last night.

Castle: eighty-sixed for life

Aus dem Zusammenhang sollte klar sein, dass to be eighty-sixed soviel wie rauswerfen oder verbannen bedeutet. Wie schon gesagt, ist der Ursprung unklar, aber gucken wir uns erstmal an, was genau eighty-six heißen kann (übrigens wieder ein wunderbares Beispiel für Verbification).

Laut the free dictionary und the phrase finder heißt das Verb to eighty-six entweder sich weigern, (einen unwillkommenem Gast in einer Bar/einem Restaurant) zu bedienen oder etwas verwerfen/wegwerfen. Außerdem noch, dass etwas nicht mehr verfügbar ist.

Das sind relativ unterschiedliche Bedeutungen, die auf den jeweiligen vermuteten Ursprung zurückzuführen sind. Allen gemeinsam ist, dass sie in den späten Zwanzigern oder frühen Dreißigern in eben jenen Bars und Restaurants auftauchte. Laut world wide words ist die erste verbürgte Quelle von 1936. Mögliche Erklärungen gehen zurück auf – wie auch ask yahoo! aufzählt:

  • die Bar Chumbley’s (Adresse: 86 Bedford Street),
  • verwässerten Alkohol für unruhige Gäste (86-proof),
  • ein beliebtes Gericht (Nr 86 auf der Karte), das ständig aus war,
  • ein beliebtes Restaurant mit nur 85 Tischen,
  • eine Straßenbahnlinie bis zur 85. Straße („Eighty-six. End of the line!“),
  • die britische Handelsmarine mit einer Mannschaft von 85 Mann,
  • Reim auf das aus dem Deutschen entlehnte Wort nichts (to nix = absagen/ablehnen/streichen).

Was auch immer der wahre Ursprung ist, beim nächsten drohenden Rauswurf wisst Ihr, wovon der Besitzer spricht und könnte rechtzeitig selber gehen. Oder hat das vielleicht schon mal jemand erlebt?

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Dieser Beitrag ist Teil 11 von 18 der Beitragsserie Englisch lernen mit amerikanischen TV-Serien

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

7 Gedanken zu „Englisch Lernen mit TV-Serien #38: to be eighty-sixed“

  1. Ah, danke für diesen Beitrag. Schaute gestern diese Folge und stolperte über den Begriff. Da habe ich mich an diesen Beitrag erinnert und nochmals hier nachgeschlagen =)

  2. :clap: Ich kann mittlerweile die meisten US-Serien ohne Untertitel verstehen, da mein Vokabular stetig mitwächst. Allerdings war mir „to be eighty-sixed“ noch nicht geläufig. Jetzt allerdings schon. Vielleicht kommt es jetzt mal vor, war wirklich schon öfters so, ich lerne ein neues Wort kennen und binnen kurzer Zeit durfte ich es ein 2. Mal in einem anderen Zusammenhang erleben. Coole Rubrik. 🙂

  3. Blackhole Traveller, den Begriff kennen Nicht-Muttersprachler wohl in den seltensten Fällen – z.B nur durch solche Aktionen 😉

    Ich schaue allerdings wann möglich immer mit Untertiteln, weil man so viel mehr mitbekommt.

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