Vergleich von Trainingsapps: CardioTrainer, runtastic (Pro) und RunKeeper (Pro)

Update: seit Anfang 2012 nutze ich nur noch Runtastic (pro), da CardioTrainer in eine andere App umgewandelt wurde, deren Hauptziel Gewichtsverlust ist.
Mittlerweile hat Runtastic (und wahrscheinlich alle anderen Apps) eine ganze Reihe neuer Funktionen und dieser Vergleich ist so nicht mehr gültig. Das Interface hat sich ebenfalls stark verändert. Ich habe vor, einen Erfahrungsbericht über Runtastic zu schreiben. Es bleibt also spannend.[/Update]

Der Januar ist bekanntlich geprägt von guten Vorsätzen und viele Menschen nehmen sich vor, endlich wieder mehr Sport zu treiben. Für diejenigen unter Euch, die (jetzt wieder oder schon immer) aktiv sind und Besitzer eines Android-Handys sind, habe ich einen kleinen Test unternommen, welche Apps gut zur Unterstützung geeignet sind. Wer diese oder weitere kennt und Erfahrungen teilen möchte, ist herzlich willkommen.

Passend zum Jahresanfang sind zwei der drei getesten Apps momentan in der Pro-Version kostenlos zu haben. Deswegen habe ich diese zwei überhaupt erst getestet, denn eigentlich bin ich mit meiner ursprünglichen Wahl ganz zufrieden. Seit dem Citylauf im letzten Jahr bin ich (mit zwei Unterbrechungen) regelmäßig Laufen gewesen und einen nicht unwesentlichen Anteil daran hat die Motivation durch die Laufapplikation gehabt. Klingt komisch, aber bei mir funktionert das so.

Verglichen habe ich CardioTrainer (kostenlose Basis-Version), runtastic (momentan kostenlos erhältliche Pro-Version) und RunKeeper (momentan kostenlos erhältliche Pro-Version). Auf erstere stieß ich bei Beety in den Kommentaren und auf letztere wurde ich durch Caschy aufmerksam[1]. Die Pro-Version von Cardiotrainer kostet $9,99. Die anderen beiden sind meines Wissens etwas billiger, aber den genauen Preis kenne ich nicht.

Zur besseren Übersicht gibt es die Vor- und Nachteile jeder App. Allen gemeinsam ist die Grundaufgabe, verschiedene Aktivitäten aufzeichnen zu lassen und diese dann zu archivieren. Wahlweise können die Ergebnisse auf eine Webseite hochgeladen werden und/oder bei Twitter und Facebook veröffentlicht werden. Die Einheiten können bei allen nachträglich (erneut) hochgeladen werden, so dass man sich nicht sofort entscheiden muss.

Screenshots gibt es leider keine eigenen, da die für Android so komplizierte Möglichkeit (drölf Entwicklungsumgebungen installieren, Debug-Einstellungen ändern) am Ende doch nicht funktionerte.

Cardiotrainer

Daran müssen sich die anderen Apps messen, denn den Cardiotrainer nutze ich seit über einem halben Jahr. Seitdem gab es viele neue Features und offiziell ist die Anwendung immer noch im beta-Status. Im folgenden drei Screenshots des Startbildschirms, der Ansicht nach dem Laden und die Übersicht nach absolviertem Training (mit Karte und einigen Statistiken):

Cardiotrainer: Screenshots (1)

Hier sehen wir die Liste der bereits absolvierten Trainings (History), die weltweite Übersicht und die Statistiken eines Laufs (aufrufbar aus der obigen Übersicht rechts):

Cardiotrainer: Screenshots (2)

Vorteile der eigentlichen Funktion während des Trainings:

  • sehr viele Sportarten zur Auswahl (inkl. Kajaking, Pilates, Spinning etc.; fürs Laufband muss Schrittweite angegeben werden)
  • Trainingseinheiten manuell eintragbar (ohne Karte)
  • Ansage der Geschwindigkeit (min/km oder km/h) und Kalorien nach bestimmter Distanz oder Zeit
  • Beginn wahlweise mit einstellbarem Countdown
  • Autopause nach einstellbarem Zeitabschnitt
  • einstellbare Genauigkeit des GPS-Signals und Häufigkeit der Abfrage
  • musikalische Untermalung möglich (Auswahl des Players und der Playliste/des Genres)
  • Lautstärke der Musik und Ansagen separat einstellbar
  • gut zu bedienen (große Flächen, reagieren sofort)

Vorteile der eigentlichen Funktion nach dem Training:

  • Übersicht auf Karte mit Angabe der Kilometerzeiten
  • Angaben: Distanz, durchschnittl. Geschwindigkeit, Zeit; wenn entspr. Angaben gemacht wurden: Kalorien und Schrittzahl
  • Graph der Geschwindigkeit über die Zeit (Genaugigkeit abhängig von GPS-Einstellungen)
  • optional: Veröffentlichung auf Facebook und/oder Twitter
  • optional: Hochladen des Tracks auf die Webseite des Betreibers (mit Access Code, kein Account nötig) – Beispiel (Daten als gxp oder kml exportierbar)

Nachteile der eigentlichen Funktion während des Trainings:

  • Standardangaben in Meilen muss erst auf Kilometer geändert werden
  • keine frei kombinierbaren Ansagen von Distanz/Zeit und Geschwingkeit
  • GPS lässt sich durch Unterführungen o.ä. leicht durcheinander bringen (Geräte- oder Anwendungsfehler?)
  • Ansage nur in englisch verfügbar (mMn kein Nachteil und da auch die Anwendung selbst mittlerweile in deutsch verfügbar ist, kommt das wahrscheinlich noch)
  • relativ hoher Akkuverbrauch (bei genauem GPS-Signal)

Nachteile der eigentlichen Funktion nach dem Training:

  • Trainingsart nicht mehr änderbar (ärgerlich, wenn man gelaufen statt geradelt ist)
  • Angabe über Höhenmeter nur auf der Webseite

weitere Features

  • optional: „Kalorienmedaille“ (Angabe der in den letzten 7 Tagen verbrauchten Kalorien im Kopfbeich)
  • Eingabe der geplanten Trainingseinheiten mit Erinnerungsfunktion und Übersicht, welche erfüllt wurden
  • Aktionen passend zur Jahreszeit (z.B. nach Thanksgiving oder zum Jahresanfang) mit Trainingszielen, die auf Wunsch mit einer Spende verbunden werden, wenn man es nicht schafft
  • Abnehmtrainer (Pro-Version) und Kalorientrainer (kostenlos, zusätzlich runterladbar)
  • Intervalltrainingspläne (Pro-Version)

Wie man sieht, ist das relativ umfangreich und meiner Meinung nach alles, was der Hobbyläufer benötigt. Das Intervalltraining wäre für mich kein Anreiz, die Pro-Version zu kaufen.

runtastic (pro)

Da ich diese Anwendung nur ein paar Mal getestet habe und die wichtigen Features für eine solche App genannt habe, gibt es hier die Kurzform.

Runtastic (Pro): Screenshots

  • extra Schritt am Anfang durch Aufforderung zur Anmeldung/Erstellung eines Accounts (einige Features ohne nicht nutzbar)
  • Änderung der Aktivitätsart nur in den Einstellungen möglich (nicht beim Start der Session)
  • Beginn mit einstellbarem Countdown
  • „Pause für Geotagging“ ankreuzbar, aber kein Zeitintervall einstellbar
  • Ansage in deutsch von frei kombinierbaren Angaben
  • Ansage auf maximaler Lautstärke (nicht änderbar) und Musik nicht mehr hörbar (ärgerlich bei Hörspielen)
  • Streckenerfassung per GPS oder online (Unterschied unklar)
  • kleine Flächen zum Antippen, die schlecht reagieren (zumindest so mein Eindruck direkt nach dem Training)
  • manuelle Trainingseinheiterfassung möglich
  • optional: Pulsuhranbindung über Bluetooth
  • Statistiken optisch gut aufbereitet, inkl. Höhenmeterangaben (allerdings unzuverlässig, denn es werden 62m Maximalunterschied statt 4m angezeigt), keine Kilometerzeiten
  • nach dem Training: Abfrage über Gefühl, Strecke und Wetter – nachträglich änderbar
  • weitere Features wie Intervalltraining, Laufen gegen sich selbst etc. (alle (bisher) nicht getestet)

Die Unterschiede zur Basis-Version kenne ich nicht, aber wer sich beeilt, wird ebenfalls noch kostenlos in den Genuss der Pro-Version kommen.
Hier gefällt mir die Statistikübersicht besser als bei Cardiotrainer. Da es sich um eine österreichische Firma handelt, sind die Angaben von vornherein in Kilometer und müssen nicht erst umgestellt werden.

RunKeeper (Pro)

Auch hier haben wir es mit einer sich ständig entwickelnden Anwendung zu tun (siehe Blog) und einer sehr aktiven Community. Das ist einerseits begrüßenswert, andererseits wird man ebenfalls beim Start mit dem Hinweis auf das Anlegen eines Accounts genervt. Hier wieder ein paar Worte dazu, was mir aufgefallen ist:

  • extra Schritt am Anfang durch Aufforderung zur Anmeldung/Erstellung eines Accounts (einige Features ohne nicht nutzbar)
  • manuelle Trainingseinheitenerfassung möglich
  • frei kombinierbare Ansagen nach bestimmer Distanz und/oder Zeit mit sehr angenehmer Stimme (in englisch)
  • unglücklich gelöst: Flächen, ob nach dem Training gespeichert oder verworfen werden soll, sind schlecht getrennt
  • wenige Statistiken zum Training: Zeit, Durchschnittgeschwindigkeit, Kalorien, Karte
  • Coaching mit vorhandenen Einheiten oder selbst erstellbaren Workouts (leider nur mit Meilenangaben)

Hier gefällt mir die Ansage am besten, was natürlich kein Entscheidungskriterium sein sollte. Ansonsten sind die Features nicht so ausgereift und zahlreich, was natürlich noch kommen kann.

Insgesamt gefällt Cardiotrainer immer noch am besten, trotz der Basisversion. Einige Kleinigkeiten (Kombinieren der Ansage, Höhenprofil) gefallen mir bei den anderen Anwendungen besser, aber z.B. die Laufplanung möchte ich nicht mehr missen, ebenso wie die Kilometerzeitenangabe und die Musikunterstützung. Außerdem sind viele Angaben einstellbar, bei denen die anderen beiden Apps nur ein An/Aus bieten.

So, nach über 1000 Wörtern von mir seid Ihr dran. Habt Ihr Erfahrungen mit einer der Apps gemacht, haben sich Fehler eingeglichen, welche Fitnessapps könnt Ihr noch empfehlen?

PS: Installieren der Anwendungen ist natürlich über den Market möglich. Einfach nach dem Namen suchen.

Serien-Navigation:
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  1. In den Kommentaren bei Caschy werden zwei weitere Apps genannt. Vielleicht schaue ich mir die auch noch an. []
Dieser Beitrag ist Teil 1 von 6 der Beitragsserie Lauf-Apps im Vergleich

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

19 Gedanken zu „Vergleich von Trainingsapps: CardioTrainer, runtastic (Pro) und RunKeeper (Pro)“

  1. Runkeeper benutze ich auch, gab’s ja kostenlos. Für mich relativ sinnlos, da ich da nur meine Läufe vom Fitnessstudio eintrage. Diese ganze GPS-Geschichte finde ich zwar toll, aber dann muss man sein iPhone mitnehmen und die ganze Zeit anlassen, das ist dann doch etwas unpraktisch. Und so genau soll das auch nicht sein. Würde ich draußen laufen, bräuchte ich sowas natürlich für die Entfernung und so, wobei ich so amateurhaft laufe, dass mir eigentlich bis auf die Dauer alles egal ist.

    Ach, bei RunKeeper gibt’s foursquare Badges für’s Laufen. Für mich eine super Motivation .)

  2. Siehste, Motivation ist alles! Versuch doch einfach mal draußen zu laufen statt im Studio 🙂 Was spricht denn dagegen, sein Telefon die ganze Zeit anzulassen? Machst du das nur zum Telefonieren an?

  3. Also ich nutze seit ungefähr einem Jahr runtastic und bin rundum zufrieden. Am besten gefallen mir die vielen verschiedenen Sport- bzw. Laufarten die mal auswählen kann, die Erfassung der Pausen und die Integrierung des iPods. Jetzt weiß ich natürlich nicht, inwieweit sich Android und iPhone App unterscheiden. Aber ich habe einige Apps getestet und fand runtastic am besten.

    @David: So eine App macht ja auch – wie ich finde – nur im Außeneinsatz Sinn. Und da kann man das iPhone prima in der Hosentasche verstauen. Das ist ziemlich unproblematisch.

  4. Aber wenn das ständig das GPS-Dingens an hat, ist es doch nach ner halben Stunde leer.

    @Dany: also bei meinen Hosen geht das nicht. Das würde erstens stören und zweitens rausfallen.

  5. Dany, wie genau ist denn den iPod integriert? Stöpselst du den an dein iPhone oder läuft die App auf dem iPod?

    David, das GPS ist dann natürlich nur während dem Sport an und dann hält der Akku halt nur einen Tag statt drei. Und es gibt doch so viele schicke Halterungen, die einen Läufer erst richtig professtionell aussehen lassen 😉

  6. der iPod ist ja auf dem iPhone schon drauf oder besser: er ist integriert. runtastic unterstützt ide Bedienung des iPods dann allerdings in der App, was sehr praktisch ist.

    Das Akku wird in der Tat beansprucht, hält aber meiner Erfahrung nach trotzdem lang genug. Ich bin – bei voller Anfangsladung – 2 1/2 Stunden unterwegs gewesen und der Akku war nicht total leer.

  7. Sehr schöner Artikel! Ich nutze seit ein paar Wochen runtastic und muss sagen, dass das bei mir doch auch sehr motivierend wirkt, bin aber auch ein Statistikfreund 😉
    Bin zwar mit runtastic zufrieden, werde mir aber aufgrund deines Artikels auch mal noch Cardiotrainer anschauen.

  8. Wie lustig: Da möchte man nur schauen, welches App man zum Laufen verwenden soll und schon landet man bei der lieben Julia. 😀

    Werde die Tage mal mal alle drei Programme testen.

  9. Die Ausgabe von „Mein iPhone und ich“ beschäftigt sich zwar nur mit iPhone Apps, aber vielleicht werden diese auch für Andriod angeboten. Daher dieser Tipp am Rande (inkl. Live-testen)

  10. Oha, eine Dreiviertelstunde! Habe mich ein bisschen durchgezappt, aber ganz angucken könnte ich das nicht, da mich der Akzent wahnsinnig macht. Gibt es eine Übersicht über die getesteten Apps? Übersicht steht in der Beschreibung – da gucke ich später nochmal rein.

    Ich werde mich wohl jetzt völlig auf Cardiotrainer verlassen, da die mit einem bestimmten Pulsmesser zusammen arbeiten, den ich mir gestern bestellt habe.

  11. habe auch schon einiges getestet,
    bin dann aber bei Cardio geblieben,
    mein problem ist aber und das bei allen apps,
    das es sehr oft zu ungenauen streckenangaben kommt,
    also ein gps problem, kennt das prob jemand ?
    manchmal sind es mehrere km, bei der aufzeichnung sieht man dann das auf der karte zickzack gelaufen wurde.
    aber meiner meinung nach bin ich auf der strecke geblieben.. :o)…keine ahnung wie das kommt…

    gruß Matthias

  12. Hallo Matzyma, das Problem kenne ich in ähnlicher Form. Das GPS braucht z.B. lange um sich wieder zu „akklimatisieren“, wenn man an einem anderen Ort ist. Das liegt aber mMn nicht an der Anwendung, sondern am GPS bzw. dem Gerät.

  13. ich nutze seit zwei jahren den cardiotrainer. bin sehr zufrieden. zeichnet alles problemlos auf. ob die kalorienangaben stimmen bezweifel ich, dazu sind die einstellbaren parameter zu ungenau. aufzeichnung per gps ist grosse klasse, bei vollem akku mit dem se xperia arc (sehr sparsames smartphone) bei gleichzeitigem musikhören verbrauch von ca. 30% nach 1,5 stunden.
    speichern von allen workouts (z.b. zum uebertragen nach smartphone tausch) lueckenhaft – leider. kennt da jemand einen sicheren weg? scheint an der menge zu liegen, kleinere listen funktionieren ohne schwierigkeiten. ich laufe und fahre rad an immer denselben orten. mir macht es grossen spass, mich mit er unterstuetzung des cardiotrainers in teilabschnitten und insgesamt zu verbessern.

  14. Betriebe sport mit runkeeper, nun möchte ich auch den pulsmesser darüber laufen lassen (zurzeit habe ich noch zusätzlich eine pulsuhr an), habe eine ganz einfache polar uhr mit gurt, was muss ich machen das der pulsmesser auch über iphone 4 (app runkeeper) angezeigt wird? Vielen dank für die info

  15. Hallo Tom, wenn du den Gurt bisher mit der Uhr verbunden hast, geht das meines Wissens nicht uebers Smartphone. Uhr und Gurt verbinden sich ueber Funk, waehrend Telefon und Gurt sich ueber Bluetooth verbinden. Runtastic verkauft einen Adapter, den man in den Kopfhoererausgang steckt, der sich dann auch ueber Funk verbindet. Ich weiss nicht, ob runkeeper was Aehnliches anbietet und ob das ueberhaupt kompatibel ist.

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