Zweimal zehn knapp daneben-Alben des Jahres

Das neue Jahr ist zwar schon fast zwei Wochen alt, aber wie versprochen präsentiere ich wie im letzten Jahr die Alben, die es aus verschiedenen Gründen nicht in meine Top 10 geschafft haben.

Im letzten Jahr lag das vor allem an Zeitmangel. Es war ein tolles Musikjahr, in dem ich so viel neue Musik wie nie gehört habe (dank Spotify). Die Kehrseite ist, dass ich den meisten Alben nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt habe, wie sie es verdient hätten oder wie ich es gerne gehabt hätte. Die folgende Auswahl ist deswegen nicht als „schlechter als die Top 10“ zu sehen, sondern als „praktisch auch Top 10“. Um den Eindruck zu verstärken, habe ich zwei Listen erstellt.

Die erste Liste heißt Oldtimer und enthält Interpreten, die ich schon kannte und auf deren Alben ich mich teilweise sehr gefreut habe. Dass es doch nicht für die anderen Top 10 gereicht hat, lag meistens daran, dass nicht gleich bei den ersten Durchgängen der Funke übersprang. Eigentlich seltsam, denn oft gefällt mir das nächste Album besser als das vorherige. Vielleicht wird 2010 in meiner Erinnerung als das Jahr eingehen, in dem ich mit dieser Tradition gebrochen habe.

Die zweite Liste nennt sich Newcomer und enthält Interpreten, die (meines Wissens) ihr erstes größeres Werk veröffentlicht haben. Einige dieser Alben habe ich recht häufig gehört und dass diese es nicht in die andere Liste geschafft haben, lag wahrscheinlich daran, dass mir nicht alle Songs durchgehend gefallen haben. Oder dass das Album zu lange nicht bei Spotify verfügbar war und ich es irgendwann aus den Augen verloren habe.

Um es für Euch interessanter und professioneller zu gestalten verweise ich auf Albumkritiken von Leuten, die sich wirklich mit den Alben auseinander gesetzt haben. Da der GoogleReader sich derzeit weigert, Suchanfragen zu beantworten, reiche ich diese Links nach und derweil müsst Ihr mit einigen Worten von mir auskommen und bei Bedarf selber die Suchmaschinen der Welt bedienen.

Knapp daneben: Oldtimer

Sunify: Oldtimer

Belle & Sebastian – Write About Love
Eigentlich stimmt hier alles, aber es fiel mir sehr schwer, das Album einzuschätzen und so kam es nie aus der „nochmal genauer anhören“-Ecke raus.

The Gaslight Anthem – American Slang
Hier gilt das Gleiche, doch irgendwie wollte ich letztes Jahr das Gefällige, Bekannte nicht so reinlassen und deswegen blieben sie draußen.

Ocean Colour Scene – Saturday
Vorletztes Jahr bekam ich auf einem Konzert den ersten Vorgeschmack und das vorab kostenlos erhältliche Mrs Maylie mag ich sehr gerne, aber auch das klang zu gewohnt.

Manic Street Preachers – Postcards From a Young Man
Das hier hätte was werden können, denn ich war nach dem ersten Durchgang positiv überrascht. Aber die Zeit, die Zeit…

The Indelicates – Songs for Swinging Lovers
Als es im April rauskam, war ich schnell und konnte so zugreifen, bevor es in Deutschland wieder gesperrt wurde. In meiner damaligen Kritik war ich sehr begeistert, doch danach habe ich es nicht mehr oft gehört. Warum weiß ich nicht wirklich, denn eine neuerliche Beschallung letzte Woche erfreute mich sehr.

Frightened Rabbit – The Winter of Mixed Drinks
Da fehlte mir wirklich die Zeit, denn es handelt sich hier um kleine versteckte Melodien, die ein einfaches Drüberhören nicht honorieren.

The Divine Comedy – Bang Goes the Knighthood
Schon lange im Geschäft und mir schon oft unwissentlich begegnet. Bringt alle Zutaten zu einem Lieblingsalbum mit und woran es scheiterte, kann ich nicht mal sagen. Evtl. war wieder Zeitmangel schuld.

The Wave Pictures – Susan Rode the Cyclone
Hier greift die Unverfügbarkeitsklausel, denn es ist bis heute das einzige Moshi Moshi-Album der Wave Pictures, das nicht bei Spotify Deutschland zu finden ist. In anderen Ländern sind die beiden Vorgängeralben, alle EPs und Singles zum Hörvergnügen freigegeben. Da es auch beim Label nicht zu erwerben ist, blieb mir eine genauere Untersuchung leider verwehrt.

Broken Records – Let Me Come Home
Die armen Edinburgher tauchen zum zweiten Mal in Folge in dieser Liste auf und wenn sie dieses Jahr auch ein Album veröffentlichen, dann verspreche ich, dass es dann nicht an mir liegen wird!

The Delays – Star Tiger Star Ariel
Die Stimme ist immer noch bezaubernd, aber die americana-bluesigen Gelassenheit hätten sie nicht gegen verspielt-elektronische Klänge austauschen sollen.

Spotify-Playliste Oldtimer

Knapp daneben: Newcomer

Sunify: Newcomer

Hot Club de Paris – The Rise and Inevitable Fall of the High School Suicide Cluster Band
Ist eigentlich eine EP und wenn es doppelt so viele tolle Songs wären, hätten wir hier einen richtigen Top 10-Kandidaten vor uns.

Villagers – Becoming a Jackal
Nach dem grandiosen Einstieg der gleichnamigen Single war mir das Album irgendwie zu harmlos.

Fionn Regan – The Shadow of an Empire
Eine Entdeckung durch den Gedankendeponie-Song-Contest-Vorentscheid Irland und auch wenn es mittlerweile abgedroschen klingt, so hatte ich einfach nicht genug Zeit für dieses rauhe Stückchen Knuffrock.

The Tallest Man on Earth – The Wild Hunt
So hätte Bob Dylan in den letzten zehn Jahren gerne geklungen. Doch obwohl diese Ähnlichkeit mich erstmal anzog, so verliert sie doch schnell ihren Reiz.

John Grant – Queen of Denmark
Hier greift die zu große Schwankung als Ablehnungsmerkmal. Einige Songs sind grandios (Sigourney Weaver), doch andere sind fast schon Skip-Kandidaten.

Dylan LeBlanc – Paupers Field
Hab ich schon mal erwähnt, dass ich viel zu wenig Zeit zum Musik hören habe?! Besonders bei ruhigeren Alben, die erst durch genaueres Hinhören Alleinstellungsmerkmale entwickeln.

Gregor McEwan – Houses and Homes
Hab ich schon mal äh ja, also alleine wegen des Namens muss man hier mal reinhören und vielleicht dann auch mit ein bisschen mehr Geduld dabei bleiben.

Math and Physics Club – I Shouldn’t Look as Good as I Do
Schick und knallig. Leider muss man dafür in der Stimmung sein, weil das Album je nach Geduldszustand keine drei oder vier Lieder am Stück die Laune halten kann.

Two Door Cinema Club – Tourist History
Wieder ein Fall von starken Vorschusslorbeeren, die in meinen Augen bzw. Ohren nicht gehalten werden konnten.

The Strange Death of Liberal England – Drown Your Heart Again
Ein etwas seltsames Album, das mich mal absolut fesselt, mal total langweilt. Da müsste wieder die Zeit entscheiden, auf welche Seite es letztendlich kippt.

Spotify-Playliste Newcomer

Eine etwas trockene Liste so fast ohne Beschreibung und gänzlich ohne Links, aber wie gesagt seid Ihr doch alle fähig, Suchmaschinen zu bedienen und/oder Spotify zu nutzen.

Oder Ihr kennt die Alben schon längst und wollt mir nahelegen, dass ich dem einen oder anderen doch noch mal eine Chance geben sollte. Immer raus mit der Sprache!

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

3 Gedanken zu „Zweimal zehn knapp daneben-Alben des Jahres“

  1. …es ist bis heute das einzige Moshi Moshi-Album der Wave Pictures, das nicht bei Spotify Deutschland zu finden ist. —> Vielleicht liegt es daran dass die Band nicht mehr bei Moshi Moshi ist! Das besagte Album ist nur in Deutschland via Cargo erschienen.

  2. So eine Aufstellung ist recht interessant, zumal dieses Problem mit der wenigen Zeit sehr viele Leute haben. Ich habe aber Schwierigkeiten, diese Liste „abzuarbeiten“. Eben wegen der wenigen Zeit, die durch diese Liste nicht mehr geworden ist. Also mache ich mir doch besser aus dieser Liste eine eigene. Um diese dann zu hören. Aber gerade hierin liegt der Vorteil der Liste, die kann mir als Aufhänger meiner eigenen Gedanken dienen.

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