Am seidenen Faden Oder: Wie ich endlich zum WLAN kam

Seit nunmehr einer Woche weile ich endlich wieder unter den Lebenden, d.h. den Internetangeschlossenen. Davor habe ich mich mehr schlecht als recht mit dem mobilen Zugang übers Handy rumgeschlagen. Und bis ich endlich wieder wie gewohnt auf der großen Tastatur ins Internet schreiben konnte, galt es einige Hürden zu überwinden und so richtig klappt es immer noch nicht, wie die Überschrift schon erahnen lässt. Doch fangen wir von vorne an:

Die Voraussetzung: eine alte, fehlerhafte Kunbunu-Installation
Vor einer Weile habe ich beim Testen in den WLAN-Einstellungen rumgemurkst und seitdem war es nie mehr dasselbe. Sogar die Updates per Kabel haben nicht mehr funktioniert, weil irgendwelche Pakete und Abhängigkeiten sich gegenseitig blockiert haben. Aber da ich vorher nie WLAN genutzt habe, war das irrelevant und blieb ungelöst.

Der Plan: Neuinstallation von DVD mit aktueller Kubuntuversion
Um Installationsfehler zu beheben, fängt man am besten wieder bei Null an und bügelt einmal alles drüber. Daten sind gesichert und es kann losgehen!

Die gebrannte DVD wartete schon gespannt auf ihren Einsatz. Allerdings spielte da das Laufwerk meines Notebooks nicht mit, das schon immer etwas zickig war. Anfangs wurde die DVD erkannt und die Installation startete, doch irgendwann ging es nicht mehr weiter. Nach einigen Versuchen wurde nicht mal mehr die DVD erkannt und dieser Plan löste sich somit in Luft auf.

Der böse Backup-Plan: Windows installieren
Mein Notebook ist so alt, dass da ursprünglich WinXP installiert war. Das Problem ist nur, dass meine Installations-CDs momentan noch im Lager schlummern und ich die nicht nutzen kann.

Als Ausweichlösung bot sich eine neuere Windows-Version an, die ich für 30 Tage ohne Aktivierung nutzen kann. Also habe ich mir eine besorgt und hoffte so das Problem lösen zu können.

Auch hier kam mir wieder das Laufwerk in die Quere. Doch zum Glück fiel mir mein externer Brenner ein, der theoretisch auch funktionieren sollte. Kurz habe ich überlegt, es auch mal mit Kubuntu zu versuchen, aber die Windowswelt rief zu stark (MediaMonkey, mühsam aufgebaute Profile vieler Programme) und so war nach weniger als 20 Minuten Windows 7 installiert.

So nah und doch so fern: alte Hardware ohne passende Treiber
Nach dem ersten Start sah alles vielversprechend aus, doch wie das bei einem knapp sieben Jahre alten Notebook zu erwarten war, fehlten noch einige Treiber – inklusive dem für WLAN!

Dass auch kein Sound verfügbar war und nur eine matschige Auflösung von 1280×1024 war in dem Moment zweitrangig.

Die moderne Lösung: Download über Handy
Mein mittlerweile heißt geliebtes Milestone hat den Vorteil, dass Downloads auf der SD-Karte gespeichert werden, die nach dem Anschluss an den Computer als externes Laufwerk erkannt wird. Also habe ich nach dem entsprechenden Treiber gesucht und auch gefunden auf der Herstellerseite.

Der Fluch des mobilen Internets: kein FTP-Download
Leider waren die Treiber nur per FTP erreichbar, was bei einem normalen Computer kein Problem darstellt. Doch mein knuffiger Dolphin-Browser wusste nichts damit anzufangen und ich habe auch (auf die Schnelle) keine Lösung dafür gefunden. Das war auch nicht nötig, denn es gibt es ja viel einfachere Möglichkeiten…

Der Segen des mobilen Internets: Twitter und freundliche Helfer
Auf Twitter setzte ich einen Hilferuf ab, dass mir jemand die Datei runterlädt und per E-Mail schickt. Latita und Yjgalla waren sofort zur Stelle (vielen Dank nochmal!) und setzten eine E-Mail ab. Die kam aber leider nie an aus Sicherheitsgründen – gepackte Datei und Treiber und so ist alles viel zu gefährlich!

Zum Glück fand cimddwc einen Link mit einem noch besseren Treiber (für Vista statt XP), den ich auch mobil runterladen konnte. Damit klappte dann endlich die Installation – nach Speichern aufs Handy, Anschließen ans Notebook, Kopieren aufs Notebook, Installieren auf Notebook.

Noch näher und noch weiter weg: Viele WLANs, kein Zugang
Das Notebook war nun theoretisch in der Lage, sich in einem WLAN-Netz anzumelden. Laut Suche waren da drei bis sieben in der näheren Umgebung. Ich hatte die Zugangsdaten erhalten, wusste aber nicht genau, wie die Verbindung heißt und welche Verschlüsselung es sein muss. Letzteres war egal, da das automatisch erkannt wird, aber Ersteres stellte sich als zu große Hürde heraus.

An dem Zeitpunkt habe ich dann aufgegeben und beschlossen, am nächsten Tag zu fragen, was die Ursache sein könnte.

Die Lösung aller Probleme: Wo kein Router, da kein WLAN
Gleich am nächsten Morgen sprach ich meine Vermieterin auf das Problem an (ich darf als FeWo-Gast ihren Zugang mitnutzen) und erst war sie verwirrt, da es bisher nie Probleme gab. Doch dann fiel ihr ein, dass sie den Router abgestellt hatte, weil sie die Woche in Urlaub war!

Kurz danach fand die WLAN-Suche die richtige Verbindung und natürlich passte da auch der Schlüssel. ENDLICH!!!

Ein Paradies mit Fehlern: sporadischer Zugang
Wie schon in der Lösung des eigentlichen Problems zu erkennen, schaltet meine Vermieterin den Router gerne ab, um Strom zu sparen und wohl auch wegen der Wellen. Für mich heißt das, dass der lang ersehnte Zugang nur stundenweise jeden Tag verfügbar ist. Wenn ich nach der Arbeit „nach Hause“ komme, ist je nach Stimmung WLAN verfügbar oder nicht und wenn ja, wird irgendwann abends zwischen 20 und 22 Uhr wieder abgeschaltet. Dann ist es vorbei mit der endlosen Freiheit. Ist natürlich ärgerlich, wenn ich gerade mitten im Schreiben einer E-Mail oder eines Blogbeitrags bin.

Immerhin habe ich ein bisschen Internet und wenn ich weiß, dass es nicht verlässlich ist, stelle ich mich darauf ein. In zwei Wochen wird das sowieso vorbei sein, wenn ich endlich in meine neue Wohnung ziehe. Das wären dann drei Wochen, die ich auf diese Weise überbrücken muss und das ist aushaltbar, zumal gar kein Internet wesentlich weniger erträglich wäre. Wobei ich das die drei Wochen davor ja auch geschafft habe…

In dem Sinne: it’s good to be back!

P.S. Gerade wollte ich auf „Publizieren“ klicken und schon war der Spaß wieder vorbei. Die letzten zwei Zeilen schreibe ich also gerade auf dem Milestone…

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

7 Gedanken zu „Am seidenen Faden Oder: Wie ich endlich zum WLAN kam“

  1. aua, klingt nach ner ziemlich spaßigen session – viel glück mit den drei wochen, ich würde nach drei tagen auf dem zahnfleisch gehen 😉

  2. Man stellt sich das Leben ohne Internetzugang schlimmer vor als es ist 🙂 Zumal ich ja das Nötigste mit dem Handy erledigen kann. Aber ich freue mich natürlich sehr, wenn es endlich wieder normal funktioniert.
    Momentan regt mich eher auf, dass LightRoom so dermaßen träge läuft. Ich brauche unbedingt einen neuen Computer – kennst du da nicht jemanden, der sich damit auskennt?!

  3. So, Mail ist raus. Aber eigentlich schreibe ich, weil ich mit Schrecken festgestellt habe, dass du nicht auf meiner Blogroll stehst! Das muss ich heute Abend (sofern möglich, s.o.) sofort ändern.

  4. Nein, das habe ich erst überlegt, aber mich dann wegen der Kosten dagegen entschieden: Anschaffungskosten von 30-50 Euro plus dreimal Monatskosten von 20 Euro für die Flatrate macht ca. 100 Euro insgesamt. Und das, nur damit ich nur für sieben Wochen eine mickrige 2MB-Verbindung habe?!? Nein, danke.

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