Beetys Projekt Hörsturz: Runde 32

projekthoersturzNot macht erfinderisch und wenn meine verkorkste Linuxinstallation mich nicht drahtlos ins Internet lässt, dann schreibe ich eben mit angehängtem Milestone auf einigen Umwegen die Beiträge. Im vorliegen Fall der aktuellen Runde im Projekt Hörsturz[1] wird das Unterfangen noch erschwert, da ich den Code mit den Links zu den Songs und Teilnehmern nicht mobil kopieren kann[2] Großen Dank an Veranstalter Beety für das Zusenden der Liste! Ab der nächsten Runde sollte ich mit Windows und Internet ausgestattet sein. Sollte! Doch genug der Vorrede und ab ins Vergnügen:

  • Johnny Cash – God’s Gonna Cut You Down  (von kasumi)
    Ah, die American Recordings in all ihrer Glorie – das kann ich ja gar nicht objektiv beurteilen. Der Song möchte gerne ein klassischer Countrysong sein, vom Text und der Instrumentierung her, doch da ist noch mehr. Das klingt fast zu fröhlich als Warnung an alle Sünder und gerade das passt zur komplexen Figur JR. Die Stimme ist eigentlich müde, doch er rafft sich nochmal auf und findet Spaß an der Sache.
    Punkte: 4 von 5
  • NEOH – Weltensurfer  (von Konzertheld)
    Ist das was Chemisches? Nein, deutsch. Hat man schon Drölftausenmal im Radio gehört und wenn die jungen Menschen Glück haben (und eine gute PR-Firma), dann wird es diesem Song genauso ergehen. Der Gesang ist etwas dünn, aber die Gitarren klingen dramatisch voll. Beim Text bin ich nicht sicher, ob das quitschiges Fremdschämen hervorrufen soll oder schon wieder arschcool ist. Aber das herauszufinden, habe ich keine Muße.
    Punkte: 2,5 von 5
  • Jamie Cullum  – High and Dry  (von Moritz)
    Dass das ein Radiohead-Cover ist, weiß ich nur dank anderer Teilnehmer. Denn die liegen mir ja bekanntlich nicht. Andererseits kann ich mich voll auf die Version hier konzentrieren, ohne sie mit dem Original vergleichen zu müssen. Seltsames Ding, denn objektiv passt alles – leichte Melancholie, ordentliches Geklimper, markige Stimme – aber ich kann mich damit nicht anfreunden. Vielleicht passt das alles zu gut, denn zu jedem Zeitpunkt passiert genau das, was ich erwarten würde, jede Notenfolge, jedes Juchzen exakt so, wie man sich das bei einer solchen Ballade vorstellt. (Dass das Video mein Milestone zum Absturz gebracht hat, lasse ich ausnahmsweise nicht in die Wertung einfließen.)
    Punkte: 2,5 von 5
  • Say Anything – Yellow Cat/Red Cat  (von David)
    Haben die sich nach dem fantastischen Film benannt? Kann ich gerade mal nachgucken, weil erst Grooveshark installiert werden muss… Aha, tatsächlich – das gibt einen Pluspunkt. Den ich gleich wieder abziehe, da Grooveshark einen Ladefehler produziert und außerdem nur mit VIP-Zugang nutzbar ist. YouTube rückt den Song auch nach minutenlanger Ladezeit nicht raus und so muss eine Liveversion herhalten. Viel bekommt man da nicht mit, aber es könnte mir durchaus gefallen.
    Punkte: 3,5 von 5
  • Belle & Sebastian – I Want The World To Stop   (von Postpunk)
    Immerhin etwas, das ich schon kenne und auch mag. Fluffig können die Glaswegians eben: so schön lockerleichte Forderungen können nur die stellen und ich schließe mich an.
    Punkte: 4,5 von 5
  • Dropkick Murphys – Amazing Grace  (von Dr. Borstel)
    Eine weitere Coverversion, diesmal im erweiterten Sinne eines Traditionals. Müssen die Zuschauer unbedingt mitsingen?! Das ruiniert den Hörgenuss für die Daheimgebliebenen ungemein. Zum Glück sehen das die Murphys genauso und übernehmen das Gegröle. Wenn es beim Weihnachtsgottesdienst so abgehen würde, hätten die Kirchen weniger Probleme, ihre Hallen zu füllen und müssten nicht mit Coca-Cola-Verkleidungen vorm bösen Heidenwinteranfang warnen.
    Punkte: 3,5 von 5
  • Tim Skold – Devil Inside  (von cimddwc)
    Oha, meine Handylautsprecher werden strapaziert. Das laute Geflüster versteht man aber auch so und wie zu erwarten bin ich nicht begeistert. Die Melodien sind durchaus ansprechend, aber die Art der Verbreitung nicht.
    Punkte: 1,5 von 5
  • God is an Astronaut – All is Violent, All is Bright   (von Khitos)
    Für den Bandnamen gibt es schon mal Sypmathie. Für das tranige Intro nicht. Oder ist das etwa ein Instrumental? Sechseinhalb (bzw. fünf) Minuten Aufwärmübungen für Gitarren- und Schlagzeugschüler werden heutzutage in der Überzeugung veröffentlicht, dass man das Ernst nehmen soll? Als Hidden Track nach 25 Minuten Stille würde ich das noch durchgehen lassen, aber als normalen Albumtrack sicher nicht.
    Punkte: 0,5 von 5
  • Glee – Time Warp  (von DerGraf)
    Schon wieder eine Coverversion und auf die war ich ganz besonders gespannt. Ich gehöre zu den Menschen, die den Film fast auswendig mitsprechen können und sich das auch schon live angesehen haben (auf Englisch natürlich). Mit dem Konzept von Glee kann ich mich nicht anfreunden und wenn die wie hier immer alles 1:1 nachzusingen versuchen, sollten wenigstens die Rollen nicht komplett vertauscht werden.
    Punkte: 1,5 von 5
  • Cursive – Let Me Up  (von Kristin)
    Zur Abwechslung wieder mal was Originales. Allerdings nicht originell, denn diese auf modern getrimmte Westernromantik hat es schon viel zu oft gegeben. Wenn sich dann Sänger und Sängerin noch gegenseitig im gesanglichen Sinne auf die Füße treten, dann kommt mir das Grauen.
    Punkte: 1 von 5

Das macht also im Durchschnitt durchschnittliche 2,5 Punkte. Für die nächste Runde sind Frauenstimmen gefragt und da schlage ich die New Pornographers mit My Shepherd vor:

Und da auch andere Teilnehmer schicke Abendrotbilder einfügten, werde ich das an dieser Stelle auch tun:

Sonnenuntergang am Seerhein

P.S. Falls ich einige der automatischen Absätze des verfluchten HTML-Editors zu löschen vergessen haben sollte, so fresst diese bitte auf und beschwert Euch bei den Entwicklern von WordPress for Android, dass man nicht auf Quelleditor umstellen kann.

  1. Für Uneingeweihte: Es handelt sich um ein Musikprojekt, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen zehn zufällig ausgewählte Songs bewerten sollen. Mehr dazu bei den Pojektregeln. []
  2. Klingt komisch, ist aber so. Zumindest habe ich keine Möglichkeit gefunden, gleichzeitig zu scrollen und zu markieren, da im Textfeld nicht der komplette Text sichtbar ist. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

6 Gedanken zu „Beetys Projekt Hörsturz: Runde 32“

  1. Verstehe gar nicht, wieso grooveshark bei dir nicht funktionieren wollte. Hab das extra genommen, weil es bei YT nur Live-Versionen gibt.

  2. Bis ich den hier in der Innenstadt gefunden hätte, wär das Abendrot weg gewesen. 🙂 Naja, eines Tages zieh ich um, da hab ich dann entweder Abendrot hinter Bäumen oder ein Hügelchen, auf dem ich schnell oben bin…

  3. Bei den ersten Songs dachte ich schon wir hätten uns mental verabredet. In der Mitte weichen wir eklatant ab, um uns am Ende wieder anzunähern. 😉

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