Beetys Projekt Hörsturz: Runde 31

projekthoersturzEs folgt eine hoffentlich angenehme Aufgabe in Form der aktuellen Runde im Projekt Hörsturz[1], nachdem zuletzt der schlechte Geschmack gefeiert wurde.

Diese Runde werden die Regeln etwas geändert insofern dass es jetzt zehn Pflichtsongs gibt. Das finde ich hervorragend, denn neben der größeren Chance, dass der eigene Song ausgewählt wird, ist das eine bessere Balance zwischen Pflicht und Bonus. In den letzten Runden waren es weit mehr freiwillig zu hörende Songs und so sind es etwa gleich viele. Außerdem bieten zehn Songs mehr Gelegenheit zum Lästern:

  • Tocadisco – Shrine (von Dr. Borstel)
    Unterirdisches Geblubber und eine verzagte Stimme, die in den Achzigern stecken geblieben ist. So stelle ich mir die preisgünstige Geburtstagskapelle des zweiten Cousins vom Arbeitskollegin der ehemaligen Nachbarn eines Schulkameraden vor. Das ist so ein Fall, wo ich lauthals „KOMMT IN DIE VERDAMMTEN PÖTTE IHR SCHNARCHIGEN TRANTÜTEN“ brüllen möchte.
    Punkte: 0 von 5
  • Daniel Decker – Die Geister mit denen ich schlief (von kasumi)
    Immerhin weiß ich schon von den anderen Teilnehmern, dass ich den Interpreten indirekt durch Twitter und seinen Blog kenne. Doch da ich um deutschsprachige Musik normalerweise einen großen Bogen mache, wird das auch beim indirekten Kontakt bleiben. Klingt aber (besonders im Vergleich zum ersten „Song“) erstaunlich flott und engagiert. Ein bisschen zu gewöhnlich insgesamt, aber die Melodie im Refrain ist schick.
    Punkte: 2,5 von 5
  • Linkin Park – Given Up (von Sir Donnerbold)
    Jaja, bei den ersten Songs war ich auch noch froh, wenn das im „Musik“fernsehen lief, weil es im Vergleich zum Rest hörbar war. Das hier ist mir zu brachial, was ja prinzipiell zu begrüßen ist (kein Popzucker), aber so gar nicht meine Richtung.
    Punkte: 2 von 5
  • Junip – Black Refuge (von endgueltig)
    Mit der Kapelle wollte ich mich schon länger mal beschäftigen, aber das hier ist der erste bewusste Kontakt. Ziemlich schnuffelig und ein guter Einstieg. Könnte ein bisschen definierter sein, aber ansonsten eher meine Richtung.
    Punkte: 3,5 von 5
  • Alcest – Écailles De Lune (Part II) (von Tenza)
    Dank meiner Vorbildung durch englische TV-Serien, weiß ich, dass es sich hier um Mondschuppen handelt. Grandioser Titel! Aber damit erschöpfen sich auch die Vorteile, denn so lange Stücke in denen malträtierte Gitarren und Stimmbänder auf meine Ohren losgelassen werden, müssen nicht sein.
    Punkte: 0,5 von 5
  • Melody Gardot – Baby I’m a Fool (von Paula)
    Ah, ein wohltuend schmeichelndes Stück. Wäre mir normalerweise zu jazzig und laid back, aber das kommt genau richtig zum jetzigen Zeitpunkt.
    Punkte: 3 von 5
  • David Garrett – Beethoven’s 5th (von Onkelosi)
    Laut den anderen Teilnehmern soll der Typ ziemlich bekannt sein und der ist mir evtl. auch schon mal bei den Chartspunkten begegnet, aber einen bleibenden Eindruck konnte er offensichtlich nicht hinterlassen. Das ist bewunderswert, wenn man klassische Musik dem eher uninteressierten jungen Publikum näherbringen möchte. Irgendwie ist das aber weder Fisch noch Fleisch, denn dass das Beethoven sein soll weiß ich nur dank des Titels und ohne Gesang hat man bei mir meistens schlechte Karten. Als Soundtrack wäre das durchaus zu gebrauchen, aber als normale Musik nicht.
    Punkte: 2 von 5
  • White Denim – Mirrored And Reverse (von beetFreeQ)
    Die Jeansjünger und ich werden wohl nie Freunde werden. Das ist mir zu frickelig, experimentell, verkopft und unzugänglich. Wer auch immer auf die Idee kam, bei „Sounds Like“ Van Morrison einzutragen, hat wohl kurz vorher einen mächtigen Schlag auf die Rübe bekommen.
    Punkte: 1,5 von 5
  • Gareth Marks – Lady Of Leisure (von cimddwc)
    Ein weiterer Ausflug in die Achziger und wir begegnen Prince und Simply Red auf dem Weg dorthin. Irgendwer hat auch noch einen Drumcomputer eingepackt und quält diesen nun bis zur Unkenntlichkeit.
    Punkte: 0,5 von 5
  • Kasper Bjørke – Young Again (von Dekah)
    Ohne Keyboards kommen wir nicht aus dieser Runde. Wenn man alle Top 100 Singles der Achziger durchmischen würde, käme wahrscheinlich so was Ähnliches wie das hier raus. Manchmal steht mir der Sinn danach, aber gerade jetzt finde ich das einfach nur langweilig.
    Punkte: 2 von 5

Hui, mit einem Durchschnitt von 1,75 dürfte das eine der schlechteren Runden gewesen sein. War aber auch trotz höherer Songanzahl kein einziger dabei, der mir richtig gut gefallen hat. Damit das in der nächsten Runde zumindest möglicherweise besser wird, schlage ich Wolf Parade mit Yulia vor:

  1. Für Uneingeweihte: Es handelt sich um ein Musikprojekt, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen fünf zufällig ausgewählte Songs bewerten sollen. Mehr dazu bei den Pojektregeln. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

5 Gedanken zu „Beetys Projekt Hörsturz: Runde 31“

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