endgültiges Mixtape-Wichteln: aktiv und passiv

Es ist knapp einen Monat her, als Sascha alias endgültig mit seiner Idee des Mixtape-Wichteln rausrückte und es meldeten sich unglaubliche 30 Teilnehmer (= 32 – 3 + 1). Das Motto lautete Spätsommer-Abend und so ging es an die Arbeit.

Eigentlich sollten bis zum 15. September alle Teilnehmer ihr Tape in Händen halten. Die bisherigen Beiträge und Paarungen sind hier zusammengefasst. Mein Passives kam ein bisschen später, da es einen weiten Weg aus der Schweiz von Olivier alias Graval hinter sich hatte. Mein Aktives für Martin alias Schawe kam pünktlich an und wurde auch schon bewertet. Dazu später mehr.

Um die beiden Tapes auch akustisch genießen zu können, werde ich noch eine Grooveshark- und Spotify-Liste erstellen, aber da ich sowieso schon spät dran bin, verschiebe ich das auf einen späteren Zeitpunkt.

Spätsommer-Abend von Gravel

Werfen wir mal einen Blick bzw. ein Ohr auf das Tape für mich. Olivier meinte nach Studium meines Blogs, dass ich wohl gitarrenlastigen Postpunk und Indie höre und dass er eher letzteres besitzt. Da kann ich ja froh sein, da es mir ebenso geht! Los geht’s:

  1. Barenaked Ladies – Pollywog in a Bog
    Beschwingter Einstieg, wobei die Lad(ie)s nie verkehrt sind. Den hier kannte ich noch nicht, aber das ist ja umso besser.
  2. Kupek – I Need Some Fine Wine, and You, You Need to Be Nicer
    Unbekannt und die erste Entdeckung, was schon beim Titel anfängt. Aber so schnuffige Stimmen sind bei mir immer richtig.
  3. Ros Serey Sothear – Chnam Oun Dop Prum Moy (I’m 16 Years Old)
    Wir wechseln Kontinent, Jahrzehnt, Geschlecht und Sprache. Aber irgendwie passt das doch wunderbar und meine Laune steigt weiter.
  4. Buddy Holly – Dearest
    Wir wechseln weiter munter weiter, wobei ich diese Hornbrille natürlich kenne. Das Tempo wird leicht rausgenommen und die Kratzer rein.
  5. Charlie Winston – My Life As a Duck
    Dafür wird es jetzt humoriger und Zeit für den harten Alkohol. Prost!
  6. Kupek feat Faux Photos – Cavity Search
    Nochmal Kupek und ein weiterer Pluspunkt. Das geht schon fast Richtung Lagerfeuer.
  7. Sportfreunde Stiller – Auf Der Guten Seite
    Ja, was Deutsches wird auch geboten. Wird mitgenommen und bis ich mir einig darüber bin, ob ich das mag oder nicht, ist es auch schon vorbei.
  8. Adam Green – Tropical Island
    Eine weitere gute Stimme, die Stimmung macht. Herr Green greift durchaus textlich mal daneben, aber das hier ist gelungen. Ein bisschen wirr, aber mit dem mittlerweile erreichten Alkoholpegel ist das egal.
  9. Beck – The New Pollution
    Der junge Mann trifft meistens knapp vorbei an meinem Geschmack, da er mir eine Spur zu überheblich-intellektuell-experimentell ist. Das hier geht Richtung Tomorrow Never Knows und deswegen mag ich das trotzdem.
  10. James Morrison – Man in the Mirror
    Schnuffige Interpretation eines Klassikers und wir wechseln langsam in die nachdenkliche Stimmung.
  11. Feist and Ben Gibbard – Train Song
    Überraschenderweise habe ich das Stück auch, weil es nämlich auf der Compilation Dark Was the Night drauf ist. Harmonisches Kleinkunstwerk.
  12. Simon Bookish – Prince of Wales
    Wir drehen wieder das Tempo auf und driften in die eher witzige Ecke ab. Eine grundsätzlich gute Idee, aber das hier ist mir zu monoton und klarinettenlastig.
  13. Eagle Eye Cherry – Save Tonight
    Die Stimmung wird gerettet mit diesem Stimmungsdrücker, der eigentlich schon durch zu viel Airplay totgespielt ist, was aber durch meinen praktisch nicht eixtisten Radiokonsum der letzten Jahre ausgeglichen wird.
  14. The Proclaimers – Life with You
    Ohne Schottland geht gar nichts und knackige Liebeserklärungen können die Zwillinge aus Leith ziemlich gut.
  15. Chief – Night and Day
    Der Name kommt mir irgendwie bekannt vor, aber abgesehen davon ist das ebenfalls was für die Merkliste. Mit flotten Drums und einer fast schon spukigen Stimme kann man mich immer überzeugen.
  16. Placebo – Song to Say Goodbye
    Es wird noch spukiger und in so kleinen Dosen kann man die Scheinmedikamente durchaus genießen.
  17. William Fitzsimmons – You Still Hurt Me
    Ah, der steht schon auf meiner Liste der Neuentdeckungen dieses Jahres. Durchaus der beste Song der Zusammenstellung.
  18. Crash and the Boys – I’m So Sad, So Very Sad
    Kurz: Ansage des Titels, eine Zeile, Ansage des nächsten Songs.
  19. Just Jack – The Day I Died
    Das Thema Tod wird fortgeführt, wenn auch eher in witziger Selbstgeißelung, die an Dry Your Eyes erinnert.
  20. Farin Urlaub Racing Team – Die Leiche
    Wieder zurück in Deutschland erzählt Farin uns von einer Leiche im Teich, was zwar zum Thema passt, mich aber aus dem Konzept bringt.
  21. Arctic Monkeys – Balaclava
    Ein weiterer Song aus meiner Sammlung, die hier den Coolness-Faktor nochmal kräftig hochschraubt und definitiv den sehr späten Abend einläutet.
  22. The Killers – Sam’s Town
    Titelsong des von mir am seltensten gehörten Killer-Albums. Ein bisschen Bombast zum Abschluss, der einen guten Bogen zum Anfang schlägt. Die Stimmung ist wieder oben und man ist bereit für einen weiteren Durchlauf des Tapes.

Insgesamt also eine interessante Zusammenstellung, die sich vor allem durch die Stimmung des Themas annimmt. Die Songauswahl hat meinen Geschmack erstaunlich gut getroffen. Für einen Siebzehnjährigen (?) ein vielversprechender Musikgeschmack. Besten Dank, Olivier!

Spätsommer-Abend von juliaL49

Da mein Wichtelempfänger keinen eigenen Blog hat, stelle ich mein Tape hier kurz vor. Ich habe sowohl Songs mit Sommer im Titel genommen (vorzugsweise gegen Ende des Sommers) und nach einem flotten Anfang eher in eine nachdenkliche Stimmung umgeschwenkt. Zum Schluss geht es dann wieder frohen Mutes in die Nacht.

The Drums – Let’s Go Surfing
The Martial Arts – Summer Tweed
The Orange Peels – Long Cold Summer
The Lodger – Year Since Last Summer
Jens Lekman – Friday Night at the Drive-In Bingo
Elle S’appelle – Reasons Your Reasons
Hello Saferide – The Quiz
Lisa Loeb – Summer
The Hold Steady – Constructive Summer
Death Cab for Cutie – Summer Skin
Sexsmith & Kerr – Lemonade Stand
The Dexateens – Caption
Bruce Springsteen – The River
Don Henley – The Boys Of Summer
Eddie Cochran – Summertime Blues
The Redwalls – Summer Romance
Stephen Duffy & The Lilac Time – Bank Holiday Monday
Dashboard Confessional – As Lovers Go
Moneybrother – Just Another Summer
Turin Brakes – They Can’t Buy The Sunshine
Dirk Darmstaedter – Waterloo Sunset
I Am Kloot – Northern Skies
Northern Portrait – Crazy
Rotary Ten – Itchy Feet

Da ich über Schawe keinerlei Informationen hatte, habe ich einfach meinen Musikgeschmack als Basis genommen. Es sind Klassiker und neue Stücke dabei aus dem angloamerikanischen und skandinavischen Raum. Die Meinung des Empfängers:

Es ist eine sehr schöne Zusammenstellung. Eigentlich genau das richtige für einen Schönen Spätsommerabend. Am besten gefallen haben mir “The Drums” und “Elle S`appelle”. Außerdem noch “Hello Saferide”. Aber warum hast Du Bruce Springsteen wieder ausgegraben?

Nun, Martin, wenn es um wehmütige Sommerabende geht, dann ist The River erste Wahl und der Boss ist und bleibt ein großer Künstler. Aber Geschmäcker sind ja verschieden und solange dir der Rest gefällt, kann ich damit leben. Bei einem Hiphop- oder Deathcore-Fan wäre das Tape sicherlich überhaupt nicht angekommen…

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

12 Gedanken zu „endgültiges Mixtape-Wichteln: aktiv und passiv“

  1. Hi Julia!

    Freut mich, dass dir das Tape so gut gefällt. Und auch, dass dir dieser Bogen, von Leben zu Tod, Fröhlich zu Nachdenklich, aufgefallen ist. Wahrscheinlich war er doch ein bisschen gar auffällig. 😉

    Zu den Songs: „Train Song“ habe ich von derselben Compilation 🙂 Und bei Eagle Eye Cherry habe ich lange überlegt, ob ich den drauftun soll, aus den von dir genannten Gründen. Aber der ist für mich einfach ein Muss bei diesem Thema… 😉

    Wäre mir ausserdem rechtzeitig aufgefallen, dass du Schottland ebensosehr magst, wie ich, hätte ich vielleicht noch was in der Art, vielleicht sogar Madness (die hatte ich auf einem ersten Entwurf sogar drauf) draufgetan. Naja, ich bin auch so mit dem Tape zufrieden 😉

    Zu „I’m So Sad, So Very Very Sad“: Der ist aus Scott Pilgrim und den fand ich einfach cool, weil er irgendwie einen Schnitt machte auf dem Tape. Und wenn er nervt, ist er immer noch so kurz, dass man es aushält 😉

    Viel Spass beim Hören!

    (The Drums hätte ich übrigens beinahe auch selbst draufgetan ^^)

    LG Graval oder Olivier (und nicht Oliver
    :motz: ;))

  2. Graval, sorry für den falschen Namen, das ist so ein Gewohnheitsüberleser.
    Schottische Songs kenne ich doch allealle, da ist das hier schon besser 😉 Und dass das eine aus Scott Pilgrim ist, hätte ich sicher irgendwann gemerkt, da ich den Soundtrack auf meiner Zu-Hören-Spotify-Playliste habe.

    Sascha, Bild war gemacht, aber aus Schusseligkeit in der Kamera verblieben. Werde ich dann im Playlisten-Beitrag einfügen 🙂

  3. „I Need Some Fine Wine, and You, You Need to Be Nicer“ ist übrigens ein Cover und ursprünglich von den Cardigans. Lustigerweise bin ich erst vor kurzem ebenfalls über den ungewöhnlichen Songtitel „gestolpert“, als ich mir das dazugehörige Album „Super Extra Gravity“ im Rahmen der Amazon „3-für-15“ zugelegt habe. Der Vorgänger „Long Gone Before Daylight“ zählt ja schon länger zu meinen Lieblingsablen. Für die früheren Alben der Cardigans konnte ich mich aber nicht so sehr begeistern.

    Das Ein-Mann-Projekt Kupek klingt aber auch interessant. Werde auch mal noch in ein paar andere Songs reinhören … es gibt ja ziemlich viel von ihm zum kostenlosen Download auf der offiziellen Seite.

  4. Ausserdem ist Kupek, besser bekannt als Bryan Lee O’Malley, der Zeichner und Kopf hinter „Scott Pilgrim“, einer Comic-Reihe die einen Erfolg nach dem anderen feiert, und nun mit Michael Cera verfilmt wurde. 🙂

  5. Ah, die Cardigans also – mir kam der Titel irgendwie bekannt vor, zumal man sich sowas eher merken kann.

    Und den Scott Pilgrim Soundtrack muss ich endlich demnächst mal hören. Und vielleicht sogar die Comics lesen. Dass der Film rauskam, habe ich natürlich als fleißiger Verfolger der einschlägigen Blogs und Twitteraccounts mitbekommen (u.a. vom Regisseur Edgar Wright selber). Da warte ich aber auf die DVD, da ich mir die deutsche Übersetzung garantiert nicht antun werde.

  6. Nach dem groben Überfliegen der Playlists kann ich schon mal sagen, dass mir sicherlich beide Tapes gefallen würden. Hach, „The Quiz“ (fiel mir besonders auf, weil ich selbst gerade Hello Saferide höre) – einer der schönsten Songs überhaupt, auch wenn ich ihn nicht unbedingt mit Sommerabenden assoziieren würde.

    Kupek ist super, „Scott Pilgrim“ sowieso, aber den Soundtrack kann ich nicht gerade empfehlen. Eine kleine Handvoll guter Songs, mit „Anthems for a 17-year-old Girl“ sogar ein sehr guter, aber alles in allem doch ein eher nerviger Soundtrack. Da hätte Kupek lieber selbst zum Micro greifen sollen.

  7. Stichwort Playlist! Die gibt es morgen und wie es aussieht, wird wohl Grooveshark die Hauptarbeit leisten, weil bei Spotify viel zu wenig verfübgar ist.

    Dr Borstel, „The Quiz“ habe ich da reingepackt, weil erstens die record collection ungefähr dem hier entspricht (ungefähr!) und zweitens das Thema Anbahnung und Kennenlernen durchaus zu einem Sommerabend passt 🙂

  8. Jep, Borstel hat Recht – der SP-Soundtrack ist (noch) nicht das Gelbe vom Ei. Aber das gezeigte Stück finde ich richtig geil, aber es ist eigentlich auch ein Ausschnitt aus dem Film, wenn man so will 😀

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