Englisch Lernen mit TV-Serien #32: damp squib

Nach drei Monaten ist es mal wieder Zeit für eine kleine Folge aus meiner Serie zum Englisch Lernen und da vergangenen Freitag die vierte Staffel der IT Crowd zuende ging, nutze ich gleich die Gelegenheit um eine kurze Kritik damit zu verbinden. Wer die Folge Reynholm vs Reynolm gesehen hat, wird wahrscheinlich wissen, warum ich den heutigen Ausdruck ausgewählt habe. Da gab es nämlich eine Verwechslung der Aussprache und somit der Bedeutung, die ziemlich häufig ist, wie wir gleich noch sehen werden.

Wie bei The IT Crowd üblich, geht alles drunter und drüber und in der folgenden Szene ist Jen die Anwältin von Mr Reynholm und nimmt Roy ins Kreuzverhör.

BARRISTER: The way you tell it, your employer sounds like a paragon of virtue.
ROY: That’s right. And furthermore, I would like to say at this point that I think this whole case to be a damp squid.
BARRISTER: Thank you, no further questions.
JEN: Oooh! I have one more question, your Honour.
JUDGE: Yes?
JEN: What did you say?
ROY: What?
JEN: What did you say the case was? May I have it read back please?
RECORDING SECRETARY: „I believe this entire case to be a bit of a damp squid.
JEN: „A damp squid“? What does that mean?
ROY: Oh, Jen, it’s an expression. It means that I believe that everything that’s been said in this case, everyone already knew.
JEN: Yes, but did you say „damp squid“?
ROY: That’s right.
JEN: Did you not mean, „damp squib“?
ROY: No, it’s „squid“. What’s a squib?
JEN: It’s not „squid“. Squids are already damp!
ROY: Hence the phrase!
JEN: Your Honour! Please!
JUDGE: It is „squib“. I must say, I find it extraordinary that you, a man in your early 30s, could have reached this point in your life without knowing that it is „squib“.
ROY: I think it’s „squid“.
JEN: I have no further questions.

weitere Vokabeln:
paragon of virtue – Tugendbold

Damp squid
Damp squib

Da sind sehr viele squibs und squids aufgetaucht, doch vorher klären wir noch damp auf. Wie hier als Adjektiv heißt es klamm/feucht/dunstig und als Verb entsprechend anfeuchten/bedämpfen/benetzen. Es kann aber auch abschwächen heißen. Als Sustantiv wird es selten verwendet und dann heißt es neben Dampf/Dunst auch giftige/schlagende Wetter.

Nachdem wir das geklärt haben, kommen wir zu Roys Version mit squid, das umgangssprachlich ein Kalmar ist bzw. ein zehnarmiger Tintenfisch. Man versteht leicht, wie man mit in Verbindung mit „feucht“ auf einen Meeresbewohner kommen kann, aber dadurch wirkt die Erklärung unlogisch und zufällig, denn es hätte ja auch ein klammer Hai sein können.

Es heißt nämlich tatsächlich squib und das ist ein Anzünder/Detonator oder Knallfrosch und wenn der feucht wird, dann haben wir einen damp squib und das ist ein Rohrkrepierer (LEO, allwords). In der Übersetzung wird die Metapher umgedreht, aber wir bleiben ungefähr im gleichen Bereich.

Das Wort kommt im Zusammenhang mit Serien (und Filmen) öfter vor, denn wenn jemand erschossen wird, wird ein squib gezündet. Heutzutage macht man das nicht mehr mit Sprengstoff, sondern mit Druckgas, aber die Bezeichnung ist geblieben (s. Wikipedia). Wer sowas selber basteln möchte, findet hier eine Anleitung.

Die Verwechslung squib/squid ist gar nicht so selten, wie ein Artikel im Telegraph letztes Jahr zeigte wo es um die häufigsten falschen Zitate ging.

Zum Abschluss noch zu einer kleinen Staffelkritik. Die vierte Staffel wurde mehrheitlich als die bisher schlechteste bezeichnet (mit Ausnahme der fünften Folge) und auch wenn ich sie nicht als absoluten Griff ins Klo bezeichnen würde, so muss ich doch zugeben, dass mich die anderen Staffeln besser unterhalten haben. Mittlerweile kennen Schreiber, Darsteller und Zuschauer die Rollen und deren Reaktionen. Es gab einige clevere und kreative Gags, doch leider auch viele belanglose Wiederholungen. Da ist es nur gut, dass die fünfte Staffel schon fest zugesagt wurde, wie Graham Linehan bei Twitter verkündete. Stichwort Twitter: nach der Folge war Reynholm-Darsteller Matt Berry sogar in den trending topics. Was meint Ihr?

Und abgesehen von der Serie, habt Ihr Fragen oder Andekdoten zum vorgestellten Ausdruck oder einen ähnlichen falsch zititierten?

Serien-Navigation:<< Englisch Lernen mit TV-Serien #31: radiator
Englisch Lernen mit TV-Serien #37: meretricious (and a Happy New Year!) >>

Dieser Beitrag ist Teil 18 von 25 der Beitragsserie Englisch lernen mit britischen TV-Serien

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

7 Gedanken zu „Englisch Lernen mit TV-Serien #32: damp squib“

  1. Wieder was gelernt, danke für die anschauliche Erläuterung! Zur Staffel selbst: war in der Tat nicht so prall. Ich fand vor allem „The Final Countdown“ und eben das Finale enttäuschend, selbst der Auftritt von Richmond hat es nicht wirklich raushauen können. Beim Titel der Folge hatte ich schon gehofft, dass vielleicht der alte Reynholm nochmal auftaucht. Wenigstens gab es aber auch richtig gute Folgen zum Ausgleich.

  2. Yjgalla, bei zehn Armen hast du wenigstens was zu beißen 😉

    Ini, bei der Folge hier hätte man noch ein oder zwei falsche Zitate einbauen können. Und natürlich einen Zombie-Denholm xD

  3. Die vorletzte Episode muss ich noch schauen, aber ich fand die Staffel auch nicht so prall. Die Serie ist irgendwie immer dann am besten, wenn sie sich mit IT-Themen beschäftigt, und am schlechtesten, wenn sie in normale Comedy-Themen abdriftet. Was leider viel zu oft passiert. Der Brüller der Staffel war für mich deswegen die virtuelle Weltreise auf dem iPod („See? I’m already in Spain!“) — das war so herrlich doof dass man sich fast wundert, dass das noch keiner wirklich erfunden hat.

    Das erste Wortspiel der Episode fand ich übrigens noch lustiger als den damp squid. Was hat Jen da verwechselt, „pedal stool“ statt „pedestal“!?

  4. Wobei mir einfällt, dass mich nicht „The Final Countdown“ so sehr enttäuscht hat, sondern „Something Happened“ (vor allem die Roy-Story).

  5. Johannes, hallo und willkommen 🙂
    Ja, die Spanisch-Folge war wirklich herrlich und das letzte Bild verfolgt mich jetzt noch.
    Das erste Wortspiel war ja der Grund, warum Jen so auf Roys Fehler gedrungen hat. Leider habe ich dazu keine weiteren Beispiele finden können (oder dass Graham Linehan den Artikel als Grundlage genommen hat).

    Ini, das mit der Massage war wirklich etwas aufgesetzt (haha).

  6. Also ich war ja ziemlich begeistert von der vierten Staffel, müsste mir aber die anderen noch mal zu Gemüte führen, um eine Rangfolge festzulegen. Aber so wirklich enttäuschend fand ich keine der Folgen.

    „Jen The Fredo“ war allein wegen der Rollenspiel-Szene sehr spitze.

    „The Final Countdown“ hätte dank Moss die Überfolge schlechthin sein können, wenn die Roy-Story nicht ein wenig schwach gewesen wäre!

    „Something Happened“ war ziemlich gut, vor allem, weil ich darin mit Sweet Billy Pilgrim ne tolle Band entdeckt hab.

    „Italian for Beginners“ war etwas vorhersehbar, aber dank Roy’s Kartoffelpü-Seapark und der iPod-Tante spitze.

    „Bad Boys“ fand ich auch durchweg die beste Folge.

    „Reynholm Vs Reynholm“ war auch ganz schick, vor allem dank Richmond’s Gastspiel.

    Alles in allem meiner Meinung nach sehr lohnend!

Kommentare sind geschlossen.