Menschenleer, überfüllt und verbaut: die Burgen Pyrmont, Eltz und Vianden

Burgentouren machen kann ja jeder und so auch ich. Am Dienstag waren die Burgen Pyrmont und Eltz in Rheinland-Pfalz dran und am Samstag die Luxemburger Burg Vianden. An beiden Tagen war es nicht so heiß, d.h. optimal für einen Ausflug.

Der ursprüngliche Plan sah eine Besichtigung der Burg Eltz vor, aber wenn man schon über 100km fährt, dann nimmt auch die kurz vorher auftauchende Burg Pyrmont mit. Dort gibt es einen Parkplatz direkt an der Burg und einen etwas unterhalb gelegenen, der auf einem knapp drei Kilometer langen Wanderweg durch das Tal zur Burg führt. Dort sieht man schon mal das Ziel auf der anderen Seite:

Burg Pyrmont

Der letzte Teil läuft entlang der Klippen und ist einfach herrlich:

Burg Pyrmont

Angekommen entdeckten wir dann, dass Montags und Dienstags geschlossen ist. Deswegen war es auch auf dem Weg dorthin sehr ruhig gewesen. Immerhin konnten wir einen Blick auf die Burg werfen:

Burg Pyrmont

Der Wanderweg zur Burg Pyrmont hat auch eine Abzweigung zur Burg Eltz und in etwa zweieinhalb Stunden wäre man da. Doch der moderne, bequeme Mensch erledigt das lieber per Auto und parkt dann für 1,50 € auf dem ziemlich überfüllten Parkplatz. Von dort führt ein recht steiler Weg bergab(!) zur Burg. Und da begegnet man sehr vielen Menschen, vor allem englischsprachiger Natur, z.B. englischen Schülergruppen und einer riesigen amerikanischen Radlertruppe, die den Innenhof der Burg ganz bequem alleine ausfüllen. Auf dem Weg nach unten bekommt man schon mal einen guten Eindruck von der seltsamerweise im Tal stehenden Burg:

Burg Eltz

Dort angekommen, hat man die Gelegenheit die Schatzkammer für läppische 8,00 € zu besuchen, aber das war uns dann doch zu teuer. Den Innenhof und einige schöne Ausblicke kann man auch umsonst genießen:

Burg Eltz

Auf dem Rückweg sind wir dann um den Berg herum durch den Wald gelaufen und nicht auf der steilen, geteerten Straße. Die Abzweigung dazu findet man ganz am Anfang des Parkplatzes (rechts rein direkt nach dem Bezahlhäuschen) und das ist ein viel schönerer Weg zur Burg, wie z.B. dieser Ausblick zeigt:

Burg Eltz

Die genauen Entfernungen habe ich nicht geprüft, aber evtl. wäre das Burgenpaar was für Sebastian?!

Ein paar Tage später zog es uns ins benachbarte Ausland zur Burg Vianden, die im kleinen, malerischen Städtchen gleichen Namens zu finden ist. Dort kann man wunderbar Essen gehen, z.B. auf leckere Crêpes:

Crepes in Vianden

Vorher jedoch stand der steile Aufstieg zur Burg an und auf dem Weg dorthin bietet sich folgender Ausblick:

Burg Vianden

Nach dem Löhnen von 6 € Eintritt (Studenten mit Ausweis: 4,50 €), geht es weiter den Berg hinauf und durch fast die gesamte Burg auf einem Rundgang. Es lohnt sich wirklich, hinein zu gehen, die Räume sind ordentlich hergerichtet. In einem hängt eine Ahnengalerie und man erfährt, dass u.a. der Großherzog von Luxemburg und Königin Beatrix von den Niederlanden aus dem ansässigen Geschlecht stammen. Ob sie jemals auf der Burg gelebt haben, stand aber nicht dabei. In einem weiteren Raum sind Fotos der prominenten Gäste aufgehängt und neben allerlei Staatsgästen trifft man auch auf John Malkovich und Patrick Swayze, die dort Filme gedreht haben.

Doch das Auffälligste sind die Bauarbeiten, die einen erheblichen Teil der Freifläche einnehmen. Dabei ging man nicht zimperlich mit dem alten Gebäude um und hat z.B. einen unförmigen Betonklotz mitten in den Hof gestellt. Auch im Inneren sieht man viel moderne Bausubstanz:

Burg Vianden

Diese eigentümliche Verbindung von alt und neu gibt es auch bei den Ausstellungsstücken:

Burg Vianden

Manchmal bieten sich allerdings durch die Verbindung von alt und neu brauchbare Motive:

Burg Vianden

Insgesamt lohnt es sich also doch, zumal die umgebende Landschaft sehr reizvoll ist und man den Ausflug z.B. mit einem Tankstellenbesuch verbinden kann.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

9 Gedanken zu „Menschenleer, überfüllt und verbaut: die Burgen Pyrmont, Eltz und Vianden“

  1. Ganz viele Burgen gibt es in der Gegend, wo Saale und Unstrut zusammenfließen. Da hat praktisch jedes Dorf eine Burg und manchmal sogar zwei. Etliche davon sind allerdings verfallen, weil sie noch im Mittelalter zerstört wurden (die Bergfriede hat man meist wieder aufgebaut). Ganz toll dort.

    Auch das unglaublich hübsche Tal der Zschopau hat einige Burgen bzw. Schlösser zu bieten.

  2. Von der (?) Unstrut habe ich bisher noch nie gehört, aber wenn es mich mal in die Gegend verschlägt, halte ich Ausschau nach Ruinen 🙂 Besten Dank für den Tipp!

  3. die preise für burg eltz klingen jetzt echt etwas übertrieben, aber das bild mit dem himmel aus dem hof sieht geil aus! aber warum baut man ne burg ins tal – hats da nen größeren fluß daneben?

  4. tobi, da war glaube ich noch eine Führung dabei.
    Nach oben ist meine Lieblingsperspektive, vor allem mit dem Weitwinkel gibt das interessante Motive.

  5. Hach ist das toll. Ich liebe Burgen. Wir waren auf Burg Münzenberg letztens. Ganz nett, aber auch nicht mehr.

  6. münzenberg ist doch toll, war ich letzte woche (die burgentour die julia im ersten satz verlinkt hat) 😉

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