Beetys Projekt Hörsturz: Runde 22

projekthoersturzHeute Nachmittag war anscheinend ein großes Ereignis, von dem ich aber nichts mitbekommen habe, da ich pflichtbewusst die aktuelle Runde im Projekt Hörsturz[1] bewerte. Ist wohl die Woche der Schnapszahlen und wie auch aufs Quiz trinken wir einen Kurzen und können frohen Mutes loslegen. Letztes Mal konnte mein Song den Rundensieg einfahren und das Glück war mir weiter hold, denn mein Vorschlag ist erneut in der Pflichtrunde. Mal sehen, was sonst noch so im Angebot ist:

  • Band Of Skulls – I Know What I Am (von Kamil)
    Der Name ist mir schon mal begegnet – ach ja, das ging in Richtung White Stripes mit vordergründigem Bass und Männlein-Weiblein-Duo. Nicht ganz so verquer wie Jack und Meg und deswegen angenehmer auf den ersten Hörer. Hat genug Abwechslung, um über Songlänge Spaß zu machen und der Refrain hat eindeutig Ohrwurmpotential.
    Punkte: 4,5 von 5
  • REM – Imitation Of Life (von Steve)
    Das famose Video sehe ich mir natürlich nicht an, aber ich kenne es sehr genau von den unzähligen Studien zur Aufdröselung der Zeitstränge. Der Song ist zeitlos schön, wenn auch die Musik etwas den Biss vermissen lässt, den der Text verspricht.
    Punkte: 4 von 5
  • Lazlo Bane – Superman (von Sir Donnerbold)
    Das klingt nach ein paar Nerds, die sich in ihrem Hinterzimmer mit ein paar auf dem Sperrmüll gefundenen Instrumenten eingeschlossen haben und sich ihren Frust von der Seele musizieren. Klingt nicht wirklich verbittert, aber ziemlich resigniert. Irgendwie spricht mich das an, ehrlich und einfach.
    Punkte: 4 von 5
  • Matt Pond PA – Brooklyn Fawn (von Postpunk)
    Es wird beschwingter und fast schon 80er-radiotauglich. Das hätte ich ja von Herrn Postpunk so gar nicht erwartet. Die Pennsylvanen wissen jedoch zu überzeugen und ihre lockerleichten Slidegitarren und Streichinstrumente können mich begeistern. Eine angenehme Stimme gewinnt bei mir ja sowieso viele Sympathiepunkte.
    Punkte: 4 von 5
  • Stornoway – Zorbing (von JuliaL49)
    Wunderbar fluffig und ein Song, von dem ich nicht genug kriegen kann. Einfach perfekt und nur eines von vielen Highlights auf dem fantastischen Album.
    Punkte: 5 von 5

Wow, mit einem Durchschnitt von 4,3 Punkten setzt sich diese Runde mit großem Abstand an die Spitze und da waren wirklich nur gute Songs dabei und die Interpreten werde ich mal im Auge behalten (soweit nicht schon geschehen). Dagegen können die Bonussongs ja nur verlieren:

  • Fjieri – Endless (von Stefan)
    Uärgh, zögerliche Oboen haben immer sowas von Schulkonzertatmosphäre. Die polierten Mystery-TV-Klänge passen überhaupt nicht dazu und auch der gequält-künstlerische Gesang ist wieder eine komplett andere Schublade. Da ist wohl jemand beim Songbasteln im Baukasten ein paar Reihen verrutscht und bis zur Veröffentlichung hat sich niemand gefunden, der sich traut das laut auszusprechen. Kommt ja so gar nicht aus dem Knick und der gehauchte Gesang könnte mich in einer schlechtgelaunteren Situation durchaus in den Wahnsinn treiben.
    Punkte: 1 von 5
  • Gorilla Monsoon – Death Revolution (von Fini)
    Der Titel verspricht ein bisschen mehr Action und da haben wir auch schon das Geschrei. Da gibt es wohl einige Anhänger im Projekt und ich finde es immer noch unerträglich. Sowohl das menschengemachte als auch die instrumentalen Einlagen sind mir viel zu heftig und dissonant.
    Punkte: 1 von 5
  • HaleStorm – It’s Not You (von cimddwc)
    Jaja, liegt nicht an dir, sondern an mir. Klassische Beziehungsbeendigungszeile (wenn auch hier nicht gemeint). Wieder treffen wir auf einen druckigen Bass, aber im Gegensatz zum vorherigen Song wenigstens mit angenehmem Gesang. In bestimmten Situationen könnte ich das durchaus hören und wenn das im Radio käme (haha), würde ich nicht wegschalten.
    Punkte: 3 von 5
  • Hermann van Veen – Warum bin ich so fröhlich ( Alfred J. Kwak ) (von Stoffel)
    Auch ich habe die Serie ziemlich oft gesehen und den Titelsong habe ich vor allem wegen des Akzents in Erinnerung. Hat was von Kirmesmusik und auch wenn es kein Kinderlied ist, so assoziiere ich das als solches. Ist nicht sehr abwechslungsreich und das bemühte Artikulieren geht schnell auf den Keks.
    Punkte: 2 von 5
  • Moby – Porcelain (von kasumi)
    Meine früheste Erinnerung an Moby ist eine Urlaubsfahrt nach Frankreich, in der jeder Teilnehmer im VW-Bus zwei Stunden lang die Musik bestimmen durfte und als Mobys Jungle-Zeug die komplette Zeitspanne lief, bin ich fast gestorben. Das hier ist dagegen harmlos, aber diese fisselige Un-Musik kann man doch nicht ernst nehmen oder? Extra Minuspunkt, weil es an Robert Miles erinnert.
    Punkte: 0 von 5
  • Nas & Damian Marley – Nah Mean (von WeGi)
    Ah, es ist wieder Hiphop-Zeit. Diesmal die jamaikanisch angehauchte Variante, von der man kein Wort versteht, die aber so dämlich klingt, dass es cool sein muss. Das Gequetsche im Hintergrund und die dutzendfache Wiederholung immer derselben Akkordfolge macht das Zuhören sehr anstrengend.
    Punkte: 1 von 5
  • Polysics – I My Me Mine (von beetFreeQ)
    Der Name der Band ist hervorragend und der Titel erinnert an die Beatles – ich gehe also mit hohen Erwartungen an den Song. Scheint sich um ein paar durchgeknallte Japaner zu handeln und irgendwie muss ich an Lost in Translation denken. So krank und schräg das auch klingt, irgendwie kommt da eine Menge Spaß rüber und bei entsprechender Stimmung wäre ich da durchaus für zu haben. Zwischendurch gibt es ja doch die eine oder andere gefällige (= west-kompatible) Passage.
    Punkte: 2,5 von 5

Das war also das Gegenstück zur Pflichtrunde, so kann es gehen. Mein Vorschlag für die nächste Runde hat sich spontan geändert, als ich das REM-Stück gehört habe. Wieso ich das mit Fire von Bruce Springsteen assoziiere weiß ich auch nicht, aber so ist es nunmal.

  1. Für Uneingeweihte: Es handelt sich um ein Musikprojekt, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen fünf zufällig ausgewählte Songs bewerten sollen. Mehr dazu bei den Pojektregeln. []

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

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