Englisch Lernen mit Doctor Who #1: truant

Wie gestern angekündigt wird es diese Woche jeden Tag eine Spezialausgabe zum Englisch lernen geben und zwar jeden Tag mit einem anderen klassischen Doktor. Primär geht es um eine Eigenheit der englischen Sprache und nebenher lege ich Euch Doctor Who ans Herz. Damit hoffe ich natürlich möglichst viele Leute davon zu überzeugen, der Serie mal eine Chance zu geben – sofern das noch nicht geschehen ist.

Wir fangen fast ganz am Anfang an, denn die Geschichte für das heutige Beispiel – Keys of Marinus – stammt aus der allerersten Staffel mit William Hartnell und wurde im April und Mai 1964 ausgestrahlt. Der unbedarfte Zuschauer wird mit schwarz-weißen und quasi live aufgenommenen Bildern konfrontiert, was einen großen Teil des Charmes ausmacht. Schon damals wurde Abwechslung groß geschrieben (zeitlich und örtlich) und ganz besonders in der vorliegenden Geschichte, wo jede Folge in einer völlig anderen Umgebung spielt[1]. Verantwortlich dafür war Drehbuchautor Terry Nation („Vater der Daleks“) und in den Produktionsnotizen der DVD erfahren wir mehr über ihn:

Terry Nation was born in Llandaff, South Wales, in August 1930. During his childhood he was a persistent school truant and cinema addict. That was how he got his education. The hours spent at the pictures ensured that the techniques of screenwriting came naturally to him in later life.

Screenshot aus "Keys of Marinus"

Hier ist truant ein Substantiv und wird mit Schulschwänzer übersetzt (dict.cc, LEO). Es kann aber auch allgemein Bummler oder Müßiggänger heißen (deswegen der Zusatz „school“). Als Verb wird daraus to be truant oder to play truant. Das zugehörige Adjektiv bedeutet dann je nach Zusammenhang pflichtvergessen oder abschweifend. Merriam-Webster verrät, dass das Wort im Mittelenglischen Vagabund hieß und vom Keltischen abstammt (altirisch trógán = wretch = Bösewicht/Schuft).

Da hat sich also der kleine Terry der Schulverweigerung schuldig gemacht, was auf Englisch truancy genannt wird und in einem eigenen Wikipedia-Artikel gewürdigt wird. Dort wird auch der berühmteste aller Schulschwänzer, Ferris Bueller, erwähnt und verschiedene Slang-Ausdrücke genannt:

In South Africa, the slang used is bunking, skipping or jippo. In Jamaica, it is called skulling. In Australia truancy is called wagging, ditching, skipping school, jigging, dogging or bludging. It is called bunking off, skiving or twagging in England, mitching, wagging or on the knock in Wales, sagging in Liverpool, bunking or cutting class, doggin, skiving or puggin in Scotland and on the hop, on the bunk, mitching or dossing in Ireland. In the United States and Canada expressions include (playing) hookey, ditching, jigging, sluffing, skipping, or cutting class.

Damit seid Ihr hoffentlich für den nächsten Schulaustausch bzw. Austausch über Eure Schulzeit gewappnet.

Zum Abschluss sei noch auf den entsprechenden Hartnell-Artikel im Rahmen meiner Gastbeitrag-Serie verwiesen, für diejenigen, die sich näher mit Doctor Who und speziell dem ersten Doktor befassen möchten.

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  1. Für Uneingeweihte: Früher war es üblich, dass eine Geschichte aus zwei bis zwölf Folgen zu je 25 Minuten bestand, die jeweils mit einem Cliffhanger endeten. []
Dieser Beitrag ist Teil 1 von 20 der Beitragsserie Englisch Lernen mit Doctor Who

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

4 Gedanken zu „Englisch Lernen mit Doctor Who #1: truant“

  1. :hurra: Doctor Who!

    Es dürfte leider leider schwierig werden, dem Doctor eine große deutsche Fangemeinde zu verschaffen, weil die Synchronisation (zumindest der neuen Staffeln) so grottenschlecht ist, dass man denkt, da würden die Rollen von Laien einfach vorgelesen. Sehr schade!

    Also: Always take a banana to a party. Bananas are good. 🙂

    Sherbet

  2. cimddwc, danke für den Link! Wobei man da noch besser Englisch können muss, da die Stimmen so verstellt sind.

    Sherbet (hallo und willkommen!), gerade weil die Synchro so schlecht ist, sollte man genug Englisch lernen, um die Serie im Original zu gucken 🙂

  3. Mal sehen, ob ich zu jeder deiner Doctor-Who-Lektionen einen Donald-Cartoon finde. 😀 Ja, Clarence Nashs nahezu unverständliche Donald-Stimme ist nicht so gut zum Lernen (oder auch nur Verstehen) geeignet… aber dafür gibt’s ja die sichtbare Handlung.

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