Albumkritik: Spring Offensive – Pull Us Apart

Spring Offensive - Pull Us ApartSucht man nach Infos über Spring Offensive trifft man auf Kriegsgeschichten und Games Conventions. Ist in diesem Zusammenhang alles unwichtig, denn wir haben es hier mit einer fünfköpfigen Band aus Oxford zu tun, die laut ihrem MySpace-Profil Konkret/2-step machen. Sagt erstmal überhaupt nichts aus. Hören wir also mal bei Spotify in ihr Debutalbum Pull Us Apart rein. Das ist mit sieben Songs zwischen drei und fünf Minuten Länge relativ knapp bemessen, aber es kommt ja auf Qualität und nicht auf Quantität an.

Der Einstieg Found Myself Smiling ist ziemlich gespenstisch intensiv, man wird sofort in den Bann gezogen. Bei Abacus Rex klingen glasklare Gitarren an und es werden fast schon jazzig verspielte Bassjammereien eingeworfen. Danach wird es gefällig mit Every Coin und so langsam bekommt man ein Gefühl für den Sound der Band. Eine lockerleichte Brücke macht die Sache besonders angenehm.

Die Abwechslung geht weiter, mit dem leichten Akustikstück The Cable Routine, das wunderbar zurückgenommen zeigt, dass die Jungs Ahnung von Melodien haben. Es wird stringenter und Everything Other Than This wirkt wie eine Mischung aus den vorherigen Songs, wobei mit militärischen Drums und Harmoniegesängen eine eigene Note verliehen wird. Diese Richtung wird mit Slow Division weitergeführt, das leise anfängt und Schicht für Schicht aufgebaut wird, bis es am Ende krachend einstürzt. Das zerbrechliche Ende bildet Little Evening, das nach einer desillusionierten Abrechnung klingt.

Thematisch dreht es sich durchaus um ernste Themen, wie z.B. häusliche Gewalt und Fütterung von Münzen bei Überfällen, wenn man dieser Albumkritik glauben darf. Dort wird mokiert, dass A Let Down nicht enthalten ist, was ich durchaus verstehen kann, zumal noch Platz gewesen wäre. Weitere Kritiken bei indieshuffle, god is in the tv und room thirteen sind durchweg enthusiastisch. Ich kann dem nicht ganz zustimmen, denn das Potential ist da, aber das Album bleibt selbst nach einem halben Dutzend Hörgängen nicht hängen.

Fazit: Ein abwechslungsreiches Album ohne besondere Höhepunkte für Freunde von leichter Gitarrenmusik. So ganz scheinen Spring Offensive ihren Stil noch gefunden zu haben, aber sie sind auf dem richtigen Weg dahin. Bis dahin kann der Hörer sich an diesem schmucken Werk erfreuen. Wertung: 3,5 von 5 Punkten

Um sich einen Eindruck zu verschaffen, besonders ob die Stimme von Sänger Lucas zusagt, hier das textlich brutale Every Coin

Wer sich noch nicht sicher ist, kann sich das Album bei Spotify anhören und dann bei Gefallen das Album digital erwerben:

  • bei Amazon [Partnerlink] für 5,88 € (mp3 256kb/s),
  • im iTunes Store für 6,93 € (aac 256 kb/s) oder
  • bei 7digital für 6,93 € (mp3 320 kb/s).

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

4 Gedanken zu „Albumkritik: Spring Offensive – Pull Us Apart“

  1. Die Band werde ich sicher mal genauer unter die Lupe nehmen. Das Video macht absolut Lust auf mehr. Danke für den Tipp!

    Aber die Genrebezeichnung ist wirklich mal seltsam bei MySpace (nicht dass andere Bands da nicht auch Blödsinn eintragen). 2Step ist nämlich eigentlich rein elektronische Musik, die so gar nix mit der Band zu tun hat, abgesehen davon, dass Stil und Band beide aus dem Königreich stammen…

  2. Da bin ich ein bisschen überrascht, dass du das so gut findest 🙂 Hmm, vielleicht spricht das Menschen mit ungewöhnlichem und breit gestreuten Musikgeschmack an?!

  3. Ich glaub, da macht das Schlagzeug ne ganze Menge aus! Ich mag ja Musik mit ungewöhnlichen Rhythmen – die haben immer schnell nen Bonus weg bei mir! 😉

Kommentare sind geschlossen.