Albumkritik: Fertig, Los! – Pläne für die Zukunft

Fertig, Los! - Pläne für die ZukunftDie Gelegenheit zur Erweiterung meines musikalischen Horizonts, nutze ich ja gerne und oft, auch wenn ich meistens in meinen bestehenden Geschmäckern bestätigt werde. Hier habe ich die Gelegenheit, eine deutschsprachige Popgruppe kennenzulernen, die hauptsächlich auf eine jugendliche Zielgruppe ausgerichtet ist. Dabei sind Fertig, Los! gar nicht so jung (zwischen 23 und 27) und Pläne für die Zukunft ist bereits ihr zweites Album. Das ist seit letzten Freitag erhältlich und ich habe dank Sonic Grape eine signierte CD vorliegen, die in den letzten Tagen so einige Runden in meinem CD-Player gedreht hat. Die vorab ausgekoppelte Single Wenn du mich brauchst hatte ich schon vorgestellt und die ist ein guter Indikator für das Album.

Die Texte stammen entweder komplett oder in Mitarbeit von Sänger Philipp Leu und so ist sowohl für Konsistenz als auch für Abwechslung gesorgt. Manchmal klingt das nach beleidigtem Kind (bei Komm schon), mal halbherzig aufrüttelnd (bei Ein neuer Gott und Die Anderen), dann wieder blitzt Humor auf (bei Wenn du mich brauchst) und dazwischen wird es beunruhigend aufrichtig wie in Augen zu:

Wir reden über den Tag
Ich sag‘ ihr, dass ich sie mag
Eine Behauptung, die mich deprimiert
Und dann küss‘ ich sie
Und ich wünschte, das wärst du
Und wenn ich mit ihr schlafe, mach‘ ich die Augen zu

Dieser Song sticht auch sonst heraus und ist mir gleich beim ersten Durchlauf aufgefallen. Würde sich gut als Single eignen, weil Text und Melodie aufhorchen lassen.

Fertig, Los!

Musikalisch haben wir es mit einer typischen Dreierbesetzung zu tun (Gesang/Gitarre, Bass, Schlagzeug), in der jedes Instrument mal in den Vordergrund gerückt wird. Auch ein Keyboard hier und da konnte ich ausmachen. Jeder Song für sich hält die Aufmerksamkeit und zeigt einigermaßen Variation. Über Albumlänge jedoch wird zu wenig Abwechslung geboten, um das Verlangen nach wiederholtem Abspielen zu wecken. Das ist technisch einwandfreie Hintergrundmusik, die sich z.B. gut für eine Autofahrt mit vielen Mitfahrern eignet.

Insgesamt ein Album, das nicht wehtut und nicht aufrüttelt. Als Radiopop würde ich es aber auch nicht bezeichnen, denn ganz so glatt ist es nicht und für Freunde des Deutschpop durchaus empfehlenswert. Wertung: 3 von 5 Punkten

Mehr zur Band findet ihr auf der offiziellen Seite, wo auch Links zum käuflichen Erwerb des Albums (digital wie physisch) und den diversen Plattformen im Internet zu finden sind. Letztere spielen eine Rolle bei der Schnitzeljagd, bei der man eine signierte Playstation Portable und Poster gewinnen kann.

PS: Ist das ein neuer Trend bei Band-Webseiten, dass die nur aus der in Anker-Abschnitte unterteilten Hauptseite bestehen? Hat durchaus was, die wichtigsten Infos auf einer Seite zu haben mit Verweisen zu anderen Accounts im www, wo der eigentliche Inhalt zu finden ist.

Veröffentlicht von

juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

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