Beetys Projekt Hörsturz: Runde 18

projekthoersturzDie letzten zwei Wochen vergingen wie im Flug und es wird wieder Zeit für meinen kurz vor knapp eingereichte Beitrag zur aktuellen Runde im Projekt Hörsturz[1], wo erfreulicherweise wieder ein Songvorschlag von mir unter den regulären fünf zu finden ist. Dazu habe ich das Zitat der Runder liefern können. Mal sehen, ob die diesrundigen Vorschläge wieder meine Fantasie ins Rollen bringen.

Wie auch beim letzten Mal schon lasse ich die Beschreibung der Punkte weg, da sie selbsterklärend sein sollten. Oder zumindest hat jeder eine ungefähre zahlenstrahlige Vorstellung. Ich hoffe, ich habe alle JavaScript-Schnipsel aus Beetys Quellcode gelöscht, denn letztens hätte ich da beinahe einen übersehen. Nun aber los:

  • LaBrassBanda – Autobahn (von dehkah)
    Davor habe ich mich ein bisschen gefürchtet, denn meine Bläserallergie ist ja allgemein bekannt, aber der Song soll eine gute Gaudi sein. Klingen für mich erstmal wie zwangsvernordete EAV, die eine Dorfkapelle zwangsrekrutiert haben. Aber ein bisschen Spaß macht das schon und ordentlich Talent scheinen die auch zu haben.
    Punkte: 2 von 5
  • Gloria Cycles – Chancer (von mir)
    Dank dehkah habe ich erfahren, dass es den Song als kostenlosen Download bei SXSW gibt. Das Ding rockt einfach und geradlinig und dann noch das gerollte R und ich bin hin und weg. Ein bisschen knackiger könnte es sein, aber im Albumverbund kommt das besonders gut.
    Punkte: 4,5 von 5
  • Entertainment For The Braindead – Relapse (von beetFreeQ – kostenloser Download!)
    Das ist jetzt ein wenig ruhiger. So klare Klavieranschläge mag ich ab und zu mal ganz gerne. Ebenso Banjos. Das puffige Geklackere erinnert mich ein bisschen an The Swell Season, nur die brummige Stimme von Glen Hansard fehlt noch (man vergleiche). Alleine dafür gibt es Pluspunkte, denn das versetzt mich in eine positive Stimmung und ich bin versucht, am Wochenende nochmal Once zu gucken.
    Punkte: 4 von 5
  • The Beauty of Gemina – Into Black (von Robert)
    Die Stimmung wird wieder etwas gedrückt und das liegt nicht nur am Song insgesamt, sondern besonders an der Stimme des Sängers. Die hat diese unangenehme Samtigkeit, die auch der Typ von Unheilig hat. Ansonsten ist der Song sehr spärlich. Die extrem künstlichen Elemente nehmen manchmal zu stark überhand und dann funkt wieder eine Oboe dazwischen. Dieser misstönende Mix ist nichts für mich.
    Punkte: 1,5 von 5
  • Emilie Autumn – Dead Is The New Alive (von cimddwc)
    Nach schwarz kommt der Tod und er hat seine Gitarre mitgebracht. Das viel zu lange, viel zu eintönige Intro wird von Gesang abgelöst, der diese Bezeichnung nur mit einer großzügigen Definition verdient. Singen zu können scheint die Dame ja, nur nicht in dieser Tonlage und Geschwindigkeit.
    Punkte: 2 von 5

Mit einem Durchschnitt von 2,8 Punkten liegt diese Runde einigermaßen im Durchschnitt. Mal sehen, was die Bonussongs draus machen:

  • :wumpscut: – Soylent Green The Retrosic – Maneater[2] (von Guldhan)
    Huh, spricht da Andreas Fröhlich? Hmm, eingestreute Zitate aus Filmen? Damit kann ich leben, aber mit Schreihälsen eher weniger. Das Klangbett erinnert an ein Computerspiel (dank der vorletzten Runde kenne ich mich da jetzt aus) und warum sich jemand sowas live anhören möchte, ist mir ein großes Rätsel.
    Punkte: 0,5 von 5
  • Deichkind – Krawall und Remmidemmi (von Sir Donnerbold)
    Viele andere Teilnehmer merkten an, dass sie sich an dem Song satt gehört haben, ich kenne den überhaupt nicht. Zu Recht! Technorap ist nicht so ganz meine favorisierte Musikrichtung und das ist ein extrem flaches und einfallsloses Exemplar.
    Punkte: 0 von 5
  • Eisbrecher – Kein Mitleid (von Stoffel)
    Oha, nochmal was Härteres, wie der Songtitel schon vermuten lässt. Und egal was Kenner sagen, das klingt für einen Außenstehenden wirklich so ähnlich wie Rammstein. Dafür habe ich einfach das falsche Weltbild, denn der Sinn solcher Musik erschließt sich mir nicht.
    Punkte: 0,5 von 5
  • I Heart Hiroshima – London In Love (von Kamil)
    Diese flauschigen Gitarren und der Art Brut-Gesang stimmen mich gleich wieder versöhnlich. Kommt saucool rüber und dank der weiblichen Gegenstimme ist für Abwechslung und Spannung gesorgt. Ist knapp gerade nicht zu lang und die zunehmende Melodiosität macht richtig Laune.
    Punkte: 4,5 von 5
  • My Dying Bride – Echoes From a Hollow Soul (von Fini)
    Wir gehen wieder ins düstere Lager. Warum muss bei solchen Songs nach dem Intro immer eine Pause gemacht werden?!? Und hier haben wir nach dem Intro noch ein Intro. Oder war das ein Intro vor dem Intro? Jedenfalls wird auch nach dem zweiten Instrumentalpart wieder eine Pause gemacht, bevor langsam und weinerlich aus der leeren Seele geechoet wird. Der Song an sich ist interessant, aber die deprimierende Umsetzung ist nicht so mein Fall.
    Punkte: 1,5 von 5
  • Prinz Pi ft. Basstard – 2013 (von WeGi)
    Soll man den jungen (?) Herren (?) zu ihren gelungenen Namen gratulieren oder sie bemitleiden? Künstlich auseinandergezogene Stücke machen mich immer nervös und dieser schnarchige Beat weckt Aggressionen. Dazu die nasalen Stimmen und perfekt ist mein Aufreger der Woche.
    Punkte: 0,5 von 5
  • Sparta – Air (von Chris / Laura)
    Zum Abschluss wieder was Flotteres. Entgegen meiner Vermutung kommt die Band nicht aus dem deutschsprachigen Raum, sondern aus Texas und bleibt mir eine Erklärung für den seltsamen Akzent schuldig. Kommt gut in Fahrt und lässt mich positiv überrascht zurück.
    Punkte: 3,5 von 5

Mit 1,57 Punkten liegen die zusätzlichen Songs deutlich unter den regulären und wenn Kamil nicht wäre, hätte es sehr düster ausgesehen! Zur Auflockerung soll mein Vorschlag für die nächste Runde dienen, denn Mystery Jets – Young Love ist ein eher optimistischer Song.

  1. Für Uneingeweihte: Es handelt sich um ein Musikprojekt, bei dem die Teilnehmer alle zwei Wochen fünf zufällig ausgewählte Songs bewerten sollen. Mehr dazu bei den Pojektregeln. []
  2. Da der ursprüngliche Vorschlag gleich mit Beginn der Runde nicht mehr verfügbar war und es keine ordentliche Alternative gab, hat Guldhan seinen Vorschlag kurzfristig geändert []

Über juliaL49

Wilde Mischung aus musikinteressiertem Konzertbesucher, fernsehbegeistertem Whovian, radfahrendem Läufer, fotografierendem Atheisten und ausgewandertem Bioinformatiker

6 Gedanken zu „Beetys Projekt Hörsturz: Runde 18

  1. Nee, der Tod hat Emilies elektrische Geige mitgebracht. :) Ich finde, der Unterschied zwischen so einem Streichinstrument und einer Gitarre ist eigentlich erkennbar…

  2. Mjoa, jetzt wo du es sagt. Aber ich höre elektrische Geigen viel zu selten (das letzte Mal war Nigel Kennedy bei einem Konzert 1994 und der hat leicht andere Musik gespielt).

  3. Sehr durchwachsene Wertung, die ich (fast) so erwartet hätte. “Unangenehme Samtigkeit” hast du schön gesagt, würde ich den Song nicht mögen, wäre mein Urteil sicherlich in diese Worte gehüllt. Passt aber prima zu Unheilig, da stimme ich Dir zu.
    Ich frage mich immer, ist es überhaupt möglich Musik objektiv zu bewerten? Ich kann das nicht, dafür ist mir Musik zu wichtig als das ich sie nüchtern in ihre Bestandteile zerlege. Ich denke Dir geht es genauso, denn letztendlich spielt der eigene Geschmack die wichtigste Rolle.
    Ich frage mich aber ernsthaft, wie man seine Arbeit als “Musikkritiker” machen kann, ohne den eigenen Geschmack zu benutzen. Ich habe jüngst eine Ausgabe des Musikexpress gelesen, in der eine Kritik über die von mir heiß geliebte O.Children zu lesen war. Damit war ich gar nicht einverstanden, ja sogar empört.

    Letztendlich habe ich mich damit beruhigt, das ich eben einen anderen, einen ganz anderen Geschmack habe und einfach akzeptieren muss, was andere darüber denken. Leider bleiben jungen Bands durch schlechte Kritik sehr oft einige Türen versperrt, was dann wohl als dunkle Seite der Musik betrachtet werden dürfte.

    Wie du siehst, haben wir einen unterschiedlichen Geschmack und ich würde dir sicherlich bei einigen Stücken widersprechen wollen. Ich mag aber deine Art darüber zu schreiben was Dir nicht gefällt, deine Zunge kann so herrlich spitz sein, das man vermuten sollte du brauchst da für einen Waffenschein :)

  4. Robert, wie das Projekt gezeigt hat, ist es tatsächlich unmöglich objektiv zu urteilen. Bei mir kommt es auch auf die aktuelle Stimmung an und ob ich objektiver sein möchte. Andererseits tut es auch manchmal gut, von anderen Blickwinkeln zu erfahren.
    Einen Musikkritiker an sich gibt es meiner Meinung nach nicht, da der fertige Bericht von so vielen Dingen beeinflusst wird (Geschmack, Promodruck, andere Kritiken, künstlerische Qualität etc).

    Meinen Waffenschein habe ich natürlich ordnungsgemäß erworben ;) Wobei ich mich manchmal zwingen muss, zwischen dem Songvorschlag und dem Vorschlagenden zu unterscheiden. Bei neuen Teilnehmern, die ich nicht kenne, habe ich da wenig Skrupel. Wenn mir dagegen ein Song von dir nicht gefällt, dann tröste ich mich mit den verschiedenen Geschmäckern und dass ich dich ja nicht persönlich herabsetze. Das sage ich mir selber auch, wenn ich schlechte Beurteilungen meiner Vorschläge lese und es hilft. Dann muss man noch unterscheiden, ob es einfach nur boshafte und unüberlegte Kommentare sind oder ob derjenige wirklich keinen Zugang findet. Bei den Chartspunkten z.B. ist meine Herangehensweise anders, denn da besteht der halbe Spaß aus meinen Vorurteilen.

  5. Und erfahrungsgemäß kann sich auch die Stimmung im Laufe einer Folge ändern: Wenn man nach ein paar langsamen oder gar langweiligen Songs einen lauten Kracher zu hören bekommt, bewertet man den evtl. besser als sonst – oder es ist ausnahmsweise schon wieder zu hart. Oder umgekehrt…

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